Sprache

BRUCHSAL.ORG

Kaum hat es die selbsternannte Heimat-Partei AfD in den Bundestag geschafft, reklamieren auch die anderen den Heimat-Begriff für sich. „Die Sehnsucht nach Heimat – nach Sicherheit, nach Entschleunigung, nach Zusammenhalt und Anerkennung –, die dürfen wir nicht den Nationalisten überlassen“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2017) in einer vielbeachteten Rede zum Tag der Deutschen Einheit am Dienstag in Mainz.

Wunderbar! Endlich bekommen wir ein Heimatministerium (Seehofer). Endlich wird der Begriff Vaterland aus der Nationalhymne entfernt und durch HEIMAT ersetzt. Brüderlich, was hat dieses schlimme Wort in einer Nationalhymne verloren?

Muttererde und Mutterboden sollten wir schnell aus unserer Sprache entfernen! Oder doch nicht?

Gibt es eigentlich keine Probleme mehr auf der Welt als die Zuordnung in der deutschen Sprache von Worten zu einem (nicht erklärbaren) Geschlecht?

Der Tisch, die Vase, die Blume, der Henker? Nunja, Henker waren meist Männer, aber wieso sind Blumen weiblich? Warum heißt es “die Partei!”, wenn die bislang doch eher männlich besetzt war?

Alles unlogisch. Also beginnen wir doch die deutsche Sprache und vor allem die Literatur zu durchforsten, wo etwas geschlechtsspezifisch “ungerecht” war.

Liebe Mitglieder und Mitgliederinnen, soll ich so die nächste Rede im Verein beginnen? Und wie soll ich die ansprechen, die weder männlich noch weiblich sind? Gott (wieder männlich) bewahre mich vor solchem Krampf.

Ahem, wer hat so einen Krampf denn begonnen? Was soll und darf ich denn noch lesen? Märchen – sexistisch, Luther – antisemitisch, die Bibel  – martialisch, …… Die Liste darf jeder erweitern.

Ich warte einfach, bis alle Literatur und Sprache antidiskriminierend gegenüber jedweder sexuellen Ausprägung ist. Bis Antisemitismus aus den Religionen verbannt ist.

“Der christliche Antijudaismus untermauerte überkommene judenfeindliche mit einer, die aus der Bibel hergeleitet, in gesamtkirchliche Lehren integriert, offiziell geschürt, europaweit verbreitet und so zu einem kulturellen Dauerzustand in der Geschichte Europas wurde.”

Ich weiß, den Untergang des Antisemitismus erlebe ich nicht mehr. Das Ende des Sexismuskrampfs in der deutschen Sprache auch nicht.

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