Rente muss zum Leben reichen

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Unmittelbar nachdem in den Medien die Rentenerhöhung um 3,2% (West) bzw. 3,4% (Ost) verkündet wurde, befasste sich der Arbeitskreis Senioren der IG Metall Bruchsal-Bretten in seiner letzten Sitzung am mit dem Thema Rente. Der Arbeitskreis begrüßt die Erhöhung, sie darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass dies nur ein kleiner Schritt sein kann, die drohende Altersarmut vieler Menschen zu verhindern. Bei dieser Erhöhung handelt es sich auch nicht um ein Geschenk, sie ist der Lohn für Lebensleistung. In erster Linie geht es den Seniorinnen und Senioren nicht um Ihre eigene Rente, vielmehr machen sie sich Sorgen um die jungen Menschen die jetzt im Arbeitsleben stehen. Einig war man sich darüber, dass in Diskussionen um das Rentensystem auf keinen Fall die Generationen gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Nur gemeinsam können Lösungen gefunden werden, die auch in Zukunft ein würdevolles Leben im Alter ermöglichen.

In dem zwischen CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag ist eine Trendwende nicht in Sicht, auch wenn er eine Stabilisierung des Rentenniveaus auf 48% bis ins Jahr 2025 beinhaltet. Die Flickschusterei am Rentensystem geht weiter, ein Paradigmenwechsel ist nicht erkennbar, so Felix Schlindwein, der Sprecher des Arbeitskreises. Ein Festhalten am 3-Säulen-Modell, Gesetzliche Rente – Betriebsrente – Private Vorsorge, halten die Mitgliedern des Arbeitskreises für den falschen Weg. Viel wichtiger wäre die Stärkung der Gesetzlichen Rente. Eine Private Altersvorsorge, welche den Risiken der Kapitalmärkte ausgeliefert ist, wird entschieden abgelehnt. Eine betriebliche Altersvorsorge wie sie jetzt mit dem Betriebsrenten-Stärkungsgesetz eingeführt wurde, wird von den Mitgliedern des Arbeitskreises kritisch gesehen. Dieses Gesetz hat das Wort Betriebsrenten nicht verdient, wenn diese Rente überwiegend von den Beschäftigten finanziert wird und dadurch die eigene gesetzliche Rente geschmälert wird. Es ist eher ein Steuersparmodell für die Arbeitgeber. Für künftige Generationen gilt, die Rente muss auch ohne private Zusatzvorsorge ausreichen. Dazu braucht es gute Löhne und sichere Arbeitsplätze, statt prekärer Beschäftigung und Niedriglöhne.


Fazit der Diskussion: Eine Umkehr in der Rentenpolitik, hin zur Lebensstandard-Sicherung in der gesetzlichen Rente, das Angleichen der Rentenentwicklung an die Entwicklung der Einkommen (Streichung der Abschläge) und die Rückkehr zum ehemaligen Rentenniveau. Eine gute und bezahlbare Alterssicherung ist möglich. Ein Blick über den Tellerrand, zu unseren Nachbarn in Österreich, wäre durchaus sinnvoll. Die Lebensleistung der arbeitenden Menschen muss wieder mehr geschätzt werden.

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