Grüngutsammlung neu geregelt

BRUCHSAL.ORG

 

Die Stadtverwaltung antwortet auf Fragen der Bürgerinnen und Bürger

Bruchsal (pa) | Der Gemeinderat der Stadt Bruchsal hat beschlossen, dass der Betrieb der Wertstoffhöfe und Grünabfallsammelplätze sowie die Grünabfallverwertung an den Landkreis Karlsruhe zurück gegeben wird. In der vergangenen Woche haben Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Neukonzeption der „Grüngutsammlung“ verschiedene Fragen an die Stadt gerichtet. Hier die Antworten der Stadtverwaltung:

  1. Stimmt es, dass der Kombihof in der Südstadt zum Monatsende geschlossen wird?

Nein, der Kombihof – Wertstoff- und Grünabfallsammelplatz – in der Südstadt wird nicht zum Monatsende geschlossen.

Dies gilt auch für den Grüngutsammelplatz in Heidelsheim sowie den Kombihof in Untergrombach. Alle drei Höfe werden bis zum 31. Dezember 2017 weiter betrieben. Bis dahin ändert sich nichts.

  1. Was wird sich zum Jahreswechsel ändern?

Ab dem 1. Januar 2018 findet eine Systemumstellung statt. Der Betrieb der Kombihöfe geht von der Stadt Bruchsal auf den Landkreis über. Ab diesem Datum wird es einen neuen Kombihof für die Kernstadt auf der Kreismülldeponie geben, die öffentliche Grüngutannahmestelle BOM in Heidelsheim wird geschlossen (das private Angebot von BOM ist davon nicht berührt), dafür wird der Landkreis einen neuen Kombihof in Heidelsheim an der B 35 auf dem Gewann Kalkofen eröffnen. In Untergrombach besteht der Kombihof im Rötzenweg fort.

  1. Was bedeutet das für den Kombihof in der Südstadt?

Nach Eröffnung des neuen Kombihofs auf der ehemaligen Kreismülldeponie wird der Kombihof in der Kernstadt neben dem Baubetriebshof geschlossen. Zur Abfederung der damit verbundenen Serviceeinschränkungen im Einzugsbereich der Südstadt wurde beschlossen, eine Grüngutannahmestelle für krautig-grasige Abfälle einzurichten. Die Stadt Bruchsal stellt dort ab 01.01.2018 weiterhin Container zur Verfügung, über die krautig-grasige Abfälle entsorgt werden können. In der Vergangenheit waren rund 85-90 Prozent der angelieferten Grüngutmengen von dieser Qualität. Damit wird auch weiterhin sichergestellt, dass der Großteil der angelieferten Grüngutmengen auf dem Areal neben dem Baubetriebshof entsorgt werden kann. Die Stadtverwaltung hat auch geprüft, ob zukünftig in der Südstadt nicht die Annahme von holzigen Grüngutabfällen möglich wäre. Aus Kostengründen musste eine solche Lösung jedoch verworfen werden.

  1. Warum wird das System der Kombihöfe zum neuen Jahr angepasst?

In den vergangenen Jahren ist die Menge des gesammelten Grünabfalls permanent gestiegen und damit auch die Kosten für die Stadt. Ein Festhalten am Status Quo hätte dazu geführt, dass die Stadt in Zukunft damit rechnen muss, das bestehende Kombihofmodell mit mindestens 170.000 Euro im Jahr bezuschussen zu müssen. Da die Grüngutentsorgung eigentlich in die Zuständigkeit des Landkreises fällt, hat der Gemeinderat in der Sitzung am 23. Mai entschieden, diese Aufgabe an den Landkreis zurück zu geben.

  1. Stimmt es, dass in der Vergangenheit schon andere Grünabfallsammelplätze geschlossen worden sind?

Ja, in Heidelsheim und in Obergrombach sind 2011 schon einmal solche Plätze geschlossen worden. Auch damals hatten Steigerungen bei der abgelieferten Grüngutmenge dazu geführt, dass der Gemeinderat Gegenmaßnahmen beschlossen hat, um das sogenannte Bruchsaler Modell zukunftsfähig zu halten. Die gewünschten Erfolge hatten sich zunächst eingestellt, aber nicht lange gehalten. Nachdem die Grüngutmengen in den vergangenen Jahren wieder deutlich gestiegen sind, war es folgerichtig, den nächsten Schritt zu gehen und die Zuständigkeit an den Landkreis zu übergeben.

  1. Was hat der Gemeinderat in der Sitzung am 23. Mai konkret beschlossen? Der Beschluss des Gemeinderats war dreigeteilt. Einstimmig, bei zwei Enthaltungen, hat der Gemeinderat beschlossen, dass in Heidelsheim auf dem Gewann Kalkofen die Fläche für einen neuen Kombihof hergestellt wird. Einstimmig, ohne Enthaltungen, hat der Gemeinderat auch beschlossen, die bestehende Vereinbarung mit dem Landkreis zur Grünabfallverwertung zu kündigen. Mit großer Mehrheit hat der Gemeinderat schließlich, bei acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen, die Kündigung der Vereinbarung mit dem Landkreis Karlsruhe über den Betrieb von Grünabfallsammelplätzen und den Wertstoffhöfen und damit die Schließung des Kombihofes beim Baubetriebshof, die Schließung des kommunal betriebenen Grünabfallsammelplatzes auf dem Staighof in Heidelsheim, die Verpachtung des Kombihofes im Rötzenweg in Untergrombach sowie die Verpachtung des Grundstücks im Gewann Kalkofen in Heidelsheim an den Landkreis Karlsruhe zur Einrichtung eines neuen Kombihofes beschlossen.

  1. Mit der Rückgabe an Landkreis spart die Stadt zukünftig Geld, weil das Defizit nicht mehr aus dem städtischen Haushalt finanziert werden muss. Finanziert die Stadt dieses Defizit dann zukünftig über die Kreisumlage mit? 

Nein, die Stadt wird zukünftig auch nicht indirekt an den Kosten der Grüngutentsorgung beteiligt sein. Die Müllgebühren werden durch den Kreistag für alle Städte und Gemeinden im Landkreis festgesetzt. Die Grüngutentsorgung ist über diese Gebühr abgegolten.

  1. Auch im neuen Jahr wird es möglich sein, neben dem Baubetriebshof Grünschnitt abzugeben. Was bedeutet das konkret?

Auf der Fläche des heutigen Kombihofes werden im neuen Jahr wie bisher Container aufgestellt werden, sodass auch weiterhin krautig-grasige Abfälle abgegeben werden können. Zu den krautig-grasigen Abfällen zählen Beet- und Balkonpflanzen, Stauden, Laub und Rasen- / Wiesenschnitt. Im Unterschied dazu zählen zu holzigen Grünabfällen Baumstämme, Äste und holziger Strauchschnitt (auch mit Blättern), also „alles, was beim Brechen aufgrund des holzigen Anteils knackt“. Diese holzigen Grünabfälle sind zukünftig auf den Kombihöfen auf der Kreismülldeponie, im Rötzenweg in Untergrombach oder in Heidelsheim abzuliefern. Dies gilt auch für die klassischen Wertstoffe wie elektrische Kleingeräte, Altpapier, Kartonagen, Holz u.v.m.

  1. Wird der neue Kombihof in der Kreismülldeponie genau so lange geöffnet sein, wie der jetzige Kombihof in der Kernstadt?

Ja, der neue Kombihof wird ebenfalls 13 Stunden die Woche geöffnet sein, so wie dies gegenwärtig beim Kombihof neben dem Baubetriebshof gewährleistet ist. Auch die Grünschnittannahmestelle, die auf dem Areal des jetzigen Kombihofes in der Südstadt eingerichtet werden wird, soll 13 Stunden die Woche geöffnet haben.

  1. Ist die Abgabe von Wertstoffen und Grüngut in der Kreismülldeponie zu denselben Konditionen wie in der Südstadt möglich?

Die Anlieferungsbedingungen ändern sich für die Bruchsaler Bürgerinnen und Bürger nicht. Die Anlieferung von Wertstoffen und Grünabfällen aus dem privaten Bereich ist auf dem neuen Kombihof auf der Kreismülldeponie ab 01.01.2018 kostenfrei möglich.

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