Die Zwerchstraße – ein Bruchsaler Problemviertel

01 Einladung

 

Öffentlicher Arbeitsstammtisch der BIB – Teil 1

Vergangenen Donnerstag, den 26. Oktober 2017, fand im Graf Kuno ein öffentlicher Stammtisch zum Thema „Quo vadis – wie verändert sich Bruchsal?“ der BIB statt, wo über die „rechtsfreien Räume in Bruchsal“ diskutiert werden sollte, so die Ankündigung im KURIER vom 25. Oktober 2017. Die sog. „Bürgerinitiative Bruchsal (BIB)“ sieht sich nach eigenen Angaben „gegenwärtig als Regulativ zu einer in den Augen der Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative nicht mehr gänzlich im Bürgersinne noch nachhaltig und damit verantwortlich agierenden Verwaltung“.

01 EinladungDie Veranstaltung war von etwa 20 bis 25 Personen besucht, im Mittelpunkt stand der Bericht eines Bruchsaler Bürgers. In dessen später äußerst emotional vorgetragenen Berichterstattung wurde von dem moderierenden BIB-Mitglied mit dem Hinweis eingeführt, dass im Dreieck Orbinstraße – Zwerchstraße – Viktoriapark – Bahnhof „Kriminalität, Rohheitsdelikte und Drogenhandel“ stark zugenommen haben.

Der in der Zwerchstraße wohnende Bruchsaler Bürger konnte daraufhin anschaulich schildern, wie die Lebensqualität in der Zwerchstraße (zwischen John-Bopp-Straße (REWE) und Stadtgrabenstraße) im Laufe der Jahre immer schlechter wurde.

Früher sei dies ein ruhiges Wohngebiet gewesen mit Häusern im Privatbesitz und Eigentumswohnungen, mittlerweile wohnten dort Obdachlose und Asylbewerber, die per se dorthin nicht passen. Er habe bereits zwei Termine bei der Stadtverwaltung vereinbart, um die Situation zu schildern, der letzte sei allerdings mutwillig kurzfristig abgesagt worden, da die Oberbürgermeisterin angeblich keine Zeit hatte.

Er berichtete von seinen Beobachtungen und stellte empört fest, dass die Zwerch- und Stadtgrabenstraße mittlerweile total versifft seien. Er meine, hier seien Drogenhändler aus Pakistan aktiv. Ständig sei alles zugeparkt, auf den Gehsteigen sei kein Durchkommen, gerade auch nicht für ältere Menschen mit Rollatoren. Seine Garage habe er in den Jahren, in denen er da wohne, nur zweimal nutzen können, ständig sei diese zugeparkt. Aus den Reihen des Publikums wurde hier lautstark ein Versagen der Justiz konstatiert und darauf hingewiesen, dass es auch schon in Berlin rechtsfreie Räume gäbe; dies würde so auch von der Staatsanwaltschaft kommuniziert. Im Publikum wurden Vergleiche angestellt mit dem New Yorker Problemviertel Bronx.

Zwerchstraße, Blickrichtung Rathausstraße. Aufnahme vom 28. Oktober 2017. Foto: privat

Zwerchstraße, Blickrichtung Rathausstraße. Aufnahme vom 28. Oktober 2017. Foto: privat

Der beunruhigte Bürger stellte weiterhin fest, dass die sich in der Nähe befindliche Gaststätte, die von einem Türken betrieben würde, eine 24-Stunden-Konzession habe und rund um die Uhr geöffnet sei. Trotz seiner häufigen Vorsprachen bei der Stadtverwaltung, um auf die dringlichen Probleme hinzuweisen, so der Bürger, geschehe von amtlicher Seite nichts. Der Informant sieht dort das Problem des Drogenhandels, ständig führen dicke Autos mit zwei Auspuffen vor und Päckchen würden weiter gereicht. Seine Beschwerde über die Untätigkeit der Stadtverwaltung an den Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags sei allerdings nicht behandelt worden, da die Ausschussvorsitzende eine Grüne sei. Auch bei der Bruchsaler Rundschau sei er wegen der von ihm festgestellten unhaltbaren Zustände gewesen, diese frage allerdings vor einer Veröffentlichung erst bei der Stadt nach, ob überhaupt etwas veröffentlicht werden dürfe.

02 Kneipe

Kneipe in der Stadtgrabenstraße. Aufnahme vom 28. Oktober 2017. Foto: privat

In der anschließenden Diskussion zeigten sich die Teilnehmer der Veranstaltung zutiefst besorgt. „Das ist erschreckend!“ empörte sich ein BIB-Mitglied und rief den Anwesenden zu, dass mit zweierlei Maß gemessen werde, was auf die Befehle von oben zurückzuführen sei. Die BIB habe die gleichen Erfahrungen machen müssen. Dies sei die Auswirkung der großen Politik, der Bürger sei dieser völlig ausgeliefert.

Ein Besucher des sog. Arbeitsstammtisches riet seinem Mitbürger aus der Zwerchstraße, er solle sich doch an seinen ebenfalls bei der Veranstaltung anwesenden Gemeinderat Bernd Reißer wenden. Dieser habe als Gemeinderat doch die Aufgabe, ihn als Bürger entsprechend zu vertreten, ihn bei der Stadtverwaltung zu unterstützen und gegebenenfalls im Gemeinderat entsprechend aktiv zu werden.

Garage in der Zwerchstraße, aufgenommen 27. Oktober 2017. Foto: privat

Garage in der Zwerchstraße, Aufnahme vom  27. Oktober 2017. Foto: privat

Zwerchstraße, Blickrichtung Kegelstraße. Aufnahme vom 27. Oktober 2017. Foto: privat

Zwerchstraße, Blickrichtung Kegelstraße. Garagensituation. Aufnahme vom 27. Oktober 2017. Foto: privat

 

Teil 2 folgt: Zuwenig Polizei in Bruchsal, Drogenhandel bei der Stirumschule und beim Bahnhof, die Rolle, die die Oberbürgermeisterin bei all dem spielt.

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3 Responses to Die Zwerchstraße – ein Bruchsaler Problemviertel

  1. Rudolf Veit sagt:

    “Rechts”-freie Räume in Bruchsal – da bin auch dafür.

  2. Viktor Hugo Duerrenmatt sagt:

    “…mittlerweile wohnten dort Obdachlose und Asylbewerber, die per se dorthin nicht passen”

    Obdachlose mit Obdach? Und wohin passen denn Asylbewerber?

    “..ständig führen dicke Autos mit zwei Auspuffen vor und Päckchen würden weiter gereicht.”

    Aaah, DHL liefert aus!

    “Seine Beschwerde…sei allerdings nicht behandelt worden, da die Ausschussvorsitzende eine Grüne sei”

    Kein Kommentar!

    Das ist AfD-Duktus vom “Feinsten”, auch wenn ich gerne einräume, dass dieser abgehängte Stadtbereich in seiner Enge zu einem Problem”viertel” geworden sein könnte.

  3. Brusler sagt:

    Na, Herr Weindel, auf geht’s mit Teil 2 der Reportage! Wir warten gespannt auf weitere Erkenntnisse.
    Und schreiben Sie bitte auch was zum Thema “Mülltonnen auf Gehwegen, Straßen und in verkehrsberuhigten Bereichen – Wann darf ich sie und, wenn überhaupt, wie lange aufstellen?”

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