Zuschussrente vertieft soziale Spaltung | Endlich alle Einkommen heranziehen | Zwangsriestern verschärft Krise
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die aktuelle Debatte um
die von Bundesarbeits- und sozialministerin Ursula von der Leyen
vorgeschlagene Zuschussrente als verlogen kritisiert: "Mit dem geplanten
Riesterzwang wird das Modell die Finanzkrisen-Dynamiken verschärfen. Die
Altersarmut ist kein Naturgesetz, sondern Folge einer fatalen Lohn- und
Sozial-Politik. Der Berliner Rentenmurks muss endlich aufhören", sagte
Jutta Sundermann vom Attac-Koordinierungskreis.
Die jetzt beklagte zunehmende Altersarmut sei von den letzten
Bundesregierungen zu verantworten, die absichtlich auf den Ausbau eines
Niedriglohnsektors setzten und zugleich immer mehr gut und sehr gut
Verdienende aus der Einzahlung in die Altersversorgung entlassen haben.
Dazu Werner Rätz von der bundesweiten Attac-Arbeitsgruppe Soziale
Sicherungssysteme: "Der aktuelle Vorschlag ist der Gipfel: Noch mehr
Menschen werden gezwungen zu riestern, die Großverdiener bleiben außen
vor, und an Lohndumping, Leiharbeit und Co, wird nicht gerüttelt."
Von der Leyen will eine monatliche Riester-Einzahlung von mindestens
fünf Euro zur Voraussetzung für die von ihr propagierte Zuschussrente
machen.
Schon zum Start der Riesterrente vor mehr als zehn Jahren warnte Attac,
die private Altersvorsorge werde die Finanzmärkte weiter gefährlich
aufblähen. "Wie berechtigt unsere Warnungen waren, haben der Chrash 2008
und seine Folgen deutlich gezeigt. Dass Von der Leyen nach diesen
Erfahrungen weiter dieselbe giftige Medizin verordnen will, ist
haarsträubend. Eine solche Politik gefährdet den sozialen Frieden."
Dass es auch anders geht, zeigt nach Ansicht von Attac das Schweizer
Modell der Alters- und Hinterbliebenen-Versorgung AHV, der es gelungen
ist, ein modernes, globalisierungsfestes Modell umzusetzen, bei dem alle
Einkommen in die Beitragsgestaltung einbezogen werden.
Auch auf bruchsal.org:
Veranstaltungen: Aktuelle Termine
-
Samstag, 25. Mai 2013 - 14:00
-
Montag, 27. Mai 2013 - 17:30
-
Donnerstag, 30. Mai 2013 - 17:00
-
Dienstag, 4. Juni 2013 - 17:00 - 21:00
-
Freitag, 14. Juni 2013 - 17:00 - 18:00
Du bist Bruchsaler, wenn...
Günstig Tanken
Beliebte Inhalte
Heute:
Twitter Updates
Wer ist online
Neueste Kommentare
- Recht der Anonymität: Gast oder bezahlter Gastredner?
vor 4 Stunden 4 Minuten - Es besteht Hoffnung...
vor 8 Stunden 3 Minuten - Bei D E M Wetter??
vor 8 Stunden 35 Minuten - Bachverlauf
vor 9 Stunden 29 Minuten - Muss man Schäubele rechtgeben...
vor 9 Stunden 53 Minuten - Oder man...
vor 10 Stunden 1 Minute - Ergänzung zu Tschechien
vor 11 Stunden 21 Minuten - Das sehe ich wie Schäuble,
vor 13 Stunden 39 Minuten - Das hundertjährige Hochwasser
vor 14 Stunden 13 Sekunden - Schläfer auch im Gemeinderat?
vor 16 Stunden 54 Minuten
BRUCHSAL.ORG abonnieren
Benutzeranmeldung
Neue Mitglieder
- Funkfreunde Nor...
- Hartmut Schönherr
- Beobachter
- Comic Contor
- emma





Kommentare
Bravo !
Wenn ein Niedriglöhner tatsächlich die 5 Euro monatlich zahlen würde, und das 35 Jahre lang. Und die Verwaltungskosten würden aus dem Zinsgewinn gedeckt werden können und nicht noch die Einzahlungen auffressen, dann, ja dann könnte sich der Versicherte auf eine Riesterrente von 8,75 Euro freuen, die dann nicht auf die Zuschussrente angerechnet würde.
Ich bin bass erstaunt, dass, obwohl wir seit 20 Jahren leistungsfähige Computer haben, jetzt erst rechnerisch nachgewiesen werden kann, dass man mit einem Bruttoverdienst von kleiner gleich 2500 Euro und 35 Arbeitsjahren mit 67 in die Altersarmut fällt, weil die Rente so niedrig sein wird.
Ich freue mich immer, wenn Journalistern und Politiker mit fetten Einkommen darüber schwadronieren, wie leicht man doch mit 1000 Euro im Monat über die Runden kommt.
Was heute noch teilweise funktioniert, weil viele noch als Ehepaare Rente beziehen, wird es dann happig werden, wenn die Geschiedenen und Singles in die Rente gehen. Da ist im Haushalt dann kein zweites Einkommen vorhanden.
Aber dann haben wir sicher auch so gewiefte Politiker wie Schröder, Westerwelle oder von der Leyen, die erklären, Arbeit zum Hungerlohn sei besser als keine Arbeit, oder die Arbeit würde die Lebenserfüllung sein oder Niedriglohnbeschäftigung wäre der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt.
Wenn die Löhne steigen, würden die Firmen auswandern. Ich hätte gerne gesehen, wie alle Frisöre sich rund um Deutschland angesiedelt hätten und wir führen dann zum Haareschneiden nach Italien oder Tschechien, oder.....
Worin liegt also der Niedriglohn bei Frisören begründet? Wenn man alle Niediglohnbranchen so betrachtet, gibt es keine Rechtfertigung dafür. Und alle Branchen, die überwiegend für den Export arbeiten, haben keine Niedriglöhne (Automobil, Maschinenbau).
Das Rentenproblem wird einfach in die Zukunft verschoben. Niedriglöhne ergeben niedrige Renten. Wann werden die Deutschen das begreifen? Wenn die Armen ärmer und die Reichen immer reicher werden, dann hat die nichts mit Sozialneid zu tun, sondern mit Ungerechtigkeit.
Würden wir in einem christlichen Land leben, ja dann wäre dem schon lange Einhalt geboten. Oh je, jetzt habe ich mich vergalloppiert, es sind die christlichen Kirchen, die auch Hungerlöhne zahlen. Aber dafür versprechen sie wenigstens das Ewige Leben.