Zusatztermin für Dirk Weilers Dokumentarfilm
Auf überaus reges Interesse stieß der Dokumentarfilm von Dirk Weiler über die Zerstörung Bruchsals vor 65 Jahren. So groß war der Andrang im Cineplex, dass man sich kurzum entschloss eine weitere Aufführung um 22 Uhr anzubieten, damit möglichst alle den Streifen sehen konnten. Berichte von Zeitzeugen, die das Inferno unmittelbar erlebten, schaffen in Weilers Werk eine beeindruckende Nähe zu den Geschehnissen am 1. März 1945. Beklemmende Gefühle entstehen ganz ohne Effekthascherei, ein angenehm leiser Film, ehrlich bis zum Abspann, in dem geradezu quälend lange die Namen aller BruchsalerInnen ablaufen, die am 1. März 1945 umkamen.
Ein Anti-Kriegsfilm, der die nicht nur strategische Sinnlosigkeit des Angriffs auf Bruchsal herausarbeitet und mit seiner Forderung nach Frieden den Bogen bis in die Gegenwart spannt. Einzig die Perspektive der Opfer des Naziterrors, Juden, Sinti, Roma, Andersdenkende, die es auch in Bruchsal gab, bleibt im Film unerwähnt. Wenn auch - und dies wird gerade in der Zerstörung Bruchsal klar - letztlich alle Opfer des Nationalsozialismus waren, das verführte oder zumindest schweigende deutsche Volk ebenso wie die zahllosen Verfolgten und Ermordeten, hätte dem Film eine Differenzierung im Sinne unserer historischen Verantwortung gut getan.
Filmemacher Weiler über seinen Film
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