Zusammenleben der Kulturen im Landkreis Karlsruhe

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Ausländische Mitbürger gestalten mit!
Montag, 27. September 2010 - 15:59

Kreis Karlsruhe. Die Bereiche „Migration" und „Integration" sind bei der Landkreisverwaltung nicht erst seit Thilo Sarrazins Bestseller ein Thema. Im Dezernat „Mensch und Gesellschaft" nehmen sie eine zentrale Rolle ein - zu Recht, denn wie dem aktuellen Sozialbericht 2009 des Landkreises zu entnehmen ist, machen Menschen mit Migrationshintergrund, zu denen auch zugewanderte Menschen wie z.B. Spätaussiedler und eingebürgerte Ausländer gehören, 24 % des Bevölkerungsanteil aus.

Vor den Sommerferien hat die Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement eine Qualifizierungsmaßnahme im Bereich „Migration und Integration" bei den Städten und Gemeinden des Landkreises ausgeschrieben. Ziel der Kursreihe ist es, Menschen mit Migrationshintergrund für bürgerschaftliches Engagement zu motivieren. Die Teilnehmer/innen sollen zu Multiplikatoren und Botschafter des Ehrenamtes ausgebildet werden, um in ihrem Lebensumfeld als wertvolle Begleiter für Vereine und öffentliche Institutionen wie z.B. Schulen und Kindergärten zu wirken, insbesondere dann, wenn Probleme bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auftreten.

19 Interessierte, überwiegend Frauen, hatten sich daraufhin gemeldet. Am 20. September war Auftakt für den dreiteiligen Qualifizierungskurs. Das erste Modul „Migration & Integration" gab einen Überblick zum geschichtlichen Hintergrund von Zuwanderung in Deutschland, beleuchtete die rechtlichen Entwicklungen im Ausländergesetz sowie Begrifflichkeiten zu Migration und Integration. Neben der Vermittlung von Fachwissen stand bei dieser ersten Begegnung aber auch das gegenseitige Kennenlernen der Teilnehmer/innen aus zehn Landkreisgemeinden, die aus der Türkei, Peru, Uruguay, Rumänien und Russland kommen. Jürgen Schwarz von der Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement und Hedwig Schubert vom Bereich Sozialplanung Integration des Landratsamtes Karlsruhe gaben über fachliche Informationen hinaus einen Überblick über Projektfördermöglichkeiten und ehrenamtliche Engagementmöglichkeiten im Bereich der Migration und Integration.

In den folgenden beiden Abenden werden Kommunikations- und Moderationstechniken sowie Grundlagen in der Gesprächsführung und des Projektmanagements vermittelt. Daneben werden Einblicke in die Netzwerkarbeit der Familienzentren im Landkreis Karlsruhe gegeben. „Wir wollen die Menschen motivieren, neue Projekte in den Gemeinden anzugehen", sagt Jürgen Schwarz. Es gehe darum, die Menschen anderer Kulturen aktiv zur Gestaltung des öffentlichen Lebens aufzufordern, und um Verständnis zwischen den Kulturen zu werben, was dazu beitrage, Vorurteile gegenüber ausländischen Menschen abzubauen.

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