Zeitreise durch Bruchsal

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Eine nostalgische Erinnerung an Alt-Bruchsal mit schönen Luftaufnahmen
Freitag, 16. April 2010 - 23:26

Zeitreise

Am Freitag, den 16. April veranstaltete die Volkshochschule Bruchsal einen Vortrag "Zeitreise durch Bruchsal". Stadtarchivar Thomas Moos griff tief ins Archiv und brachte bisher nie gesehene Aufnahmen zum Vorschein.

 

Thomas Moos bei seinem Vortrag

Die Auswahl war wirklich phantastisch, besonders die Luftaufnahmen verschafften einen umfassenden Überblick und passten gut zur gegenwärtigen Diskussion um die Innenstadtgestaltung: Man sah nämlich die Entwicklung gleich nach der kriegsbedingten Zerstörung bis jetzt und konnte so sehr schön Vergleiche zwischen gestern und heute herstellen. Aber nicht nur die Luftaufnahmen waren sehr lehrreich und nostalgisch. Zwischendurch zeigte Thomas Moos auch andere historische Photos, teilweise aus der Sammlung Habermeier, aber auch Photos, die mir zum Beispiel nicht bekannt waren. Darunter alte Postkartenansichten vom Belvedere, Schloß, Schwimmbad und wirklich seltene Aufnahmen von Gebäuden, Plätzen und Straßen. Auch Personen kamen nicht zu kurz. So konnten die Anwesenden Zuhörer und Zuschauer zum Beispiel fast alle Stadträte aus den 50er Jahren identifizieren und ich konnte, man glaubt es kaum, auf einem Luftbild Anfang 1962 vom neuen Schwimmbad auf der Liegewiese die damaligen Liegeplätze (Decken) der TSG-Turnerjugend ausmachen! Es lohnt sich also unbedingt, an dieser Zeitreise teilzunehmen. Wegen des großen Interesses für alle, die nicht dabei sein konnten:

 

Veranstaltungshinweis
Aber nun möchte ich Ihnen eine kleine Auswahl der vorgestellten Bilder zeigen:   (Zur Vergrößerung auf das jeweilige Bild klicken)
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Dieses Bild zeigt Bruchsal vor dem Krieg. Am linken Bildrand blickt man in die Kaiserstraße hinein mit der Stadtkirche, die Straße, die sich unten wie ein Bogen dahinzieht, ist die Württemberger Straße.

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Nochmals eine Vorkriegsaufnahme: Im Vordergrund das Postgebäude, rechts schräg gegenüber sieht man einen Teil der Handelsschule, in der rechten Bildhälfte die Synagoge (das große helle Gebäude) und in der Mitte oben die Stadtkirche.

 

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Das wiederaufgebaute Postgebäude. Rechts daneben der Meßplatz. Es findet gerade ein Jahrmarkt statt. Das Karussell und die "Boxautos" sind gut zu sehen. Ende der 50er Jahre. 

 

 

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Das Autohaus VW-Konrad. Im linken Gebäude befindet sich heute der Sport-Bertl.

 

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Diese Aufnahme zeigt den Kändelweg in den 60er Jahren. Von den heutigen Industrieansiedlungen ist noch nichts zu sehen.

 

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Mitte der 50er Jahre: Hier wird gerade das Schloßtheater gebaut. Man beachte den Friedrichsplatz und den Marktplatz.

 

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Das neu fertiggestellte Rathaus. Kaum Verkehr. .

 

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Areal Holzmarkt, Kübelmarkt. Im linken Gebäude befand sich ein Supermarkt, rechts das Gasthaus "Rebstock", in den 60er Jahren.
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Vor dem Krieg befand sich schräg gegenüber dem "Rebstock" das Gasthaus "Einhorn", das Stammlokal der NSDAP. Die Person rechts ist Kreisleiter Epp, einmal nicht in Uniform.

 

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Hinter dem "Einhorn" lag die Psycha. Dieses Bild bot sich bis weit in die 70er Jahre hinein. An der rechten Mauer ist der Schuppen zu erkennen, in dem die Nationalsozialisten über 50 Menschen hinrichteten. An gleicher Stelle steht heute ein Mahnmal im Bürgerpark.

 

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Das ist das ehemalige Vincentiushaus am Friedrichsplatz, rechts davon die Sparkasse, Ende 60er, Anfang 70er Jahre.
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Der Friedrichsplatz vor dem Krieg. Er war das Schulzentrum Bruchsals, befanden sich doch 3 Schulen in der Nähe. Rechts ist die Mädchenschule zu sehen, dahinter befindet sich die Hebelschule, links, nicht im Bild, die Sparkasse. Man beachte die schön gepflegte Anlage. Nach dem Schattenwurf der Schüler scheint Schulbeginn zu sein.

 

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Hierzu brauche ich wohl nichts zu sagen.

 

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Das ist das St. Paulusheim in den 50er Jahren. Damals gab es noch jede Menge Weinberge, die sich bis zur Brauerei Denner und der Andreasstaffel hinzogen und wo der bekannte "Klosterberger" angebaut wurde. Die Adolf-Bieringer-Straße ist überhaupt noch nicht bebaut. Gegenüber dem Paulusheim befanden sich ein Sportplatz und Gärten.

 

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In den 80er Jahren wurden die Weinberge dem Neubau des Ev. Altenzentrums geopfert. Man sieht links das alte Heim, welches dann ebenfalls abgerissen wurde und einem weiteren Block des Ev. Altenzentrums Platz machte.

 

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Das Belvedere um 1938. Man beachte die Bepflanzung an der Böschung!

 

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Das neue Schwimmbad 1961. Da der Platz knapp wird, möchte ich hier die Einzelbildvorstellung beenden, füge aber am Schluß noch eine Diashow hinzu, in welcher Sie noch mehr Bilder sehen können. Es lohnt sich unbedingt, den 2. Vortrag am 3. Mai zu besuchen, hier konnte ich nur einen kleinen Teil der Photos vorstellen. Herr Moos gibt zu jedem Bild fachkundige Erläuterungen. Sehr empfehlenswert!

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)

Kommentare

Tolle Veranstaltung!

Ich kann Ihnen nur zustimmen, Herr Zimmermann. Es war ein sehr interessanter und kurzweiliger Abend. Vor allem die rege Anteilnahme der Anwesenden gab dem Abend eine besondere Note, mit Kommentaren wie: "Da unten steht doch tatsächlich mein VW Variant aus den 60ern", oder "das ist ja mein Schwiegervater".

Und es konnten sogar zeitliche Zuordnungen durch Hinweise der Besucher korrigiert werden, so dass selbst Herr Moos wohl neue Erkenntnisse mitgenommen hat.

PS. Wie gut, dass ich Ihnen den besten Platz "reserviert" hatte, nicht wahr Herr Zimmermann? ;)

Sie waren das...

Sie waren das, Herr Schoner. Aus bruchsal.org kannte ich Sie ja schon - nun auch persönlich. Nochmals vielen Dank für den guten Platz!

Zeitreise durch Bruchsal

das nennt man digitales Zeitalter- gestern Abend saßen wir in einem empfehlenswerten Vortrag von Herrn Moos und heute morgen kann ich Teile der Bilder schon auf You Tube nochmals ansehen und weitergeben. Danke Herr Zimmermann . Ein kleiner Hinweis die Bilder stammen nicht aus der Sammlung Habermeier sondern Habermann. Trotzdem gut gemacht.

Eduard Isenmann

Luftbilder

Luftbild 1972

Wegen der gegenwärtigen Innenstadtsituation möchte ich meinen Bericht "Zeitreise durch Bruchsal" mit einem Photo ergänzen (oben), das ich 1972 aufgenommen habe. Es zeigt sehr deutlich die Parkraumsituation damals:Es gab im Stadtzentrum mehrere hundert Parkplätze, die alle gut belegt waren, wie man sieht. Die Kunden konnten fast bis vor die Geschäfte fahren und hatten einen kurzen Fußweg. Den Einzelhandel wird's gefreut haben, war die Situation für diesen damals weit besser als heute, Bruchsal war sozusagen mit Leben erfüllt. "Tote Hose" gab es nicht. Ein interessantes Detail vor der heutigen Forderung des Einzelhandels nach Kurz-Zeit-Parkplätzen. Aber ehrlich: Das war damals denn doch übertrieben. Draufklicken, um zu vergrößern. Sie können dann jeden einzelnen Parkplatz zählen, in Verbindung mit diesem Photo aus dem Stadtarchiv:

 

Parkplätze 1972

 

 

 

 

 

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