Zeitgeschichten: Archäologische Einblicke in die Stadtgeschichte Bruchsals
Ein klein wenig Werbung musste wohl sein. Mit den Worten, dass die Ausstellungseröffnung in der Schalterhalle der Sparkasse Kraichgau, der „Hochburg des Weltspartages", statt findet, eröffnete der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Kraichgau, Norbert Grießhaber, den Reigen der Festredner. Als besondere Gäste dieses Events begrüßte er neben Bruchsals Oberbürgermeisterin Frau Petzold-Schick noch den Bruchsaler Landtagsabgeordneten Friedhelm Ernst, den ehemaligen Bürgermeister Stark sowie Ex-MdB Klaus Bühler.
Die Oberbürgermeisterin unterstrich in ihrem Grußwort, dass diese Ausstellung sicher Emotionen bei den Bruchsaler Bürgerinnen und Bürgern wecken werde. Sie habe bereits vor dieser Ausstellung festgestellt, dass ein starkes Interesse bei den Bruchsalern an den Ausgrabungen bestand. Oft wurde nach dem Sachstand nachgefragt, manche Bürger hätten „regelrecht mitgefiebert". Bruchsal, eine die Stadt die auf eine über 1000jährige Geschichte zurückblicken könne, sei von den Ausgrabungsergebnissen nicht enttäuscht worden. Die Grabungen hätten die Menschen für die eigene Geschichte begeistert und wieder ein Stück historische Identität gegeben. Die Ausgrabungen gäben den Bruchsaler Bürgern und Bürgerinnen ein neues Stück Zukunftsfähigkeit. Frau Petzold-Schick dankte ausdrücklich den die Grabungen leitenden Behörden für die geleistete Arbeit.
Dr. Claus Wolf, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart sowie Dr. Johannes Wilhelm, Leiter des Referats Denkmalpflege am Regierungspräsidium Karlsruhe, gingen etwas näher auf die Rettungsgrabungen von 2008 bis 2009 ein.
Dr. Wolf bemerkte ebenso wie die Oberbürgermeisterin das immer größer werdende Interesse der Bürger an den Grabungen an einer Stelle, die von außerordentlicher Bedeutung für die Stadtgeschichte sei. Die Tatsache, dass Bruchsals einen Königshof hatte zeige die Wichtigkeit von Bruchsal. Die Ausgrabungen hätten zwar die Forschungen von Arthur Hassler nicht nachweisen können, es sei aber anzunehmen, dass der Königshof im Stadtzentrum anzusiedeln sei. Man könne endgültige Auswertungen stehen momentan noch aus, jedoch werden die Grabungsergebnisse im Rahmen einer Dissertation aufgearbeitet. Dr. Wolf verwies darauf, dass die Stadt Bruchsal einen Großteil der Grabungskosten trug.
Auf die ersten Gespräche im Oktober 2006 machte Dr. Wilhelm aufmerksam. Im Jahre 2007 seien erstmals umfangreiche Sondagen gemacht worden und die Grabungen 2008 bis 2009 förderten so manche Überraschungen zu Tage. Dies sei um so wichtiger, als Bruchsal durch die Zerstörung am 1. März 1945 wesentliche Teile seiner Archive fast vollständig verlor.
In die Ausstellung wurde von Dr. Folke Damminger vom Regierungspräsidium Karlsruhe beim Referat Denkmalpflege sowie von Dr. Jonathan Scheschkewitz, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart eingeführt. Beide waren persönlich an den Ausgrabungen beteiligt.
Dr. Damminger verwies auf die „herkulische Aufgabe" die zu bewältigen war und erläuterte, dass beim Bau der Garage aus denkmalpflegerischen Gründen auf eine Unterkellerung verzichtet wurde. Bei den Ausgrabungen wurden insbesondere die Epochen heraus gearbeitet, die für Bruchsal wichtig sind.
Dr. Scheschkewitz spann den Bogen nochmals zurück zum Bruchsaler Königshof und sagte, dass die bisherigen breiten Spekulationen sich nicht verfestigen ließen. Die Indizien ließen auf das ernüchternde Ergebnis schließen, dass an der Grabungsstelle der Königshof nicht gewesen sei. Der bei den Grabungen freigelegte Keller datiere jedoch aus der Zeit des Königshofes. So liege nahe, dass das Ausgrabungsgebiet als Keimzelle Bruchsals anzusehen sei und der Königshof im Bereich der heutigen Stadtkirche, in jedem Fall aber nördlich der Saalbach anzusiedeln sei.
Öffnungszeiten und mehr Informationen
Auf die Ausstellung selbst sowie die einzelnen Ausstellungsstücke wird bruchsal.org in einem späteren Bericht eingehen.
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