Wort zum Montag

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Sonntag, 25. April 2010 - 18:00
01112010 WzM

Ich bin nicht ganz doof. Dürfen Sie mir glauben - müssen es aber natürlich nicht.

Jedenfalls weiß ich aber, dass es in Bruchsal Menschen gibt, die mich mögen - und andere, die dies - zwischenzeitlich - eher nicht tun.

Eher zu Letzteren gehört wohl jemand, der mich am vergangenen Mittwoch vom Fahrrad runtergerufen und in ein Gespräch verwickelt hat. Im Verlauf dieses Gesprächs haben wir einerseits die Vermutung ebenso klargestellt wie auf Gegenseitigkeit begründet, die weiter oben eine Rolle gespielt hat. Des Mögens, um Missverständnise zu vermeiden.

Wie es uns andererseits dennoch gelungen ist, eine nahezu entspannte Atmosphäre herbeizuführen, ... nun, es ist gelungen. In einem Maße, dass sich mein Gesprächspartner dazu veranlasst sah, mich in das Geheimnis einzuweihen, er habe mit Personen gesprochen, deren Urteil über mich von "Spinner" über "dem g'hert mol ostännig de Frack voll" bis "der g'hert wegsperrt" reicht.

Nun teilen Sie vermutlich meine Einschätzung, dass das Prädikat "Spinner" je nach Urheber einem Ritterschlag gleichkommen kann. Wir gehen also nicht über die Grenze der leichten Unterhaltung hinaus.

Anders indes ist es mit den beiden anderen Empfehlungen. Wo die eine bei wohlwollender Betrachtung ein gleichsam hemdsärmeliges Demokratieverständnis widerspiegelt, dem ich durchaus ein paar in Bruchsal nicht gänzlich unbekannte Gesichter assoziere, von denen man nach meiner Einschätzung getrost davon ausgehen, kann, dass sie ihre Backen bevorzugt in trauter Runde aufblasen, ist die Sache mit dem Wegsperren selbst für mich ein Grund aufzuhorchen.

Wo es nämlich interessant sein könnte, über die Frage zu räsonieren, ob dieses vorgeschlagene "Wegsperren" pönaler oder präventiver Art sein sollte (ich vermute letzteres), bleibt offen, um der Ahndung welchen Verstoßes oder aber der Vorbeugung welcher und wogegen gerichteter Unbotmäßigkeit dies empfohlen wird. Oder sollten wir es gar mit der Idee therapeutischer Verwahrung - einer Art "Schutzhaft" also und dann ja wohl aus Gründen hygienischer Gesunderhaltung von als vernünftig empfundenen Gedankenguts - zu tun haben? Und - wer weiß - vielleicht findet man auch heraus, dass hier die Kette der als angemessen vorgeschlagenen Maßnahmen auf die Dauer nicht beim "Wegsperren" endet?

Daher also die Sonntagsfrage zur Reflexion:

Was sind jemandes Ideen/Ziele wert, welche Argumentationsmöglichkeiten haben sie für sich, wenn deren Verteidigung den Wunsch nach dem "Wegsperren" des Andersdenkenden verlangt?

Vielleicht finden Sie aber auch heraus, dass Sie sich Ihren Sonntag nicht mit dem Ekel verderben möchten, den die Antwort auf diese Frage hervorrufen dürfte.

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