Wir müssen sparen

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koste es, was es wolle
Dienstag, 6. September 2011 - 9:04

Was zu Beginn der Marktwirtschaft noch galt und unsere Altvorderen schon lange wussten: “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, dieses Sprichwort gilt heute nicht mehr. Heute bringt man Schlagworte vom „sich nicht kaputtsparen dürfen“, wenn unsere Wirtschaft nur ein klein wenig lahmt, um im gleichen Atemzug anderen Sparzwänge auf zu erlegen, an denen sie noch tiefer in die Schulden geraten.

Nachdem unsere Alternativlos-Kanzlerin immer mehr Widerstand auch in den eigenen Reihen bekommt, droht sie jetzt immer öfter mit dem Domino-Effekt. Wenn also Griechenland aus der EU austreten würde, dann könnte es sein, dass Portugal, Spanien und vielleicht auch Italien die EU verlassen? Wäre das der Domino-Effekt? Wäre das schlimm? Ich meine nein. Europa muss nicht groß um jeden Preis sein. Europa muss stark sein.

Aus meiner Sicht gibt es nur die Möglichkeit des Austritts. Dann können sich die „Schulden“-Staaten mit Anpassung ihrer Währungen wieder berappeln, anstatt diejenigen Staaten, die sich bislang bemüht, haben ihre Schulden in Grenzen zu halten, weiter zu belasten.

Warum haben wir in den letzten 10 Jahren auf Real-Lohnerhöhungen verzichtet, während andere kräftig zugelangt haben? Sollen wir jetzt dafür noch mal bezahlen?

Wenn Europa nicht ein Europa der Zahler auf der einen Seite und ein Europa der Empfänger auf der anderen Seite werden soll, ist ein Austritt unumgänglich. Denn über kurz oder lang geht auch den Zahlern die Puste aus. Und was dann?

Jetzt wird uns wieder das Menetekel der nächsten Finanzkrise an die Wand gemalt. Wo sind die in der letzten Krise versprochenen Taten geblieben? Wo ist die Börsenumsatzsteuer? Wo sind die Bankmanager an die Kandare genommen worden? Wo sind die Verantwortlichkeiten festgeschrieben worden? Es läuft doch schon alles wieder wie vor der ersten Krise.

Und mir kann keiner mehr erzählen, die politisch Verantwortlichen wüssten, was sie tun. Als einige Wirtschaftler 2008 schon vor dem kommenden Fiasko warnten, wurde bei uns noch die Hochkonjunktur prognostiziert und wie unvorstellbar gut die Wirtschaftslage sei.

Ich behaupte, keiner in der Regierung weiß was wirklich zu tun ist, was Erfolg versprechend ist. Es wird einfach nur noch ausprobiert. Geht es schief, zahlt der „kleine Mann“. Die „Großen“ sind auch während der Krise nur reicher geworden.

Heute gibt man zu, dass die Aufnahme Griechenlands zum damaligen Zeitpunkt ein Fehler war. Heute gibt man zu, dass die Freigabe des Marktes und die Zulassung der „Heuschrecken“ ein Fehler war.

Heute findet man deutsche Gewehre in der Hand von Diktatoren, die vorgestern noch gebauchpinselte Präsidenten waren. Morgen liefern wir Panzer an Despoten, um übermorgen gegen sie zu kämpfen.

Nein, ich gehe nicht mehr wählen – ich wüsste zurzeit nicht „WEN“. Und die Wahlbeteiligungen zeigen, dass es vielen anderen auch so geht.

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Kommentare

In Deutschland muss ein Umdenken stattfinden

@Filou

Falls Sie nicht wissen, was Sie wählen sollen...., wie wär ´s denn mit den Piraten?

Merke: Auch wer nicht wählt, wird regiert! Und wer nicht wählt, ist an den herrschenden Zuständen auch nicht unschuldiger als die Wähler, denn man hätte sie vielleicht per Stimmzettel verhindern können!

Ich gebe zu, ich bin kein Finanzfachmann, mein Gebiet ist das Gesundheitswesen. Aber ich wage eine Meinungsäußerung aus dem Bauch heraus, wenn ich sage, dass wir angesichts des Wettbewerbs um Rohstoffe (auf die wir hier in D als rohstoffarmes Land angewiesen sind) und um den des Weltmarktes gut beraten waren, uns in Europa zu "konsolidieren".

Im Osten haben sich vor anderen mit Indien und China riesige Anbieter auf den Markt gedrängt....., gleichzeitig entsteht genau in diesen Ländern durch wachsenden Wohlstand ein Bedarf an unseren Gütern. Z.B. China: Ohne Wohlstand dort braucht auch keiner einen VW.

Wenn die Kanzlerin sich von Beginn an "Wachstum um jeden Preis" auf die Fahnen schrieb, dann mit Sicherheit deshalb, weil wir sonst als Anbieter hochwertiger, aber auch relativ teurer Ware wirtschaftlich im Nirvana versunken wären.

Übrigens: "Wachstum" im Sinne einer Merkel heißt Wachstum der Exportwirtschaft, des Handelsüberschusses, dem man die Binnenkonjunktur unterordnet, ja geopfert hat bzw. opfern musste. Nur wer keine hohen Löhne zahlen muss, kann halbwegs preisgünstig produzieren. Nur wer reihenweise Persilscheine ausgestellt bekommt, kann günstig kalkulieren und nur wer Subventionen einstreichen kann, bleibt wettbewerbsfähig.

Wenn wir nun nicht nur gegen China und Indien antreten müssten, sondern auch noch gegen europäische Wettbewerber, würden wir insbesondere bei einer starken D-Mark im Wettbewerb vollständig zurückfallen.

Für Rohstoffe, die wir zwangsläufig von Ländern ausserhalb der EU importieren müssen und die vielfach immer knapper und damit teurer werden, kann man dank der EU die Nachfrage bündeln, Rohstoffe vom EU-Partner beziehen wir ohnehin preiswerter als wenn jeder in seinem Land sein eigenes Süppchen kocht, während andere schon Steaks braten.

Natürlich läuft längst nicht alles rund, EU-Politiker entlarven sich durch Dilettantismus, aber einen Weg zurück gibt es nicht mehr.

D würde in der Bedeutungslosigkeit versinken.

... wie wär ´s denn mit den Piraten? Mit dem Personal?

... Natürlich läuft längst nicht alles rund, EU-Politiker entlarven sich durch Dilettantismus, aber einen Weg zurück gibt es nicht mehr. Falsch
Wieso nicht? Deutschland wäre mit seiner starken Wirtschaft keines Falls bedeutungslos. Im Gegenteil. Das ist das eigentliche Problem, dass andere nicht haben.
Und paradox ist, China ist eine wirtchaftliche Weltmacht, bekommt aber von Deutschland jährlich Millionen Euro Entwicklungshilfe. Wie passt das zusammen?

Scherzkeks

"...wie wärs denn nit den Piraten". Ich schmeiß mich weg vor Lachen.
Noch eine Partei, die bei den "Sonstigen" genau so viel nützt, wie "nicht gewählt zu haben".
Wenn in Mecklenburg-Vorpommern SPD und CDU zusammengehen, habe sie gerade mal 30,2% der möglichen Wählerstimmem. Das ist eine hochprozentige Legitimation, das Land zu regieren.
Im Bund regiert die die unbedeutende FDP mit, die heute gerade mal 4% Zustimmung hat und die bei einer Wahlbeteiligung von 60 % gerade mal auf 2,4% der potentiellen Wählerstimmen kommen würde.
Natürlich kann man jetzt sagen, die FDP hatte über 14% der Stimmen bei der letzten Wahl. Richtig, aber warum war das Ergebnis einmalig so hoch? Das sollte sich heute jeder der FDP-Wähler fragen.

Entwicklungshilfe?

@gabe

Deutschland hat eine "starke Wirtschaft", solange es die Rohstoffe, die wir verarbeiten, zu annehmbaren Konditionen einkaufen und zu günstigen Preisen verarbeiten können.

Wenn Sie sich nun vergegenwärtigen, dass wir fast alles zukaufen müssen, weil wir selbst fast nichts haben, dann merken Sie auch, wie abhängig wir z.B. von China sind, das z.B. rund 80% aller derzeit angebotenen sog. Seltener Erden besitzt. Die verlinkte Seite nennt auch einige Verwendungszwecke für diese Erden....., da wird einem schwindlig, wenn man sich ausmalt, wie es bei uns aussähe, wenn uns die Chinesen diese "Erden" abdrehen!

Man wird sich die Chinesen warm halten und sei es durch "Entwicklungshilfe".

Noch so viele und bestens geschulte Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker, "Dichter und Denker" allein helfen uns nichts, wenn wir nichts zu verarbeiten haben. Ein Flächenstaat sind wir ohnehin nicht, deshalb würde mich brennend interessieren, womit Ihrer Meinung nach D sein Geld verdienen würde??

Was meinen Sie mit "bei dem Personal" der Piratenpartei? Waren Sie schon mal an einem unserer Stammtische und haben "uns" kennengelernt? Haben Sie schon mal in einem unserer Foren mitdiskutiert und Ihre Wünsche eingebracht?

Freilich muss man uns nicht mögen, aber Dummköpfe, Schwätzer und Blender finden Sie bei uns nicht!!

@Filou

Freut mich, dass ich Sie erheitern konnte. Eigentlich sind Sie doch zu intelligent, um nicht zu begreifen, dass - wenn jeder so denkt wie Sie - man nie über 2,6% der Wählerstimmen hinauskommt.

Und eigentlich sind Sie derjenige gewesen, der meinte, unter den etablierten Parteien kein kleinstes Übel zu finden, schließen aber auch die nicht Etablierten aus, weil sie nicht etabliert sind.

`tschuldigung, aber das ist eigentlich nicht Ihr Stil. Nicht zu wählen ist Ihr gutes Recht, aber dann sollten Sie sich auch solche Threads sparen, denn dann haben Sie nicht zu meckern.

Die Frage ist doch eine andere,

ist es eigentlich gut, dass wir so viele Parteien haben?
Mein Vorzug wären eigentlich 2 Parteien. Diejenige, die jeweils die meisten Stimmen von den beiden bekommt, regiert. Die andere ist Opposition. Das vermeidet faule Kompromisse, die bei Koalitionen eingegangen werden. Wer etwas verändern will arbeitet in der regierenden oder in der opponierenden Partei mit. Das Volk entscheidet bei den Wahlen, ob es mit der Regierung zufrieden ist oder nicht. Die NPD und andere hätten sich schnell erledigt.
Nehmen wir das Beispiel M-Vorp.: Hat das Wahlvolk Einfluß auf die Koalitionsbildung? Nein. Ob Rot-Rot oder Rot-Schwarz ist doch ins Belieben der SPD gestellt. Nein, man muß nicht mit unserem Wahlmodus zufrieden sein.
Auch wenn "grün" zu sein gerade "in" ist, mir wäre Umweltschutz lieber in der jeweiligen Regierungspartei (welche auch immer das ist) als in der Opposition, weil nur dort etwas durchzusetzen ist.
Und wenn ich schon Umwelt anspreche: wer wirklich für Umweltschutz ist, würde weniger fliegen (manche Minister fliegen und lassen ihr Auto zu Fuß nachkommen), weniger schnell fahren (warum sind wir das einzige europäische Land ohne generelles Tempolimit), weniger Produkte von Nord nach Süd und von Süd nach Nord karren (warum haben wir Gesetze, dass Produkte aus steuerlichen Gründen von a nach b und wieder zurück gefahren werden).
Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als in Deutschland der Aufbau fällig war. Da wurden Güter noch und nöcher gebraucht. Aber so viele Lastwagen wie heute waren nicht auf den Autobahnen zu finden.
Seltsam, damals hat die Wirtschaft geboomt, die Löhne sind gestiegen und die Schulden waren vernachlässigbar.

Ei der Tauss, die Piraten...

... sollten etwas weniger Wahlwerbung veranstalten. Diese Anbiederung kommt nicht gut an, wenigstens bei denen, die hier ab und zu lesen.

Hier tausst nichts!

Ach der Tauss ist längst schon raus

er bleibt uns zwar gewogen

spielt hie und da die fleißge Maus

sonst "tausst" nix, ungelogen!

Ich erlaube mir, uns als Alternative in Erinnerung zu bringen, wenn jemand wie Filou ein Problem damit hat, unter den klassischen Parteien seine Wahl zu treffen.

Vor der LTW 2011...

... war doch unser Täusschen noch bei den Piraten, oder liege ich falsch. Wieso war sein Gastspiel so kurz? War das Parteiprogramm der Piraten zu monoton?

Weise Voraussicht

In weiser Voraussicht hat er, um den Ruf der Partei nicht zu gefährden, nach seiner Verurteilung bereits seinen Austritt aus der Partei erklärt.

Aber erstens geraten wir hier vom Thema ab, zweitens sind das eigentlich olle Kamellen und drittens könnte er selbst seine Entscheidung am besten kommentieren.

"Dem Personal" gibt es also längst nicht mehr bei uns.

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