Wetzlar als Trendsetter
Am 1. Juli 2012 war es in Wetzlar soweit. Zu diesem Termin wurde dort ein neuer Zulassungsbezirk für Autokennzeichen der Stadt Wetzlar eingerichtet. Das „WZ“ für Wetzlar wird das Kennzeichen „LDK“ für Lahn-Dill-Kreis (Dill wie Kresse?) ablösen. Damit erhält die „Goethe- und Optikstadt“ an der Lahn ihr altes Autokennzeichen WZ zurück, das bis 1976 gültig war. Das Nummernschild des ersten Kraftfahrzeuges mit dem neuen Kennzeichen wurde für den Dienstwagen des Oberbürgermeisters bestimmt: "WZ-OB 100".
Der Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar, Wolfram Dette von der FDP, zeigte sich hocherfreut, dass das langjährige Engagement seiner Stadt für ihr eigenes, identitätstiftendes WZ-Kennzeichen nun Früchte getragen habe. Nach seinen Worten könne das Wetzlarer Modell für andere Städte wegweisend sein. „Wetzlar erhält einen Werbeträger, der die Stadt zum Gesprächsthema macht. Ebenso haben die Einwohner die Chance, ihre Verbundenheit mit Wetzlar zu bekunden."
Der Oberbürgermeister wies bei der Entgegennahme seines neuen Autokennzeichens auch daraufhin, dass der, der sein altes Kennzeichen behalten will, dies selbstverständlich tun könne. Neuzulassungen von Bürgern mit Hauptwohnsitz in Wetzlar sowie Firmen erhielten jedoch am 1. Juli 2012 automatisch das WZ-Kennzeichen.
Bereits am 13. März 2012 hatte sich die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Wetzlar mit 31 zu 24 Stimmen bei zwei Enthaltungen für eine Wiedereinführung des traditionellen WZ-Nummernschildes entschieden, das es in der Domstadt und dem umliegenden Landkreis Wetzlar einmal zwischen 1956 und 1976 gab. Die Wiedereinführung des traditionellen Kennzeichens hat die Kommune lediglich ca. 8.000 Euro gekostet.
Die Vorgeschichte: Bereits 2007 hatten die Fraktionen von CDU, FDP und FW einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, die Möglichkeit einer Einführung des WZ-Kennzeichens zu prüfen. Eine Befragung der Hochschule Heilbronn hatte dann im April 2010 ergeben, dass 79 Prozent der Wetzlarer die Wiedereinführung des WZ-Kennzeichens befürworten, worauf sich im November 2010 die Initiative „WZ für WZ“ gründete, die u.a. mit Autoaufklebern „WZ“ und mit einer Unterstützerliste im Internet für die Einführung des Kennzeichens warb. Im September 2011 kündigte das hessische Wirtschaftsministerium an, die Einführung eines eigenen WZ-Kennzeichens zu ermöglichen, woraufhin am 13. März sich die Stadtverordnetenversammlung Wetzlar für die Einrichtung eines eigenen Zulassungsbezirks entschied. Dem stimmte am 7. Mai 2012 der Kreistag zu.

Vorstellung des neuen Autokennzeichens des Dienstwagens unserer Oberbürgermeisterin C. Petzold-Schick. ACHTUNG! Net echt! Fotomontage des Autors!
Vielleicht stünde es unserer Stadtoberhäuptin gar nicht so schlecht an, wenn sie anstatt mit dem so ungekonnt gewollt auf bruslerisch getrimmten Nummernschild KA-BR 1515 mit einem selbstbewussten BR-OB 1, meinetwegen auch BR-OB 100, bei Terminen vorführe.
Es wird aber kommen wie so oft, hier in diesem unserem beschaulichen Städtlein: Niemand an verantwortlicher Stelle wird, anders als in der ehemaligen Reichsstadt Wetzlar, das Potential dieser Marketingmaßnahme erkennen. Es wird weiterhin auf das doch so lahmende Gäulchen „Barockstadt“ oder, noch schlimmer, die unsägliche „Spargelstadt“ gesetzt werden; die "Universitätsstadt" wurde ja bekannterweise bereits dem Mülleimer der Geschichte übereignet. Nicht erkannt werden wird, dass jedes Fahrzeug mit dem Nummernschild „BR“, unweigerlich und vor allem kostenlos die Assoziation „BRuchsal“ weckt.
Aus Wetzlar ein kleiner Filmbericht: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.js...
Sorry, Frau Zeh, fürs Abschneiden :-(
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Kommentare
Nachdem BR
in allen Programmzeitschriften für einen bestimmten Sender steht, würde sich so mancher wundern, seit wann der Bayerische Rundfunk so viele Autos besitzt. Auch bei Google verweist der erste, mit "BR" gefundene Eintrag auf diesen Sender.
Vor Jahren hätte das dolle Kürzel "USB" für Furore sorgen können UniversitätsStadtBruchsal, aber das ist ja leider hinfällig. Die unsägliche SpargelStadt (SS) geht natürlich gar nicht. SB für Stadt Bruchsal geht auch nicht, obwohl Selbstbedienung nicht so verkehrt wäre.
So bleibt wohl nur das ungeliebte "KA", bei dem die Übersetzung "Keine Ahnung" strikt abzulehnen ist.
BR statt KA (s'wert Zeit)
Lebe zur Zeit beruflich bedingt in China und hoffe spaetestens bei Rueckkehr nach Bruchsal das KA (auf dem Auto) in ein BR tauschen zu koennen.
Im Netz gibt es schon die Moeglichkeit BR(uchsal) Wunschkennzeichen im Falle der Wiedereinfuehrung automatisch reserviert zu haben.Wir haben diese Moeglichleit bereits genutzt und hoffen auf Erfolg.