Werbegemeinschaft Bruchsal wird aktiv!
Nicht kalt gelassen hat die Führung der Werbegemeinschaft Bruchsal die Kritik an ihrer inhaltlichen Ausrichtung („Kampf gegen Forst").
Jetzt macht die Werbegemeinschaft mobil - mit einer Kundenbefragung.
Die Kunden sollen jetzt der Werbegemeinschaft sagen, so das Projekt der Initiatoren, wo sie gerne parken möchten. Diese Fragen werden gestellt
- vor Fertigstellung des neuen 320-Plätze-Parkhauses in der Innenstadt,
- vor Eröffnung des SEPA-Einzelhandelszentrums
- angesichts des noch leeren alten Kaufhauses Schneider.
Das Ergebnis soll dann wohl über den Einzelhandelsfachmann Foos im Gemeinderat vorgetragen und in eine Forderung verwandelt werden.
Wo die Kunden parken wollen und wo nicht, das sehen Sie in den folgenden Bildern:
- Parken in der ehemaligen Fußgängerzone „Am alten Schloß"
- Parken in der ehemaligen Fußgängerzone „Kübelmarkt"
- Parken in der Scheinfußgängerzone „Holzmarkt"
- Belegung der Pavillon-Garage (!) am Holzmarkt
- Parken in der Scheinfußgängerzone „Obere Kaiserstraße"
- Parken in der Scheinfußgängerzone „Hoheneggerstraße"
Dann sehen Sie noch, wo die Kunden heute nicht parken wollen:
- „Penny-Parkplatz",
- Leere Tiefgaragen-Parkplätze unterm Bürgerzentrum,
- bei der Volksbank und
- in der Sparkassen-Tiefgarage,
- Parkplatz am Schloss.
Für alle, die es noch nicht wissen: Es gibt absoluten Konsens, dass Bruchsal kein quantitatives Parkplatzproblem hat: Über 2.300 Parkplätze - vor der Eröffnung des großen Parkplatzes an der Prinz-Wilhelm-Strasse - reichen definitiv für das vorhandene Angebot. Es fehlt, auch das ist Konsens, an der Organisation des Parkplatzangebotes, an dessen Vermarktung.
Es ist jedoch vollkommener Nonsens, in einer Situation, wo nur noch Hardliner-Kunden die Innenstadt aufsuchen, nach deren Parkwünschen zu fragen. Die schwache Frequenz in der Innenstadt, das Fehlen von beispielsweise auto-ungestörten Außengastronomieflächen, produziert keine Aufenthaltsdauer der Kundschaft, die über eine oder zwei Besorgungen hinausgeht.
Das Ganze zeigt nur die Unfähigkeit der Werbegemeinschafts-Spitze in eine neue Zukunft zu gehen. Dies ist um so bemerkenswerter, als das finanziell desaströse SEPA-Projekt und der „Umbau" des Rathauses Werbegemeinschafts-Herzenswünsche waren, den die „Politik" erfüllt hat. Nicht einmal die nahende Fertigstellung dieser Projekte scheint in den Köpfen der Werbegemeinschafts-Spitze angekommen zu sein.
Zudem hat es die Werbegemeinschaft geschafft, in der Bruchsaler Innenstadt Anwohnerparkplätze flächendeckend zugunsten von Parkplätzen für Kurzparkerkunden beseitigen zu lassen.Leider schätzen die Kunden dieses neue Angebot nur sehr gering, weil sie lieber umsonst in der Fußgängerzone parken. So ist beispielsweise die Klostergasse weitgehend autofrei; Anwohner dürfen nicht und Kunden wollen nicht dort parken.
Fassen wir zusammen: Die Attraktivität der Bruchsaler Innenstadt - repräsentiert durch die Führung des Bruchsaler Einzelhandels: Leder-Franz, Betten-Mangei,Profi-Foos ist derzeit so gering, dass die umworbenen Kunden nicht einmal 80 Cent für ein Parkticket in den Tiefgaragen locker machen wollen. Ebenso wird ein Parkplatz beim „Penny" zum Halbstundenpreis von 50 Cent verschmäht.
Wir brauchen Frequenz in unserer Innenstadt durch ein attraktives Einzelhandelsangebot, attraktive (Außen-) Gastronomie sowie eine Aufenthaltsqualität für alle Besucher auch an den Plätzen, an denen es weder Handel noch Gastronomie gibt.
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Kommentare
Alles gesagt
Nach Lesen dieses Beitrags, dem ich fast völlig zustimme, recherchierte ich ein wenig im Internet und fand diesen Artikel aus dem Jahre 2000 - ich meine damit ist alles gesagt - es ist sogar noch schlimmer geworden, außer das es genügend Parkplätze gibt und zukünftig auch das neue 320-Plätze SEPA-Parkhaus bestimmt nur hälftig belegt sein wird.
Einkaufen in Bruchsal? Zeitvergeudung!
Bruchsal
tom.112
Name des Mitglieds: tom.112
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Bruchsal
Datum: 25.07.00, geändert am 25.07.00 (460 Lesungen)
Bewertung:
Vorteile: Gute Nahverkehrsanbindung
Nachteile: Schlechte Einkaufsmöglichkeiten, Betonwüste
Bruchsal wird gerne, besonders von der Werbegemeinschaft Bruchsal, als Zentrum dargestellt. Fragt sich nur von was?
Die Stadt hat den Charme eines Autobahnkreuzes. Bruchsal wurde leider noch 1945 durch einen Luftangriff völlig zerstört. Deshalb ist die Bebauung schon sehr einseitig und typisch für den Wiederaufbau. Die Chance, die Fehler, die beim Wiederaufbau begangen wurden, wieder auszugleichen, hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren gründlich in den Sand gesetzt.
Als man die Hauptdurchfahrtsstraße in eine Fußgängerzone umwandelte, hat man auf schmucken Beton zurückgegriffen. Statt die Chance zu nutzen und wie zum Beispiel in Kehl oder Wiesloch eine optisch ansprechende Lösung mit Pflastersteinen, Bäumen oder Brunnen zu finden, hat man die gesamte Fußgängerzone mit mehreren Quadratmetern großen Pflastersteinen aus Beton zugebaut. Auf dem Rathausplatz fühlt man sich wie in einer Betonwüste.
Über diesen furchtbaren Anblick trösten selbst das wirklich schöne Barock-Schloss, das nach dem Krieg originalgetreu wieder aufgebaut wurde, und die teilweise hochkarätigen Kulturveranstaltungen im Bürgerzentrum oder im Schloss nicht hinweg.
Besonders die Veröffentlichungen der Werbegemeinschaft der Bruchsaler Gewerbetreibenden entbehren nicht einer gewissen Komik: von dort werden immer wieder Stimmen laut, dass das Einkaufsangebot von Bruchsal nicht vom Umland genutzt werden würde. Da stellt sich die Frage „welches Angebot"? Einige wenige, völlig überteuerte Geschäfte, die man nicht einmal als Fachgeschäfte bezeichnen kann, oder die Tatsache, dass diese Geschäfte tatsächlich mittags mehrere Stunden geschlossen sind, machen Bruchsal alles andere als attraktiv. Es ist schon fast peinlich, dass manche Läden nachmittags geschlossen bleiben. Das gibt es nicht einmal mehr "auf dem Dorf".
Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass kaum jemand noch nach Bruchsal fährt. Zumal dort die Parksituation wirklich bescheiden und die Kosten da
für sehr hoch sind. Jedoch kann man sich auf die städtischen Vollzugsbeamten verlassen: parkt man mal eine Minute zu lange, hat man gleich ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer.
Betrachtet man vergleichbare Städte im Umland (Wiesloch, Bretten, Ettlingen), dann sieht man recht schnell, dass Bruchsal alles falsch gemacht hat, was man nur falsch machen kann.
So den diese Plätze als
So den diese Plätze als "Kurzzeitparkplätze" genutzt würden, wären bestimmte Dinge noch nachvollziehbar.
Aber nicht mal die Angestellten der jeweiligen "Geschäfte" parken ihre Autos dort, wo sie ihren Kunden nicht im Weg stehen würden. Ich sehe sehr viel Fahrzeuge, die Morgens kommen, abgestellt und erst bei Geschäftsschluss wieder bewegt werden.
Ja, Herr Foos sollte dringend eine "Kundenbefragung" durchführen... aber nicht zum Thema:"Wo möchten sie parken?" sondern zum Thema: "Was treibt sie überhaupt nach Bruchsal? Das X. Brillengeschäft? Der 20. Schuhladen? Was fehlt ihnen an Bedarfsgütern in der Kernstadt?"
Auto oder Bus oder Fahrrad?
Zum Nachdenken für alle Fans von Kurzzeitparkplätzen:
CAR-BUS-BICYCLE