Weit über 2.000 Streikende bei Versicherungen

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Kundgebungen in Karlsruhe und Stuttgart
Mittwoch, 22. Juni 2011 - 14:08

Weit über 2.000 Beschäftigte der Versicherungskonzerne in Baden-Württemberg haben heute ganztägig die Arbeit nieder gelegt. Sie protestieren damit gegen die Forderung der Arbeitgeber, eventuelle Lohnerhöhungen durch Kürzungen von Leistungen im Manteltarif auszugleichen. Auf den beiden Kundgebungen in Karlsruhe am Vormittag und in Stuttgart heute Mittag spricht die ver.di Verhandlungsführerin Beate Mensch zu den Streikenden. Schwerpunkte des ganztägigen Ausstandes sind Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart.

Rosemarie Bolte, ver.di Landesfachbereichsleiterin in Baden-Württemberg, sagte auf der Kundgebung in Karlsruhe: „Das bisherige Angebot der Arbeitgeber liegt deutlich unter der Inflationsrate, die Beschäftigten sollen draufzahlen. Gegen diese dreiste Zumutung haben wir mit dem heutigen Streik ein deutliches Signal gesetzt. Die Kolleginnen und Kollegen erwarten nun endlich einen Verhandlungstermin und ein echtes Angebot, das ihre Arbeit wertschätzt."

Die bisherigen drei Verhandlungsrunden für die 175.000 Beschäftigten der Branche sind am 31. Mai ohne jedes Ergebnis abgebrochen worden. ver.di verlangt eine Anhebung der Gehälter um sechs Prozent, mindestens aber 150 Euro. Zudem braucht die Versicherungswirtschaft mehr Auszubildende und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten.

Die Arbeitgeberseite schlug zuletzt die ungewöhnlich lange Laufzeit eines neuen Tarifvertrages von 33 Monaten vor. Davon sollten sechs Monate ohne Gehaltserhöhung bleiben. Ab Oktober wollten die Arbeitgeber die Gehälter um 2,0 Prozent und im nächsten Jahr um 1,5 Prozent anheben.

Nach wie vor machen die Arbeitgeber einen Gehaltsabschluss abhängig von der Ausweitung befristeter Beschäftigung (bis zu vier Jahre bei sechs Verlängerungsmöglichkeiten) sowie von Niedriglohngruppen. Dies lehnt ver.di als Einführung prekärer Beschäftigung in der Versicherungswirtschaft ab.

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