Was ist los bei Nokia Siemens Networks (NSN) in Bruchsal?

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Montag, 19. Dezember 2011 - 15:42

Wie bereits Anfang vergangener Woche mitgeteilt wurde, verkauft NSN (Nokia Siemens Networks) den Bereich für die Ausrüstung von Breitband-Festnetzen an das US-Unternehmen ADTRAN. In dieser Vereinbarung enthalten sind rund 400 Beschäftigte dieses Bereiches. Wie in einer von NSN und Adtran parallel veröffentlichten Pressemitteilung erklärt wurde, sollen die MitarbeiterInnen des betroffenen Bereichs mit Patenten, Technik und Kundenstamm zu ADTRAN wechseln, außerdem will NSN künftig auch ADTRAN-Lösungen vertreiben.

Ernst Färber, Betriebsratsvorsitzender von NSN Bruchsal, äußert die Sorge, dass durch den Verkauf dieser Sparte an Adtran für NSN in Bruchsal größere Probleme entstehen können als bisher vermutet.

Wie Ernst Färber mitteilt, ist mittlerweile bekannt, dass das Unternehmen weltweit ca. 17.000 Arbeitsplätze abbauen will. Über die Aufteilung auf Länder bzw. auch auf die Standorte gäbe es von NSN bisher keine Aussage, Färber erwartet vor Mitte Januar auch keine Klarheit durch die Geschäftsleitung, was zu erheblichen Unruhen und Sorgen in der Belegschaft führt. Auf Nachfrage sei vor zwei Wochen erklärt worden, dass zu diesen 17.000 Menschen auch noch Ausgliederungen bzw. Verkäufe hinzukommen, also 17.000 + X.

Durch den Betriebsübergang (nach § 613a BGB) des Breitband-Geschäftes von NSN an die amerikanische Firma ADTRAN (Huntsville/Alabama) sollen in Bruchsal laut Firmenaussage 27 Menschen betroffen sein. In diesen 27 Arbeitsplätzen soll jedoch nicht, lt. Betriebsrat Färber, das direkte Fertigungspersonal enthalten sein. Der nicht nach Ungarn verlagerte Rest der Fertigung der in Bruchsal verblieb, etwa 20 % der Teilproduktion, sei nun in Frage gestellt. Nach Aussage eines Firmensprechers sei nicht auszuschließen, dass dieser Rest ebenfalls zu ADTRAN verlagert wird, wenn auch nicht sofort, so doch in absehbarer Zeit.

Ernst Färber weist weiter darauf hin, dass trotz Restrukturierung und Personalabbau der Betrieb Bruchsal wieder unterausgelastet ist. Derzeit verhandele der Betriebsrat mit der Betriebsleitung über die Einführung von Kurzarbeit.

Nach Meinung des Betriebsratsvorsitzenden fehlt in Bruchsal Arbeit für ca. 100 Menschen. Daher werde auch die Forderung des Betriebsrates sein, dauerhaft gemäß „Standortsicherungsvereinbarung“ vom Dezember 2010 entsprechend Arbeit nach Bruchsal zu transferieren. Herbert Merz, Mitglied des Executive Board von NSN stehe nach eigener Aussage – so zugesichert auf dem „Town Hall Meeting“ am 2. Dezember 2011 – zu dieser Vereinbarung.

Betriebsratsvorsitzender Ernst Färber befürchtet, dass die „Standortsicherungsvereinbarung“ - gewollt oder ungewollt - unterlaufen wird.

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Kommentare

Brocken der Riesen

Bekanntlich sind in Bruchsal 27 "Köpfe" BBA/Broadband Access zugeordnet. In Bruchsal geht es also um das Produkt Ipdslam, dessen Teilverlagerung nach Ungarn schon Arbeitsplätze gekostet hat. Nun ist der Rest dran, der an die US Firma Adtran verkauft wurde, Sitz in Alabama. 205 sind in Greifswald betroffen, 33 in München, der Rest verteilt sich auf Berlin und andere Standorte.

Für Bruchsal bedeutet der Verlust des Ipdslam, dass nach der Verlagerung für ca. 100 Mitarbeiter Arbeit fehlen wird. So wurde es auf einer Informationsveranstaltung des Betriebsrats mitgeteilt.

Wie es mit neuer Arbeit für das neu gestaltete "NPI Werk" aussieht, weiß anscheinend weder die Werksleitung noch Herbert Merz persönlich!? Auf weitere solcher froher Botschaften können sich die NSN-Mitarbeiter wahrscheinlich im nächsten Jahr freuen ...

Die Firma Adtran "begnügt" sich auch mit Aufträgen, deren Volumen auch mal "nur" 500.000 Euro beträgt. Nach so was ist sich NSN ja zum Bücken anscheinend zu schade!? Die Bereiche, die NSN als unrentabel abstößt, das sind die Zweige mit denen Adtran Geld macht und was diese am Leben hält. Das heißt, solche kleinen schlauen Firmen picken sich die abfallenden Brocken der Riesen heraus und wachsen sogar noch damit.

NSN kann natürlich mit diesen "geringen" Gewinnen der kleineren Umsätze die Manager und Overhead Flut nicht bezahlen ! Bei Firmen wie Adtran wird es solche Overheads wie bei NSN sicher nicht geben ...

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