Warum Kleckern wenn man Klotzen kann?

DruckversionPer e-Mail versenden
Bruchsal ist steinreich – gelegentlich
Freitag, 11. September 2009 - 2:00

Da biegt der nichts ahnende Zweiradfahrer um die Ecke und dann das:

Eine Splitt-Wüste auf der Buckelpiste. Hirn an Herz: „Klopfen!!! Schneller!!!“
Nach rund 150 Metern Hirn an Hirn: „Gottseidank, das ging gerade noch glatt...“

Streusel satt

 

So erging es dem Autor am 8.September, als er von der Schnabel-Henning-Straße in die Pestalozzistraße einbog. Ein mickriges Schild, 30 km/h, und eine Reihe Halteverbotszeichen. So glänzte die Pestalozzistraße noch wie ein Streuselkuchen am Nachmittag des 9. September und erst am 10. September hatte sich jemand erbarmt und den gröbsten Splitt entfernt. Hätte ich im Suff eine Schaufel Splitt auf die Fahrbahn geworfen wäre mir eine Anzeige wegen „gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr“ sicher gewesen.

Pestalozzistraße als Streußelkuchenallee

Sie können es aber noch besser: Ende August hatte man den Stinkerlekreisel am Ende der Forster Landstraße an der Kläranlage extrem fett mit Splitt gestreuselt. Der durfte zum allgemeinen Vergnügen sicherlich eine Woche lang Adrenalinschübe verursachen. Den Zweiradfahrern. Der besseren Bruchsalerin natürlich nicht, denn die fährt einen allradgetriebenen Kleinlaster mit ABS und ESP, was man ihr angesichts der Brusler Straßenverhältnisse wirklich nicht ankreiden kann. Und der ist für sie unverzichtbar, wenn sie einen Kleineinkauf tätigen will, um ein paar Freundinnen zu verköstigen. Da sind dann schon größere Expeditionen ins fernere Umland angesagt, zumindest, wenn man mal nett einkaufen möchte.

Die normalen Brusler ohne Allrad und ESP haben halt ein größeres Lebensrisiko. Ein schweres Schicksal treibt sie in die Wüste des Konsums, in die Innenstadt oder zu den Discountern am Rand. Standesgemäß kommen sie wie die Beduinen hoch zu Kamel, äh, auf dem Roller oder mit der Treppelhonda, weil es dort, wo sie wohnen, weit und breit nicht mal ein Brötchen fußläufig zu kaufen gibt.

 

Au weia, nun bin ich wegen des Splitts doch noch auf die Schnauze gefallen, so rein mental. Es wäre doch schön für alle, wenn diejenigen, die hier was tun, ein wenig schneller bei der Sache wären: die Straßenflicker mit der Splittbeseitigung und die Straßenplaner mit der Realisierung. Neulich bin ich nach Heidelse gefahren. Mit der Treppelhonda auf dem neuen Radweg. Es war ein Genuss. Ich habe weit mehr als ein Vierteljahrhundert darauf warten dürfen. Doll!

Noch keine Bewertungen vorhanden
Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen