"Das war so nicht geplant"
Allüberall wird derzeit über die Beschneidung von Knaben diskutiert. Spannend wird es zu erfahren, wie die Politik den Spagat schafft, um die Beschneidung in Deutschland wie geplant zu legalisieren - Ein Spagat zwischen Straf- recht und Religionsfreiheit. In dieser fortdauernden Kontroverse rund um die Beschneidung von Knaben betont die deutsch-jüdische Gemeinde, die Beschneidung sei eine uralte religiöse Sitte, deren Spuren über 4000 Jahre zurückreiche. Die Gemeinde stellt fest, der Brauch dürfe nicht für ungesetzlich erklärt werden.
Genau in diese Debatte hinein legt nun die Deutsche Post eine Erinnerungs-briefmarke auf, die den Befürwortern dieser althergebrachten Sitte der Beschneidung den Rücken stärken wird. Bereits in zwei Wochen, am 13. September, gelangt eine Briefmarke im Nennwert von 85 Cent auch an die Bruchsaler Postschalter, die die an Jesus vorgenommene Beschneidung nach dem Lukas-Evangelium beschreibt: “Am achten Tag, als es Zeit war ihn zu beschneiden, wurde er Jesus genannt“ (Lukas 2, Vers 21).Mit dieser Briefmarke wird der 200. Geburtstag der Deutschen Bibelgesellschaft geehrt, eine Stiftung zur Förderung von Bibelstudien.
Von Seiten der Bibelgesellschaft wird betont, dass der Zeitpunkt der Ausgabe dieser Briefmarke „völlig zufällig“ sei und in keinerlei Zusammenhang mit der aktuellen Debatte zum Thema stehe: "das war so nicht geplant."
Zum Thema Beschneidung ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Beschneidung - Wo das Recht seine Grenzen erreicht
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Kommentare
So wäre es doch einfach
"In dieser fortdauernden Kontroverse rund um die Beschneidung von Knaben betont die deutsch-jüdische Gemeinde, die Beschneidung sei eine uralte religiöse Sitte, deren Spuren über 4000 Jahre zurückreiche. Die Gemeinde stellt fest, der Brauch dürfe nicht für ungesetzlich erklärt werden."
Wenn es nur Sitten und Gebräuche sind, dann kann man es jederzeit untersagen. Oder wollen wir alle Sitten und Gebräuche aller bei uns lebenden Menschen akzeptieren?
Solche Zufälle gibt ´s halt
Neulich gab es Aufregung, weil in München an einem Holocaust-Gedenkort mit Schildern auf Gasarbeiten hingewiesen wurde.
"Wir arbeiten am Gasnetz. Projekt Platz der Opfer des Nationalsozialismus."
Nach Protesten wurde das Wort "Gasnetz" in "Versorgungsnetz" umbenannt.
Übrigens gefiele es mir besser, wenn statt dem Wort "Beschneidungsbefürworter" das Wort "Beschneidungstoleranzler" o.ä. gewählt würde.
Meine Gesinnungsgenossen und ich wollen ja niemanden zu etwas überreden, was er nicht will, geschweige denn, zu etwas zwingen.
@Filou
Die Diskussion neu aufzuwärmen bringt nichts. Warten wir ab, welche gesetzliche Grundlage die Gerichte schaffen werden.