Eine Würde verdient man sich, Herr Doll, man holt sie sich nicht ab…
Spätestens nach dem letzten Stadtkabarett muss man davon ausgehen, dass wieder einmal eine Frage auf der Tagesordnung Gemeinderats steht, die schon zumindest mittelfristig als ad acta gelegt angesehen wurde: Die Ehrenbürgerwürde für Bernd Doll. In der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung am 13. Dezember ist das Thema anscheinend auf die Tagesordnung gehievt worden. Ein kleines Weihnachtsgeschenk für den Ex-OB?
Nun kann man sich sicher darüber streiten, ob die politische wie auch persönliche Bilanz eines Bernd Doll über alle Zweifel erhaben erscheint, dass eine überzeugende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger diesem Ansinnen positiv gegenüber stehen könnte. Nach allem, was man an Meinungen in der Stadt so hört, ist dies ganz sicher nicht der Fall. Der Mann hat seinen Job gemacht, für den er gut bezahlt wurde. Ob mehr recht als schlecht oder mehr schlecht als recht, darüber streiten sich die politischen Geister in Bruchsal.
Es gibt nämlich ein breites Unbehagen daran, dass der Mann, der Bruchsal mit großspurigen Projekten wie Geothermie, Bürgerzentrum und International University in den finanziellen Ruin getrieben hat, jetzt dafür auch noch mit der Würde eines Ehrenbürgers ausgestattet werden soll. Angesichts des enormen Rückstaus an Bau-Erhaltung sowohl im Hoch- als auch im Tiefbaubereich der Stadt, werden die Prestige-Projekte, die Doll immer gegen erheblichen Widerstand und Kritik durchgepaukt hat, noch fragwürdiger als sie es ohnehin waren.
Es wäre klug, wenn das politische Lager, das jetzt erneut die Entscheidung pro Ehrenbürger mit Nachdruck betreibt, noch ein paar Jahre warten würde, bis mit etwas mehr Distanz eine Bilanz der politischen Lebensleistung dann vielleicht auch diejenigen mitnehmen würde, die heute einer solchen Ehrung kritisch bis ablehnend gegenüberstehen. Und das sind nicht wenige.
Vollkommen absurd wird das Verfahren aber wenn es stimmt, was man sich in politischen Kreisen hinter vorgehaltener Hand erzählt. Es heißt nämlich, dass Bernd Doll persönlich das Gespräch mit widerspenstigen Gemeinderäten und Fraktionen gesucht habe. Ein Hinterzimmer-Wahlkampf in Sachen seiner eigenen Ehre? Spätestens, wenn sich dieses Gerücht als wahr erweisen sollte, und hierfür gibt es zahlreiche Anhaltspunkte, spätestens dann hat doch das Thema Ehrenbürgerschaft wirklich nichts mehr auf der Tagesordnung des Gemeinderats zu suchen. Allerspätestens dann müssten auch die treuesten CDU-Parteisoldaten und -soldatinnen auf den Gedanken kommen, das Projekt erst einmal auf Eis zu legen. Übrigens: Auch innerhalb der CDU ist das Thema Ehrenbürgerschaft umstritten. Aber nicht nur die CDU-Gemeinderäte sollten sich durch ein solches Vorgehen Dolls massiv unter Druck gesetzt und in ihrer Unabhängigkeit als demokratisch gewählte Gemeinderäte verletzt sehen. Auch die Mitglieder der Fraktionen der SPD, der Freien Wähler, der Grünen und der FDP dürfen einem solchen Treiben nicht tatenlos zusehen.
Erinnern wir uns. Das Thema sollte schon einmal auf die Tagesordnung einer Gemeinderatssitzung. Und zwar auf der letzten Sitzung seiner Amtszeit, die Bernd Doll im öffentlichen Teil noch selbst leitete. In der nichtöffentlichen Sitzung unter Leitung von Ulli Hockenberger sollte dann der Entschluss noch während seiner Amtszeit gefasst werden. Das peinliche Vorhaben wurde damals bekannt und rechtzeitig abgeblasen. Unabhängig von der Frage, ob eine Ehrenbürgerschaft berechtigt ist oder nicht, die Umstände des Verfahrens und die vielseitigen Bedenken in der Stadt gegen eine solche Entscheidung wiegen eigentlich so schwer, dass das Thema schon gar nicht auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung gesetzt werden dürfte.
Es bleibt zu hoffen, dass sich zugunsten des illustren Ex-OB sich nicht doch noch die Mehrheit der Gemeinderatsmitglieder von ihm vereinnahmen lässt, mit einer Begründung die wohl auch die Oberbürgermeisterin schon so geäußert hat: „Irgendwann holt uns das ja sowieso ein und dann besser jetzt, dann haben wir unsere Ruhe.“
Eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Ex-OB Doll wird nicht nur das Ansehen unserer Stadt und der Institution „Ehrenbürger“ beschädigen, sondern auch das Andenken an die Mitbürger, denen diese Würde aufgrund ihrer Verdienste verliehen wurde.
Das Gewürge um die ersehnte Ehre ist allmählich nur noch eines: würdelos.
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Kommentare
Scheint so, als...
ob der Ex-OB seine Ehrenbürgerwürde so durchpeitschen will, wie früher seine mißlungenen Projekte. Wie stark müssen seine Minderwertigkeitskomplexe sein?
Ehre - was ist das?
Zitat: "Eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Ex-OB Doll wird nicht nur das Ansehen unserer Stadt und der Institution „Ehrenbürger“ beschädigen"
Das glaube ich nun nicht. Es war noch nie jemand nur deshalb ehrbar, nur weil ihm eine Ehrung zuteil wurde. Das würde auch gegen die Vielen sprechen, denen nie eine Ehrung zuteil wurde, obwohl sie es verdient hätten.
Niemand wird seine Meinung über einen Menschen ändern, nur weil ihm eine Ehrung zuteil wurde. Also, was soll's? Und so mancher Ehrenbürger hat sich im Nachhinein als unwürdig erwiesen. Manchmal geht das sogar soweit, dass eine Strasse rückbenannt oder umbenannt wird.
Die Art, wie jemand zu einer Ehrung kommt, spricht für sich. Später ist es doch eh egal. Die Zeitgenossen machen sich noch Gedanken darüber, die nachfolgende Generation kaum noch.
Wer regt sich noch darüber auf, dass z.B. ein SA-Mann und Mitglied der NSDAP wie Alfonds Goppel höchste Staatsämter innehatte und höchste Auszeichnungen bekam? Oder ob Heino sein Bambi zurückgibt, weil Bushido ein Reh bekommen hat, wen interessiert das in 10 Jahren noch?
Und eines steht fest: Doll hat es nicht alleine doll getrieben. Mindestens die Hälfte des Stadtrats war mit dabei.
Wo sind die herausragenden Verdienste?
Bei aller politischen und langjährigen Gegnerschaft zum Ex-OB will ich versuchen, das Thema nüchtern zu kommentieren.
Eine Ehrenbürgerwürde ist nicht ein Orden "wider den tierischen Ernst", den ein hochrangiger Politiker, egal wie unlustig er daherkommt, mehr oder weniger notgedrungen und automatisch verliehen bekommt.
Auch das Land Baden-Württemberg hat in den letzten Jahren erfreulicherweise die Bedingungen für diverse Orden wie die Landesverdienstorden und Bundesverdienstkreuze, die man früher beinahe nachgeworfen bekam, deutlich verschärft. Mittlerweile muss man wirklich etwas Außergewöhnliches geleistet haben, und das über viele Jahre, um sich zu qualifizieren. Lediglich bei Politikern werden gerne einmal Ausnahmen gemacht.
Bei Ehrenbürgerwürden wäre der Maßstab dagegen noch deutlich höher anzusetzen, denn diese werden nur in seltenen Ausnahmefällen verliehen.
Und hier liegt die Kernfrage: Hat Doll irgendetwas geleistet, was über seine üblichen Pflichten als OB hinausgeht? Mir wäre das nicht bekannt. Allein die Tatsache, dass er über eine lange Zeit OB war, reicht nicht aus. Dass viele seiner vom Amt her geforderten Entscheidungen in fatalen Fehlentwicklungen endeten, spielt für die Abwägung dagegen eine geringere Rolle.
Selbst wenn Bruchsal unter seiner Führung prosperiert hätte, hätte dies alles noch zu seinen Pflichten gehört, ähnlich wie bei einem Firmenchef, den man dafür bezahlt, dass er die Firma pfleglich betreut und zum Erfolg führt. Ansonsten fliegt er raus. Das ist Doll immerhin erspart geblieben, er durfte in Ruhe in Rente gehen.
Sonstige Verdienste? Wohl kaum. Ehrenamtliches Engagement: nicht dass ich wüsste. Herausragende menschliche Qualitäten? Der Leser bilde sich sein eigenes Urteil.
Schlußstrich der Abwägung: vielleicht war es früher automatisch, nach zwei oder drei Bürgermeisterperioden einen Ehrenbürger zu bekommen, aber nach heutigen Kriterien reicht es nicht mehr. Ein resignierter Automatismus, wie OB Petzold-Schick ihn zeigt, wäre fatal. Auch Bieringers Ehrenbürgerwürde wäre heute möglicherweise anders zu diskutieren.
Zu hinterfragen wäre allerdings, warum die CDU und die früheren Blockflötenparteien so scharf darauf sind. Möchten sie damit ihre eigene Vergangenheit verklären? Eher müsste man diejenigen herausheben, die über Jahrzehnte versucht haben, zum Wohle der Stadt und unter Hintanstellung eigener potentieller "Karrieren" gegen die damaligen Entwicklungen zu steuern. Wie wäre es mit einer Ehrenbürgerwürde für Stadtrat Schmitt? Nach den allgemein anerkannten Kriterien hätte dieser sie weit mehr verdient als Doll. Absurde Vorstellung, ich weiss, aber wenn man es konsequent durchdenkt...
Im Karlsruher Stadtwiki
Im Karlsruher Stadtwiki werden die Verdienste von Doll um Bruchsal so beschrieben:
"In seine Amtszeit fällt unter anderem die (von Vorgänger Bieringer maßgeblich beeinflusste) Neugestaltung der Bruchsaler Innenstadt mit Schaffung einer Fußgängerzone und Wiederbedachung des Bergfrieds, die Gründung der International University in Germany im Jahre 1998 und die Einführung des Bruchsaler Stadtbussystems MAX."
Her mit den Windeln, mir kommen die Tränen
...das gabs doch hier schon längst:
http://www.bruchsal.org/story/wird-bernd-doll-am-kommenden-dienstag-zum-...
Hätte unsereiner so gewirtschaftet wie der Herr D wären wir schon längst inkontinent oder wie nennt man das?
Der Ehrenwürger
Aha, da ist er also wieder: Der Ehrenwürger.
Wer hätte gedacht, dass eine Karikatur nach mehr als zwei Jahren noch aktuell sein kann?
Mit gefangen, (nicht) mit gehangen?
Herr Hassler hat recht, mit der Ehrenbürgerwürde könnte man gerne wenigstens noch einige Jahre warten, um dann eine verlässlichere Bewertung und Replik der Arbeit Bernd Dolls in seiner Gesamtheit zu treffen.
Was die Millionengräber Geothermie, Bürgerzentrum und International University angeht, die hier immer erwähnt werden. Alles tatsächlich nur auf Bernd Dolls Mist gewachsen?
Erinnert sich jemand, wie das Abstimmungsverhalten der Nicht-CDU-Fraktionen im GR damals jeweils war (gibt es da noch GR-Sitzungsprotokolle)?
Wenigstens meine ich mich zu erinnern, dass der Ex-OB beim IU-Projekt eine SEHR breite Zustimmung hatte! Manche sahen in ihm gar einen Visionär...
Sitzungsprotokolle?
Natürlich gibt es die noch - zumindest sollte es sie geben. Die waren ja nicht in Bernd Dolls ( wie man hörte, zuletzt leeren) Aktenschränken aufbewahrt worden.
Ob sie allerdings den Verlauf der Sitzungen tatsächlich wiedergeben - nun ja. Da kann man schon Zweifel haben. Aber sie wurden alle mal vom Gemeinderat genehmigt.
Und - man darf diese Protokolle einsehen. Zumindest die von öffentlichen Sitzungen.
Wenn allerdings etwas in einer nichtöffentlichen Sitzung versteckt wurde - so wie der Ehrenbürgerberatungsgegenstand am kommenden Dienstag - dann hat der mündige Bürger Pech.
Warum nur?
Warum ist dieser Ex-Bürgermeister so hinter der Ehrenbürgerwürde her, die ihm ein Großteil der Bevölkerung gerne eben nicht zusprechen möchte? Nur um die Kosten für ein Grab auf dem Friedhof zu sparen? Oder aus reiner Geltungssucht? Ihr Bruchsaler seid schon ein komisches Völkchen.
nichdeffendlicher ehrebirga: die zweite
Was damals galt......
http://www.bruchsal.org/story/scheidender-ob-muss-auf-ehrenb%C3%BCrgerw%...
Hauptorgan..
.. ist der Gemeinderat schon. Herr der Tagesordnung jedoch der Bürgermeister. Er ist außerdem Herr der Akten und verfügt über einen - nach seinen Vorgaben - funktionierenden Verwaltungsapparat. Sprich: Der Gemeinderat hat es nicht leicht. Was in der Vorlage steht ist die Wahrheit. Was nicht drin steht, ist oft das deutliche Wichtigere. Ferner, offen gesagt, hatte der Alt-OB die Fähigkeit die Wahrheit nach seinem Wollen zu definieren - ohne Wenn und Aber.
So kostete die - zum Beispiel - IU ursprünglich nichts, dann ein bißchen, dann ein bißchen mehr, dann ein bißchen viel, dann waren es die Anderen.
Denner
Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Denner-Affäre? Ist wahrscheinlich schon total vergessen. Lt. Doll war der Dennerkauf angeblich ohne Aufwand für die Stadt. Dann musste die Stadt doch 1,1 Mio. Euro Sanierungskosten berappen. Auch die Sparkasse soll einen Verlust von 800.000 DM erlitten haben – und plötzlich fehlten Grundstücke für Tiefgaragenplätze. Den Aufwand hierfür hat wohl auch die Sparkasse übernommen. Ein Zuschuss an die Diakonie wäre rechtlich erforderlich gewesen in Höhe von 300.000 Euro, der Zuschuss der Stadt soll aber auf 930.000 Euro aufgerundet worden sein. Für die Sanierung der Brauerei-Ruinen wurde auch das Land Baden-Württemberg mit 920.000 Euro in die Pflicht genommen. Vielleicht weiß jemand mehr dazu?
MIt vielen schlechten Beispielen vor Augen....
... gerade auch in Bruchsal ist es eigentlich mein peinlich genau verfolgter Vorsatz, mich nicht selbst zu zitieren.
Aus reinem Spaß daran mache ich heute eine Ausnahme. Ich bin nämlich ganz unversehens auf eine Sache gestoßen, an die ich mich schon gar nicht mehr erinnert habe... - die ich aber nach fast 27 Monaten bei ähnlicher Gelegenheit wohl nochmal genauso würde sagen müssen...
Bleibt aber eine Ausnahme. Versprochen.
Ehrenbürger. Das erinnert mich an das:
http://de.wikipedia.org/wiki/Narzisstische_Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6r...
Diskussion über Verlegung vom Feuerwerhhaus
Ich kann mich erinnern, dass mal ums Feuerwehrhaus diskutiert wurde. Das sollte an den Messplatz was dann aber nicht gemacht wurde weil angeblich Subventionen ausgeblieben sind. Viel Geld ist dann in die Sanierung des alten Feuerwehrhauses investiert worden und die Planungskosten für den neubau es sollen 600.000 DM gewesen sein mußten abgeschreiben werden.
Vergleiche mit not everbody´s darling
Meiner Meinung nach sollte man nüchtern an die Sache herangehen, da es sich um einen Menschen handelt der sicher keine leichte Aufgabe übernommen hat. Denn es bedarf ein hohes Mass an Idealismus und sozialem Engagement für seinen damaligen Job. Irgendjemand hat Herr OB Doll a.D ja auch gewählt. Aus diesem Grund sollte der Gemeinderat prüfen ob seine Verdienste für die Stadt Bruchsal in seiner Dienstzeit mit früheren Würdenträgern vergleichbar sind. Sollte dies der Fall sein, so hat er die Auszeichnung verdient. Sollte dies nicht der Fall sein, so soll die Entscheidung negativ ausfallen. Und eins ist sicher - In seinem Job konnte er nicht "everbody´s darling" sein.
Nachbars Lumpi
Das ist doch eigentlich alles schnurzi-wurzi. Von mir aus können die Nachbars Lumpi zum Ehrenbürger von Bruchsal machen.
Zum Ehrenbürger wird man Kraft seiner Persönlichkeit und seiner Leistung und nicht dadurch, dass irgendwelche Damen und Herren dies in einer nichtöffentlichen Sitzung beschließen.
Den Respekt, den Doll wohl durch diese verliehene Würde einfordert, bekommt er dadurch in der Bevölkerung sicher nicht mehr, den hat er vorher schon verspielt. Aber wenn es seinem Ego hilft ...
Wie wäre es noch zusätzlich mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande? Oder gar das Großkreuz? Gebt ihm diese doch auch noch, dass er endlich aufhört zu raunzen!
Vollkommen richtig - diese
Vollkommen richtig - diese Ehrenbürgerwürde ist doch schon völlig entehrt und nichts mehr wert. Bekommen eh meistens nur die falschen, viele Bruchsaler/innen die ihre Aufgaben erfüllen hätten diese Würde verdient, wenn man die lapidare Aussage der Gemeindeordnung zu Grunde legt.
---
Gemeindeordnung für Baden-Württemberg
(Gemeindeordnung - GemO)
in der Fassung vom 24. Juli 2000
§ 22
Ehrenbürgerrecht
(1) Die Gemeinde kann Personen, die sich besonders verdient gemacht haben, das Ehrenbürgerrecht verleihen.
(2) Das Ehrenbürgerrecht kann wegen unwürdigen Verhaltens entzogen werden.
---
Armer Gemeinderat, der über diese "Bürde" nun entscheiden muss und arme OBin, die jetzt aufeinmal den "langersehnten Hobel" angesetzt hat, allerdings ohne mit diesem wertvollen Werkzeug richtig umgehen zu können. Es ist mal wieder alles so wie immer in Old-Brusl. Das Narrenschiff nimmt Fahrt auf, ein "Frequenzbringer" mehr. Wie sagte Konrad Adenauer so treffend: "Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont."
Ein weiterer kläglicher Versuch der Oberbürgermeisterin...
... und zudem noch ein untauglicher, sich an gewisse Kreise in Bruchsal anzubiedern.
Die lachen nach wie vor, warten auf die nächste Gelegenheit - und die Unterstützer von Frau Petzold-Schick werden verprellt und immer weniger.
Es ist zum...
Bürgerentscheid
Die Bürger über diese Frage entscheiden lassen - das würde spannend! Wenn's nur möglich wäre.
Unterstützer?
Gibt es da noch welche? Anliegen werden liegen gelassen. Versprechen nicht eingehalten. Zum Eröffnen von Sparkassenportalen, Entgegennahme von Scheck's, aufs Foto bei Ehrungen, dafür eignet sie sich doch hervorragend!
Mein Vorschlag
Ehrenbürger sollte werden, wer
als Privatperson der Gemeinde (viel) eigenes Geld spendet, dass davon etwas Dauerhaftes und Wichtiges finanziert werden kann (Schwimmbad, Kindergarten, Jugendarbeit ....), das sonst nicht zu stemmen wäre.
oder wer sich
viele viele Jahre uentgeltlich in seiner Freizeit für das Gemeinwohl einsetzt und dadurch dauerhafte Werte für die Allgemeinheit hinterlässt (Gemeinderäte sind hier ausgenommen. Die leisten ja auch viel in ihrer Freizeit, aber werden hierfür dann durch den Gemeindetag geehrt).
Bürgermeister, die während ihrer Amtszeit Außerordentliches geleistet haben, können zu "Ehrenbürgermeistern" ernannt werden, so wie besonders verdienstvolle Vereinsvorsitzende zu "Ehrenvorsitzenden" ernannt werden.
Wer Ehrenbürger wird, sollten alle BürgerInnen entscheiden können (wäre problemlos z.B. mit einer Landtags- oder Bundestagwahl kombinierbar). Jetzt entscheiden ja nur mehr oder weniger die Duz-Freunde der zur Ehrung anstehenden Person.
Oder die einfache und ungerechte Variante: Jeder der zweimal als Bürgermeister wiedergewählt wurde, wird automatisch zum Ehrenbürger ernannt. Dann ist man die gegenwärtigen Probleme los.
In Kraichtal wurde dieses Jahr ein Ex-Bürgermeister Ehrenbürger - zwanzig Jahre nach seiner Dienstzeit, und er hat sich trotzdem gefreut.
Im anstehenden Fall spricht man ja davon, dass eine Ehrung "angemessen" wäre. Sehr begeistert hört sich das nicht an. Wenn man die Dackel zum Jagen tragen muss, sollte man es lieber ganz bleiben lassen.
Ehrenbürger? Und wo bleiben die Ehrenämter?
Der Herr Doll soll jetzt als Verkäufer bei der Kommunalentwicklung beschäftigt sein. Dafür wird er gut bezahlt, kriegt gute Provision. Noch mehr kann er verdienen mit dem Türöffner "Ehrenbürger".
Von einem, der Ehrenbürger einer Stadt werden will, erwarte ich, dass er auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt seiner Stadt verbunden bleibt. Durch die Übernahme von Ehrenämtern, durch soziales, bürgerschaftliches Engagement. Ohne Bezahlung. Dies tut Doll nicht. Er ist, bis auf einen Werbepresseartikel von Lokalreporter Daniel Streib, der ihn mit Genugtuung durch die Stadt gehen ließ, in der Versenkung verschwunden.
Sogar bei der CDU, die ihn auf den Rathaussessel gehievt hat, lässt er sich nicht oder nur mehr sporadisch sehen - die Partei hat ihre Schuldigkeit getan, sie kann gehen.
Nein, ein Ehrenbürger sollte zumindest (auch) charakterlich untadelig sein.
wie gesagt,
wenn jemand als OB Außerordentliches für die Gemeinde geleistet hat, dann hat er das nicht als Bürger, sondern in seiner Funktion als OB getan. Konsequenterweise kann man ihn dann zum Ehren(ober)bürgermeister, aber nicht zum Ehrenbürger ernennen.
Die Ehrenbürgerwürde sollte jenen vorbehalten sein, die NEBEN ihrem eigentlichen Beruf Außerordentliches und Dauerhaftes für das Gemeinwohl geleistet haben.
Ehrenbürgerdingsbums
Na, ja, warum nicht, dann gibt es dann bald die Bernd-Doll-Bürgermedaille, sollte die Bieringer - Medaille nicht mehr "en vogue" sein. Ein erster Vorschlag, wem diese Medaillle dann gebührt:
Rainer Kaufmann für 20 Jahre aufklärerisches, engagiertes Stadtkabarett "Dolle Zeiten". Passt doch. Ob er sie annehmen wird?
Bruchsal bleibt eine kabarettistische Fundgrube, die Themen gehen nie aus:-)
"Gegendemonstration"
Wir sollten am Dienstag zur Gemeinderatssitzung eine Anti-Ehrenbürger-Verleihungs-Demonstration vor dem bezahlten, aber zum Teil funktionslosen Bürgerzentrum machen - auch ein Erbe. Zumindest in dieser Form.
Werbetour
Sollte es tatsächlich zutreffen, daß Doll auf "Werbetour" in seiner eigenen "Ehrenbürger-Sache" unterwegs ist, und sollte er in der kommenden Gemeindratssitzung denn auch zum "Ehrenbürger" gewählt werden, so hat Bruchsal einen handfesten Skandal, in den auch die neue Oberbürger-
meisterin verwickelt ist (beim Gemeinderat allerdings wundert mich gar nichts mehr).
Wie kann sie denn, zum jetzigen Zeitpunkt, ohne Not, eine entsprechende Verwaltungsvorlage einbringen? Für mich ist das ein Rätsel. Schätzt sie vielleicht die Bruchsaler so ein, daß diese einen "Ehrenbürger Doll" positiv sehen und erhofft sich davon bei der nächsten OB-Wahl einen Bonus?
Ich glaube nicht, daß sich diese Ihre Haltung auszahlen wird, schon gar nicht bei der CDU, und die Zahl ihrer Befürworter wird, allein aufgrund dieses unseligen Aktes, m. E. rapide abbröckeln. Wo bleibt der politische Instinkt?
Ein Plan geht auf!
Welche Rolle spielt die Oberbürgermeisterin bei diesem Ehrenbürger-Mumpitz? Ist sie wirklich von den ehrenbürgerwürdigen Leistungen des Herrn Doll überzeugt? Oder will sie ihre Ruhe haben? Hat sie sich von der Mehrheitsfraktion bequatschen lassen?
Auf jeden Fall wird eine Person beschädigt aus dieser unappetitlichen Herzensangelegenheit heraus kommen: Oberbürgermeisterin Petzold-Schick.
Das war so auch geplant.
Ex-OB und Ex-Mitarbeiter
Frau Oberbürgermeisterin Petzold-Schick sollte auch daran denken - oder hätte daran denken sollen - wie diese von ihr unterzeichnete Vorlage auf die früheren Mitarbeiter dieses ganz besonderen OBs wirkt.
Alte Praxis - neue Praxis?
Wenn man sich die Bruchsaler Ehrenbürger (Kernstadt) anschaut, so gibt es nur wenige, die sich außerhalb Ihres Berufs um die Stadt Bruchsal verdient gemacht haben. Ich sehe da nur den Kaufmann John Bopp und den Fabrikant Albert Obermoser.
Denn, wenn ein Baumeister baut, ein Bürgermeister „regiert“, ein Pfarrer sich sozial engagiert werden doch nur die Anforderungen ihres Berufs erfüllt, mehr oder weniger.
Man sollte alle Bruchsaler entscheiden lassen, welche Voraussetzungen für die Verleihung dieses Titels erfüllt werden müssen. Ganz einfach, Vorschläge für Voraussetzungen sammeln, dann veröffentlichen, mit einen der nächsten Wahlen abstimmen. Bis dahin Aussetzung der Verleihung.
Ergebnis:
Jeder der eine Ehrenbürgerschaft anstrebt (wie H. Doll), weiß was er leisten muss (hätte sollen). „Einfache Bürger“, die sich um das Wohl Stadt und dessen Bürger bemühen, können auch geehrt werden. Indirekt entscheiden dann alle Bruchsaler, ob Herr Doll Ehrenbürger wird.