Von schwarzen Konten und leeren Kassen

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Grundsatzfragen, längst nicht nur Steuerhinterzieher betreffend
C.
Montag, 22. Februar 2010 - 21:41

Einiges Aufsehen scheint offenbar mein kleiner, unbedeutender Kommentar am Rande erregt zu haben, der mittlerweile sogar zum Leitmotiv des "Wortes zum Montag" geadelt wurde. Nun gut, sparen wir uns Rechthabereien und unbedeutende Details und kommen wir zum Kern der Sache: Dem Verhältnis zwischen Staat und Bürger, nicht nur, aber vor allem das Finanzielle betreffend.

Da gilt es zunächst einmal, die angeblich sagenhaften Vermögen jenseits der Landesgrenzen und im Speziellen den Umfang der vermeintlich hinterzogenen Steuern in das rechte Licht zu rücken: Zusatzeinnahmen von 400 Millionen Euro, so ist überall zu lesen, erwartet sich der Fiskus aus Nachzahlungen und Strafzinsen von Steuerflüchtlingen. Für einen Privatmann, und selbst für ein größeres Unternehmen, ist das zweifelsohne viel Geld, aber für den Staat? Halten Sie sich fest: Sollte diese -vermutlich etwas optimistische- Schätzung zutreffen, so könnte man mit den Mehreinnahmen die Ausgaben des Bundes allein (ohne Länder und Kommunen) für ganze 10 Stunden und 41 Minuten decken. Vorausgesetzt es bleibt bei den von Finanzminister Schäuble im Haushalt 2010 angesetzten Ausgaben von 327,7 Milliarden Euro - die Kosten in Höhe von voraussichtlich 5 Milliarden Euro für die "Rettung" des defizitären griechischen Staatssozialismus oder gar die abzusehenden Zuschüsse für die Wackelkandidaten Spanien, Portugal und Italien sind da allerdings noch nicht enthalten.

Selbst wenn man alle Schweizer Konten von Deutschen komplett beschlagnahmen würde (Schätzungen zufolge sollen dort ca. 130 Milliarden Euro angelegt sein), käme der Bund (wieder ohne Länder und Kommunen) davon gerade mal gute 4 Monate über die Runden - finge man morgen früh damit an, wäre das gesamte, über Jahrzehnte zusammengetragene Auslandsvermögen spätestens Mitte Juli restlos aufgezehrt. Allerdings wäre ein solcher Raubzug, denn anders kann man es wahrlich nicht mehr bezeichnen, historisch völlig ohne Beispiel. Wirklich? Nun, nicht ganz: Die argentinische Regierung plünderte 2001 die komplette Altersversorgung von 9,5 Millionen Argentiniern - um den drohenden Staatskonkurs zu vermeiden, wurden die Pensionskassen per Gesetz gezwungen, wertlose Staatsanleihen zu zeichnen. Millionen von Menschen, die nicht schlau genug waren, ihre Ersparnisse im Ausland, also außerhalb der Reichweite des Fiskus anzulegen, droht nun Altersarmut - während der argentinische Staat nach wie vor Schulden um Schulden anhäuft; der vermeintliche Befreiungsschlag entpuppte sich kurzerhand als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein.

Nun drohen in Deutschland zwar vermutlich nicht unmittelbar argentinische Verhältnisse. Nur hatte die in Argentinien noch ein Jahr zuvor auch niemand so richtig erwartet; das Land galt über Jahrzehnte als sicherer Hafen und zählte noch bis in die 60er Jahre hinein zu den reichsten Ländern der Welt. Das änderte sich allerdings recht schnell, nachdem in 1991 mit währungspolitischen Experimenten begonnen wurde. Der damals eingeführte feste Wechselkurs führte zwar zunächst zu scheinbar niedrigen Preisen, jedoch um den Preis eines enormen Handelsbilanzdefizites und damit einhergehend eines Niedergangs der heimischen Wirtschaft, die weder im Inland gegen die künstlich verbilligten Importwaren noch auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig war. Nur 10 Jahre später fiel das auf den damals "modernen" keynesianischen Lehren gegründete Kartenhaus endgültig in sich zusammen: Da der argentinische Staat nicht einmal mehr die fälligen Zinsen aufbringen konnte, fand sich niemand mehr, der Argentinien noch Geld leihen wollte - das Land war pleite und fiel trotz massiver internationaler Hilfe in eine Rezession, von der es sich bis heute nicht richtig erholen konnte. Und die Rentner? Denen erklärte man kurzerhand, die Pensionskassen hätten "schlecht gewirtschaftet", weswegen man sie nun leider verstaatlichen müsse. Es versteht sich von selbst, dass so mancher über diesen Scherz nicht wirklich lachen konnte.

Zurück nach Deutschland: Dem einen oder anderen Leser schwant möglicherweise inzwischen, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee ist, einen Notgroschen abseits der unmittelbaren fiskalischen Zugreifbarkeit aufzubewahren. Denn auch hierzulande kam es des öfteren zur partiellen oder gar kompletten Vernichtung von Sparguthaben, zuletzt 1924 und 1948. Eine legale und sehr empfehlenswerte Möglichkeit dazu ist das Anschaffen von Edelmetallen, vor allem Gold und Silber - sollte es tatsächlich zu einem privaten Goldbesitzverbot kommen, wie es zwischen 1923 und 1975(!) in den USA galt, hat man schließlich immer noch genügend Zeit, die eigene Einstellung bezüglich Steuerehrlichkeit und Überlebenssicherung zu adjustieren. Wer das jetzt ohne Abstufungen und Einschränkungen "asozial" findet, dem sei ins Stammbuch geschrieben, dass es hier mitnichten darum geht, gar keinen Anteil an der Finanzierung des Gemeinwesens zu leisten, nur: Irgendwo muss Schluss sein. Mit dem gleichen Recht, mit dem man verlangen kann, dass jeder, der dazu in der Lage ist, einen zumutbaren Anteil an allgemeinen Aufgaben übernimmt, verbietet sich auch eine übermäßige Inanspruchnahme; die Forderung, der einzelne müsse sich für die Gemeinschaft bedingungslos aufopfern, gehört mit gutem Grund in glücklicherweise längst vergangene, dunkle Zeiten, die wohl niemand bei klarem Verstand zurückhaben will.

Bleibt nur die Frage, wie groß ist dieser zumutbare Anteil, und kann der Staat überhaupt gewährleisten, dass es beim zumutbaren Anteil bleibt? Die Antwort ist, so hart es klingt, eindeutig: Nein, er kann es nicht. Das lehrt sowohl die Geschichte, die eindeutig beweist, dass sich alle (größeren) Staaten zu allen Zeiten als unglaublich schlechte Haushälter erwiesen haben, die früher oder später im Bankrott geendet sind, als auch die graue Theorie: In der sogenannten "Institutionenökonomie", eines Teilbereiches der Volkswirtschaftslehre, gilt es längst als erwiesen, dass ein Staat selbst bei gutem Willen und optimalen Bedingungen überhaupt nicht anders kann, als sein Tätigkeitsfeld fortwährend immer weiter auszuweiten, woraus sich zwangsläufig irgendwann eine nicht mehr behebbare Schieflage der öffentlichen Finanzen ergibt.

Warum dem so ist, lässt sich leicht erklären: Stellen Sie sich einfach ein Unternehmen vor, bei dem die Kunden allein sowohl über Art und Menge der produzierten Güter bestimmen können, als auch über deren Preis. Man braucht nicht viel Phantasie, um zu erkennen, dass bei diesem wenig nachhaltigen Geschäftsmodell immer mehr und teurere Waren zu Preisen sehr nahe bei Null produziert werden müssten, was aber natürlich nicht auf Dauer funktionieren kann. Und tatsächlich sind "wir alle" die Kunden und das Unternehmen der Staat - die Konsequenzen lassen sich an der Jahr für Jahr steigenden Staatsverschuldung ablesen.

Unter diesen Umständen ist es ohne weiteres verständlich, wenn sich immer mehr Menschen nicht allein auf das "Gerechtigkeitsempfinden" von Politik und staatlichen Stellen verlassen mögen. Ein Staat, der sich selbst nicht an die eigenen Gesetze hält, sondern vielmehr das Recht nach Kassenlage dreht und wendet, wird kaum in der Lage sein, dieses ganz offenbar an breiter Front verlorene Vertrauen der Menschen im Land zurückzugewinnen.

Wir haben, platt gesagt, die Wahl zwischen zwei Systemen: Dem Modell Schweiz, das sich durch Vertrauen und Respekt gegenüber dem Bürger als Souverän auszeichnet, und bei dem die Möglichkeit, notfalls auch durch Steuerhinterziehung einer jedes Maß verlierenden Vereinnahmung der privaten Finanzen durch den Staat entgegenzuwirken, als sinnvolles und notwendiges Korrektiv gilt. Und das trotz allem, -oder besser: genau deswegen- zu allgemeinem Wohlstand und soliden Staatsfinanzen führt. Auf der anderen Seite steht das Modell Nordkorea, in dem totale Kontrolle, Entmündigung und ständige Überwachung an Stelle des sozialen Miteinanders tritt. Wer letzteres will, sollte wenigstens vor sich selbst so ehrlich sein, das zuzugeben.

Die Alternative dazu ist, sich nicht auf die gnadenlose Verfolgung vermeintlicher oder tatsächlicher Trittbrettfahrer zu konzentrieren, sondern die wirklich drängenden Probleme anzugehen: Nämlich das selbst für Experten nicht mehr durchschaubare Dickicht an Gesetzen, Verordnungen und Ausnahmeregeln im Steuerrecht, bei dem vor allem Unternehmer und Selbständige auch ohne böse Absicht ständig Gefahr laufen, wider Willen zum "Steuerhinterzieher" zu werden, und vor allem aber die gigantische Verschwendung im öffentlichen Bereich einzudämmen. Alle noch so gut gemeinten Vorschläge zur Verbesserung des Zulaufs werden nichts fruchten, wenn es nicht gelingt, das Loch am Boden des Fasses zu stopfen.

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Kommentare

Loch am Boden des Fasses zu stopfen

Ja und , wie stopfen wir es ????

reinhard spiegler

 

Worauf zahlt man Steuern? Auf

Worauf zahlt man Steuern?

Auf die Zinsen die man bekommt oder auf das Geld, das auf den Bank liegt?

Lieber Herr Spiegler, Ja und

Lieber Herr Spiegler,

Ja und , wie stopfen wir es ????

mit Antworten auf diese Frage könnte man wohl mehr als nur eine Webseite füllen. Hier nur ein kleines Beispiel, gerade zufällig im Web gefunden - Milliardenbetrug mit Emissionshandel:

Europol gab bekannt, dass die EU-Staaten allein in den vergangenen 18 Monaten bei sogenannten Karussellgeschäften um rund 5 Milliarden Euro betrogen worden sind.

Ich denke, der Umfang und vor allem der fragliche Zeitraum (5 Milliarden in 18 Monaten vs. angebliche 400 Mio. in -zig Jahren) spricht für sich. Diese sogenannten Karussellgeschäfte sind ein seit langem bekanntes Problem, das sich mit einer simplen Gesetzesänderung (die obendrein noch Unternehmen massiv von Bürokratie entlasten würde) beheben ließe...

Worauf zahlt man Steuern? Auf

Worauf zahlt man Steuern?

Auf die Zinsen abzüglich der Quellensteuer (die kann man sich anrechnen lassen, wenn man sie bei der Steuererklärung angibt).

Eben! Auf die Zinsen... also

Eben!

Auf die Zinsen... also entfällt der Grund das weshalb man das Geld vor dem Zugriff schützen müsste. Denn die Steuern wären nur auf den Ertrag dieses Geldes fällig.

Man wollte also sein Geld nicht "schützen", sondern den Gewinn daraus.

Löcher stopfen

Nun denn, liebe/r C., beim Nachdenken über eine grundsätzliche Änderung der finanziellen Situation unseres Gemeinwesens sollten wir auch damit beginnen, den ach so anonymen Staat, die Länder, die Gemeinde, den Landkreis beim Namen zu nennen und uns die diese Einrichtungen repräsentierenden Personen vorzustellen.
Das bewirkt in vielen Fällen die blitzartige Kenntnis, dass man von Frau X als Kanzlerin, Herrn Y als Minister oder Landrat (der gerade auf die Einnahmen aus der Jagdsteuer verzichtet hat - sorry, unsachlich...) oder Bürgermeister/in eigentlich überhaupt nicht erwartet, mit derartigen Problemen fertig zu werden - weil man es ihnen eigentlich überhaupt nicht zutraut.
Weil man bei diesem Finazminister M., wäre er Chef einer Bank, seine Ersparnisse nie anlegen oder, wäre er Autohändler oder Finanzberater, weder einen Gebrauchtwagen (Fahrrad...??) oder Wertpapiere kaufen würde.
Warum? Weil man ES ihm eigentlich überhaupt nicht zutraut.
Deshalb.
Also machen wir uns nichts vor - mit dieser politischen Klasse, die selbst oder deren Ziehväter diesen Schlamassel über Jahrzehnte angerichtet haben, werden wir nicht weiterkommen.
Wir dürfen nicht erwarten, dass die aus ihnen gebildeten Haushaltsauschüsse, Sparkommissionen usw. wirklich einschneidenden Änderungen des Finanzgebarens vornehmen und damit bestätigen, dass vieles von dem, das sie jahrelang vertreten haben, unverantwortlich falsch war.
Gemeinderäte, denen man ein neues Haushaltsrecht auch mit der Begründung "verkauft", erst jetzt könne man z. B. die Folgekosten öffentlicher Einrichtungen korrekt darstellen und die dies sogar widerspruchslos schlucken sind entweder in finanziellen Dingen völlig ahnungslos oder sie belügen sich selbst.
Unser Staat verfügt immer noch über ein riesiges Vermögen, unsere Länder und Kommunen über enorme Einnahmen - aber: Das Geld wird zu großen Teilen für die falschen Dinge ausgegeben.
Schauen wir uns nur die überschaubaren Haushaltspläne der Gemeinden und der Landkreise an!
Was wir brauchen, ist eine grundlegende Änderung der Regierungs- und Verwaltungsformen.
Das Regieren und Verwalten eines Landes, einer Kommune muss wieder für unabhängige Fachleute interessant und möglich werden.

Wer mir mit Grundsatzfragen kommt...

soll sehen, was er davon hat (Monty Python, "Die Ritter der Kokosnuss"). Ich will also versuchen, Sie nicht erneut mit "Rechthabereien und unbedeutenden Details" zu langweilen. Auch auf die Südhalbkugel verspreche ich nicht zu Erklärungszwecken auszuweichen.

;-)

Um zunächst im Sinne des besseren Klimas im Rest des Beitrags das Bittere gleich abzuarbeiten:

Ich hätte mich gefreut, wenn Sie - mit dem Blick fürs Wesentliche ja ausgestattet - nicht erneut in die Falle getappt wären, mir auf etwas zu antworten, das ich gar nicht gesagt habe.

Also jetzt zum Zitieren:

Sei es um der Alterssicherung oder sonstiger Zwecke willen habe ich keinerlei Einwände dagegen, dass entsprechend ausgestattete Personen ihr Vermögen anlegen wo immer sie wollen und gönne ihnen von ganzem Herzen, was sie sich davon versprechen. Allerdings betrachte ich es nicht als unabdingbares Tatbestandsmerkmal des "Anlegens im Ausland", dass dies im Inland unversteuert geschehen müsste.

Zweitens:

Wenn ich an anderer Stelle von "abstufungslos" asozial spreche, so hat dies mit dem simplen logischen Befund zu tun, dass das Verhalten, mit dem ich dieses Etikett versehen habe, keine Wesensabstufungen kennt: Regelbruch ist Regelbruch. Darauf haben wir uns mit dem Konzept "allgemeine Gesetze" geeinigt und zugleich darauf, dass dieses Konzept die individuelle Unterscheidung von Regeln, an die ich mich halte von solchen, die dieses nicht verdienen, nicht hinnehmen kann.

Nachdem dieses abgearbeitet ist, nunmehr zum Kuschelteil: Ich verstehe Ihren Beitrag so, dass die Kernaussagen - oder "Alternative" in Ihrem Duktus - im letzten Absatz zu finden sind und diese mit den Begriffen Normenklarheit, Ausgabendisziplin und Mittelverantwortlichkeit zusammemgefasst werden können.

Kuschelteil deswegen, weil ich jeden einzelnen dieser Punkte jederzeit und ohne Vorbehalt unterschreiben werde. Allerdings bin ich mir klar darüber, dass es sich hierbei um Ziele handelt - die noch keinen Weg weisen.

Und an dieser Stelle gelingt Ihnen erneut eine abenteuerliche Volte:

Anstatt nämlich sich mit der Frage zu befassen, mit welchen Mitteln man versuchen könnte, diese Ziele zu erreichen, verweisen Sie darauf, dass es
volkswirtschaftlich "als erwiesen gelte", dass der beklagte Befund nicht nur als nicht änderbar gleichsam gottgegeben sei, sondern das Schicksal auch noch vorsehe, dass dies nur immer schlimmer werden müsse.

Vor diesem Hintergrund entbehrte der Fatalismus des "Ärgerst Du mich, bescheiß' ich Dich" sogar nicht einer gewissen Logik - und sei es nur der Frustration.

Wo also ist der Denkfehler?

Er steckt da, wo im Rahmen eines volkswirtschatlichen Zusammenhangs von gleichsam naturgesetzlicher Zwangsläufigkeit ausgegangen wird, die so nicht besteht.

Zwar stimmt nämlich das Bild des Unternehmens, dessen Kunden Angebot, Preise etc. selbst bestimmen können, dem Grunde nach. Es unterschlägt jedoch den installierten "Geschäftsführer", der um des Fortbestandes des Unternehmens willen dazu installiert ist, zu verhindern, dass die Kunden das Unternehmen ausplündern.

Freilich sollte man, um ein anderes Bild zu bemühen, sich davor hüten, den Bock zum Gärtner zu machen.

Im Rahmen der Ausübung dieses Jobs haben diese Sachwalter nämlich mit der Zeit begriffen, dass es wesentlich einfacher und lohnender ist, die Kunden machen zu lassen, anstatt beim Ernstmachen mit der Aufgabe vom Chef auch noch durch Abwahl abgestraft zu werden.

So hat der Arbeitgeber den "Geschäftsführer" dazu erzogen, nicht seinem eigentlichen Zweck zu dienen, sondern um seiner selbst willen den Kunden gleichsam vorauseilend zu willfahren. Welches eigene Standing sollte auch ein Politikertypus haben, der - beispielhaft - vom plakateklebenden Jungunionisten bis zum Eurokommissar relativ sicher davon ausgehen konnte, stets gut versorgt und außerdem noch öffentlich geachtet von der Politik anstelle von für die Politik zu leben?

Dass hierbei neben sprachlichen Fertigkeiten auch andere sekundäre soft skills tendenziell unausgebildet bleiben darf füglich unterstellt werden.

Ein vielgeschmähter "Professor aus Heidelberg" hat schon vor längerer Zeit unter dem Titel "Das Gesetz der Hydra" beschrieben, wie sich Interessengruppen - darunter nicht zuletzt Profipolitiker - das Gemeinwesen zur Beute gemacht haben und gefordert "Gebt den Bürgern ihren Staat zurück".

Augenscheinlich hat aber hieran und damit an den oben beschriebenen Zielen - fast - niemand wirklich Interesse. Es könnte ja mit persönlichen Einbußen verbunden sein, die zeitnäher und deutlicher spürbar sind als die demgegenüber anonyme Rettung des Ganzen.

Vielleicht finde ich ja doch noch den Einen oder die Andere. Um mit mir das zu tun, was voraussichtlich nicht glücklich macht. Aber mit Sicherheit zufriedener als der von Ihnen beschriebene Weg.

Probieren Sie's mal.

Schlichtheit

Auch auf die Gefahr hin, dass mein Beitrag angesichts der inhaltlichen Tiefe des Beitrages "Von schwarzen Konten und leeren Kassen" als zu schlicht angesehen wird möchte ich mich dennoch äußern:

Es geht doch einfach nur um eines. Es gibt Gesetze. Diese Gesetze haben die von uns gewählten Politiker gemacht. Und diese Gesetze gilt es einzuhalten. Genauso wenig wie man über eine rote Ampel fahren sollte, genauso wenig wie man im Halteverbot halten sollte. Philosophische Exkurse verbieten sich hier. Und wenn wir mit diesen Gesetzen nicht einverstanden sind, dann müssen wir ganz einfach die Politiker wählen, die Gesetze in unserem Sinne machen. Und wenn diese Politiker nicht die Zustimmung der Mehrheit bekommen, dann müssen wir halt weiterhin mit den bestehenden Gesetzen leben. Oder auswandern. Gerne auch nach Argentinien.

Schlichtheit erweitert

Oder man geht den Weg und gründet eine Partei, stellt sich selbst zur Wahl, macht Wahlkampf, ärgert sich mit den Wählern und deren Meinung...

Leider schreckt vor diesem Weg die große Mehrheit der lösungsorientierten Mitbürger zurück. Ich auch.

Und wer ist da "schuldiger" - der es versucht und scheitert, oder derjenige der nur mault?

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