Verkehrsunfallbilanz 2010 für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe
Auf den Straßen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe (ohne die Autobahnen) wurden im vergangenen Jahr von der Polizei 19.304 Verkehrsunfälle registriert. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Steigerung von über 11 Prozent, die spürbar auf die besonderen winterlichen Straßenverhältnisse zu Beginn und zu Ende des Jahres zurückzuführen sind.
Insgesamt 24 Menschen verloren bei den Unfällen ihr Leben. Dies sind vier Verkehrsopfer mehr als 2009, als mit 20 Verkehrstoten ein historischer Tiefstand verzeichnet werden konnte.
Dagegen ist die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden insgesamt rückläufig. So sank deren Zahl von 2.466 auf 2.386, was einem Rückgang von ca. 3,5 Prozent entspricht.
Die Hauptunfallursachen sind nach wie vor überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen sowie zu geringer (Sicherheits)Abstand.
Alkohol war bei 334 Unfällen (1,7 %) mit ursächlich, bei Unfällen mit Personenschaden lag der Anteil deutlich höher (5,5 %).
Zur Bekämpfung der Ursachen setzt das Polizeipräsidium Karlsruhe neben Aufklärung und verkehrspräventiven Maßnahmen auch weiterhin auf eine intensive Verkehrsüberwachung.
Das "Unerlaubte Entfernen vom Unfallort" stellte sich auch 2010 als Massendelikt dar. Hier war ein Anstieg der Gesamtzahlen von 3.892 auf 4.277 zu verzeichnen. Auch im vergangenen Jahr beging damit mehr als jeder fünfte Verursacher eine Unfallflucht. Deutlich über die Hälfte der Unfallfluchten mit Personenschaden konnte aufgeklärt werden.
Schwerpunkte Stadt Karlsruhe:
Unfallbilanz allgemein
Mit deutlich ansteigender Tendenz mussten die Beamten des Polizeipräsidiums auf den Straßen der Stadt Karlsruhe im zurückliegenden Jahr 9.878 Verkehrsunfälle aufnehmen. Dies waren 1.149 (+ 13,2 %) mehr als im Vorjahr. Über die Hälfte der Unfälle waren Bagatellunfälle (5.878). Erklärlich wird der Anstieg bei einer jahreszeitlichen Betrachtung. So haben der lange Winter im Frühjahr 2010 und der frühe Wintereinbruch zum Ende 2010 bei den Unfallzahlen deutliche Spuren hinterlassen.
Dennoch ereigneten sich weniger Unfälle mit Personenschaden und es wurden weniger Personen verletzt. Gegenüber dem Vorjahr ging die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden um 69 (- 6,1 %) zurück. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich erneut, und zwar um 71 (- 5,0 %). Konträr hierzu stieg die Zahl der Schwerverletzten leicht von 195 auf 201 (+ 3,1 %).
Sechs Menschen (Vorjahr 2) verloren im Stadtgebiet durch einen Verkehrsunfall ihr Leben ( 1 x Kraftrad, 2 x Pkw, 2 x Fahrrad, 1 x Fußgänger).
Radfahrer-Unfälle
Der seit 2006 verzeichnete Rückgang bei verunglückten Radfahren im Stadtgebiet Karlsruhe hat sich im Jahr 2010 fortgesetzt. Dennoch war jeder dritte Verunglückte in Karlsruhe ein Radfahrer. Bei insgesamt 498 Unfällen (Vorjahr 557) wurden 425 Radfahrer verletzt (Vorjahr 471). Zwei Radfahrer verunglückten tödlich.
Die Anzahl der Leichtverletzten blieb mit 342 deutlich unter dem Vorjahresniveau (381). Bei schwerverletzten Radfahrern war gegenüber dem Vorjahr (84) ein geringer Rückgang um 1,2 % (83) zu verzeichnen.
Straßenbahnunfälle
Erneut gab es einen deutlichen Rückgang bei der Anzahl der Unfälle mit Straßenbahnen, gleichzeitig aber eine Steigerung bei den Verletzten. Die hohe Anzahl von 126 verletzten Personen (Vorjahr 91) resultiert insbesondere aus den beiden Unfällen im Januar 2010 in der Ettlinger Straße und im Beiertheimer Feld. Allein bei diesen Unfällen wurden 59 Personen verletzt - 52 leicht und sieben schwer.
Die Gesamtzahl der Unfälle mit Straßenbahnbeteiligung ging gegenüber dem Vorjahr um 11,4 % auf 108 Unfälle zurück. Auch bei der Anzahl der Straßenbahnunfälle mit Personenschaden war gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 63 auf 58 (- 7,9 %) feststellbar.
Schwerpunkte Landkreis Karlsruhe:
Unfallbilanz allgemein (mit Unfallfolgen)
Im Landkreis Karlsruhe ist zum wiederholten Male ein Anstieg der Unfallzahlen festzustellen. So wurden im zurückliegenden Jahr 9.426 Verkehrsunfälle polizeilich erfasst. Dies waren 694 mehr als im Vorjahr (+ 7,9 %). Über die Hälfte dieser Unfälle waren Bagatellunfälle (5.130). Wie in der Stadt Karlsruhe resultiert auch im Landkreis die Zunahme der Unfälle hauptsächlich aus dem Anstieg bei den Kleinstunfällen und auch hier sind insbesondere die winterlichen Straßenbedingungen zu Beginn und Ende des Jahres 2010 auffällig.
Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging um 0,9 % auf 1.302 leicht zurück. Die Anzahl der Verletzten stagniert in etwa auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Schwerverletzten verzeichnete einen deutlichen Rückgang um 21,8 Prozent. Auf den Straßen im Landkreis Karlsruhe verloren insgesamt 18 Menschen durch Verkehrsunfälle ihr Leben (Vorjahr 18).
Radfahrer-Unfälle
Die bereits seit 2007 im Landkreis Karlsruhe rückläufigen Zahlen verunglückter Radfahrer gingen ein weiteres Mal zurück. Insgesamt 298 Radfahrunfälle bedeuten gegenüber dem Vorjahr (369) eine Abnahme um 19,2 Prozent. Hierbei wurden 277 Radfahrer verletzt (Vorjahr 318). Ein Radfahrer kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben (Vorjahr drei).
Kinder-Unfälle
Eine erfreuliche Bilanz weist die Statistik der Kinder-Unfälle im Landkreis Karlsruhe auf. Mit 36 verunglückten Kindern weniger als im Vorjahr 2009 war ein deutlicher Rückgang festzustellen (Einzelheiten hierzu können beigefügtem Diagramm entnommen werden).
Junge Fahrer
Sorge bereitet nach wie vor die Altersgruppe der Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Die Unfallbeteiligung war mehr als dreimal so hoch wie es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Fünf (2009: zwei) junge Pkw-Insassen wurden auf den Straßen im Landkreis getötet. Auch wurden deutlich mehr Pkw-Insassen aus dieser Altersgruppe verletzt (2009: 237 / 2010: 277).
Dagegen war im selben Zeitraum bei den Schwerverletzten ein Rückgang von 42 auf 39 (= - 7,1 %) festzustellen (Details siehe Diagramm).
Motorisierte Zweiradfahrer
Die Zahl der Unfälle motorisierter Zweiradfahrer blieb insgesamt auf hohem Niveau. An solchen Unfällen waren im Stadtgebiet zumeist Fahrer kleinerer Zweiräder wie Mofas, Moped, Motorroller und Kleinkrafträder beteiligt. Im Landkreis waren es vorwiegend die Fahrer schwerer Motorräder. Die Zahl der auf den ländlichen Straßen Verunglückten ist seit fünf Jahren mit jährlich etwa 250 gleich hoch geblieben und erreichte mit 6 Getöteten innerhalb dieses Zeitraumes einen neuen Höhepunkt.
Bundesautobahn:
Der Autobahnbereich in der Zuständigkeit des Polizeipräsidiums Karlsruhe erstreckt sich auf der A 5 von der Autobahnanschlussstelle Rastatt-Nord bis zur Tank- und Rastanlage Bruchsal sowie auf der A 8 vom Dreieck Karlsruhe bis zur Anschlussstelle Karlsbad. Hier wurden im zurückliegenden Jahr von der Polizei insgesamt 1.363 Verkehrsunfälle erfasst. Dies waren 68 mehr als im Vorjahr (+ 5,3 %).
Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden erhöhte sich um 8,1 Prozent. Hierbei wurden 22 Menschen mehr verletzt als im Vorjahr (+ 9,7 %). Ein Mensch (2009: drei) verlor durch einen Verkehrsunfall sein Leben.
Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von "Brummis" (Lkw/Züge/SattelKfz) erhöhte sich von 199 im Jahr 2009 auf 225 im Jahr 2010 (+13,0 %). Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (48) stagniert auf Vorjahresniveau.
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