ver.di: Demokratie lebt von streitbarer Auseinandersetzung

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- Walter Sittler und Arbeitgeber-Präsident Hundt sollten gemeinsam den Dialog in der Öffentlichkeit fortsetzen
Mittwoch, 23. November 2011 - 14:03

„Das Recht auf freie Meinungsäußerung muss für alle gelten, sowohl für Dieter Hundt als auch für Walter Sittler“, so ver.di Landesbezirksleiterin Leni Breymaier zu der jüngsten Auseinandersetzung zwischen dem Chef des Arbeitgeberverbandes und dem Schauspieler.

Auf Antrag der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände hat das Landgericht Stuttgart am Montag verfügt, dass ein 40 Sekunden langer Video-Spot mit Walter Sittler nicht weiter verbreitet werden dürfe, da dabei Urheberrechte missachtet seien. Der Sittler-Spot ist eine Antwort auf ein 30 Sekunden langes Video der Arbeitgeber zur Volksabstimmung am 27. November.

Im Spot des Schauspielers wird der Arbeitgeberspot nach Angaben der Autoren eins zu eins und genau mit Quellenangabe wiedergegeben. „Allerdings“, so Leni Breymaier: „Der Schauspieler nimmt sich die Freiheit, den Spot in der Rolle des Kinobesuchers zu kommentieren und aus den gezeigten Bildern eine andere Schlussfolgerung zu ziehen als die Arbeitgeber.“ Dies verletze möglicherweise ein Urheberrecht von Herrn Hundt, allerdings müsse ein streitbarer Dialog über das umstrittene Projekt möglich sein, sofern dem Gegner nicht falsche Argumente untergeschoben würden.

Leni Breymaier appelliert an den Arbeitgeber-Chef, den Antrag im Sinne des demokratischen Dialogs zurückzuziehen. Damit würde er auch der demokratischen Kultur in unserem Lande einen Dienst erweisen.

Die Gewerkschaft ver.di tritt für die Meinungsfreiheit aller ein, auch wenn sie deren Meinung nicht teilt. ver.di vertritt unter anderem auch die Interessen von Medienschaffenden, Künstlern und Schauspielern. So wesentlich es deshalb sei, alle Urheberrechte zu schützen, so wesentlich sei es ebenso, die Demokratie zu entwickeln und die Kunstfreiheit zu fördern.

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Kommentare

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Das Urheberrecht wird immer öfter für Zensur oder gar für die unbeabsichtigte Unterdrückung von Informationen verwendet.

Siehe:

http://ai-ger.blogspot.com/2009/08/westliches-urheberrecht-hilft.html

Im grunde muss das Urheberrecht so reformiert werden das die nicht kommerzielle Nutzung in jedem Fall gestattet ist so das unter dem Vorwand irgendwelcher Rechte keine Informationen mehr zurück gehalten werden können.

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