Urteil gegen Jörg Tauss rechtskräftig
Nr. 165/2010
Urteil gegen ehemaligen Bundestagsabgeordneten wegen Sichverschaffens kinderpornographischer Schriften rechtskräftig
Das Landgericht Karlsruhe hat den Angeklagten unter anderem wegen des Sichverschaffens kinder- und jugendpornographischer Schriften in 95 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Nach den Feststellungen des Landgerichts hatte der Angeklagte, der im Tatzeitraum Mitglied des Deutschen Bundestages war, Kontakt zu mehreren Personen aus der Kinderpornographieszene, an die er mittels seines Mobiltelefons Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornograhischen Inhalten versandte und von denen er solche Dateien auch per Mobiltelefon erhielt. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung konnten zudem weitere Bild- und Videodateien sowie drei DVDs mit kinder- und jugendpornographischen Inhalten, die der Angeklagte in der Innentasche eines in seinem Schrank hängenden Jacketts bzw. in der hinteren Reihe eines zweireihig bestückten Bücherregals aufbewahrt hatte, sichergestellt werden. Der Einlassung des Angeklagten, er habe die Taten in Ausübung seines Bundestagsmandats begangen, um eigene Erkenntnisse über die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet zu gewinnen, ist das Landgericht nicht gefolgt. Der Angeklagte hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Sein auf die allgemeine Sachrüge gestütztes Rechtsmittel hat der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs auf einen entsprechenden Antrag des Generalbundesanwalts als offensichtlich unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO). Das Urteil ist damit rechtskräftig.
Beschluss vom 24. August 2010 - 1 StR 414/10
Landgericht Karlsruhe - 2 KLs 310 Js 323/09 - Urteil vom 28. Mai 2010
Karlsruhe, den 31. August 2010
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Kommentare
Revision offensichtlich unbegründet
All die verzweifelten Versuche Tauss' und seiner Anhängerschaft, ihn vom Vorwurf der Pädophilie zu entlasten, haben nichts gefruchtet. Ich habe immer gesagt, Tauss ist erst entlastet, wenn ein Gericht expressis verbis feststellt, daß bei ihm keinerlei pädophile Veranlagungen vorliegen oder wenn ihm bestätigt wird, daß er aus dienstlichem Interesse gehandelt hat und daß er das durfte. Beides ist nicht geschehen. Somit wird ihm nun der Ruch der Pädophilie ein Leben lang anhaften - vielleicht eine schlimmere Strafe als die vom Gericht auferlegte.