Urlaubszeit - Organentnahme im Ausland auch bei Deutschen

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ACHTUNG: Vielfach gilt die Widerspruchslösung
Freitag, 11. Mai 2012 - 12:08

Wer verreist, sollte daran denken, dass in einigen Ländern die sog. "Widerspruchslösung" bzgl. Organentnahmen gilt, auch wenn man deutsche(r) Staatsbürger(in) ist, der/die im Ausland stirbt.
Habe ich nicht per auffindbarer(!!) Erklärung einer Organentnahme explizit widersprochen, können mir in solchen Ländern unabhängig von Staat- oder Religionszugehörigkeit Organe entnommen werden.

Zu diesen Ländern gehören (in Europa) u.a. Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn, Kroatien,, Frankreich, Schweden, Bulgarien...

Wenn Ihr nun ganz und gar dagegen seid, dass man Euch Organe entnimmt, könnt Ihr HIER oder HIER Widerspruchsformulare in der jeweiligen Landessprache herunterladen und ausfüllen.

Diese solltet Ihr tunlichst bei Ihren Personalpapieren mitführen.

ACHTUNG: Österreich und Italien haben spezielle Lösungen. Dort müssen Widerspruchserklärungen nämlich an Behörden gesandt werden, wo dann der Widerspruch amtlich dokumentiert wird. Das sollte natürlich rechtzeitig vor Reiseantritt geschehen, denn die Bearbeitung dauert ja auch einige Zeit.

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Kommentare

Organentnahme nach Tod nicht möglich

Seit die Schulmedizin die Organtransplantation in ihr Programm aufgenommen hat, ist also der Todeszeitpunkt juristisch zeitlich vorverlegt word
und wird seitdem auch immer weiter vorverlegt, um dem „Toten“ – in Wirklichkeit einem Sterbenden – lebendfrische Organe, wie z. B. das noch
dahin schlagende Herz oder andere bis dahin voll durchblutete Organe, wie Niere, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Augen etc. entnehm
zu können. Denn nach dem deutschen Transplantationsgesetz (TPG) dürfen lebenswichtige Organe nur von Toten entnommen werden. Im
Interesse der Organtransplantation hat sich die Definition des „Hirntodes“ als Todeszeitpunkt des Menschen nahezu weltweit durchgesetzt.
Wer das nicht für bare Münze hält, sollte sich den gesamten Artikel einmal durchlesen:
http://www.johannes-holey.de/cms/index.php?option=com_content&view=artic...

Das ist ja grauenhaft...

http://www.johannes-holey.de/cms/index.php?option=com_content&view=artic...

Instinktiv habe ich mir das, was in dem Artikel steht, durch Nachdenken selbst schon vergegenwärtigt, weshalb ich auch nie einer Organspende zustimmen werde, schon deshalb auch nicht, um diese unethische Geschäftemacherei nicht auch noch zu fördern. Man muß sich für diese Ärzte schämen, die noch lebende Menschen ohne Narkose ausschlachten wie ein Schwein...

Organ"spende"?

Vieles von dem, was im von "gabe" verlinkten Blog steht, stimmt mit meinen eigenen Recherchen überein. Ich habe somit keinen Zweifel, dass vieles von dem, was da steht, auch zutrifft.

Aber WENN es zutrifft, stellt sich die Frage, warum man dann bei der Lebendspende (ich hatte dazu bereits etwas geschrieben) eine so extreme Eingrenzung bzgl. der möglichen Empfänger vorschreibt,

Und es stellt sich darüber hinaus die Frage, ob eigentlich gewährleistet ist, dass entgegen der Willensbekundung Sterbender bzw. deren Angehöriger nicht trotzdem (einzelne) Organe/Gewebe entnommen werden.

Mit meinem Artikel wollte ich keine Diskussion zum Für und Wider die Organspende lostreten.

Das soll jeder mit sich selbst und seinem Gewissen abmachen. Aber die allermeisten Leute wissen eben nicht, was ihnen und den Angehörigen im Ausland blühen kann, mal ganz abgesehen davon, dass man in einigen Ländern nicht so zimperlich mit den "Toten" umgeht wie bei uns.

Eine Sache möchte ich auch noch einmal hervorheben, da sie allzu leicht übersehen wird: Wenn man der Organentnahme widersprechen möchte, bitte darauf achten, dass man diesen Widerspruch auch findet! Wenn jemand als potentieller Spender in Frage kommt, wird man nicht viel Aufheben machen und Zeit verschwenden, nach irgendwelchen Unterlagen zu suchen oder Verwandte ausfindig zu machen, denn die Organe können nur "frisch" explantiert werden.

Lasst euch nicht ...

... von einem Berufslügner ins Bockshorn jagen: http://esowatch.com/ge/index.php?title=Johannes_Holey

Ein bischen mehr Sachlichkeit bitte!

Danke ...

... Bruno, für den Link - die Stimme der Vernunft.

Eigentlich würde es ja aber schon reichen, die Website des Herrn selbst anzuschauen - mir jedenfalls.

Wenn ich solche Sätze lese: "...die sonnige kanarische Insel La Palma. Sie verbindet mich mit den Energien des gewaltigen Reiches Atlantis genauso wie mit den Energien eines heutigen Sternentors. Sie lässt mich aber auch die Schönheit unserer Erdmutter erleben, ..."

- 'tschuldigung, man mag mich engstirnig oder sonstwas nennen - aber dann habe ich keine Fragen mehr.

Noch besser dies: "Bei diesem Wende-Prozess haben wir jedoch noch andere Helfer. Auch sie sind unsichtbar, jedoch nicht geheim, sondern nur totgeschwiegen. Ich nenne die einen Raumgeschwister und sie wirken aus gigantischen ‚Lichtschiffen’ innerhalb unseres Sonnensystems (mehrere 100 unvorstellbar hochentwickelte Zivilisationen anderer Planeten – in der ‚Mission des Dienens’).
Die andere unsichtbare Helferwelt sind unsere Geistgeschwister aus der hochfrequenten Lichtwelt, die wir von alters her Jenseits oder Himmel nennen (Aufgestiegene Meister, Engel und Erzengel und die ganze christliche ‚Chefetage’).
Zu beidem bringe ich hier ein Beispiel aus dem Buch »Aquaria – die Göttin kehrt zurück« von Brigitte Jost. Darin kommuniziert Brigitte mit mehreren Wesenheiten, darunter auch Eklaar, ein hoher Eingeweihter aus der ätherischen Sphäre des Mars’, der sich derzeit auf einem Lichtschiff im Orbit befindet. Mit ihm dehnt sich der Dialog über den möglichen 3. Weltkrieg über 20 Seiten des Buches (im Jahr 2006) aus und ist für unsere momentane Weltsituation auf großartige und erkenntnisreiche Weise toppaktuell geworden."

Endloses Geschwurbel.
Noch irgendwelche Unklarheiten?

Zum Thema Organspende mag man stehen, wie man will (ich habe keinerlei Probleme damit). Aber ob man Argumente, die dieser Mensch anführt, ernst nehmen mag, sollte man sich gut überlegen.

Keine Esoterik

Man mag von diesem Menschen halten was man mag, aber die Dinge, die er zur Organentnahme beschreibt, treffen ja weitgehend zu.

Tatsächlich gibt es diese Unsicherheit bzgl. des Todeseintritts (Frauen können noch entbunden werden), tatsächlich wird der Mensch regelrecht geschlachtet, da ja der Kreislauf maschinell am Laufen gehalten wird, tatsächlich gibt es die Persönlichkeitsveränderungen nach Transplantationen (so berichtete ein transplantierter Heidelberger nach einer Lebertransplantation in einer Talkshow im TV, dass er plötzlich Bitterschokolade mochte), tatsächlich ist die Vergabe der vorhandenen Organe und Gewebe intransparent bis zwielichtig und dass mit einem hypothetischen ausreichenden Vorrat an Tranplantaten auch die Nachfrage steigt, da schneller transplantiert würde0, ist ebenfalls leicht nachvollziehbar.

Dass man z.B. in der Schweiz den "Toten" vor der Entnahme Schmerzmittel und Relaxanthien verabreicht trifft ebenfalls zu. Wozu das, wenn der Tod doch so zuverlässig definiert und diagnostiziert wurde?

Gut, ob es sowas wie ein "Bauchhirn" gibt, weiß ich nicht, aber das ist auch nicht die wesentlichste Aussage. Und ob es stimmt, dass der Papst seine Organspendebereitschaft widerrufen hat, weiß ich auch nicht.

Das macht das Blog aber nicht weniger glaubwürdig. Ich kann nur noch einmal bestätigen, dass sich das meiste, was Holey schreibt, durch andere (und weniger esoterische) Quellen belegen lässt.

Zwei Seiten einer Medaille

Es scheint tatsächlich manches nicht transparent zu sein, was die Zuteilung bei Organspenden betrifft. Es wundert immer wieder, wie schnell Prominente ein neues Herz oder eine neue Lunge haben (Kaiser). Dass der Pabst angeblich seine Spendenbereitschaft zurückgenommen hat, liegt wohl mehr im Bereich der Märchen, oder hätte jemand geglaubt, dass man derart verbrauchte (weil gealterte) Organe noch für irgendetwas verwenden hätte können?

Die unterschiedliche Regelung in Europa zeigt, dass sich Europa in keinem Vorgehen einig ist.

In der Medizin gilt zurzeit, es wird gemacht, was machbar ist und was profitabel ist. Organtransplantationen, überteuerte und teilweise unwirksame Krebsmedikamente belasten die Sozialkassen ebenso, wie zu viele Gelenk- oder Wirbelsäulenoperationen. Allerdings ändern sich die Ansichten des Menschen oft radikal, wenn er selbst betroffen ist.

Wer auf eine Organspende angewiesen ist, freut sich natürlich über viele Implantationen, weil sie die Sicherheit des Erfolges durch Erfahrung und Routine erhöhen. Man denke nur an die erste Herzverpflanzung durch Barnard 1967. Damals überlebte der Patient gerade mal 18 Tage. Heute ist das eine Routineoperation mit geringen Abstoßungsreaktionen bei einer ausgefeilten Medikation.

Natürlich birgt die Organentnahme auch Gefahren, wie 1979 der Film "Fleisch" von Rainer Erler eindringlich gezeigt hat.

Es steht aber jedem frei, sich gegen eine Organentnahme mit Widerspruchserklärungen und amtlichen Bescheinigungen zu wehren.

Ich glaube manchmal, die vorhandenen Lösungen (Gesetzgebung) entspringen aus dem Wunsch der verantwortlichen Politiker (Parlamentarier) im Ernstfall weiterleben zu können (als Prominente(r) hat man……....).

Allerdings, niemand, der einer Organentnahme widerspricht, sollte ein Ersatzorgan eingepflanzt bekommen. Das wäre aus meiner Sicht nur konsequent.

Bauchhirn

Wie ich eben zufällig lese, gibt es auch dieses von Holey erwähnte Bauchhirn tatsächlich.

http://www.presseportal.de/pm/56965/2216742/die-pein-im-leib-wenn-das-bauchhirn-den-schmerz-erlernt

@filou

Ich bin mir gar nicht so sicher, dass sich jeder Bedürftige ein Transplantat wünscht. Aber darüber kann man trefflich spekulieren.

Das Thema Organmangel gäbe es nicht, wenn man endlich eine europaweite Vereinheitlichung erreichte und den Unsinn mit der Empfängerbegrenzung der Lebendspende bzw. den Organhandel in strengsten Grenzen erlauben würde.

Ich finde es über alle Maßen zynisch, den moralischen Saubermann rauszukehren und gleichzeitig kalt lächelnd zuzusehen, wie täglich (!) 3 Menschen sterben, weil man ihnen das zur Verfügung stehende Organ nicht implantieren möchte. Ich schreibe ganz bewusst "möchte", denn hinter der Gesetzgebung braucht sich keiner zu verstecken.

Einschlägiges Recht ist "enter"bar!

Missverständnis

Filou hat mich angeschrieben, weil er sich mit meinem letzten Absatz ("kalt lächelnd", "zynisch"..) angegriffen fühlte.

Ich antworte hier öffentlich, denn evtl. haben auch andere diesen etwas schludrig formatierten Text falsch verstanden. Man kann es tatsächlich falsch verstehen, weil es unter "@filou" steht.

Ich stelle hiermit fest: Sie waren NICHT gemeint, Filou! Nach "trefflich spekulieren" hätte ich ein "[/Filou Ende]" setzen sollen. Solche Frechheiten würde ich mir nicht erlauben.

Gemeint waren die Verantwortlichen in D und in der EU, die nicht in die Puschen kommen.

Widerspruch sinnlos

Wir diskutieren uns mal wieder die Köpfe heiß, da stolpere ich über folgende Interpretation des Notstandsparagrafen (§34 StGB) zur Organentnahme:

Zitat Anfang:

3. Rechtfertigung der Organentnahme vom Toten durch § 34 StGB

Fehlt es an einer Rechtfertigung durch Einwilligung des Verstorbenen oder der Angehörigen, so kommt eine Rechtfertigung nach § 34 StGB in Betracht.

a. Rechtfertigung durch Notstand

Erfolgt die Organentnahme zur Lebensrettung oder Verbesserung des Gesundheitszustandes, kollidieren die Rechtsgüter Leben und Gesundheit des potentiellen Organempfängers mit dem postmortalen Selbstbestimmungsrecht des Verstorbenen bzw. dem Totensorgerecht der Angehörigen. Da im Rahmen der Interessenabwägung des § 34 StGB das höherwertige dem geringerwertigen Rechtsgut vorgeht, ist die postmortale Organentnahme zur Lebensrettung oder Gesundheitsverbesserung nach dem Grundsatz "Der Lebende hat recht" grundsätzlich gerechtfertigt. Dies gilt auch gegenüber dem entgegenstehenden Willen des Verstorbenen oder der Angehörigen, da es letztlich um den Vorrang der Würde des Lebenden gegenüber des Verstorbenen geht. Dem steht auch nicht die Angemessenheitsklausel des § 34 StGB entgegen, da diese zwar die schutzwürdigen Bedürfnisse der Betroffenen nochmals überprüft, aber letztlich doch zum Vorrang von Leben und Gesundheit gegenüber dem postmortalen Selbstbestimmungsrecht bzw. dem Totensorgerecht führt. Von einer Rechtfertigung nach § 34 StGB werden auch Fälle erfaßt, in denen das Organ direkt an ein anderes Krankenhaus vermittelt wird. Ausscheiden dürfte dagegen die Organentnahme zur Anlage einer Organbank, da hier keine gegenwärtige Gefahr besteht, dies gilt auch für die Entnahme von Organen für wissenschaftliche Zwecke.

:Zitat Ende

[Quelle]

Was heißt das?

Das heißt, dass ein evtl. Widerspruch zur Organentnahme oder das Veto der Hinterbliebenen völlig wurscht sind, wenn ein "Notstand" herrscht, wenn also jemand zu sterben droht, weil er ein Spenderherz oder eine Leber benötigt.

Wenn jetzt demnächst jede bessere Klinik einen Transplantationsbeauftragten hat, werden solche "Notstände" dramatisch ansteigen.

Wetten?

Ich bin bald soweit, dass ich zum Abnippeln nicht nur einen Pfarrer, sondern auch einen Rechtsanwalt einbestelle.

 

Eben nicht!

Eine Anwendung des §34 StGB kommt für Transplantationen nicht in Betracht.

Zitat aus der von Morgan angegebenen Quelle
http://www.deyerler.de/stefan/orga_rpt.htm:
"Fraglich ist, ob neben der Rechtfertigung einer postmortalen Organentnahme durch Zustimmung auch § 34 StGB eingreifen kann . Dazu ist zu sagen, daß überall dort, wo ein bestimmter Interessenkonflikt abschließend geregelt ist, ein Rückgriff auf § 34 StGB versperrt ist . Dies ergibt sich aus dem Gedanken, daß Abwägungen, die in speziellen Rechtfertigungsgründen ihren Niederschlag gefunden haben, nicht durch den Rückgriff auf § 34 StGB unterlaufen werden dürfen. Etwas anderes kann nur ausnahmsweise dann gelten, wenn die drohende Gefahr in die Abwägung der gesetzlichen Sonderregelung nicht eingegangen ist . Das TPG beinhaltet aber die Regelung der widerstreitenden Interessen zwischen Organspender und Empfänger, gerade dies war eines der Ziele der Gesetzgebung . Damit liegt eine abschließende Regelung vor, die der Anwendung des § 34 StGB entgegensteht.

Abschließend geregelt?

Jaja, Sie haben schon recht,  im "Ergebnis" der Abhandlung steht ja nochmals ähnliches, aber das gilt nur für "abgeschlossene Regelungen"!

Der Autor beschreibt ja auch schön mit einem Mephisto-Zitat, dass man bei fehlender Erklärung des Verblichenen die Hinterbliebenen zwar erst fragen muss, ob sie einer Entnahme zustimmen, aber auch wenn sie es nicht tun, kann der Arzt "bei Notstand" entnehmen.

Interessant dabei ist auch der Aspekt der "Erreichbarkeit" der Hinterbliebenen.

Wer will einem denn schon eine fehlerhaft notierte Rufnummer ankreiden? ;-)

Und warum sollten unsere Ärzte diesen Paragrafen ins Spiel bringen, wenn er im Zusammenhang mit dem TPG keine Rolle spielen würde?

Nein, kann er nicht

Im TPG ist die Entnahme geregelt. Daher greift in keinem Fall §34 StGB. Ein "Notstand" ist somit ausgeschlossen. Den Zweck Ihrer Einlassungen kann ich nicht erkennen.

Notstandsparagraph

Wir werden es bald wissen. Im Herbst beginnt meine Tochter ihre Tätigkeit im Städtischen Klinikum. Sie wird dort im OP-Bereich eingesetzt.

Ich berichte dann wieder.

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