...unser schönes Bruchsal !? (8)

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Fortsetzung: Bruchsal "noch schöner" gestalten !
Sonntag, 7. März 2010 - 14:09

Welchen Stellenwert hat Stadtplanung in Bruchsal ?

Mal angenommen, das Kreiskrankenhaus in Bruchsal will die Stelle des Chefarztes in dem Fachbereich Chirugie neu besetzen. Für die zu besetzende Stelle bewirbt sich ein Facharzt für Inneres oder HNO.

Garantiert werden diese Bewerber nicht für die zu besetzende Stelle akzeptiert und angenommen, obwohl sie selbtverständlich auch Mediziner sind, jedoch nicht vom entsprechenden Fachbereich. Denn jeder dieser Ärzte hat eine spezifische Fachausbildung durchlaufen und die notwendigen praktischen Erfahrungen in seinem Fachbereich gemacht, die ihn dann für bestimmte medizinische Tätigkeiten qualifizieren.

Anders bei der Stadt Bruchsal, wo ein Nachfolger für den Aufgabenbereich der Stadtplanung gesucht wird. Hier hat die Stadt für die Stadtplanung  einen Architekten berufen, der wie alle am Planen und Bauen Tätigen, ein ausgebildeter Architekt ist.     Er ist jedoch  kein ausgebildeter und durch seine bisherigen Tätigkeiten ausgewiesener Stadtplaner,  geschweige denn, dass er bisher praktische Erfahrung im Umgang mit kommunaler Planung, mit kommunalen Gremien und den notwendigen Verwaltungsabläufen hat, und dies in einem gehobenen mittleren Lebensalter.

Es liegt mir völlig fern, den zukünftigen Leiter des Stadtplanungsamtes zu bewerten und zu beurteilen bzw. seine Qualifizierung in Frage zu stellen. Das steht mir nicht zu ! Im Gegenteil, ich gehe davon aus, dass er hervorragende Fähigkeiten und Qualifikationen in seiner bisherigen Tätigkeit als Professor für Architektur an der Uni Bremen hat.

 

Nur es muss doch die Frage gestellt werden, ob die anspruchsvolle akademische Tätigkeit als Lehrer und Wissenschaftler an der Uni, im Verhältnis, zu den relativ profanen und praktischen Tätigkeiten als Stadtplaner in Bruchsal, steht. Und, ich weiss wovon ich rede, denn die notwendigen Aufgaben und Themenstellungen, die sich in einer Kleinstadt wie Bruchsal und ihren intelektuellen und kulturellen Ansprüchen an Stadtplanung, den Ansprüchen eines Hochschullehrers gerecht werden und diese zufrieden stellen kann?

Ob hier nicht, aufgrund der städtebaulichen und architektonischen Situation und der planerischen Gegebenheiten, ein Stadtplaner mit langjährigen planerischen und praxisorientierten Erfahrungen in einer Stadt, von der Grössenordnung  Bruchsals und seiner Planungs- und Baukultur, die geeignetere Besetzung für das Amt wäre?

Das Aufgabengebiet der Stadtplanung ist komplex, vorallem komplexer als man es in den vergangen Jahren in Bruchsal gesehen hat. Das Stadtplanungsamt ist zuständig für die Siedlungs- und Freiflächenplanung der Stadt und für die "städtebauliche Ordnung und Gestaltung", die bisher, wie ein Vergleich mit anderen Städten zeigt, total vernachlässigt worden ist und weiter vernachlässigt wird.

Das gesamte Erscheinungsbild der gebauten, in Bruchsal verbauten und ungestalteten, Stadt, mit der Art der Nutzungen und dem Mass der Bebauung, wird hier erarbeitet und mit dem Stadtrat und den Bürgern zusammengeführt.

Vor allem die Gestaltung der öffentlichen Räume ist eine notwendige Aufgabenstellung, die besonders in Bruchsal in den letzten 20 Jahren nicht wahrgenommen wurde, was jeder Bürger/Betrachter selbst feststellen kann, wenn er bewusst und mit offenen Augen durch die Stadt geht, ins besondere, wenn er Vergleiche anstellt mit anderen Städten in Baden-Württemberg, vorallem mit der Nachbarstadt Ettlingen.

Das Stadtplanungsamt erarbeitet und betreut bis zur Durchführungsplanung stadtgestalterische Fachplanungen mit. Dies setzt jedoch grundlegende Kenntnisse in der Stadtplanung und Stadtgestaltung voraus. Aber vielleicht, und davon muss man wohl ausgehen, wie in der Vergangenheit auch, sind dies alles Aufgabenstellungen die man in Bruchsal nicht so ernst und wichtig nimmt. So wird wohl auch in Zukunft, die Silbe "Bruch" nicht nur den Stadtnamen Bruch-sal, sondern auch das Stadtbild prägen.

Ein zukünftiger Leiter des Stadtplanungsamtes, in dessen beruflicher Biographie und Werdegang nur im Zusammenhang mit der "Stadtentwicklungsplanung in der ehem. DDR"   der Begriff "Stadtplanung" vorkommt, kann wohl keine notwendigen neuen Impulse für die Stadtentwicklung setzen, und das nach fast 25 Jahren Stadtplanungs-Verwaltungsamt, Ideenlosigkeit und mangelndem Problembewusstsein für die notwendigen Aufgaben. Eine traurige Perspektive für die Stadt und ihre Bewohner.

Die bisherigen Arbeitsbereiche des zukünftigen Amtsleiters für "Stadtplanung" erstrecken sich von: Mitarbeit bei Generalplaner, Lehrauftrag für EDV/CAD, Dissertation: Titel "XNET-Systemtechnische Software für Architekten, Stadtentwicklungsplanung in der ehem. DDR, IPL Ingenieurplanung Leichtbau, Architekt für "Verhüllten Reichstag" Berlin, Prof. für Entwerfen, Tragwerkslehre, Bauphysik, Arbeitsschwerpunkte: Büro für Leichtbau, Textile Lösungen im Bauwesen,  Temporäre Bauten, Ausstellungen. Vortrag  "Vom Umgang mit Faszination und Brutalität der Bunkerarchitektur" u.a. Wo bleibt hier der Städtebau und die Stadtentwicklung?

Noch einmal, die Aufgaben eines Stadtplanungsamtes und des Leiters des Amtes sind das Gesamterscheinungsbild der Stadt, die städtebauliche Ordnung und Gestaltung, das Fortschreibung des Flächennutzungsplanes, die Erarbeitung von "städtebaulichen Einzelplänen", Aufstellung von Bebauungsplänen, Satzungen für den Aussen- und Innenbereiche, Vorbereitung und Durchführung von Sanierungs- und Entwicklungsmassnahmen, "Gestaltung des öffentlichen Raumes". Das alles sind Aufgaben die einen dezidierten Erfahrungshorizont und Wissenshintergrund erfordern.

Hier stellt sich, dem besorgten Fachmann bzw. Bürger, einfach die Frage, vorausgesetzt natürlich es ist alles ernstgemeint: Was haben beide Profile, Leiter des Stadtplaungsamtes und Tätigkeitsprofil des zukünftigen Leiters des Stadtplaungsamtes gemeinsam, oder kommt es gar nicht darauf an, dass beide Profile deckungsgleich bzw. identisch sind. So war es auch schon in der Vergangenheit, und man kommt so, vom Regen in die Traufe.

Wer kann diesen Zusammenhang erklären bzw. begründen, soweit das überhaupt möglich ist.

Dieser Umstand gibt zu Spekulationen anlass und stellt die Frage, welchen Stellenwert Stadtplanung in Bruchsal hat ?

 

 

 

 

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Kommentare

Personal"politik"?

Nun ja - man kann sagen was man will - konsequent ist sie schon die OB.
Man betrachte sich nur andere in der letzten Zeit vorgenommenen Einstellungen - bis hin zum neuen Hauptamtsleiter.
Dessen Qualifikationsnachweis scheint auch (nur) in seiner kurzzeitigen Tätigkeit als Nachrücker-Stadtrat zu bestehen - oder wer weiß mehr?
Ach ja - ich vergaß - er stammt aus Untergrombach...
Und eingestellt hat ihn ja eigentlich der Gemeinderat.
Weiter so.

Personalpolitik

Hallo, Insider (Insider aus welchem Bereich eigentlich?),

schade, dass Sie (anonym) Personen noch immer nach ihrer Herkunft beurteilen. Ich dachte, in einem Europa der Völker sei dies vorbei.

Wenn Sie an näheren Infos wirklich interessiert sind, dann suchen Sie doch mal das persönliche Gespräch oder befragen Sie den Autor des Artikels
...unser schönes Bruchsal !? (8). Meistens weiß man dann mehr.

Hallo, Hauptamtsleiter in spe -

Sie bekommen Ihre 2. Chance bei "der Stadt."
Und gehen Sie ruhig davon aus, dass ich beide kenne - "schöneres Bruchsal" und "Bruchsal, baurechtlich gesehen"

PERSONALPOLITIK

Also INSIDER - jetzt lass mal zumindest den Hauptamtsleiter in spe seinen Job antreten. Gewählt hat ihn der Gemeinderat und nicht Frau Petzold-Schick.
Und ganz im Ernst - ich bin auch stolz aus der Hauptstadt der "Frösche und der Revoluzzer" zu stammen. Aber wo jemand her kommt - tut wirklich nichts zur Sache. Hauptsache er macht seinen Job gut.

Norbert Kritzer

Aus "Bruchsal wildem Süden"

- wie ein gemeinsamer Bekannter von uns die bekannte Örtlichkeit zu nennen pflegte - stammend hat ihn der Gemeinderat gewählt - sagte/schrieb ich ja auch.
Möglicherweise auf Vorschlag von Frau Oberbürgermeister?

Warum seid ihr Grobacher so empfindlich?

Die Feststellung, dass einer "aus der Hauptstadt der Frösche und Revoluzzer" (Zitat Norbert Kritzer) stammt, kann ja durchaus als Lob aufgefasst werden.
Nicht wahr?
Und jetzt lassen wir ihn mal seine Arbeit machen.
Guth.
Ab wann eigentlich?

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