Und jetzt Frau Merkel? Der Präsident ist nicht mehr tragbar

DruckversionPer e-Mail versenden
Die Kanzlerin schweigt und wartet ab - Wie immer
Mittwoch, 4. Januar 2012 - 9:01
Spegel Titelbild Augabe 51/2011

Christian Wulff hat durch seine entwürdigende Art und seinen Eskapaden das höchste Amt der Bundesrepublik entzaubert. Durch seine unmoralischen Handlungen hat er seine Vorbildfunktion für das deutsche Volk verloren. - Und er ist nicht allein, denn Christian Wulff wurde Bundespräsident weil es die Bundeskanzlerin wollte. Aus diesem Grund muss Angela Merkel Stellung beziehen, ihre abwartenden Haltung ist in dieser Geschichte genauso politisch untragbar  wie die Handlungsweise von Christian Wulff selbst.

Im heutigen Artikel der Süddeutschen.de wird dies deutlich:

Es entbehrt daher nicht der Komik, wenn die Kanzlerin nun Zurückhaltung übt, weil doch der Respekt vor dem Amt das gebiete. Merkel müsste nun endlich den Schaden, den sie angerichtet hat, auch selbst begrenzen. Die Frau, die Wulff zum Bundespräsidenten gemacht hat, muss ihm sagen, dass er es nicht mehr sein kann. Sonst wird aus der Affäre Wulff eine Causa Merkel.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/affaere-um-den-bundespraesidenten-warum-die-geht-mich-nichts-an-kanzlerin-handeln-muss-1.1249924

Der Hintergrund dieser Zurückhaltung  von Merkel lässt sich so erklären, weil sich das Stimmenverhältnis in der Bundesversammlung – sie wählt den Bundespräsidenten – mit dem Absturz der FDP bei den Landtagswahlen in diesem Jahr für die schwarz-gelbe Koalition enorm verschlechtert hat. Hatte ihr Lager 2010 noch 21 Stimmen über der nötigen absoluten Mehrheit, sind es nun laut "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nur noch vier. Unvergessen ist, dass Wulff erst im dritten Wahlgang gewählt wurde und ihm mindestens 19 Stimmen aus dem eigenen Lager fehlten.

In dem Bericht des Spiegel kommt wesentlich mehr über die Charakterzüge unseres Bundespräsidenten zum Vorschein, als es die Kreditaffäre mit Geerkens und der BW Bank, wie auch die Mailboxnachrichten mit der Bildzeitung vermuten lassen. Christian Wulff hatte einen der höchsten Etats beim Einzug ins Schloss Bellevue. Vermutlich höher als jeder Bundespräsident vor Ihm.

Das Magazin Spiegel schreibt dazu inder Ausgabe "Der falsche Präsident" 12/2011:

Aufgefallen ist Präsident Wulff zudem bei den Haushältern im Bundestag. Schon der erste Haushalt 2011, der erste, den Wulff als Präsident zu mitzuverantworten hat, enthielt einige Posten, die für Aufsehen sorgten. So wurde deutlich mehr Geld als vor Wulffs Amtszeit für den Erwerb von Gegegnständen für die Amtswohnungen und Repräsentationsräume eingeplant. Zum Beispiel wurden neues Silbergeschirr und neue Tischwäsche bestellt zudem Teppiche für die Salons Luise und Ferdinand im Schloss Bellevue. Gesamtwert 150.000 Euro

Quelle: Spiegel Ausgabe 51/2011

Es scheint dass der Präsident durch seinen Hang zum Glamour einen massvollen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld des Volkes gänzlich verloren hat oder vielleicht nie hatte. Moralische Werte sind durch Ihn nicht mehr vermittelbar. Eine besondere Lebensleistung kann er nicht vorweisen. Die meisten Bürger dieses Landes hören in seinen Ansprachen nicht mehr seine Worte, sondern sie assozieren mit ihm einen Schmarotzer und unmoralischen Menschen.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (6 Bewertungen)

Kommentare

Na toll

wer jetzt damit anfängt, die Kosten für Repräsentation (Geschirr, Tischwäsche, Teppiche) anzuführen um Charakterzüge zu beleuchten (Spiegel), ist auf dem falschen Weg. Wer repräsentiert, muß auch eine entsprechende Umgebung haben, was abgenutzt ist, muß ersetzt werden.
Wulff war meines Wissens der erste, der von einer Verminderung des sogenannten Ehrensolds sprach.

Es ist auch nicht Sache der Kanzlerin, den Präsidenten zu kritisieren. Egal, ob es ihr Kandidat war oder nicht. Sie ist dazu weder moralisch noch vom Amt her dazu berechtigt.

Wulff wurde mehrheitlich von der Bundesversammlung gewählt. Zwar erst im dritten Wahlgang, aber auch das war nichts Neues. Viel kritischer sollte man den politischen Hickhack sehen, der dabei ausgetragen wurde. Aus politischem Machtstreben wurde von der schwarzgelben Koalition ein Mann installiert, der es vermutlich nicht verdient hat, Präsident zu sein. Aber, er ist es nun einmal.

Die Frage, ob ein Präsident künftig vom Volk gewählt werden könnte, wurde immer damit abgelehnt, dass eine solche Wahl zu einem Wahlkampf führen würde, und außerdem dem Amt mehr Macht einräumen müßte.
Das Geschacher der Parteien im Vorfeld der Wahl empfand ich schon schlimm genug, eine Machterweiterung für das Amt halte ich für wenig sinnvoll.

Den Satz: ... Respekt vor dem Amt ...", den man dem jetzigen Mandatsträger immer wieder vorhält, sollte sich mancher Kritiker auch einmal vor Augen führen. Wulff ist und war nicht mein Wunschkandidat, aber er wurde auf welche Art und Weise auch immer, gewählt. Noch vor Wochen war die Zufriedenheit mit Wulff in der Bevölkerung sehr hoch. Der rasante Niedergang hat auch mit einem Dauerbeschuß der Medien zu tun. Wo drei draufgehauen haben, schlägt auch der Vierte zu.

Wie in Deutschland der höchste Repräsentant niedergemacht wird, muß im Ausland seltsam erscheinen. Die freie Presse ist ein wichtiges Korrektiv, aber sie ist kein Richtergremium. Und die Moral? Über Moral zu schreiben ist gerade die Bildzeitung prädestiniert! Wenn für jeden Bürger, den die Bildzeitung unberechtigterweise niedergemacht hat, ein Redakteur gehen müßte, gäbe es nur noch die Drucker.

Falls Wulff doch noch gehen sollte: Seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin kann man heute schon bedauern. Sie werden schon vor der Wahl bis aufs Hemd ausgezogen werden.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Die Zwickmühle in der sich Wulff tölpelhaft hineinbegeben hat sind weniger schlimm als der Umgang mit der Affäre selbst. Undemokratisch, duckmäuserisch und hinterlistig.

Ach Filou ;-)

Eben weil ihre Einschätzung der BILD so richtig ist, muss man doch halbwegs ernüchtert sein, in dieser Frage nicht sagen zu können, ob nun der BP oder diese Zeitung die Wahrheit sagt (wobei irgendwie mehr für die Bildversion spricht).

Es ist doch nicht logisch, wenn Wulff in seiner Erklärung von einem schweren Fehler spricht, aber gleichzeitig nur höflich um einen "Aufschub" gebeten haben will. Das passt nicht, aber vielleicht werden wir in dieser Sache noch schlauer ;-)

Auch die Welt widerspricht ja Wullfs Darstellung eines entsprechenden Vorfalls im letzten Jahr. Wenn das alles so stimmt, dann hat der BP das ganze Volk bewusst belogen...

Man kann Wulff keinen klaren Verstoss gegen Gesetze vorwerfen, er bewegt sich mehr oder weniger geschickt an deren Rand entlang. Sein Verhalten ist grenzwertig, aber das möchte ich von einem BP nicht. Seine Aussage zu diesem Kredit ist nur ein Bsp dafür, er konnte wahrheitsgemäß Geschäftsbeziehungen zu Gehrkens verneinen, im Wissen, daß alles über dessen Frau abgewickelt wurde. Bitte, was ist denn das?

Es ist eben die Summe der Vorkommnisse, die diesen Präsidenten untragbar macht.

Bisher hatte auch gerade Wulff mit der BILD keine Probleme, solange über sein trautes Familienglück berichtet wurde, über das er freimütig erzählt hat. Wer hat denn hier wen benutzt? Das ist nicht einfach zu klären, ganz sicher ist aber eines: Wulff ist nicht das Opfer, als das er sich gerne darstellt!

Was ich mich frage...

..ist, ob mir einer erklären kann, was ein Aufschub der Veröffentlichung über Wulffs 'Verfehlungen' gebracht hätte? Werden die Anschuldigungen durch einen Aufschub weniger wahr? Wären sie leichter zu entkräften gewesen, wenn die Öffentlichkeit einen Tag! (man lasse es sich auf der Zunge zergehen) später gelesen hätte, was dem Bundespräsidenten vorgehalten wird?

Und mit Verlaub.....wie weit muß denn bitte jemand der Realität fern sein, der einem Chefredakteur der am wenigsten gelesenen, größten deutschen Tagszeitung zu so einem heiklen Thema auf Band spricht und somit einen Beweis dafür hinterlegt, dass es so gewesen ist?

Die Antwort könnte sein,

man spricht die geplante Veröffentlichung gemeinsam durch damit eventuelle Falschdarstellungen vermieden weden. Bei Interviews hat der Interviewte immer die Gelegenhaeit, den Text vor Veröffentlichung zu genehmigen. Wenn Skandale aufgedeckt werden sollen, gilt das vermutlich nicht, vor allem dann nicht wenn es ein Revolverblatt ist.

Dass Wulff evtl Drohungen auf Band hinterlassen hat, kann ich mir nur damit erklären, dass er unglaublich wütend war. Und Wut war noch nie ein guter Ratgeber. Es fehlt im halt die Weisheit und Besonnenheit des Alters :-).

Als letztes glaube ich, dass er vielleicht auch enttäuscht war über eine Redaktion, mit der er und seine Frau vorher wohl offen und gut zusammengearbeitet haben, zumindest hat es das geglaubt :-(

All das sind zwar verständliche, aber keine entschuldbaren Gründe für Ausraster am Telefon.

Hmmm...

danke Filou. Was bleibt ist trotzdem Kopfschütteln über so viel Ignoranz. :-)

Da bekommt man langsam wirklich das Bedürftnis, sich der größten deutschen Partei, den Nichtwählern anzuschließen...

Ach Morticia ;-)

Das ganze Problem resultiert doch von Mutti, oder nicht? Wulffs Verfehlungen (zumindest fings damit an), stammen doch aus einer Zeit vor der Wahl. Und keine der Parteien, die ihn vorgeschlagen haben, hat die Integrität oder die Qualität des Kandidaten in Frage gestellt. Und einen integeren Kandidaten wollte Mutti doch partout nicht haben (sie wollte einen Mitbewerber um das Kanzleramt beiseite stellen). Hat sie wohl von Kohl gelernt, das Mädchen, jede Konkurenz sofort kalt stellen.

Ohne den Spruch auf dem Anrufbeantworter wäre im neuen Jahr vermutlich alles im Sande verlaufen. Und jetzt? Die Zeiten haben sich geändert. Jetzt wird es schwieriger Kandidaten zu finden. Wer traut sich da noch? Und wer sich traut, ist der (oder die) dann geeignet, weil derjenige von sich selbst glaubt, er sei geeignet?

Wie sich die Zeiten geändert haben, zeigt ein Rückblick auf Lübke

Wikipedia: "1966 berichtete die Zeitschrift konkret ebenso wie DDR-Medien über Lübke als „KZ-Baumeister“. Hierbei handelte es sich ursprünglich um eine vom MfS der DDR initiierte Kampagne;[7] gleichwohl stellten Historiker später fest, dass die behaupteten Tatbestände im Kern stimmten".

Ich kann mich nicht erinnern, dass damals um die Sache ein auch nur annähernd so großer Wirbel in der Öffentlichkeit gemacht wurde.

Das Amt des BP existierte auch damals weiter, und von einer Beschädigung des Amtes habe ich damals nie etwas gehört. Nur die "Sprüche" Heinrichs sind mir noch in Erinnerung. Wobei der Spiegel-Redakteur Gremliza 2006 zugab, dass viele dieser Aussprüche reine Erfindungen der Redaktion waren (das war noch Achtung vor dem Amt und ein Hoch auf die Pressefreiheit, gelle).

Achja, und das war auch die Zeit und der Grund, wehalb der BR die Lach- und Schießgesellschaft, die  diese Sprüche weidlich nutzte, nicht mehr live übertrug.

Akte Wulff

Mittletweile bekommt wenn über den Präsident des Rumeierns berichtet wird ein Würgegefühl der mit Brechreiz verbunden ist. Wulff fehlt es an Format, Persönlichkeit, Souveränität, Glauwürdigkeit und Intellekt um das Amt des Bundespräsidenten auszufüllen. Er war ein Fehlgriff der die Deutschenn noch viel Geld kostet.

Köhler hätten wir noch ertragen können

Wirklich schäbig, was wir da scheibchenweise erfahren. Ein totaler Fehlgriff. Da war BP Köhler noch um Klassen besser, er hätte seine 2. Amtszeit ableisten müssen. Deshalb warte ich auf einen neuen Kommentar von Gernot Hassknecht, hier der alte Beitrag zu BP Köhler, der ist aber auch nicht schlecht.
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=gernot%20hassknecht&source=video&c...

Inhalt abgleichen Inhalt abgleichen