Die unbekannte Babette Ihle

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"Liewa hüt i Gäns"
Dienstag, 11. Oktober 2011 - 8:31

Bruchsal (schu.) Neues und weitgehend Unbekanntes aus Alt-Bruchsal bietet das dritte abendfüllende Programm der Koralle über "die Ihles-Bawett", die kürzlich 140. Geburtstag hatte. Sie wurde  in diesem Jahr mit der Platzbenennung "Babette-Ihle-Platz" nördlich der Stadtkirche geehrt.

Frommes bis Unheiliges, alles von Babette Ihle in Gedichtform hochdeutsch oder im Dialekt aufgeschrieben, steht diesmal auf dem Programm. Die Heimatpoetin hat am Leben der Stadt, zumal der Obervorstadt und der Peterspfarrei, starken Anteil genommen. Dies spiegelt sich wieder in etlichen Gedichten, die gänzlich unbekannt sind, da sie nicht veröffentlicht wurden.

Außerdem sind ihr, die zeitlebens ledig blieb, zu Hochzeiten und Jubiläen höchst passende Verse aus der Feder geflossen. Mitunter mögen es sogar bezahlte Auftragsarbeiten gewesen sein. Jedenfalls dürfte sie für den Abdruck im  der katholischen Zentrumspartei nahen Bruchsaler Boten willkommenes "Zeilengeld" erhalten haben. Daher fehlen die zugehörigen Manuskripte, die ja in die Redaktionsstube gewandert waren.

Anders bei Anlässen wie Familienfeiern, wo meist die handschriftlichen Verszeilen noch original erhalten sind. Die lassen manches aus der Welt der Gedanken und Gefühle der Heimatdichterin wissen, die trotz bisweilen bekanntlich resolutem Mundwerk, eine gottesfürchtige Frau und fromme, sangesfreudige Pfarrangehörige war. Eine überraschend andere Tonart als die der Büttenreden wird hier angeschlagen.

Am Schluss des auch mit zeitgenössischen Fotos bereicherten Rückblicks platziert ist jedoch Humorvolles. Geboten wird mit den "wahren" Erlebnissen einer Dienstmagd recht Amüsantes aus der Druckschrift "Wie's de Rosl em Diene gånge isch". Deren Stoßseufzer und Schlusswort "Liewa hüt i Gäns" dient als Titel der abschließenden Koralle-Produktion über die Bruchsaler Reimeschmiedin.

Elisabeth Rieger und Stefan Schuhmacher tragen Texte und Erläuterungen vor. Monika Schuhmacher hat den musikalischen Teil übernommen. Albert Häcker sorgt für Bühne, Licht und Technik. Die beiden Aufführungen im Koralle-Riff, Eggerten 47, sind am 22. und 23. Oktober, um 19.30 Uhr. Kartenreservierung gibt es im Internet unter www.diekoralle.de oder im Direktvorverkauf bei Der Club Bertelsmann, Kaiserstraße 37.

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