Trinkwasserverordnung lässt EHEC-Erreger keine Chance

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ewb-Wassermeister Ralf Frank: „Hygiene ist das A & O!"
Montag, 4. Juli 2011 - 18:28

Der Kinderarzt, Bakteriologe und Universitätsprofessor Theodor Escherich (1857-1911) dürfte vor allem durch das von ihm entdeckte Darmbakterium Escherichia coli, kurz E. coli bekannt sein. Dessen Variante, das Enterohämorrhagische Escherichia coli, sorgt derzeit unter dem Kürzel EHEC für Schlagzeilen. Nachdem der Erreger in einem Bach bei Frankfurt nachgewiesen wurde, in dessen Nähe sich eine Kläranlage befindet, werden einmal mehr in der öffentlichen Diskussion Abwasser und Trinkwasser unsachgemäß „vermischt". Hier könnte bereits ein so hilf- wie leerreicher Besuch im Bruchsaler Wasserwerk für ein Ende der unbegründeten Diskussionen sorgen. Für Trinkwasser besteht nach Meinung von Ralf Frank, des erfahrenen wie verantwortungsbewussten Wassermeisters der Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb), keine Gefährdung durch EHEC, denn die strenge Trinkwasserverordnung (TVO) regelt eindeutig die hygienische Überwachung des Trinkwassers als unser Lebensmittel Nr. 1 (vgl. Gütenanforderung für Trinkwasser nach DIN 2000).

In enger Abstimmung mit seinem Wassermeisterkollegen Christian Bader untersucht Frank im zertifizierten und akkreditierten ewb-Wasserwerkslabor das Trinkwasser permanent auf potenzielle Krankheitserreger. Hierzu ziehen sie Proben aus vom Gesundheitsamt vorgegebenen Entnahmestellen im ewb-Wasserrohrnetz und untersuchen darüber hinaus das Trinkwasser regelmäßig auf E. coli-Bakterien in insgesamt rund 400 mikrobiologischen Untersuchungen pro Jahr. E. coli-Bakterien dienen als so genannte „Indikator-Parameter": Würden E. coli nachgewiesen, befänden sich auch andere Erreger im Trinkwasser. In solch einem Fall würden nach TVO sofort das Gesundheitsamt informiert und alle weiteren Maßnahmen mit diesem abgestimmt. Hierzu zählen u.a. Desinfektionsmaßnahmen (z.B. Chlorung) und Spülungen.

Hände waschen

Für Ralf Frank ist EHEC ein Hygiene-Problem: „Gemüse gehört gewaschen. Die Hände danach ebenfalls! Hygiene ist das A&O." Die einfachsten Hygiene-Regeln würden zunehmend sträflich vernachlässigt. - Hygiene, abgeleitet von Hygiéia, der griechischen Göttin der Gesundheit, bezeichnet im engeren Sinn die Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten, insbesondere Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. Ein Test von Hygieneexperten an der Universität Regensburg zeigte: 30 Sekunden Händewaschen mit Seife vertrieb 99,9 Prozent aller Keime. Ohne Seife blieben die Bakterien einfach auf der Haut sitzen. Die Wassertemperatur spielte für beide Ergebnisse keine Rolle.

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