Transparency kritisiert Geheimverhandlungen der Bundesregierung
Berlin, 20.09.2011 - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. hat die Bundesregierung kritisiert, den Entwurf des Steuerabkommens mit der Schweiz bis zu seiner Unterzeichnung geheim zu halten. In dem Abkommen soll nach Medienberichten eine Pauschalsteuer für deutsche Staatsbürger eingeführt werden, durch die das strenge Schweizer Bankgeheimnis geschützt wird und die für Straffreiheit bei den Betroffenen sorgt.
Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: "Aus demokratischer Perspektive ist es beschämend, dass der Entwurf des Abkommens geheim bleibt. Bei der Bedeutung dieses Abkommens muss es den zuständigen Politikern und der interessierten Öffentlichkeit möglich sein, die Inhalte des Entwurfs schon vor der Unterzeichnung zu diskutieren."
Nach der Unterzeichnung muss das Abkommen noch von den Parlamenten beider Länder und in Deutschland von Bundestag und Bundesrat ratifiziert werden.
Caspar von Hauenschild, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland: "Dieses Abkommen ist so bedeutend, da es ein Präzedenzfall ist und damit zu rechnen ist, dass viele weitere Abkommen nach diesem Muster geschlossen werden. Über den Inhalt können wir nur mutmaßen, aber wenn die Gerüchte stimmen, wird es danach weiterhin möglich sein, als Steuersünder anonym zu bleiben sowie Geld aus Korruption, Drogen oder anderen Delikten weiß zu waschen. Absoluter Mindeststandard eines Abkommens muss der automatische Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden sein."
Bereits im Juni hatte Transparency gefordert, dass die Regierungen der Schattenfinanzzentren, darunter die Schweiz, den zahlreichen Gläubigern Griechenlands bekannt geben, wie viel Kapitalvermögen griechischer Bürger vorhanden ist und wie hoch die Anzahl der sog. Amtshilfeersuchen griechischer Ermittler im Hinblick auf Steuerhinterziehung von Einkünften aus Kapitalvermögen ist.
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Kommentare
1100 Sparer legen 1,2 Mrd. Euro ein..
..um mal das Beispiel der Credit Suisse zu nehmen, bei dem man sich mit vglw. popligen 150 Millionen Euro Einmalzahlung gegen Einstellens des Verfahrens aus der Affäre wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung bringen will. (Details siehe Link unten)
Aus der Liechtensteiner Presse erfährt man auch nichts Genaueres, aber es heißt im letzten Satz des Artikels, dass die Verhandlungen sichern sollen, dass D "Steuerzahlungen und - nachzahlungen" einfordern könne. Da wohl kaum anonymisierte und nicht nachvollziehbare Steuerzahlungen geleistet werden dürften, widersprechen sich hier die Kommunikatoren.