Tony "Tevje" Marshall in Bruchsal
Tony Marshall, der Name ist Programm. Seit den 1970ern eine der unverwüstlichen Ikonen der Schlagerwelt. Lieder à la "Schöne Maid", "Bora Bora", "Tätärätätätätä" - was unseren Eltern ein verlässlicher Hort guter Laune war, bedeutete uns, die wir Rolling Stones, Deep Purple und Velvet Underground hörten, den Inbegriff des Gefangenseins in verkrusteten Strukturen, im Gestern. Das war Dieter Thomas Hecks Hitparade gegen den Rockpalast, Zum Blauen Bock gegen Woodstock, Underberg gegen Marihuana, Vergangenheit gegen Zukunft.
Zeit vergeht, vier Jahrzehnte später beim Presse-Stelldichein im Bergfried: Tony Marshall mit Herbert Nold, seinem Freund und Manager seit 40 Jahren, eine Spanne, die die meisten unserer Woodstock-Veteranen zugegebenermaßen nicht einmal überlebt, geschweige denn als Band überdauert haben. Tony Marshall, Ehrenbürger von Bora Bora, ist auch mit 72 Jahren ein Energiebündel, das ostentativ Lebensfreude ausstrahlt. Das muss es sein, was den Erfolg im Schlagerbusiness ausmacht. Gute Laune gepaart mit einfachen, plakativen Botschaften, Lebensphilosophie für die Massen. Sein soziales Engagement in der von ihm gegründeten Tony Marshall-Stiftung dagegen nimmt man dem Mann, der selbst Familienvater ist und drei Kinder hat, darunter eine behinderte Tochter, fraglos ab.
Was verbindet Tony Marshall mit Bruchsal? Diesbezüglich befragt fällt ihm zuerst die JVA mit dem lange Jahre dort inhaftierten Serienmörder Heinrich Pommerenke ein. Immer wieder gastierte Tony Marshall in den vergangenen Jahrzehnten in Bruchsal, wo ihn auch eine Freundschaft mit dem ehemaligen OB Doll verbindet.
Seine ganze Leidenschaft widmet der ausgebildete Opernsänger, der ans Aufhören nicht denkt und, wie er sagt, eines Tages am liebsten auf der Bühne sterben möchte, der Musik. Harmonisch, emotional und am liebsten ohne Technik muss es dabei zugehen. So seien für ihn die Beatles bereits nach Anhören von "Obladi Oblada" erledigt gewesen, da Paul Mc Cartney "jede Stimme fehle", so Tony Marshall beim Pressetermin. Seit 2005 singt und spielt er selbst nun im Musical-Klassiker Anatevka den Milchmann "Tevje", eine Rolle, die für ihn nach eigenem Bekunden einen Traum hat wahr werden lassen und die ihm, glaubt man den Kritikern, wie auf den Leib geschnitten ist. Lieder wie "Wenn ich einmal reich wär", "Tradition", "Jahre kommen, Jahre gehen" sind inzwischen längst selbst zu Klassikern geworden. Mit einem großen Schauspielerensemble gastiert Tony Marshall in der Hauptrolle am 30.04.2010 im Bürgerzentrum Bruchsal. Im Gespräch mit OB Petzold-Schick kündigte er überdies für dieses Jahr auch ein Benefizkonzert zugunsten der Lebenshilfe Bruchsal an.
Tony Marshall: Kostprobe Anatevka
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Kommentare
Beatles Kritik
Und er hat wirklich gesagt Paul McCartney fehle jegliche Stimme?
Mensch, dass ich und ca. 5 Milliarden Menschen das nicht früher gemerkt haben. Da wurde uns wohl was vorgegaukelt und wir alle sind tatsächlich reingefallen...
Tony Marshall: Badener des Jahres 2010!
Hier zum Nachlesen: Badener des Jahres 2010