Timna Brauer schöpft mit „Songs from Jerusalem" aus jüdischen Musiktraditionen
Bruchsal (pa). Meist wird jüdische Musik assoziiert mit Klarinette, Jiddisch und Klezmer - also mit einer vorwiegend zentraleuropäisch geprägten Kultur der Juden. Durch die Vertreibung der Hebräer aus Israel schon in der Antike ist die Klangvielfalt jüdischer Melodien indes weit größer, es finden sich ebenso asiatische, nordafrikanische und spanische Einflüsse, ja sogar Querverbindungen zu gregorianischen Chorgesängen.
Mit „Songs from Jerusalem" schöpfen die Wiener Sängerin Timna Brauer und ihr Mann Elias Meiri aus diesem überaus reichen Schatz jüdischer Musiktradition und spannen - Timnas Großväter, beide hervorragende Sänger, stammen aus Litauen und Jemen - einen faszinierenden Bogen von chassidischen Melodien hin zu arabischen Kadenzen. Einfühlsam werden alte Werke von allzu Starrem, Musealem befreit und zeitgemäß interpretiert, ohne dass sie dabei von ihrer Essenz einbüßen.
Am Samstag, 2. Oktober, ist Timna Brauer ab 20 Uhr auf Einladung des Jazzclubs und der Stadt Bruchsal zu Gast in der Pauluskirche. Der Vorverkauf für dieses Konzert, das von der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg unterstützt wird und zugleich die Veranstaltungsreihe „Gegen das Vergessen" zum 70. Jahrestag der Deportation jüdischer Mitbürger aus Bruchsal ins Internierungslager Gurs eröffnet, hat jetzt begonnen.
Eintrittskarten zum Preis von 10 Euro im Vorverkauf sind erhältlich bei der Touristinformation, Am Alten Schloss, Tel. 07251/5059460, sowie den Buchhandlungen Baier, Braunbarth und Am Kübelmarkt. Reservierungsmöglichkeiten bestehen bei der Stadt Bruchsal, Hauptamt, Abt. Kultur, Campus 2, Telefon 07251/79380, sowie online über www.jazzclub-bruchsal.de.
Pressestimmen:
Hypnotische Strahlkraft
„Überhaupt Timna Brauer: weich und fließend wie ihre bodenlangen roten Gewänder und zugleich schwer wie dicke Samt präsentierte sich ihre Stimme mit einer hypnotischen Strahlkraft, mit der diese zierliche Frau das Publikum einer Schönen aus Tausendundeiner Nacht gleich zu betören verstand. Dass sie selbst schwierigste orientalische Melodien mühelos zu bewältigen schien - inklusive der spitzen, trillernden Schreie der Beduinenfrauen, hat Timna Brauer gewiss nicht allein ihrer fundierten klassischen Gesangausbildung zu verdanken, sondern sicher auch den prägenden Einflüssen ihrer Mutter, deren Familie einst aus den Jemen nach Israel einwanderte."
Die Rheinpfalz
Grazie, Anmut und Echtheit
„Immer wieder vermitteln intelligent eingebaute Spannungsbögen zwischen Besinnung und Schwung die ideale Grundlage für die wandelbare Stimme von Timna Brauer. Mit unglaublicher Bühnenpräsenz ausgestattet, tanzt sie leichtfüßig von einer Welt in die andere. Ob melancholisch oder temperamentvoll - was bleibt, ist Grazie, Anmut und Echtheit."
Rhein Zeitung Koblenz
Lauter gelungene Fusionen
„Nichts an dieser Fusion wirkt gesucht oder gar gekünstelt; wird sie doch auch von älteren jüdischen Konzertbesucherinnen und Besuchern als ergreifende Interpretation ihres Vaterunser empfunden. Dass jüngere Zuhörerinnen und Zuhörer, die Timna Brauer aus der Jazzszene (1988 ist sie am gleichen Abend wie Miles Davis und Herbie Hancock in Montreux aufgetreten) kennen und zur jüdische Tradition keine Affinität haben, das gleiche Lied wegen seiner spannenden musikalischen Kombination bejubeln, sagt über die Qualität der Sängerin und ihrer Mitmusiker eigentlich alles."
Der Bund
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