Taktische Spielchen verhindern Platzbenennung

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Darf 65 Jahre nach Kriegsende ein innerstädtischer Platz nach einem vertriebenen jüdischen Bruchsaler Mitbürger benannt werden? Bericht aus der Gemeinderatssitzung vom 22. Juni 2010
Dienstag, 22. Juni 2010 - 23:04

Im Rahmen des Tagesordnungspunktes fünf wurden Straßen- und Platzbenennungen in der Bruchsaler Innenstadt dem Gemeinderat zur Diskussion und zur Entscheidung übergeben.

Die Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bemerkte zur Einleitung, dass es in der Bruchsaler Bevölkerung große Diskussionen gab zu diesem Thema, die jedoch zunächst gar nicht bei der Stadtverwaltung ankamen. Nachdem die Stadtverwaltung diese Diskussionen aufnahm, wurden die verschiedenen Vorschläge in ihrer historischen Dimension rathausintern diskutiert.

Als Ergebnis der internen Diskussionen wurde in den Gemeinderat als Vorschlag gegeben: Die Straße hinter der Stadtkirche (zwischen SEPA und Stadtkirche) soll mit dem Straßennamen „Anton-Heuchemer-Straße" benannt werden. Der Platz bei der Anton-Wetterer-Straße (zwischen Stadtkirche und Betten-Mangei) soll „Bawett-Ihle-Platz" heißen. Diese Bezeichnung passe inhaltlich zur geplanten Wochenmarktausdehnung; Bawett (Barbara) Ihle habe dort früher Obst und Gemüse verkauft.

Für den Platz bei der Josef-Kunz-Straße (zwischen SEPA und Sparkasse) wurde von der Stadtverwaltung der Vorschlag „Otto-Oppenheimer-Platz" gemacht, wobei die Oberbürgermeisterin darauf hinwies, dass viele Vorschläge für diesen Platz eingegangen seien, neben "Otto-Oppenheimer-Platz" auch "Marienplatz", "Bawett-Ihle-Platz" oder "Kirchplatz". Die Verwaltung habe sich aber aufgrund der Bruchsaler Historie auf den Namen "Otto-Oppenheimer-Platz" fokussiert. Nach ihrer persönlichen Meinung wäre ein für Bruchsal spezifischer Name richtig, daher favorisiere auch sie, Frau Petzold-Schick, den Namen „Otto-Oppenheimer-Platz". Wichtig sei ihr auch, dass die Platzbenennung nicht in politischer Kontroverse münde, daher wolle sie zunächst die Meinung der Fraktionen einholen.

Als erster ergriff der Fraktionsvorsitzende der CDU, Matthias Holoch, das Wort. Er erklärte, dass die Bezeichnung "Anton-Heuchemer-Straße" in Ordnung wäre, mit der Bezeichnung „Bawett-Ihle-Platz" habe er jedoch so seine Probleme, da Benennungen von Straßen oder Plätzen normalerweise an Lebensleistungen festgemacht würden. Bei „dieser Dame" sehe er aber die „wesentliche Lebensleistung" darin, dass sie "weiblich" gewesen sei. Er stimme aber trotzdem zu, wolle aber Babett als Vornamen und nicht Bawett.

Zum Vorschlag „Otto-Oppenheimer-Platz" führte Holoch aus, dass die CDU vor Jahren schon beantragt habe, die damalige Strasseranlage (heute Europaplatz) in "Otto-Oppenheimer-Platz" umzubenennen, um die Leistung dieses Menschen und seiner Familie zu würdigen. Der Platz zwischen SEPA und Sparkasse solle jedoch nicht nach Oppenheimer benannt werden, da dieser Platz sehr klein sei und daher inadäquat. Er schlug vor, vielleicht eine Straße im Oberen Weiherberg (Neubaugebiet) nach Otto Oppenheimer zu benennen. Den Namen "Marienplatz" halte er für sinnvoll, weil dies eine häufige Bezeichnung sei. Als Alternative bot er die Überlegung an, dem Platz gar keinen Namen zu geben, „die Bruchsaler werden sich schon selbst einen Namen ausdenken."

Ernst-Friedrich Schäfer von der SPD-Fraktion stimmte vorbehaltlos der Bezeichnung "Anton-Heuchemer-Straße" zu. Er kritisierte Matthias Holoch dahingehend, dass dieser mit dem geplanten Namen „Bawett-Ihle-Platz" wohl gerade deswegen nicht zurecht komme, da es nach Holochs Ansicht bei der Namenswahl offenbar keinen anderen Grund gab als das Geschlecht der zu Ehrenden. Auch Schäfer plädierte für Babette anstelle von Bawett. „Keinen Zweifel" habe er an der Benennung des Platzes nach Babette Ihle, das Thema Marktfrau biete sich gerade zu an.

Zum Thema "Otto-Oppenheimer-Platz" fragte Ernst-Friedrich Schäfer provokant zu einem „Marienplatz" zwischen einem Finanzplatz (Sparkasse) und einem Handelshaus (SEPA): „Fühlt sich eine Maria dort wohl?" Ernst-Friedrich Schäfer strich nochmals die Verdienste von Otto Oppenheimer und dessen Familie heraus und zitierte aus dem letzten Brief von Otto Oppenheimer an den Vorsitzenden der Bruchsaler GROKAGE: „Und dass unser geliebtes Brusel trotz aller Nöten dieser jetzigen furchtbaren Zeit wieder aufblühen möge, wie damals vor fünfzig Jahren." Er führte weiter aus: „Otto Oppenheimer ist im Herzen angekommen und muss im Herzen der Stadt angesiedelt werden."

Roland Foos von den Freien Wählern unterstrich, dass es sowohl mit dem Namen „Bawett-Ihle-Platz" als auch „Anton-Heuchemer-Straße" Einigkeit mit den Vorrednern gäbe.

Zu Otto Oppenheimer sagte er, dass dieser Tuchhändler war, quasi Vorgänger der Firma Mangei. Er gebe seinem Vorredner Schäfer Recht, dass er sich einen "Marienplatz" anders vorstelle. Und weiter: „die Kirche kann Bruchsaler Bürger vertragen, die zum Gemeinwesen beigetragen haben."

Für die FDP sagte Armin Rupalla, dass er der Vorlage der Stadtverwaltung vollinhaltlich zustimme.

Ruth Birkle von den Grünen/Neuen Köpfe sagte in ihrer Replik zu den Ausführungen von Matthias Holoch, dass sie bei Ansatz der von Holoch aufgestellten Leistungskriterien auch bei Maria ein Problem sehe. Eine Benennung des Platzes nach Otto Oppenheimer finde sie wichtig, da hierdurch auch die Erinnerung an die Vertreibung Bruchsaler Juden thematisiert werde. Allerdings gefalle ihr die Bezeichnung „Oppenheimerplatz" besser, da dadurch die Leistungen der ganzen Familie Oppenheimer gewürdigt werde.

Valentin Gölz von der CDU meldete sich mit einem von ihm so genannten „Lösungsversuch" zu Wort. Nach seiner Ansicht solle das Andenken bewahrt werden, er habe keine Probleme mit der Bezeichnung "Oppenheimerplatz".

Die Oberbürgermeisterin wollte nun die Abstimmung über "Anton-Heuchemer-Straße" und "Babette-Ihle-Platz" veranlassen. Armin Rupalla von der FDP brachte an dieser Stelle mit der Begründung, dass sich eine eindeutige Mehrheit für alle anstehenden Benennungen andeute, den Geschäftsordnungsantrag ein, dass doch über alle drei Bezeichnungen abgestimmt werden könne und es weder geboten noch zweckmäßig sei, die Entscheidung über den „Otto-Oppenheimer-Platz" zu vertagen. Er sähe keinerlei Sinn darin, hierüber „in der nächsten Sitzung erneut eineinhalb Stunden zu diskutieren".

Hierdurch sah sich Oberbürgermeisterin Petzold-Schick veranlasst, eine Sitzungsunterbrechung ins Spiel zu bringen, um sich „mit den Fraktionsvorsitzenden angesichts getroffener Vorabsprachen abzustimmen." Etwas heftiger fiel die Reaktion bei Matthias Holoch aus, der in Richtung Rupalla giftete, es bedürfe „keinerlei Vorabsprachen" mehr, wenn man sich nicht daran hielte.

Zur Unterbrechung kam es nicht, wenn auch unterschiedliche Interpretationen zu der Vorabstimmung der Fraktionsvorsitzenden geäußert wurden. So lautete beispielsweise die Deutung der Fraktionsvorsitzenden der Grünen/Neuen Köpfe, Frau Ruth Birkle, dass abgesprochen worden sei, die betreffende Abstimmung auszusetzen, wenn „keine eindeutige Tendenz" erkennbar sei.

Oberbürgermeisterin Petzold-Schick, die sich in dieser Situation sichtlich unwohl fühlte, fand schließlich den Weg ins Verfahren mit der Bemerkung zurück, dass dem „Geschäftsordnungsantrag von Herrn Rupalla nicht ausgewichen werden" könne. Die daraufhin folgende Abstimmung zum Verfahren führte mit knapper Mehrheit zu einer Vertagung der inhaltlichen Abstimmung über die Platzbenennung.

Bei der Abstimmung über die "Anton-Heuchemer-Straße" sowie den "Babette-Ihle-Platz" gab es keine Enthaltungen und keine Gegenstimmen.

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Kommentare

Vertagen bis Pfingsten 2011?

Nach dem Motto: "Herr, schmeiß' Hirn ra!"

Was wollen - nein müssen - wir von diesem Gemeinderat samt Chefin erwarten - oder befürchten? - wenn wirklich mal schwierige Entscheidungen anstehen?!

Da war sie

- und ist schon wieder weg. Effektlos. Die Chance nämlich für die CDU-Fraktion Bruchsal, politische Größe zu zeigen.

Und was ist passiert?

Allein um eine Abstimmungsniederlage (wie buchstabiert man das??) zu vermeiden und den Eindruck der längst nicht mehr gegebenen Lufthoheit im Gemeinderat ja nicht anzutasten, zieht sich die CDU-Fraktion auf taktische Spielchen zurück und beruft sich - fernab jeder inhaltlichen Argumentation - auf "Vorabsprachen zum Verfahren". Und das nur, um ihre Reihen zu ordnen und nicht unversehens auf dem "Marienplatz" im Regen zu stehen.

"Marienplatz" im Übrigen deswegen, weil - sinngemäß - der Platz so "unbedeutend" sei und daher ja einen Allerweltsnamen haben könne. Ha!

So unbedeutend gar, dass er dem als hochbedeutend schon vor Jahren ausgemachten Otto Oppenheimer unwürdig und diesem nur eine Straßenbenennung im Oberen Weiherberg - fernab vom Stadtkern - angemessen sei. Mag er doch dort in der Nachbarschaft von Ludwig Marum in der Silberhölle mit diesem weiterhin der Vergessenheit anheimfallen. Ha ha!

Sollten Sie jemals einer durchsichtigeren Argumentation begegnet sein, melden Sie sich bei mir . Ich sammle sowas.

Aber nicht zum Spaß, das dürfen Sie mir glauben.

B. Brecht:

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem es kroch ...

Es hört nicht auf

Was soll aus der CDU Bruchsal wohl noch werden. Es geht gerade so weiter, wie schon in den letzten Monaten.Nichts wie unqualifiziertes "Rumgemäkel", nur weil man nicht zugeben will, dass andere mit dem Namen "Otto-Oppenheimer-Platz" einen in der breiten Mehrheit der Bevölkerung konsensfähigen Vorschlag gemacht haben. Da is nix mit Neuanfang, wie der neue CDU-Vorsitzende Uli Klumpp meint. Es geht gerade so weiter. Meine Herren von der CDU: Hören Sie damit endlich auf!! Geben Sie den 11 Vereinen des Narrenrats Brusl endlich ihren Platz! Gruß vom Till

Bruchsal wie es leibt und lebt

Unglaublich - ist der Neuanfang schon dahin?  (Neuer Sch...haufen...)

"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen - den Vorhang zu und alle Fragen offen" (B.Brecht - Epilog aus "der gute Mensch von Sezuan")

Das ist einmal mehr beschämend...

Das ist einmal mehr beschämend was sich "dieser Herr" Holoch da geleistet hat. Man kann wirklich nur den Kopf schütteln über so viel Ignoranz, Überheblichkeit und verfehlte Selbstdarstellung. Aber von ihm war wirklich nichts anders zu erwarten, auch wenn ihn einige Leute als den Hoffnungsträger der CDU ansehen/angesehen haben. Den einzigen Hoffnungsträger bei der CDU sehe ich in Ulrich Klumpp, dieser Mann schafft Vertrauen und hat das Potential etwas zu bewegen und zum Wohle der Stadt zu erreichen, Herr Holoch soll besser Gerüste stellen oder Segway fahren. Mit diesem Auftritt in der Gemeinderatssitzung gestern Abend hat sich Holoch völlig disqualifiziert und hoffentlich erfahren seine Wähler davon, das sollte dieses Problem dann in 4 Jahren lösen helfen - zum Wohle der Stadt und der Reputation ihres Gemeinderates. Was mich allerdings sehr enttäuscht hat, war die bis auf wenige Ausnahmen (Danke Herr Gölz und mit Einschränkung auch Skibbe) wieder herrschende "Fraktionsdisziplin". Die CDU Fraktion scheint kein Problem damit zu haben, eine bürgerschaftliche Aufbruchsbewegung mit einer kleinen Abstimmung zunichte zu machen... Wo sind denn die Damen und Herren der CDU Fraktion, die unabhängig den Willen ihrer Wähler vertreten? Und sagen sie mir nicht, der Willen der CDU Anhänger spiegelt sich im "Marienplatz" wider, das wäre nämlch belegbarer blanker Unsinn. Es zeigte sich also wieder erneut -wie schon in den letzten Jahrzehnten- daß die CDU Gemeinderatsfraktion ein reiner Abnickclub ist und sich auch nach 2009 und allem was passiert ist, NICHTS, aber auch garnichts geändert hat. Schade...

war das eine

war das eine Gemeinderatssitzung oder eine Stunde im Kindergarten ?

Eine Frage, Herr Holoch,

Eine Frage, Herr Holoch, warum haben Sie eine Abstimmung über den Namen „Otto-Oppenheimer-Platz“ so vehement verhindert, trotzdem die Meinungen der Fraktionen klar im Gemeinderat geäußert waren? Warum haben Sie so stur auf „Vorabsprachen“, die von Ihnen übrigens wohl anders interpretiert wurden als von den anderen Fraktionen, beharrt?

Übrigens noch etwas Herr Holoch. Ihre Bemerkung, Babette Ihle könne keine Lebensleistung vorweisen außer, dass sie weiblichen Geschlechtes sei, finde ich schon sehr übel.

Babette Ihle war Bäuerin, Unternehmerin, Stadtverordnete, Dichterin und eine Frau, die ihre Geschwister groß gezogen hat, eine Frau, die in ihrer Zeit als Vorreiterin der Emanzipation gelten kann. Was müssen Frauen denn noch alles leisten, um nicht nur als von „Geschlecht weiblich“ abgetan zu werden. Sie Herr Holoch gehören einer Partei an, die nicht müde wird, die Familie als höchstes Gut der Gesellschaft zu benennen. Grundstein dieses Familienbildes ist noch die Frau, die die Kinder erzieht, ihrem Mann den Rücken frei hält, damit dieser Karriere machen kann, die den Haushalt führt und noch Teilzeit arbeitet. Was nun? Ist dies eine Lebensleistung oder einfach nur "Geschlecht weiblich"?

Und zum Schluss - wie kann sich eine Fraktion (Herr Gölz ausgenommen) hinter der fadenscheinigen Begründung, der neue Platz wäre zu klein für eine Otto-Oppenheimer-Benennung, verstecken? Was sind ihre wahren Gründe?

Ursula Schott

Gemeinderatssitzung im Jahr

Gemeinderatssitzung im Jahr 2040...

Heute wurde die Benennung einer Straße in Bruchsal in "Matthias Holoch Str." von Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt, da dessen wesentliche "Lebensleistung" als "CDU-Mitglied im Gemeinderat" dafür nicht ausreicht.

Man erwarte für solch eine Ehrung schon etwas mehr an Gegenleistung als nur "dagegen" gewesen zu sein, weil Andere "dafür" waren.

Herr Holoch + Eugen Roth

Neues Leiden (Anm.: leider schon "Altes Leiden)

Kopdschüttelfrost stellt leicht

sich ein,

Sagst du zu allem eiskalt

"Nein"!

reinhard spiegler

 

Aufblühendes Bruchsal

Es wäre zu wünschen, dass die Benennung des Platzes nach Otto Oppenheimer im Konsens aller politschen im Gemeinderat vertretenen Gruppen Bruchsals stattfindet. Frei nach Otto Oppenheimer: „ dass unser geliebtes Brusel trotz aller Nöten dieser jetzigen furchtbaren Zeit wieder aufblühen möge, wie damals....."

Das wäre ein Zeichen für einen echten Neuanfang.

Michael Vettermann


Böser Herr Holoch

Offensichtlich war es dem Gemeinderat nicht möglich, sich sachlich und produktiv der eigentlichen Thematik zu widmen.

Ebenso gelingt dies auch vielen Kommentierern zu diesem Artikel nicht.

Ein sehr interessanter Artikel, welcher sicherlich auch teilweise subjektive Wahrnehmungen und Sichtweisen beinhaltet, wird zum Anlass genommen, Herrn Holoch in fast beleidigender Weise anzugreifen. Die Unzufriedenheit der Leser wird nicht auf die eigentliche Thematik, sondern gänzlich auf Herrn Holoch projieziert, der bekanntermaßen gerne mal "Nein" sagt, was ihn gerade in der CDU in Vergangenheit wertvoll machte, bzw. welcher oftmals Hoffnung für diesen Ortsverband aufkommen ließ.

Tatsächlich ergab es einen Mehrheitsbeschluss für die Vertagung. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Herr Holoch nicht allein hierfür den Ausschlag gab.

Dass der Beschluss eine weitere Posse darstellt, steht wohl außer Frage.
Den Unmut ausschließlich an Herrn Holoch auszulassen, erscheint mir sachwidrig.

Aufblühendes Bruchsal

Den Worten von Herrn Vettermann kann ich und noch viele andere Bruchsaler nur vorbehaltlos zustimmen.

Diese Zustimmung sollte sogar bis zur Holoch-CDU vordringen.

reinhard spiegler

 

 

Herr Holochs Allgemeinwissen

...weist im Hinblick auf Babette Ihle ziemliche Löcher auf. Ich kann Frau Schott nur zustimmen und möchte zusätzlich auf einen Artikel in bruchsal.org sowie in Wikipedia verweisen.

http://www.bruchsal.org/story/eine-interessante-frauengestalt-der-stadtg...

http://de.wikipedia.org/wiki/Babette_Ihle

Vielleicht hilft's ja dem einen oder anderen Gemeinderat bei seinen Wissenslücken - sollte er sich hierher verirren. Eigentlich wäre ein vorheriges Informieren ja auch nicht schlecht, aber das ist wohl zuviel verlangt.

 

Hallo Karl S., die Vertagung

Hallo Karl S.,

die Vertagung hätte zwar für sich alleine genommen schon Unfug dargestellt, da es wohl offensichtlich bereits eine Mehrheit gab, aber ich glaube nicht, dass man diese Herrn Holoch alleine zum Vorwurf macht.

Viel "Bemerkenswerter" sind sein "Begründungen" und soweit ich die Beiträge hier lesen, heben alle Kommentare darauf ab, weniger auf die Vertagung.

Babette Ihle sollte die Strasse nicht genannt werden, weil ihr einziges Lebenswerk das war, eine "Frau" zu sein...

Der Platz vor der SEPA sollte Marienplatz genannt werden oder garkeinen Namen bekommen... nach dem Motto: Nimmst du nicht "Marienplatz" bekommste garnix!

Nach Otto Oppenheimer kann man den Platz auch nicht benennen... der ist zu klein für so eine bedeutende Persönlichkeit... dann lieber einen Platz weit ausserhalb, damit die "Bedeutung" besser zum tragen kommt...

Sorry, haben sie die Kommentare gelesen oder sich an der Überschrift festgemacht?

 

Peinliches Rumlavieren

Welches Problem hat der Gemeinderat mit dem Namen "Otto-Oppenheimer-Platz", das man sogar einen nichtsagenden Allerweltstitel wie "Marienplatz" ins Kalkül mit einbezieht?
Liegt es daran, daß Otto Oppenheimer Jude war? Hat der Mann sich nicht genügend verdient gemacht?

Man könnte ein Signal mit dieser Namensgebung setzen. Nämlich daß die in Deutschland zum Teil seit Jahrhundert lebenden Juden nicht nur Juden waren, sondern auch Deutsche. Und in Fall von Otto Oppenheimer auch noch ein echter "Brusler".

Ein Großteil der Bevölkerung scheint, was man so auf der Strasse hört, hinter dem Namen zu stehen. Und auch hier scheint des Volkes Seele mehr im Hier und Jetzt zu sein, als daß man dies von unseren "Regierenden" annehmen dürfte.

Um es einfach und deftig auf den Punkt zu bringen. Bei dem ein oder anderen Gemeinderat könnte man den Eindruck bekommen, als regierte bei selbigen nicht der gesunde Menschenverstand, sondern es handele sich schlicht und ergreifend um kleinkarierte, uncouragierte Sesself.......!

Ich glaube, dass es weder um

Ich glaube, dass es weder um die Namensgebung des Platzes, noch ob Otto Oppenheimer ein Jude oder ein deutscher Brusler war, sondern, wie kann die Gemeinderatsfraktion der CDU sich erdreisten, gegen Ihren Fraktionsvorsitzenden Herrn Holloch zu stimmen bzw. eine andere Meinung zu haben.

Genau dies ist der Grund für manch seltsame Entscheidungen in der Politik. Siehe SEPA, Hotelsteuer ect. pp. Mein Vorschlag für das nächste Unwort des Jahres ist „Fraktionszwang".

Nach Artikel 38 Absatz 1 Satz 2 Grundgesetz sind die Abgeordneten „Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen".

Für was setzte ich mich vor der Gemeinderatswahl hin und achtete akribisch darauf, dass ich auf meinem Stimmzetteln nicht zu viele Zahlen eintrug. Weil ich möchte, das Diejenigen im Gemeinderat sitzen, die meiner Meinung nach, das Herz an der richtigen Stelle haben und weder auf den Kopf noch Mund gefallen sind.

Den letzten Absatz von Herrn Antermann kann ich genauso übernehmen. 

„Um es einfach und deftig auf den Punkt zu bringen. Bei dem ein oder anderen Gemeinderat könnte man den Eindruck bekommen, als regierte bei selbigen nicht der gesunde Menschenverstand, sondern es handele sich schlicht und ergreifend um kleinkarierte, uncouragierte Sesself.......!"

Kleinkariert

Das ganze Prozedere um die Namensgebung des neuen Platzes ist schlicht und einfach "kleinkariert" und passt nahtlos in die langjährige Bruchsaler Tradition. Leider. Kabarett live!!!!

KLEINKARIERT?

Ich denke ja schon seit langer Zeit, hier im Dorf überholt die Realität die Satire. Jedoch, es hat erste Anzeichen einer Veränderung.
Wenn meine Lesebrille richtig saß, entnahm ich heute morgen der Bruchsaler Rundschau, es gäbe für die "Platz"benennung weiterhin die Option "Oppenheimer". Das ganze Gefilze drumherum erspare ich mir hier lieber. Ich weise stattdessen auf einen mir wichtigen Punkt hin:
Bernd Hein bezeichnet das Prozedere um die Platzbenennung als "kleinkariert", womit er dem Anschein nach recht hat. Was jedoch neu ist im Dorf: Es gibt eine Lupe, die erlaubt, gewisse Vorgänge für jedermann sichtbar zu machen. Diese Lupe heißt bruchsal.org und das sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Vorgänge, sonst vor der Öffentlichkeit von unserer Monopolpresse sorgsamst verborgen gehalten, bekommen mit dieser Lupe plakathafte Dimensionen.
Wo früher feinste Fäden unsichtbar gesponnen wurden, gibt es heute eine wirkliche Chance, diese unübersehbar der Öffentlichkeit vorzuführen. Im Vorfeld politischer Entscheidungen den Handlungsträgern auf die Finger zu schauen, und zwar so, dass es ihnen bewusst ist, kann nur die Weiterentwicklung einer demokratischen Politikkultur befördern. Hier in Bruchsal beginnt sich wohl etwas zu entwickeln...

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft

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... und sie empfing vom Heiligen Geist.

In dieser glücklichen Position ist, nimmt man jedenfalls den Gnadenstatus im Zusammenhang mit der noch ausstehenden Platzbenennung in der Innenstadt, die Bruchsaler Stadtspitze offensichtlich nicht.

Doch muss man dem seinerseits mit Gnade begegnen, bleiben die per reitender Botin aus dem neuerdings wieder benachbarten Vinzentiushaus ein- bis aufdringlich übermittelten Einflüsterungen doch in der Inspirationsqualität deutlich hinter den Ratschlüssen des Heiligen Geistes zurück.

Kleingeistige Versuche eher, sich mit dem himmlischen Personal zu messen: Gibt es doch auch keinerlei Indiz dafür, dass die Gottesmutter in Jahrhunderten, die ihr die Stadtkirche bereits geweiht ist, sich eifersüchtig darauf gezeigt hätte, dass sich davor nicht auch noch ein Marienplätzchen ausbreitet. Gleiches gilt und galt im Übrigen auch für die Bruchsaler Bevölkerung, denn wem sollte aufgefallen sein, dass vor den gerade zurückliegenden paar Monaten ein Marienplatz schmerzlich vermisst worden wäre?

Dies trifft allem Anschein nach nur für neue Bewohner des Vinzentiushauses zu, mit deren mystischem Selbstverständnis sich offenbar die Befürchtung nicht verträgt, beim Blick aus dem Fenster auf einen Oppenheimer-Platz möglicherweise Tag für Tag das Frühstücksbrötchen quer im Hals zu haben. Umso mehr, als dem Vernehmen nach das zugehörige Laiengremium den vermeintlich vergifteten Bissen schon unproblematisch geschluckt hat, um im Bild zu bleiben.

Mit einer Ausnahme freilich. Und so steht die unselige Botin weiterhin ebenso beharrlich wie hindernd zwischen - nein, nicht göttlichen, aber jedenfalls gedeihlichen - Ratschlüssen, die der Verwirklichung schon so nah geschienen hatten....

Finster ist...

... nicht nur seiner Rede Inhalt - doch nein - standen da nicht kürzlich Möbelwagen in der Wilderichstraße...?

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