Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe gibt es seit 15 Jahren

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Wertvoller Beitrag für den Umwelt- und Naturschutz
Dienstag, 17. Mai 2011 - 13:19

Kreis Karlsruhe. 15 Jahre ist eigentlich kein besonderes Jubiläum. Gleichwohl wurde es bei der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V. am vergangenen Montag, 16. Mai, gebührend gefeiert.

Wer kennt sie nicht ? Die leckeren Obstsäfte sind die bekanntesten und beliebtesten Botschafter der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe.

Wer kennt sie nicht ? Die leckeren Obstsäfte sind die bekanntesten und beliebtesten Botschafter der Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe.

"Die Streuobstinitiative lässt sich mit einem herkömmlichen Verein nicht vergleichen", unterstrich Landrat Dr. Christoph Schnaudigel den einzigartigen Charakter der Initiative bei einer Feierstunde auf dem Untergrombacher Michaelsberg. Er erinnerte daran, dass der Landkreis den Impuls zur Erhaltung der Streuobstwiesen gegeben hatte, als Mitte der 90er Jahre immer mehr der für unsere Kulturlandschaft so typischen Biotope aufgegeben bzw. mangelhaft gepflegt wurden.

Zu einer Erfolgsgeschichte gemacht hatte es aber die damalige Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege mit ihrem Mitarbeiter Hans-Martin Flinspach; er setzte früh darauf, möglichst viele Mitstreiter für die gute Sache zu gewinnen. Die Idee war einfach: nachdem es für selbst erzeugtes Obst keinen angemessenen Preis gab und damit jeglicher Anreiz fehlte beschlossen die Vereinsgründer, selbst für ein Angebot zu sorgen. 30,- DM wurde für den Doppelzentner Äpfel aus ungespritzter und kunstdüngerfreien Produktion geboten - deutlich mehr als der damalige Marktpreis. Über eine offensive Werbung und Vermarktung in Kooperation mit lokalen Anbietern gelang es, die gesunden und leckeren Säfte als regionale Spezialität an den Mann zu bringen, erinnerte Hans-Martin Flinspach an die Anfänge.

Dass die Initiative dauerhaft Bestand hatte war auch der Strategie zu verdanken, die Palette an Produkten und Angeboten stetig zu erweitern. So war neben dem Apfelsaft schon bald auch Birnensaft im Angebot, es kam ein Direktsaftschorle und ein Apfel-Zwetschgen-Saft dazu, jüngste Kreation ist ein Apfel-Mango-Saft mit Mangomark aus fairem Anbau von den Philippinen.

Zahlreiche Aktionen von den beliebten Obstbaumaktionen, innerhalb derer bereits über 10.000 Bäumchen ausgegeben wurden, über Baumschnittkurse bis hin zum Aufbau einer funktionierenden Pacht- und Grundstücksbörse runden die Aktivitäten des Vereins ab, der sich aus einer kleinen Schar von 35 Gründungsmitgliedern zu einer kreisweiten Bewegung mit heute 29 Kommunen, 24 Natur- und Umweltschutzvereinen sowie 180 Einzelpersonen entwickelt hat. Dementsprechend stieg die Fläche von anfänglich 30 auf heute 135 Hektar, was Landrat Dr. Christoph Schnaudigel als wertvollen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz anerkennend würdigte.

Viel Lob gab es auch von den Mitgliedern. Die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, die für alle Kommunen sprach sah in der Streuobstinitiative die Maxime "Global denken - lokal handeln" in Idealform verwirklicht, weshalb die Städte und Gemeinden es gerne sehen wenn Flächen auf ihren Gemarkungen in Zusammenarbeit mit der Streuobstinitiative qualitätvoll bewirtschaftet werden. Für die Mitgliedsvereine sprach Thomas Adam. Er gehört selbst zu den Gründungsmitgliedern und lobte die integrierende Leistung; die Streuobstinitiative habe die Szene an Natur- und Umweltschutzvereinen und -verbänden geeint, aber nicht vereinnahmt. Als sanfter Dachverband sei sie ein Erfolgsgarant für eine naturnahe Bewirtschaftung der landschaftsprägenden Streuobstwiesen und mit dafür verantwortlich, dass der Umwelt- und Naturschutz im Landkreis eine herausragende Rolle spielte.

Den Festvortrag hielt Jürgen Krenzer. Als Vorsitzender der Rhöner Apfelinitiative, Retter des Rhönschafes, innovativer Gastronom und Motivationsexperte gab er den über hundert Gästen, darunter Abgeordnete aller Parteien und eine große Zahl von OberbürgermeisterInnen und BürgermeisterInnen viele Anregungen und Anstöße, wie das Thema regionale Produkte aufgegriffen und voran gebracht werden kann. Gleichzeitig nahm er die Entscheidungsträger in die Pflicht in ihrem Einflussbereich mehr auf die Nutzung regionaler Produkte zu achten. Vorsitzender Hans-Martin Flinspach ergänzte, dass man mit Äpfele auf dem Rats- oder Küchentisch seine Einstellung zur Landschaft demonstrieren könne. Billigsaft komme teuer zu stehen, da kein Cent in der Kulturlandschaft ankomme. Er rief deshalb zum gemeinsamen Handeln auf, da die Streuobstwiesen gerade in Baden-Württemberg heimatliche Identität bedeuten.

Neueste Aktivitäten der Initiative ist die Unterstützung des Steinkauzes, des Patenvogels des Landkreises der landesweiten Aktion 111-Arten-Korb sowie die Unterstützung und Förderung der Wildbienen, denen nach dem allgemeinen Rückgang der Imkerei für das Bestäuben der Obstbäume eine verstärkte Rolle zukommt.

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