Das Steigerwald-Kreuz wird wieder aufgestellt

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Montag, 28. Juni 2010 - 10:26

Steigerwaldkreuz

Historisches Foto (nach 1986) von einer Flurprozession am Steigerwald-Kreuz aus der Ära von Peterspfarrer Manfred Diewald und seinem jungen Hofpfarreikollegen Edgar Neidinger. Um möglichst viele Teilnehmer trotz naher B 35 akustisch zu erreichen, benutzte man ein tragbares Megafon. Ein Messdiener hält das Wetterkreuz für die Flursegnung bereit. Foto © Stefan Schuhmacher

Das Steigerwald -Wegekreuz, ein christliches Bruchsaler Kleindenkmal, das an den Unfalltod eines Obergrombacher Bürgers im 18. Jahrhundert erinnert, stand ursprünglich an einer Weggabel am Südende des Gewannes Silberhölle (auch Silberhelde), kurz vor dem Beginn der Obergrombacher Hohle und dem Langentalweg. Die Bauern auf ihren Fuhrwerken lüfteten beim Vorbeifahren ihre Kopfbedeckungen und viele Spaziergänger oder Wanderer bekreuzigten sich beim Anblick des Glaubenszeichens. Es stellte eine Art Marterl dar. Eine Tafel auf der Sockelfront gab nicht nur den Grund der Errichtung an, sondern nannte auch Jahreszahlen und den Sponsor: "Michael Steigerwald von Obergrombach ist hier im Jahr 1775 zu Tod gefallen. Betet für ihn ein Vaterunser. Errichtet durch H. Goßlar, Kaufmann, im Jahr 1836. Renovirt durch Gutthäter."

Bei der Umwandlung der Silberhölle zum Neubaugebiet wurde das historische Mahnmal durch die Stadt Bruchsal vom angestammten Standort auf die gegenüberliegende Straßenseite des Zufahrtweges zu Gewannen wie Langental, Hirschmann, Hirschmannsgrund, Schweinsgrube und Arzet versetzt.

Steigerwaldkreuz

© Stefan Schuhmacher

Viele Jahre hatte es bisher schon als Haltepunkt der großen Flurprozession aller katholischen Bruchsaler Pfarreien gedient. Auch weiterhin wurde nach der Umsetzung dort lange bei der alljährlichen Bittprozession um eine gute Ernte ohne Unwetterschäden, dem Hauptanliegen aller Flurprozessionen, eine der vier "Stationen" abgehalten. Die Segnung von Flur und Ernte erfolgte jeweils mit dem sogenannten "Wettersegen", einem vergoldeten Kreuz der Peterspfarrei, das ein Ministrant mittrug.

Durch den Brückenneubau und die Anbindung der Baugebiete Weiherberg und Silberhölle-Eggerten an die Bundesstraße geriet das Kreuz buchstäblich ins Abseits. Gut 170 Jahre hielt das historische Denkmal aus. Dann wurde es bei den Baumaßnahme von einem Bagger angestoßen und zerbrach. Zwischenzeitlich lagerten die Trümmerteile und der massive Sockel auf dem Gelände vom Bauhof. Das Landesdenkmalamt wurde eingeschaltet. Nach Überprüfung stand fest, dass das altehrwürdige Wegkreuz saniert werden sollte.

Steigerkreuz

© Stefan Schuhmacher

Eine Gruppe interessierter Obervorstädter wollte das Kleindenkmal wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt haben. Das Bauamt war kooperativ. Nach der Restaurierung sollte es in unmittelbarer Nähe des ursprünglichen Standorts einen geeigneten Platz auf stadteigenem Grund finden. Der wurde gemeinsam gesucht und liegt an der verlängerten Friedhofstraße. In Kürze wird also das altehrwürdige Steigerwald-Kreuz aufgestellt. Der Sockel ist schon gegründet, platziert an der Weggabel beim Stichweg in den "Roßmarkt" zum Friedhof hin und dem Feldweg, der in die Engelsgasse mündet.

Stefan Schuhmacher

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