Eine starke Stadt für eine starke Bildung
Bruchsal (pa.). Bildung interdisziplinär ausrichten und durch Bildungsnetzwerken gemeinsam gestalten, darauf zielte das 1. Bruchsaler Bildungsforum am 19. November 2011 an der Joß-Fritz-Schule in Untergrombach. Der von Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick initiierte und von Hans-Jörg Betz, Rainer Rapp und der leitenden Schulamtsdirektorin Elisabeth Groß konzipierte Kongress hat damit den Nerv und die Interessen von Eltern, pädagogischem Personal und den Jugendleitern des Sports getroffen.
In insgesamt 20 Workshop-angeboten haben anschließend Psychologen, Mediziner, Ernährungs-wissenschaftler und Pädagogen die Bedeutung der Selbstregulationen auf verschiedenen Lebens- und Erfahrungsbereiche übertragen. Dieses praxis-relevante Workshopangebot verfolgt zwei Ziele, so Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick: „Erstens, sollen sie Wissen vermitteln, das sofort im Alltag umgesetzt werden kann. Zweitens, sollen die Workshops einen Rahmen bieten, um sich mit anderen Teilnehmer/-innen auszutauschen und zu vernetzten.“
In ihrer Eröffnungsansprache zitierte das Stadtoberhaupt eine alte chinesische Weisheit, die auch der Leitspruch des Bund der deutschen katholischen Jugend ist: „Wenn der Wind des Wandels weht, dann bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen“. Mit diesem Spruch erinnerte sie an schnell voranschreitende gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die auch Niederschlag im Bildungsaufbruch der Landesregierung gefunden haben und sich auch auf Bruchsal auswirken. Für das kommende Jahr kündigte Petzold-Schick die Erarbeitung einer Schulkonzeption für Bruchsal an, von der fast alle Schulen in irgendeiner Form betroffen sein werden.
Für Petzold-Schick „ist Bruchsal in der Bildung so breit aufgestellt, dass jede Herausforderung gemeistert werden kann.“ Da sich die Rahmenbedingungen jedoch grundlegend verändert haben, sind die klassischen Einrichtungen immer weniger alleine in der Lage Antworten auf komplexe Fragen und Aufgaben zu geben. „Deshalb ist dringend eine noch stärkere Vernetzung geboten“, betonte Petzold-Schick, die auch die zentrale Bedeutung von neuen Akteuren in der Bildungslandschaft in den Blick nahm und in diesem Zusammenhang auch die neue Bruchsaler Bildungsstiftung vorgestellt hat. Auch Elisabeth Groß vom Staatlichen Schulamt in Karlsruhe betont in ihrem Grußwort die „Rolle von Erziehungspartnerschaften“ für die Bildung und erinnerte an ein afrikanisches Sprichwort, wonach es ein ganzes Dorf brauche, um ein Kind groß zu ziehen. Genau diesem Thema sei das 1. Bruchsaler Bildungsforum mit dem Motto „Starke Kinder – Starke Gemeinschaft“ verpflichtet.
Im zweiten Teil des Bildungsforums untermauerte Staatssekretär Dr. Frank Mentrup aus dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport die Bedeutung von Bildungsnetzwerken aus landespolitischer Sicht: „Wir erachten es als etwas ganz besonderes, wenn sich Eltern, Pädagogen und Jugendleiter einen ganzen Samstag treffen und zum Thema Bildung austauschen“, lobte Mentrup die Bruchsaler Bildungsakteure und erinnerte zugleich daran, dass Schulentwicklung zukünftig noch stärker interkommunal gedacht werden müsse. Der Staatssekretär nutzte seinen Vortrag aber auch, um einen aktuellen Überblick über den Bildungsaufbruch der Landesregierung zu geben, von dem alle Schularten und der Bereich der frühkindlichen Bildung berührt sind. Mit großem Detailwissen informierte er über die geplanten Weichenstellungen und lud die Zuhörer/-innen zu einer konstruktiv-kritischen Begleitung des Bildungsaufbruchs ein.
In der abschließenden Podiumsdiskussion, beantwortete der Vertreter des Ministeriums, Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick, der Präsident des Badischen Sportbundes Heinz Janalik, Hans-Jörg Betz und die Elternvertreterinnen Karina Merten und Kristina Noe die Fragen von SWR-Moderator Jürgen Essig und den Gästen im Publikum.
Zitate aus dem Podiumsgespräch:
Kristina Noe: „Der heutige Tag zeigt, wie wichtig Sport in der frühkindlichen Bildung ist. Ich hoffe, dass diese Botschaft angekommen ist irgendwann eine Stunde Sport pro Tag in Kindergärten angeboten wird.“
Karina Merten: „Beim Bildungsforum sind die Themen Bildung und Erziehung zusammen gekommen. Informierte Eltern sind gute Eltern.“
Heinz Janalik: „Familie muss in ein funktionierendes Netzwerk eingebettet sein.“
Hans-Jörg Betz: „Ich begrüße das Mitspracherecht, dass den Schulen im Rahmen des Bildungsaufbruchs eingeräumt wird, aber für meinen Geschmack kommt zu viel von oben.“
Petzold-Schick: „Ich freue mich, dass sich heute so viele Menschen versammelt haben, die Bildung nicht nur geschehen lassen sondern sich aktiv einbringen.“
Mentrup: „Ich gehe davon aus, dass der Wegfall der Grundschulempfehlung nicht zu großen Verwerfungen führen wird. Wenn die neue Anmeldezahlen jedoch vorliegen und Handlungsbedarf besteht, dann rufen Sie einfach im Ministerium an und wir suchen gemeinsam nach einer Lösung.“
Das 1. Bruchsaler Bildungsforum wurde musikalisch umrahmt von der Albert-Schweizer-Realschulband und der Hans-Thoma-Werkrealschule in Malsch. Finanziell und ideell unterstützt wurde der Bildungskongress von der Bruchsaler Bildungsstiftung. Die eggehead Medien GmbH hat die Gestaltung der Werbematerialien gesponsert.
Oberbürgermeisterin Petzold-Schick war mit der ersten Veranstaltung dieser Art in Bruchsal sehr zufrieden: „Das Bildungsforum hat den ganzen Tag großen Zuspruch gefunden. Die Initialzündung für eine engere Bildungszusammenarbeit ist geglückt. Die Impulse der Referenten und das Miteinander haben Lust auf eine starke Bildung gemacht.“
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