Stadtbahn Bruchsal- eine Kalkulation(sidee)

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Was könnte uns das Ganze tatsächlich kosten?
Donnerstag, 9. Dezember 2010 - 12:30

Wie oft wurde nun schon gefragt, was uns die Stadtbahn (so sie denn kommt) tatsächlich kosten könnte?

Leider gibt es von offizieller Seite nur extremst vage Zahlen zum Investitionsvolumen, zur Höhe eventueller Zuschüsse und rein gar nichts zu den Betriebskosten. Daher ein Versuch dies zu ändern:

Von den Entscheidern wird immer wieder nur auf die Standardisierte Bewertung verwiesen, welche dies (und einiges mehr) scheinbar objektiv ermitteln soll.

Richtig traurig wird das ganze aber erst dann wenn man mal nach Kritik zur standardisierten Bewertung sucht. Da findet man sogar Baureferenten, die feststellen, daß man einen Nutzen-Kosten-Faktor über 1 immer erreichen kann wenn man es möchte (Mobilitätsdrehscheibe Augsburg). Damit ist für mich die standardisierte Bewertung leider nur ein Feigenblatt um die Zuschüsse (welche auch von uns allen bezahlt werden) zu bekommen

Aber wieviel könnte uns die Stadtbahn denn tatsächlich kosten?

Ich habe mal nach Kalkulationen von verschiedenen Stadtbahnprojekten gesucht und versucht diese auf Bruchsal zu übertragen. Dies sind natürlich keine echten Planungszahlen, aber um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen dürfte es reichen. Wer hier Verbesserungsvorschläge oder gar Fehler findet kann sie mir gerne schicken!

Zuerst zur Strecke: Die kürzeste Streckenführung (Stadtbahn Einschleifung) ist auf Bruchsaler Gemarkung etwa 6,4km lang (vermessen mit Google-Earth).

Für diese Streckenführung kann keinerlei vorhandenes Gleismaterial verwendet werden, daher habe ich als Vergleichszahlen Hamburg und Heilbronn verwandt (Stadbahn Heilbronn und Hamburg). Diese kommen auf etwa 20 Mio €/km für die Strecke.

Bei einer Länge von 6,4km komme ich damit auf 128 Mio €. In den von mir gefundenen Projekten muß die Gemeinde 15% (siehe Stadtbahn Weyhe) davon bezahlen. Damit wären wir bei 19 Mio € für Bruchsal.

Kommen wir zu den Fahrzeugen: Jedes Fahrzeug kostet etwa 4 Mio € kostet(siehe Stadbahn Heilbronn und Hamburg).

Hier ist natürlich die Anzahl der Fahrzeuge der interessante Parameter. Nehmen wir an, die Fahrzeit von Endhaltestelle zu Endhaltestelle beträgt eine Stunde. Dann werden bei einer geplanten Taktfrequenz von 20 Minuten mindestens sechs Fahrzeuge benötigt. Bei der Taktung von 10 Minuten in Spitzenzeiten wären natürlich doppelt soviele Fahrzeuge notwendig- aber wir wollen ja nich gleich übertreiben.

Bei Kosten von 4 Mio €/Fahrzeug kommen wir dann bei 6 Fahrzeugen auf 24 Mio €, wobei hier üblicherweise (siehe Stadtbahn Wörth) die Anliegergemeinden 2/3 zahlen müssen. Nehmen wir also mal eine Gleichverteilung unter den Anliegergemeinden an(4 an der Zahl, oder liege ich da falsch?) bleiben für Bruchsal noch etwa 8% (entspricht ca. 2 Mio €)

Fassen wir die Investitionen zusammen:

Strecke 19 Mio €
Fahrzeuge 2 Mio €
Summe

21 Mio €

Dazu kommt noch der sogenannte Betriebskostenzuschuss. Falls die Strecke immer bestens besetzt wäre könnte dieser (wohl eher theoretisch) auf 0 fallen. Aber schauen wir uns auch da mal andere Strecken an (Stadtbahn Wörth, Stadtbahn Weyhe). Dort fallen pro km zwischen 15.000,- und 18.000,- € Betriebskostenzuschuss pro Jahr an. Damit komme ich bei den 6,4km auf Bruchsaler Gemarkung auf 100.000-120.000€ pro Jahr (gerundet).

Soweit meine Kalkulationsidee- auch ohne standardisierte Bewertung.

Wenn wir uns nun noch die Haushaltsrede unserer Oberbürgermeisterin anschauen (siehe Haushaltsrede OB) frage ich mich, wie man hier auch nur annähernd ernsthaft über eine weitere Planung nachdenken kann- daher ein Zitat aus dieser Rede:

In Anbetracht der genannten Zahlen ist es nicht einmal mehr nur das Wünschenswerte, was unterbleiben muss. Unsere Streichliste umfasst daher auch Maßnahmen, die eigentlich gemacht werden müssten.

Ebenso ist das Argument, daß es jetzt nur noch bergauf gehen kann und wir hier in 10-Jahres Abschnitten denken und planen müssen in Anbetracht der schon vorhandenen Pro-Kopf Verschuldung in Bruchsal (1305,-€/Kopf, Landesschnitt 926,-€/Kopf) beim besten Willen nicht mehr zu verstehen!

Nicht nur darum, sondern auch aus finanziellen Gründen:

Stadtbahn Bruchsal? Nein, Nein, Nein!


Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (9 Bewertungen)

Kommentare

Stadtbahnkosten

Geht man von den von Marco Ertel ermittelten Kosten pro km Trasse aus, so liegen die Gesamtkosten bei ca. 30 km Stadtbahntrasse bei 600 Mio EU. Die "Planer" gehen aber von 200 Mio aus, in der TV Diskussion im Schlachthof ist von 250 Mio gesprochen worden, 500 Mio wären aber auch nicht unrealistisch. Nun liegen wir schon bei 600 Mio, wenn die Prämissen von Herrn Ertel zutreffen, sie kommen aber der schon angedeuteten halben Milliarde näher als die 200 Millionen der Planer. Ich habe an dieser Stelle schon einmal dargelegt, daß man uns die wahren Kosten nicht sagen kann oder will, nehme aber an, daß man mit der (wahrscheinlich unrealistischen Mindestsumme) von 200 Mio in die Standardisierte Bewertung gehen wird, damit sich das Projekt überhaupt rechnet. Kostensteigerungen hinterher sind ja normal, was dann aber nicht zu einem sich finanziell tragenden Projekt führt, sondern zu einem weiteren Zuschußbetrieb (8 Mio werden jetzt schon als Zuschuß für den ÖPNV ausgegeben). Es entsteht fast der Eindruck, daß hier mit einem groß angelegten vorsätzlichen Schwindel die Bevölkerung getäuscht werden und ihr die Steuermillionen aus der Tasche gezogen werden sollen. Die Verantwortlichen täten gut daran, die Karten nun wirklich offen auf den Tisch zu legen, um sich nicht dem Vorwurf der Unredlichkeit auszusetzen.

Alle Fragen offen

Ich kann Ihre Schätzungen nicht in allen Teilen nachvollziehen, aber herzlichen Dank für Ihre Bemühungen. Herr Rupalla hat sich ja auch ausführlichst Gedanken gemacht.

Ich selbst bin kein grundsätzlicher Gegner der Einschleifung; je mehr die Angelegenheit allerdings zu einer Marketingveranstaltung verkommt, je weniger transparent der Kommunikationsprozess wird und je wolkiger und nebulöser die Argumente der Befürworter (siehe den Ausflug in die Weltpolitik der Gemeindratsvertreterin der Grünen hier auf bruchsal.org vor ein paar Wochen), desto weniger mag ich an den Sinn des Projekts glauben.

Um der Ehrlichkeit willen sollte sich der Bürger folgende Frage stellen:

Falls die KVV und die Unterstützer der Stadtbahn überzeugt sind, dass ein Ergebnis der Stand. Bewertung größer 1,0 einen Bau dieser Bahn sinnig erscheinen lässt, dann sollten diese Personen bitte auch klar sagen: Wir werden die Bahn notfalls auch ohne Zuschüsse bauen, da das Projekt ja für den Landkreis eine positiven Nettonutzen besitzt! Dies, so denke ich, würde allerdings nicht passieren (und nicht nur wegen des vorgeschobenen strategischen Arguments, man sollte Bund und Land in die Pflicht nehmen). Von allen Seiten käme die Warnung: ob wir uns da nicht übernehmen/ob die Ergebnisse der Stand. Bewertung hoffentlich stimmen...?

Folgende Dinge scheinen wichtig:

1. Es müssen die Ergebnisse der Stand. Bewertung vollständig veröffentlicht werden (Dazu hat sich die OB m.W. bisher nicht klar geäußert.) Zwar werden sich die Gremien dagegen sträuben, aber nur dann ist eine Diskussion möglich!

2. Alle Parameter der Ergebnisse sollten offen diskutiert werden angesichts der allgemein bekannten Tatsache, dass die Standardisierte Bewertung natürlich weite Interpretationsspielräume offen lässt (insbesondere auf der schwerlich monetarisierbaren Nutzenseite-Fahrgastgewinne etc.).

3. Es sollte klargestellt werden, dass die Ergebnisse möglicherweise danach von einem unabhängigen wissenschaftlichen Institut einer kritischen Analyse unterzogen werden (dies würde schon vorab teilweise verhindern, dass die gegenwärtig geplante Bewertung zu einem Gefälligkeitsgutachten verkommt).

4. Es sollte eine alternative Bewertung zu einem Bussystem für die geplante Strecke eingeholt werden. 

5. Es muß auch darauf gedrungen werden, dass ein stimmiges Konzept zur Verteilung der Betriebskosten steht, bevor der Gemeinderat eine Entscheidung trifft. Dem sind auch die Betriebskosten eines Bussystems gegenüber zu stellen.

Nicht umsonst ...

... wird die Stadtbahneinschleifung in die Bruchsaler Innenstadt von den Planern so vehement verteidigt.

Die Stadtbahn von Spöck bis Bahnhof Bruchsal wird sich nach der Standardisierten Bewertung alleine nicht rechnen. Die Stadtbahn vom Bahnhof Bruchsal bis Waghäusel wird sich nach der Standardisierten Bewertung alleine nicht rechnen. Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Strecken allein betrachtet wird wohl unter 1 bleiben und somit diese Strecken als volkswirtschaftlich sinnlos deklarieren.

Allerdings wird bei der Standardisierten Bewertung der Teilabschnitt "Innenstadt Bruchsal" einen exorbitant hohen Wert erreichen und so für die volkswirtschaftlich nicht rentablen restlichen Teilstrecken, es wird ja immer wieder die Notwendigkeit der gesamtheitlichen Betrachtung betont, einen Wert größer 1 ausweisen.

Wieviele Straßenbahnen zukünftig durch die Innenstadt?

Bei der Vorstellung des Projektes wurde doch davon gesprochen, dass auch die Stadtbahnlinien aus Kraichtal zukünftig durch die Innenstadt fahren sollen. Welches Straßenbahnaufkommen ist dann für Bruchsal zu erwarten, wenn nicht nur die geplante S 2 sondern auch die Kraichgaubahnen durch Bruchsal fahren?

Die S 2 soll zunächst alle 20 Minuten fahren, da dies in zwei Richtungen geschieht, fährt also alle 10 Minuten eine Straßenbahn durch die Innenstadt. Für Zeiten mit höherer Frequentierung der Bahn soll diese im 10-Minuten-Takt fahren; also alle 5 Minuten eine Straßenbahn durch die Innenstadt. Und jetzt kommen noch die Kraichgaubahnen dazu?

Vielleicht sollte unsere Oberbürgermeisterin hierzu etwas sagen.

Volkswirtschaft oder Landkreiswirtschaft

Auf der zu monetarisierenden Nutzenseite stehen idR. folgende Posten:

1. Reisezeitgewinne

2. Eingesparte Pkw-Betriebskosten

3. Minderung der CO2-Emissionen

4. Minderung der Schadstoffbelastung

5. Minderung der Unfallfolgen

Abgesehen von Punkt 3 fallen alle Nutzen dem Landkreis zu. Auch daher argumentiere ich, dass ein Indexwert von größer 1,0 (ex. Punkt 3) eigentlich eine Selbstfinanzierung durch den Landkreis rechtfertigen würde. Dass diese dann dennoch nicht erfolgen würde bzw. das Projekt als unfinanzierbar erklärt würde zeigt die Problematik der Stand. Bewertung wie auch das Elend der Mischfinanzierung (die Tatsache, dass natürlich jeder Landkreis die Subventionen mitnimmt, negiert diesen Sachverhalt nicht).  

 

 

 

Kosten der Stadtdurchquerung

Ich habe in einigen gesprächen die imaginäre Rechnung erstellt, dass für 1 Euro an Fördermitteln 5 Euro ausgegeben werden müssen. Wenn ich mir die Zahlen oben ansehe, dann scheint mir das eher zu nieder als zu hoch. Ich frage mich nur, weshalb Bruchsaler Bürger Rechnungen erstellen, die von niemandem sonst gemacht werden. Liegen wir alle falsch oder will man nicht darüber nachdenken, was das alles auch an finanziellen Konsequenzen für die Stadt haben wird.
Ich habe durchaus verstanden, dass wir über die Kreisumlage das Stadtbahnsystem mitfinanzieren. Wird diese geringer, wenn sich das Schienennetz erweitert? Werden wir gleichviel oder weniger bezahlen, wenn mehr Bahnen auf den Strecken unterwegs sein werden?
Ich habe gehört, dass wir schon jede Bahn, die fährt subventionieren....dann unterstelle ich, dass mehr Bahnen mehr Kreisumlage bedeuten. Sollte ich das nicht richtig verstanden haben, dann seid so gut und korrigiert meine Aussagen.

Wer fragt eigentlich die Kraichtaler & Co?

Sollten die Linien S32/S31 tatsächlich durch die Bruchsaler City fahren, würde die Fahrzeit nach KA ca. 20 min länger dauern, schätze ich mal. Die Gesamtfahrzeit von "Uneroise" z.B. nach KA (Hbf) läge dann bei einer knappen Stunde. Das wäre für viele Berufspendler, die in KA arbeiten, nicht mehr zumutbar bzw. würden viele dieser wieder auf das Auto umsteigen. Das wäre sicher nicht im Sinne des Erfinders, oder?

Kraichgau erwache!

http://www.bruchsal.org/comment/reply/8975/4159#comment-4159

Ich sags ja schon immer, dass die Bernd-Doll-Gedächtniskurve Unfug ist.

Ich wage zu behaupten, sie haben nicht mal nachgemessen, ob die Stadtbahn überhaupt durch das Damianstor geht. Wenn ich dort einem Bus hinterhersehe, kommen mir meine Zweifel.

Ich wage zu behaupten, sie haben noch nicht mal beim obersten Denkmalschützer des Landes angefragt, ob der will, dass das Damianstor (es ist das einzige ursprüngliche Relikt, das den zweiten Weltkrieg überstanden hat) durch von Straßenbahnen verursachte Erschütterungen in seinem Bestand gefährdet wird.

Ich bin mal gespannt, wie lange es braucht, bis man im Kraichgau aufwacht und die richtigen Druckempfänger ausmacht, die es in der Hand haben, die geplante Geiselhaft der Fahrgäste aus dem Kraichgau auszusetzen.

"Kraichtal-Linien" durch Bruchsal?

WENN eine Möglichkeit geschaffen wird, aus Norden kommend in die Innenstadt zu fahren heißt das doch noch lange nicht, dass JEDE Bahn diesen Weg nehmen muss.
Es kann - und wird - dann Linien geben, die weiter auf der DB-Strecke Richtung Karlsruhe usw. fahren.
Also, ruhig Blut - daran wird's nicht scheitern.
Und denkt nach.

Mogelpackung

Es wird den Kosten der Stadtbahn (zw. 200 und 600 Mio EU) der "volkswirtschaftliche Nutzen" gegenübergestellt. Der zu monetarisierende Nutzen wurde oben im Kommentar von huhi dargestellt. Dieser Nutzen muß größer sein als die Kosten. Es hat sich bei anderen Stadtbahnprojekten herausgestellt, daß, um die meist immensen Kosten zu decken, die Posten auf der Nutzenseite oft manipuliert (schöngerechnet) werden, nicht selten auch auf der Kostenseite. Bruchsal: Die Planer reden von Gesamtkosten in Höhe von 200 Mio EU. Um in den Genuß einer Förderung zu gelangen, muß der Nutzen höher als die Kosten gerechnet werden. Ich nehme an, daß die Kosten nicht höher als 200 Mio EU sein dürfen, da man bestimmt schon von hinten her gerechnet und den Nutzen schon mal grob über den Daumen abgeschätzt hat. Ich glaube nicht, daß man bei höheren Gesamtkosten als 200 Mio EU (bis zu 600 Mio stehen im Raum!) einen entsprechenden höheren Nutzen "hinkriegt". Es verwundert also nicht, daß sich bezüglich der Zahlen alle bedeckt halten. Noch ein toller Effekt ergibt sich bei einer positiven Kosten/Nutzen-Bewertung: Der Landkreis und damit jeder Bürger wird immer reicher - leider nur imaginär, denn tatsächlich fließen die Gelder auf der Nutzenseite nicht, die werden ja nur "volkswirtschaftlich eingespart" - und betriebswirtschaftlich gesehen bleibt auch die neue S2 ein Zuschußbetrieb wie alle anderen Linien. Das Ganze ist und bleibt eine Mogelpackung.

Damianstor, Stadtbahn und Denkmalschutz

Liebe/r Gastritis, unterschätze mal die Planer nicht - SO dämlich sind die nun auch wieder nicht!
Die Probleme mit den Auswirkungen von möglichen Erschütterungen des Stadtbahnbetriebes auf Bauwerke sind längst gelöst, sie Dir mal an, wo und wie die Stadtbahn (oder Straßenbahn) durch einige Hardtgemeinden fährt.
Also mit diesen Argumenten werdet Ihr das Projekt nicht zu Fall bringen.
Und bezüglich des "obersten Denkmalschützers" - den wird man nicht fragen müssen, das ist mit der Schlösserverwaltung längst geklärt (Stichwort:"Kleiner Dienstweg").
Und WENN die etwas dagegen hätten - dann werden sie ebenso weggebügelt wie der Denkmalschutz bei vielen anderen Projekten, zuletzt SEPA-Ratkaufhausumbau in Bruchsal.
Also vergeudet Eure Kräfte nicht auf unbedeutenden Nebenkriegsschauplätzen.

Projekt zu Fall bringen....

Ich fürchte, daß man das Projekt tatsächlich nicht mehr zu Fall bringen kann. Auf allen bisherigen Veranstaltungen zeigte sich eine Mehrheit der Bürger dagegen. In den heutigen BNN im Bericht "An der Kirche ist nur schwer vorbeizukommen" zeigte sich die Meinung Walter Heilers, des Bürgermeisters von Waghäusel, zu Mehrheiten: "Die hohe Zahl der Gegner habe keinerlei Aussagekraft." Wenn dies die Meinung der Bürgermeister aller betroffenen Gemeinden ist, dann gute Nacht. Dann wird auf Gegner keinerlei Rücksicht genommen werden - es sei denn, diese formieren sich, damit der Widerstand in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Im Kommentar von huhi 15:37 (s. oben) ist schon mal angedacht, was die organisierten Gegner fordern müßten, einschließlich eines Bürgerbegehrens. Alles andere bringt nichts.

Ist es nicht schön?

Wenn ich mir die ganzen Kommentare hier ansehe, dann fang ich so langsam an für die Stadtbahn in der Innenstadt zu sein. Ich finde es äußerst amüsant mit welchem fast schon religiösem Eifer versucht wird, einen Bogen zu ex-OB Doll zu schlagen -ein Dämon macht sich immer gut. Finde ich wirklich amüsant.
Also wenn soviele Piraten dagegen sind, kann es doch gar nicht so falsch sein.

@gast

Einer von uns Beiden hat die Beiträge wohl nicht gelesen.

Bis auf einen Beitrag ist der EX-OB nicht erwähnt. Man könnte ihn allerdings leicht ins Spiel bringen oder wer war 1995 bei der ersten Planung der OB? Auch bei Beschlüsse im Jahr 2005 dürften wohl kaum OHNE sein Zutun zu stande gekommen sein.

Von daher verstehe ich den Beitrag nicht so richtig.

Ganz wie man es sieht....

Dieser Kommentar bezieht sich auf:
http://www.bruchsal.org/comment/reply/8975/4168#comment-4168
Verfasst von Gast (Kontakt der Redaktion bekannt) am 11. Dezember 2010 - 0:06.

Wenn Sie, lieber Gast, den zum EX-OB gespannten Bogen amüsant finden, dann dürfen Sie an dieser Stelle auch laut zu dessen herausragenden Leistungen Beifall klatschen: "Universitäts-Stadt Bruchsal", "KSC Stadion an der Autobahn", Angebot an EDEKA, die größte Wurstküche Europas neben der Bahnlinie anzusiedeln, natürlich mit dem Angebot, die Abwässer in der städtischen Kläranlage zu entsorgen.

Sie dürfen mir auch gerne aufzeigen, wo es im deutschen Heimatland eine Kleinstadt mit 25 Tausend Einwohnern gibt,
die sich eine Straßenbahn leistet.

Sie dürfen mir auch gerne aufzeigen, in welcher Stadt mit ähnlicher Pro-Kopf -Verschuldung ein derartiges Projekt, bei dem nicht einmal ansatzweise Kostenvoranschläge bekannt sind, gestartet wird.

Und da Sie so bereit sind, sich zu amüsieren, dann dürfen Sie das auch gleich fortsetzen: Ist Ihnen bekannt, dass Bürgermeister in Baden-Württemberg Narrenfreiheit haben?

"Minister, Landräte und Bürgermeister haben keine Dienstvorgesetzten, sondern unterliegen der politischen Verantwortung. Gegen sie kann Dienstaufsichtsbeschwerde grundsätzlich nicht erhoben werden....." (zitiert von hier:) http://www.rems-murr-kreis.de/2215_DEU_WWW.php?&publish%5BservicebwId2%5...

Wie Sie sehen, unterliegen die genannten Personengruppen (nur)
der politischen Verantwortung.

Merken Sie was?

Ich freu mich drauf!

Langsam geht auch einem wohlmeinenden Menschen das Anti-Stadtbahn-Gekreische hier auf die Nerven. Die berechtigte Diskussion um Stuttgart 21 hat anscheinend den unangenehmen Nebeneffekt, dass sich jetzt wieder alle Spießbürger zu Wort melden, die einfach gegen alles sind. Bei manchen Argumenten kommt es mir vor, dass es den finster entschlossenen Straßenbahngegnern am meisten um wegfallende Kurz- und Langzeitparkplätze und ungehinderten (Auto-)Verkehr quer durch Bruchsal bis an die Haustürkante geht. Am meisten stört es die aufgebrachten Bürger, dass die Bahn (nachdem Hunderte von Schülern ausgestiegen sind, nebenbei gesagt) durchs Damianstor fährt, was für ein Sakrileg! Die freiwerdenden Mittel kann man ja dann dazu verwenden, noch mehr Straßenkringel um sämtliche Orte im Landkreis zu verlegen, damit sie ihr Heilix Blechle auch überall hinfahren können.
Ich fordere hiermit die Stadtbahn in Bruchsal, und zwar bald! Am besten mit einer Ausweitung der Fußgängerzone aufs gesamte Zentrum und der Einführung einer 30m-Zone für die ganze Stadt. Keine halben Sachen!

smeagol freut sich...

Bei smeagol weiß man nicht so recht, ob satirisch oder ernst gemeint. Falls ernst gemeint: Es geht hier um Grundsätzlicheres als Parkplätze oder Damianstor. Bitte alle Kommentare nochmal genauestens durchlesen. Danke.

Anti-Stadtbahn-Hysterie

Ist es wirklich Hysterie, wenn man sich als Pendler und Stadtbahnnutzer fragt, weshalb ein Bahnprojekt mit allen Mitteln gepuscht werden soll, nur um Bewohnern von Umlandgemeinden zu ermöglichen direkt in die Stadt einzufahren, während man selbst seit Jahren die vorhandenen Möglichkeiten nutzt? Bin ich als mehr oder weniger zufriedener Nutzer des ÖPNV in der jetztigen Form tatsächlich uneinsichtig? Es geht ja nicht darum, dass der "weiße Fleck" erschlossen werden soll. Was mich daran stört ist die Rücksichtslose Planung, nämlich, dass ein solches Projekt von vornherein damit verknüpft ist, Bruchsal etwas aufzudoktrinieren. Es wird in sämtlichen Planungen schon vorneweg klargestellt, dass die komplette Strecke nur dann Sinn macht, wenn man 500 m weg von bestehenden Gleisen die Innenstadt durchquert. Wobei schon eines der Planungsbüros festgestellt hat, dass man bei der Struktur Bruchsals sehr genau prüfen muß, ob es wirkliche Vorteile bringt die Stadtbahn wie geplant zu trassieren.
Es steht nichteinmal die Frage im Raum, ob die Verlängerung der Strecke von Stutensee bis Waghäusel gebaut werden soll.
Doch wenn ich in Informationsveranstaltungen mit einer Kreisumlage Konfrontiert werde die mir so erklärt wird, dass Bruchsal mit seinem Beitrag die Bahnen welche im Albtal verkehren bezuschußt, dann stellen sich mir sämtliche Nackenhaare. Zumal Bruchsaler Bürger schon derzeit die Bahnen nutzen und so die Subvention rechtfertigen (falls Subventionen zu rechtfertigen sind). Davon abgesehen ist es doch wohl Augenwischerei auf diese Kreisumlage zu verweisen die sich wohl kaum verringern wird, wenn die Bahnen durch die Stadt fahren.
Ich frage mich wirklich, ob jemand länger in einer Bahn sitzen bleibt, als er vom Bahnhof aus zu Fuß benötigt um die Innenstadt zu erreichen.
Auch wird uns vorgesagt, bei der Standartisierten Bewertung würden alle ÖPNV-Systeme einbezogen. Doch nicht, um fetzustellen, ob eine Ergänzung sinnvoll wäre. Laut dem was mir auf Nachfragen geantwortet wurde entsteht der Eindruck, dass der Stadtbus nur als Negativkriterium einfließen kann. Allerdings auch mit dem Hinweis, dass der Schienenverkehr nicht den innerstädtischen Busverkehr ersetzen kann.
Klingt das nun nach Hysterie? Ich finde, man darf durchaus Nachdenken und sich darum Gedanken machen, ob gewählte Volksvertreter auch das Volk welches sie gewählt hat vertreten, oder ob sie sich in Sandmännchenmanier mit einem Säcklein auf dem Rücken aufmachen, um uns Sand in die Augen zu streuen.

smeagol - Anti-Stadtbahn-Gekreische ...

smeagol hat Recht, so langsam geht seine einseitige Meinung auf die Nerven!

Der Nebenaspekt von S21 ist laut smaegol ein "UNANGEHNEMER" - so ein Blödsinn: Erst einmal ist Bürgerprotest ein "ANGEHNEHMER" Aspekt und mitnichten ein "Nebenaffekt".

Lieber Waldemar, auch ich bin mir nicht sicher, was ich mit den Äußerungen von smeagol so richtig anfangen soll, aber Satire sieht anders aus.

Ich glaube, am besten vergessen.

reinhard spiegler

p. s. für smeagol - bei ganzen Sachen, hätten wir eine 30m Zone - mein Vorschlag wäre eine 30km/h -Zone

 

 

Stadtbahn- Kosten

Von den Diskutanten wird leider vergessen, dass der jetzige Regionalbus- Betrieb auch Geld kostet. Diese Kosten werden später für den Stadtbahnbetrieb ausgegeben. Also dürften sich die laufenden Betriebskosten der Stadtbahn mit den Kosten für den Bus aufheben.
und noch eins zu den Vergleichen mit S 21:
dort soll ein gut funktionierendes System durch ein unzureichendes für viel Geld ersetzt werden. Mit der Stadtbahn wird aber ein bewährtes System ein
unzureiches ersetzen.

Wie kommen Sie denn darauf?

Dipfele, Sie schreiben:

"Von den Diskutanten wird leider vergessen, dass der jetzige Regionalbus- Betrieb auch Geld kostet." Wie kommen Sie denn darauf? Haben Sie alle Kommentare an dieser und anderer Stelle auf bruchsal.org zu diesem Thema gelesen?

Sie schreiben: "Diese Kosten werden später für den Stadtbahnbetrieb ausgegeben. Also dürften sich die laufenden Betriebskosten der Stadtbahn mit den Kosten für den Bus aufheben." Wie kommen Sie darauf? Dass die Betriebskosten identisch wären mag nicht mal die KVV vertreten. Das ist ja auch nicht der Streitpunkt.

Sie schreiben: "und noch eins zu den Vergleichen mit S 21:
dort soll ein gut funktionierendes System durch ein unzureichendes für viel Geld ersetzt werden. Mit der Stadtbahn wird aber ein bewährtes System ein
unzureiches ersetzen." Wie kommen Sie denn darauf? Bewähren muss sich ein System ja erst! Z.B. war ja die KVV nicht in der Lage, Aussagen zur Erlössituation zu machen (siehe die Schlachthof-Diskussion mit Herrn Rupalla). Und wie unzureichend das bisherige Bussystem ist, kann nur in Relation und im Zusammenhang mit den Investitionskosten, der Nutzenkostenanalyse und der Betriebskosten der Stadtbahn im Vergleich zum jetzigen oder eines alternativen, verbesserten Bussystems gesehen werden. Aber genau zu letzterem Vergleich halten sich die Verantwortlichen ja sehr bedeckt...

Sie verkürzen daher den Sachverhalt zu sehr: Investitionen erscheinen irrelevant und Betriebskosten identisch mit dem gegenwärtigen Bussystem. Wenn dem so wäre, dann könnte ich nur sagen: lasst die Standardisierte Bewertung bleiben und lasst die Stadtbahn so schnell wie möglich loslegen! (...die Gemeinden bräuchten nach Ihrer Analyse ja auch gar nicht auf Subventionen warten, denn die Sache rechnet sich ja sowieso...!)

Finanzen

Ich fürchte, die Debatte wird sich bald entspannen, denn Bruchsal ist pleite.
Wieweit der Konjunkturverlauf noch ein paar Löcher stopft bleibt abzuwarten. Nur dürfte es schwierig werden, die Stadtbahn bauen zu wollen, wenn parallel Schwimmbäder dicht gemacht werden müssen - beispielsweise.

Jahrhundertprojekt

Herr Schmitt

schön dass Sie sich aktiv einmischen.

Die Konjunkturlage wird nach 2011 wieder vermehrt Mittel in die städtischen Kassen spülen und die - gegenwärtig scheinbar katastrophale - Finanzlage signifikant entspannen. Wenngleich dann Altlasten abzutragen sind und der Kreishaushalts auch Bruchsal weiterhin über die Umlage um die Ohren fliegen wird, werden Ansprüche angemeldet werden, mit Hinweisen auf ein Jahrhundertprojekt...(so viele hatten wir ja angesichts der Kürze des Jahrhunderts noch nicht...)!

Der Druck wird dann wieder wachsen! Die KVV als "Reisezahlmaximierer" wird sich gehörig auf die Hinterbeine stellen, das Projekt ggf. zu reannimieren!

 

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