Das St. Paulusheim

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Mächtig wie eine Burg
Mittwoch, 13. April 2011 - 9:56

St. Paulusheim

Turm des St. Paulusheims

In einer Tafel zu Fuße des St. Paulusheimes in der Huttenstraße ist folgendes zu lesen: " Das St. Paulusheim Bruchsal" ist Sitz der Bruchsaler Pallottiner, einer Gemeinschaft von Priestern und Laien der katholischen Kirche, gegründet von dem römischen Priester Vinzenz Pallotti (1795-1850). Das Gebäude für Jungeninternat mit Schule , geplant durch den Architekten Hans Herkommer, wurde 1923 eingeweiht. Nach langen Verhandlungen erhielt die Schule 1933 die Genehmigung zur Abnahme der Reifeprüfung. 1940 wurden Schule und Internat von der nationalsozialistischen Regierung geschlossen und als Durchgangslager requiriert. Bei der Zerstörung Bruchsals am 1. März 1945 blieb das St. Paulusheim unbeschädigt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Schule erweitert. Ab 1974 werden auch Mädchen unterrichtet. Seit 1994 liegt die Trägerschaft des Privatgymnasiums bei der Schulstiftung der Erzdiozöse Freiburg; gleichzeitig wurden auch evangelische Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Im Altbau befinden sich, außer der Kirche, die Wohnungen der Patres und verschiedene Bildungseinrichtungen für Erwachsene." Soweit die Tafel. Auf der Webseite der Pallottiner ist weiteres zu erfahren: Mit Stand 2009 wohnen noch 17 Pallottiner im St. Paulusheim, ein Lateinlehrer, ein Religionslehrer und zwei Schulseelsorger sind noch in der Schule tätig, die ca. 750 Schüler umfaßt. Ein Anliegen der Pallottinischen Schulseelsorge ist lt. Website "neben Religionsunterricht, Meditationsstunden, Kontakten mit der SMV, Besinnungswochenenden mit Klassen, Missionsfesten und Familientagen, Besinnungstagen für Eltern, Wallfahrt, Schulgottesdiensten und Frühschichten auch immer mehr das regelmäßige spirituelle Angebot im Schulalltag sowie bei besonderen Anlässen. Dazu gehören die Kar- und Ostertage, das Abi-Beten am Abend vor den schriftlichen Prüfungen oder die Fahrt nach Taizé an Pfingsten." Das markante Gebäude und die pastorale Tätigkeit gehören zu den Menschen dieser Region. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht, obwohl nicht römisch-katholischen Glaubens. Aber in der Nähe, in der Huttenstraße aufgewachsen, war das Gebäude unübersehbar, und in den fünfziger Jahren wurden zu Osterzeit "Passionsspiele" aufgeführt, an die ich heute noch gerne zurückdenke. Sehr markant waren die Weinberge um das Schulgebäude herum. Auf der folgenden alten Aufnahme ist davon nur noch der markierte Bereich übrig geblieben.

 

St. Paulusheim

St. Paulusheim, Weinberg, noch ohne die Turnhallen

Früher zogen sich die Weinberge von der Brauerei Denner an der Andreasstaffel bis zum St. Paulusheim hin, wie der Nachfolgende Blick zeigt:

 

Blick vom St. Paulusheim über die Weinberge, in den 30er Jahren

Blick vom St. Paulusheim über die Weinberge, 1930er Jahre

Nochmals eine Luftaufnahme:

 

Klosterberg mit St. Paulusheim

Klosterberg mit St. Paulusheim

Hier wuchs der berühmte "Klosterberger", den man zu meiner Kindheit noch in allen Bruchsaler Wirtschaften genießen konnte. Nachfolgend zwei Flaschenetiketten:

 

Weinetikett

Weinetikett "Klosterberger"


Etikett

Weinetikett "Klosterberger"

Heute sind die Weinberge der Bebauung zum Opfer gefallen:

 

Klosterberg heute

Klosterberg heute

Da eine meiner Töchter einst Schülerin im St. Paulusheim war und jahrelang nicht mehr in Bruchsal lebte, bat sie mich, zur Erinnerung an ihre Schule ein kleines Video zu machen. Diesem Wunsch bin ich, sicherlich auch im Sinne aller jetzigen und ehemaligen Schüler und Lehrkräfte, gerne nachgekommen. So drehte ich im Herbst vergangenen Jahres die "Burg" von außen und habe dabei versucht, ungewöhliche Perspektiven einzufangen. Ich denke, das ist mir auch gelungen und ich wette, so manch ein Schüler und viele Bruchsaler haben das Paulusheim bisher so nicht gesehen:

(Photos aus dem Band "Ort der Barmherzigkeit". Vom Kapuzinerkloster zum christlich-diakonischen Altenzentrum.  Sonja Zeh und v. Christian Waterkamp (Hrsg.), Verlag Regionalkultur, 2006)

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