"Sparpaket geht in die vollkommen falsche Richtung"
Interview bei www.tagesschau.de
Mittwoch, 16. Juni 2010 - 19:58
Die Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat es deutlich gemacht: Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst in Deutschland. Die Armen werden ärmer, die Reichen werden reicher. Der Darmstädter Soziologe Prof. Dr. Michael Hartmann, Soziologe an der TU Darmstadt, Schwerpunkte Eliteforschung, Industrie- und Organisationssoziologie, Managementsoziologie, Globalisierung und nationale Wirtschaftskulturen, Professionsforschung spricht im Interview mit tagesschau.de über die Gründe und Hintergründe dieser Entwicklung.
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Kommentare
Sie werden es nie kapieren !!
Sie, die PolitikerInnen und Teile der "besseren" Gesellschaft, werden wieder über die randalierende Jugend schimpfen, werden erneut schärfere Strafmaßregelungen verabschieden und sich hinterher (vielleicht) wundern, dass es nichts, aber rein gar nichts der Gemeinschaft gebracht hat.
Sie werden sie wegsperren, sie werden die Schuld wieder den Migranten geben und sie werden trotzdem weiterhin bei Bildung und Kultur einsparen, obwohl sie in Lippenbekenntnissen genau das Gegenteil behaupten.
Vor 25 Jahren hatten wir in der Arge Kinder- und Jugendtheater Ba-Wü. die Forderung an die Politik an jeder Schule die Stelle eines Theaterpädagogen einzurichten - wurde abgelehnt. Jetzt werden Stellen für Schulsozialarbeiter eingerichtet.
Sie, liebe Leser, erkennen hoffentlich den Unterschied.
Pest oder Cholera?
Was Hartmann da ausführt, kann ich - der ich täglich an der Front des Einzelhandels stehe - nur bestätigen.
Man hat den Inlandsmarkt einem massiv verschärften Wettbewerb im Welthandel geopfert, in dem man sich gegen aufstrebende Wirtschaftsmächte wie Indien und China behaupten muss.
Einer vom Export abhängigen Nation wie Deutschland ist der Außenhandelsüberschuss natürlich ein sehr gewichtiger Wirtschaftsfaktor, aber wenn dabei ganze soziale Schichten vor die Hunde gehen, erzeugt das zunächst Resignation, dann Zorn, schließlich Rebellion und Kampf.
Im Moment befinden wir uns nach meiner Beobachtung in der Phase "Zorn".
Sollte nicht schleunigst etwas Grundlegendes und Sinnvolles auf der politischen Bühne passieren, wird auf unseren Straßen schon bald wieder geschossen werden.
Ich persönlich engagiere mich dabei für die Piratenpartei. Seit dem Wochenende steht unser Wahlprogramm, ein Vollprogramm übrigens, das ich im Bereich Gesundheitswesen selbst mitbestimmt habe.
Politikverdrossenen und von der "alten" Partei enttäuschten Wählern möchte ich vorschlagen, einfach mal neue Wege zu beschreiten, mutig zu wählen und Leuten zu vertrauen, die weder Seilschaften kennen noch Lobbyisten unterstützen.
Eliteforschung...
Ja ja, die Experten, hoch oben im Elfenbeinturm, abgeschottet von der wahren Realität von Lieschen Müller und Otto Normalbürger, Mitglied in diversen Netzwerken.
Eliteforscher... Eliten bringen der breiten Masse (die die Mehrheit darstellt, das Volk, das in einer Demokratie eigentlich der Souverän sein sollte) GAR NICHTS. Jedenfalls nichts Gutes.
Ich habe gar keine Lust, das jetzt auszuführen, aber die Menschen die in der westlichen Welt die Entscheidungen treffen, die dann letztlich zu sozialen Unruhen führen (werden), wissen GANZ genau, was sie tun.
Sorry aber so viel Dummheit und Verblödung KANN es nicht geben auf diesem elitären Niveau, mit der teuren und langen Bildung die diese Leute genießen. So viele falsch gezogene Schlüsse und dann die Konsequenzen nicht sehen, die aber in jedem Regionalblatt und auf jeder Internetseite, bei jedem Gespräch im Bekanntenkreis jeder Idiot sofort sieht.
Den meisten Entscheidern ist absolut klar, wo hin (gesamtgesellschaftlich gesehen) ihre Entscheidungen führen - es ist ihnen nur scheißegal, da es sie und Ihre Familien nicht betrifft.
Menschen, die wirklich etwas verändern würden, kommen durch die elitären Mechanismen gar nicht in die Positionen dazu. "Jeder kann es schaffen" ist absoluter (sorry) Bullshit. Das ist ein schicker kleiner Mythos, den zu hinterfragen es sich wirklich lohnt.
Es tut mir leid und vielleicht werde ich jetzt wieder abgestempelt (bin ich eh gewohnt!), aber dieser Wahnsinn hat Methode und die fortschreitende Verarmung, die Vergrößerung der Kluft ist GEWOLLT und GEPLANT.
Denn wie gesagt - wir werden doch von so (auf eine eiskalte Art und Weise) intelligenten Menschen regiert, die viel mehr Informationen haben als wir Normalbürger, und denen die Konsequenzen (einfach durch Anwendung des Denkens und des gesunden Menschenverstandes) klar sein müssten. Es ist nicht nur unverständlich, es ist auch unmöglich, dass es der Fall sein soll, dass sie NICHT wissen, was sie tun.
Ich meine - HALLO?!? Wo wird denn nicht diskutiert, dass diese Maßnahmen falsch sind? Wem ist das nicht klar? Die Argumente können super nachvollzogen werden und es gibt Lösungsansätze en masse.
Trotzdem machen sie weiter.
Das Problem ist aber nicht auf die, die uns regieren zurückzuführen, sondern auf uns selbst, jeden einzelnen und seine Einstellung, sein Menschenbild. Wenn ich die ganze Zeit denke, es gibt zwei Sorten von Menschen und ich gehöre zu den Guten, die Hartzer und Arbeitslosen sind Pack, dann gute Nacht... Genau so denken elitäre Menschen, das ist deren Realität. Aber wer nicht mindestens 500.000 Euro Eigenkapital (flüssig!) hat, zählt nicht zu dieser hehren Kaste. Wir alle sind Pack, auch wenn wir arbeiten, auch wenn wir ein Geschäftle haben... Da herrscht ein völlig verqueres Bild in der Gesellschaft, starke Ellenbogenmentalität, dabei sitzen wir alle im selben Boot und können uns von dieser Quasi-Diktatur nur befreien, wenn wir das erkennen.
Und wenn ich die ganze Zeit denke, ich kann nix und bin niemand, die Gesellschaft ist schlecht und krank, jeder gegen jeden, dann denke ich, dass ich von oben regiert werden muss, dann verliere ich die Fähigkeit zur Selbstregulation, gebe Verantwortung ab und lasse mir alles sagen und vorkauen. Und dann wundere ich mich, wenn die da oben Scheiße bauen, und beschwere mich noch darüber...
Ich habe auch die Diskussion ums Grundeinkommen verfolgt und kann nur immer wieder raten, sich mit dieser Idee zu beschäftigen. Der erste Schritt IST aber das eigene Menschenbild zu hinterfragen, sich zu fragen, woher man es hat (meistens aus den Medien). Und man muss zugegebn können, wenn man sich irrt.
Das können die herrschenden Eliten meines Erachtens gar nicht. Die lassen lieber den Karren total in den Dreck fahren (denn dank Wahlen sind sie in einigen Jahren weg von der Bildfläche, kassieren aber für sich weiter, es muss nicht unbedingt finanziell sein, auch Status spielt da eine große Rolle). Aber einen Irrtum zugeben - niemals.
Elitäre Leute sind auch nur Menschen, nicht dass mir jetzt jemand einen Strick drehen will. Ich widerspreche mir nicht.
Ich sage nicht, wir müssen irgendjemanden ENTmachten, ich sage, wir müssen uns selbst Stück für Stück selber wieder trauen, verantwortung (und dann auch macht) zu übernehmen. Zuerst individuell, dann kollektiv. (Jemand der sich und anderen das nicht zutraut, der kapiert auch die Grundeinkommensidee nicht und zwar genau deshalb).
Eliten
Vom Tonfall her zwar etwas radikal, aber dem Grundgedanken kann man durchaus zustimmen.