Sonntag 5. September 2010 Europäischer Tag der Jüdischen Kultur
Auf den beiden Rheinufern zwischen Basel, Straßburg und Karlsruhe waren die Beziehungen zwischen den jüdischen Gemeinden und die Verbindung mit der regionalen Kultur stets sehr eng. Auf der elsässischen wie auf der deutschen Seite in Baden, Württemberg und Hohenzollern war bis zum 20. Jahrhundert das Landjudentum vorherrschend. Die religiösen jüdischen Bräuche wurden geachtet, wobei das jüdische Leben eng mit der Alltagskultur und dem Landleben verflochten war.
Bei aller Unterschiedlichkeit gab es über die Jahrhunderte hinweg eine wechselseitige Bereicherung in vielen Lebensbereichen. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt des Tages auf „Kunst". Auch wenn das Judentum zu allererst eine Religion des Geschriebenen, desWortes und der Nachdenklichkeit ist, so nehmen doch auch die Kunst und das Verlangen nach Ästhetik einen vorrangigen Platz ein. Wie uns die Bibel bezeugt, war das Verlangen nach dem Schönen schon beim Bau des Tempels in Jerusalem lebendig.
Am 5. September werden wir auch über diese Zuwendung zum Ästhetischen sprechen, die in allen Gebäuden, in den liturgischen Geräten und Musik dem religiösen Leben Glanz verleiht. Aber auch von der weltlichen Kunst, die jüdische Künstler wie Ernest Bloch, Marc Chagall, Mané-Katz, Tobiasse oder Friedrich Adler geschaffen haben oder damit nichtjüdische Künstler inspiriert haben. Die Kunst kümmert sich nicht um Grenzen. Das gilt besonders für die jüdische Kunst, die schon europäisch war, bevor sich das Europa von heute gebildet hat: Chagall brachte Russland nach Frankreich; zahlreiche, heute leider zerstörte Synagogen entführten die Menschen in den Orient; Friedrich Adler aus Laupheim war einer der führenden Repräsentanten des europäischen Jugendstils.
Wir begleiten Sie also an diesem Tag auf einer Reise zum Schönen, durch die Zeit und unseren Raum. In den jüdischen Gemeinden, an Gedenkstätten und Museen haben viele Ehrenamtliche ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm für den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur 2010 vorbereitet.
European Association for the Preservation and Promotion of Jewish Culture and Heritage (AEPJ)
Der Prospekt mit allen Veranstaltungen links und rechts des Oberrheins ist als Dateianhang zum Runterladen beigefügt.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| etjk2010.pdf | 244.51 KB |
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