Silicon Valley Bruchsal?
Ob die Firmen- und Campusansiedlung auf dem früheren Gelände der International University (Dragonerkaserne) der Startschuss zu einem „Silicon Valley Bruchsal“ wird, wie Oberbürgermeisterin Petzold-Schick anlässlich der Pressekonferenz zur Gründung eines Forschungscampus für E-Mobility auf dem früheren Gelände der International University mit einem kleinen Augenzwinkern sagte, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall dürfte die Ansiedlung der Forschungsabteilung E-Mobilität der SEW-EURODRIVE und der schon seit Jahren mit SEW zusammen arbeitenden Hochschule Karlsruhe ein wichtiger Schritt in eine sinnvolle Nutzung des Geländes darstellen.
Es war ein Glücksfall für die Stadtverwaltung, dass die International University Mitte des Jahres 2009 „die Grätsche machte“, standen doch die Räumlichkeiten des Campus für die Zeit des Rathausumbaues der Stadtverwaltung zur Verfügung. Noch heute befindet sich auf dem Campusgelände das Standesamt, das Ordnungs- sowie Rechtsamt und die Rentenstelle. Ein Auszug bzw. Umzug in die Innenstadt ist wohl derzeit aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht möglich.
Nach dem Auszug der meisten Abteilungen der Stadtverwaltung zurück in die Innenstadt ergab sich jedoch das Problem: "Was machen wir mit dieser Immobilie, mit den Tausenden Quadratmetern Leerstand?" Dieses Problem scheint nunmehr, siehe oben, längerfristig gelöst.
Wie sich die weitere Zusammenarbeit zwischen Hochschule Karlsruhe und SEW entwickelt, kann niemand vorher sagen, es handelt sich um ein außergewöhnliches Konstrukt an einem außergewöhnlichen Platz. Das Definieren gemeinsamer Forschungsziele, die Doktorandenausbildung oder die enge Zusammenarbeit der SEW-Forschungsabteilung mit den Professoren, Doktoranden und Studieren hört sich jedoch gut an.
Auf jeden Fall darf aber festgestellt werden, dass zwei seriöse Mieter von Teilen der Immobilie – die lange Zeit als nicht vermarktbar galt – gefunden wurden, die dauerhaft in den angemieteten Räumlichkeiten bleiben könnten.
Das Forschungsthema „E-Mobility“ (Elektromobilität) ist ein Zukunftsthema. Gegenüber den herkömmlichen Verbrennungsmotoren bietet die Elektromobilität Vorteile und Potentiale, wie Verringerung vom Emissionen, die Möglichkeit des Energiemixes oder ganz allgemein die Einführung neuer Transportmittel. Insoweit darf ein längerfristiger Verbleib der Mieter auf dem Campus vermutet werden – und vielleicht hat das Thema genügend Strahlkraft nach außen, um noch mehr Interessenten für den Campus zu finden – die restlich auf dem Campus verbliebenen städtischen Behörden müssen über kurz oder lang doch wieder eine Bleibe in der Stadt finden. Dann stünden mindestens weitere 2000 qm zur Vermietung zur Verfügung.
Einer Nutzung zugeführt werden durch die Verträge mit SEW und Hochschule Karlsruhe das rechte Campusgebäude 2, früher IT-Gebäude der International University, die früheren Räume der IU-Verwaltung im 1. Obergeschoss des Gebäudes 3, das Haus 16 sowie die früheren Pferdeställe der Dragonerkaserne, zwischen Gebäude 3 und den Studentenwohnhäusern gelegen.
Über die Mieteinnahmen wurde in der Pressekonferenz nicht gesprochen; zu hoffen ist, dass ein akzeptabler Mietzins vereinbart wurde bzw. im Falle der Hochschule Karlsruhe noch vereinbart wird. Die bisher als Lagerräume genutzten „Pferdeställe“ müssen von der Stadt in einen vermietbaren Zustand gebracht werden, hier ist zu hoffen, dass es keine Luxussanierung wird wie bei der Konversion der Dragonerkaserne zur International University. Die SEW beabsichtigt, 1 bis 1,5 Millionen auf dem Campus zu investieren.
Rainer Blickle, geschäftsführender Gesellschafter von SEW-EURODRIVE, sagte anlässlich der Pressekonferenz: „Man muss an neue Ideen glauben. Wir freuen uns, einen Platz gefunden zu haben.“ Diese Freude teile ich als Bruchsaler Bürger, der einen jahrelangen Leerstand der Immobilie Dragonerkaserne befürchtete, gerne.
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Kommentare
Silicon Valley Bruchsal - Designing the Future
Wer weiß, vielleicht kommt aus Bruchsal mal solches?
Toi toi toi
Danke für den Bericht und die Einschätzung.
Auch wenn es eine Nummer kleiner werden wird, als im Video dargestellt, die neuen Nutzer scheinen - im Gegensatz zum Wolkenkuckucksheim des IU-Totengräber-Investors von 2007-2009 - ein originäres und langfristiges Eigeninteresse am Gelingen des Projekts zu haben. Auch das finanzielle Engagement seitens der SEW stimmt optimistisch.