"Schwerpunkt aufs Passivhaus legen"
Bruchsal (ph). „Aus energetischer Sicht sind Einfamilienhäuser das Schlimmste, was man tun kann.“ Das sagte der neue Leiter des Bruchsaler Stadtplanungsamtes, Prof. Dr. Hartmut Ayrle. Er begründete dies am vergangenen Mittwoch vor den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Umwelt und Energie“ in der lokalen Agenda im Nebenzimmer des „Ratskeller“ sowohl mit dem damit verbundenen größeren Landschaftsverlust, insbesondere aber mit dem höheren Energieverbrauch gegenüber größeren Mehrfamilienhäusern. Der frühere Hochschullehrer (Bereich Architektur), dessen Vorschläge zur Gestaltung der öffentlichen Räume um die Rathausgalerie im Juni von allen Fraktionen des Bruchsaler Gemeinderates angenommen wurden, unterstrich in seiner persönlichen Vorstellung, dass Wohngebäude über die Heizung zu gut 25 Prozent (ein Viertel bis zu einem Drittel) an der CO2-Emission beteiligt sind. Die Zukunft sollte seiner Meinung nach daher eher in Richtung Passivhaus gehen, weil Häuser in der Zukunft schlechthin nicht Energieverbraucher, sondern im Gegenteil Energiequelle sein müssen. Er wisse sehr wohl, dass dies seit Jahren Thema der Arbeitsgruppe sei und wolle auch aus diesem Grunde mit ihr zusammen arbeiten, um dieses wichtige Ziel zu erreichen. „Die Umwelt muss, so der Hochschulprofessor weiter, erträglich, ökologisch/nachhaltig sein, um sie der Menschheit auch künftig als biologische Lebensbasis zu erhalten. Für ihn derzeit aktuelle Themen seien die geplante Stadtbahn von Karlsruhe durchs nördliche Kreisgebiet als Verlängerung von Stutensee-Spöck über Karlsdorf-Neuthard nach Bruchsal und weiter nach Waghäusel, die künftige Entwicklung der Bahnstadt („wir wollen westlich der Bahnlinie einen vollwertigen Wohn- Stadtteil entwickeln) langfristig in den Bereich über die Bahnlinie hinaus nach Westen erweitern“), der seit acht Jahren in der Entwicklung befindliche Flächenutzungsplan und Bebauungspläne, die die weitere Entwicklung der Flächennutzung auch im Hinblick auf eine sinnvolle Energieeinsparung steuern. Die Frage nach Energieberatern sei für ihn eines der wichtigsten Themen in der Zukunft.
Den Besuch des neuen Amtsleiters und die Diskussion mit ihm über Themen des Umweltschutzes wertete AG-Sprecher Dieter Neff als Zeichen der künftig guten Zusammenarbeit mit der Bruchsaler Stadtverwaltung. Dies kam dann auch in den kurzen Berichten über Erfolge und Fortschritte im Bemühen für verschiedene Umweltprojekte, wie Solartankstelle (Prof. Dr. Ayrle gab Tipps und Hinweise für ein gutes Gelingen), Marktbeschickung des künftigen Bauernmarktes, Wettbewerb „Stadtgrün“ (hierzu führte Neff Gespräche mit den zuständigen Stellen auch zur Motivation zur Beteiligung von bisher unbeteiligten Leuten) und einem Seminar über gärtnerische Anlagen innerhalb von Stadtgebieten in Donzdorf/Wttbg. zum Ausdruck. Zu Beginn der Sitzung gab Neff eine Einladung des „Mit-Mach-Büros“ der Stadtverwaltung zur Teilnahme der AG an der bevorstehenden zweiten Internationalen Woche des bürgerschaftlichen Engagements im September auf dem Friedrichsplatz bekannt. Er plädierte dafür, mit einem Infostand daran teilzunehmen.
Abschließend rundete Dieter Neff die gut besuchte AG-Sitzung mit einem besonderen Lob für die Stadtverwaltung ab, die sich den Anliegen der AG Umwelt und Energie erfreulich offen zeigt: „Die Arbeit macht richtig Spaß!“
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