Schotter. Die neue Gartenwelt

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Sonntag, 3. Juli 2011 - 17:25

Nicht genug, dass wir Agrarsteppen zu beklagen haben. Die Tierwelt zieht sich zunehmend in Siedlungsgebiete zurück, die noch über naturnahes Grün verfügen. So hat sich gerade auf dem „Augsteiner" eine lärmende Waldkauz-Familie etabliert. Drei Jungen bereichern den nächtlichen Hügel mit ihrem Geschrei, durchaus zur Freude vieler Anwohner. Andere Anwohner verabscheuen Gartenarbeit und tun das, was alle Welt tut. Gärten schottern.

Wenn Streib wegen des ausfallenden Turnfestes „Bewegungsarmut" diagnostiziert, trifft dies eher auf die Schöne Neue Gartenlandschaft zu. TV-Genuss, Ipod und Ipad-Geräte faszinieren deutlich mehr als die Beschäftigung mit der Natur. Das hat uns schon die stark zunehmende Zahl von Sportstudio-Besuchern vorgemacht, die statt in der Natur lieber auf einem TV-bestückten Laufband ihre Fitness stählt.

Und jetzt werden konsequenterweise in hohem Tempo die Vorgärten platt gemacht.

Natürlich fragt niemand die junge Waldkauz-Familie was sie von dem menschlichen Treiben hält. Man sollte die Tiere filmen - fürs Sportstudio-Laufband.

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© Fotos: V. Denaro

 

 

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Kommentare

Die Wüste lebt

Ach, Herr Schmitt, warten wir's doch einfach ab. Über's Jahr plumpst mit den Regentropfen so viel Dünger auf die schrottige Aesthetik, dass die nicht lange ihren Glanz behält. Warten wir's doch ab, wenn die Ahnungslosen erst mit dem Gießkännchen antraben, gefüllt mit Natriumchlorat oder schöneren Giften, werden die selbst ins Grübeln kommen, wie sie die steinerne Pracht entsorgen können.
Wer hat noch nicht eine stillgelegte Eisenbahnstrecke bewundert, aus der innerhalb kürzester Zeit ein kleiner Wald entstanden ist.

Aber Sie haben schon recht. Bruchsal wird dadurch nicht schöner.
Immerhin, ich finde es schon mutig von den Leuten, ihren geistig-moralischen Hohlraum so in aller Öffentlichkeit vorzuzeigen.
Sie, Herr Schmitt, Sie haben mich da auf eine Idee gebracht. Wenn ich bei meinen nächsten Bruchsal-Streifzügen mit der Kamera diesen Micro-Wüsten begegne, werde ich darauf achten, wie viele Wärmetauscher von Klimaanlagen an den benachbarten Architekturen kleben.
Dann machen wir hier ein neues Fass auf.
Auf einen heißen Sommer!

schotter

es ist doch wirklich super, was die leute alle für das klima tun, vor allem für das kleinklima ums haus.
schotter heizt sich auf wie ein ofen und gibt die hitze nachts ab, das wissen auch die südfranzösischen weinbauern.
das macht aber alles nichts, man kann ja die klimaanlage laufen lassen und tut somit wieder was fürs klima.

Ich schmeiß mich weg.

Auf dem zweiten Bild von oben steht eine wohl künstliche Palme vorm Haus. Geht's denn noch?

Einen Steinmäher

Empfehle ich diesen Zeitgenossen, die sich den Garten vollschottern lassen :-) Hoffentlich müssen sie die Steine nicht irgendwann noch in Eigenarbeit entfernen, könnte aufs Kreuz gehen...

Wenn man aber bedenkt, wieviel Arbeit ein Garten macht, ständig muss man irgendein Gewächs daran hindern sich auszubreiten, kann wie ich persönlich trotz Allergie Rasen mähen etc. , hat vor lauter Beruf, Familie und TV eigentlich keine Zeit dafür und kann sich auch noch abfällige Bemerkungen darüber anhören, dass andere dies besser und schöner gemacht hätten. Nun ja, wenn die Gesellschaft bereits in die Schönheit der Gärten investiert, wie auch so manche Kommune, steht sie ggf. Tatsächlich kurz vor der Auflösung, die Hochkulturen haben dies vorgemacht...

Steinwüsten

Solche "wunderhübschen" Gärten fielen mir in letzter Zeit auch vermehrt auf. Manche nehmen sogar nur weiße Steine, sieht dann noch natürlicher aus ;-) Ein Garten muß im Übrigen nicht viel Arbeit machen , ein Naturgarten hat auch was, erfordert allerdings ein wenig Gelassenheit bez. "Unkraut" und ein dickes Fell wegen der Bemerkungen der Nachbarn über die "Wildnis". Dafür sieht man ab und an sowas wie einen Schmetterling ;-)

Ich bin auch ein Schotterer

Ich habe einen Teil meines Vorgartens auch geschottert..... ich habe keinen Nutzen von diesem und sehe in 2 mal täglich, wenn ich zur und von der Arbeit komme.... ich investiere meine Zeit,Geld und Arbeit lieber in den Rest des Areals, welches ich mit Vergnügen "bewohne".

 

Vorgarten1

 

garten1

 

garten2

 

Sitzplatz

Naja

@Menzi:

Ich finde Ihren Garten jetzt auch nicht hässlich (ok, den Vorgarten schon), ist halt Geschmacksache, für die heimische Tierwelt hat solch ein Garten leider wenig bis keinen Nutzen (soweit man das sehen kann gibt es halt viele Koniferen, kaum aber einheimische Sträucher, Blumen usw).

Insofern hat Herr Schmitt absolut recht, es wäre schon wünschenswert, daß die Gartenbesitzer umdenken. Wer sich am Vogelgesang erfreuen möchte und vielleicht auch mal nen Igel oder ne Blindschleiche sehen möchte, der muss dafür sorgen, daß diese Tiere auch leben können, diese Aufgabe fällt (leider) immer mehr auch den Gartenbesitzern zu.

Solch aufgeräumte Gärten gefallen der Mehrzahl der Menschen, aber außer ein paar wenigen Arten wird sich kein Tierleben einstellen . Das Schottern ist eine extreme Form der Gartengestaltung, im Grunde könnte man dann auch gleich betonieren.

Auch in Kraichtal zunehmend Schotterpisten

Es ist in der Tat pervers. Da haben die Leute einen schönen Vorgarten, sind aber zu faul ab und an 'mal ein bisschen Zeit für die Pflege zu investieren und dann wird eben lieber geschottert. Leute, Gartenarbeit ist ein wundervoller Ausgleich zum täglichen (stressigen) Berufsalltag und dient dem Naturschutz. Mensch kann in seinem Vorgarten wunderschöne Kleinbiotope anlegen, sich dann der Fauna und Flora erfreuen und braucht keine Angst vor dem Geschwätz der Nachbarn zu haben, wenn man drüber steht, also ein bisschen Zivilcourage besitzt. Übrigens: es gibt kein Unkraut - es gibt allenfalls Wildkraut.

Nachdem in Bruchsal ständig über mangelnde Parkplätze gemeckert wird, mein Vorschlag: Die Stadt verdonnert alle Eigentümer mit geschottertem Vorgarten, die selbigen als öffentlichen Parkraum freizugeben, denn nichts anderes ist so eine Schotterpiste, versiegelt, tot, wie gesagt: pervers!!!

Jungegeneration :-) Halöle

Also ich bin auch einer der Jüngeren Generation.
Und muss sagen das ich auch keine Zeit für Gartenarbeiten habe.

Ich muss Täglich 8-12 STD Arbeiten je nach Situation.
Übrigens Samstags auch.
So bleibt mir 1 Tag in der woche in der ich meine Hobbys Pflegen kann.

Und soll ich euch nen Witz erzählen das alles für 2200 € im monat.

Glaubt Ihr ich will alle 14 tage Rasen mähen, und mich um meinen Garten kümmern !

Die Gartenarbeit kann man mit 70 machen wenn man nichtsmehr mit seiner Zeit anzufangen weis ! oder Beamter ist !

Ach ja, es soll ja auch irgend wann noch kommen das ich mit 70 Arbeiten darf !

Deshalb mach ich es mir leicht und schottere ( da kann man auch Unkraut mitm Gas Flamenwerfer wegbrennen , alles für unsere Ozonschicht )

Da muss ich unserem schotterer rechtgeben ist einfach pflegeleichter ! und weg kommt das alles auch nichtmehr :-)

Jetzt wird kommen Oh unsere Ozonschicht bla bla

ein LKW verbraucht das was ich an Gas verbrauche in 1-2 Minute im stand.

Der Army Fährt nen V8 Big Block

,...

Und Ich verbrauche ein Paar hundert ml gas !

Und ICH MAG ES WARM !

@ Junggeneration

lass doch einfach 'nen Urwald wachsen - das wäre symphatisch und kostet Dich keine Zeit. Ein Rasen, Unkraut, Flammenwerfer - oh Herr schmeiß Hirn vom Himmel!!!

Oh Mann...

Sorry, Gast, wenn das die junge Generation ist, dann gute Nacht!

Auch sie leben nicht im luftleeren Raum, wir alle sind für eine intakte Umwelt verantwortlich, auch wenn sie am liebsten alles unliebsame mit dem Flammenwerfer abfackeln...

Zu sowas fällt mir nichtsmehr ein. Warum leben sie überhaupt in nem Haus mit Garten, wenn jeder Handgriff zu viel ist? Es gibt doch auch Hochhäuser, da wird man mit sowas nicht belästigt und hats auch warm.

Gottseidank hab ich keine Nachbarn wie Sie, das würde mich echt schmerzen :-(

 

 

Einheimische Flora

@Mortica

Wir haben es hier von Vorgärten.... wie die "Oasen" hinter den Häusern aussehen kann ja leider nicht immer gezeigt werden. Ich hab einige Nachbarn die einen geschotterten 'Vorgarten haben aber im rückwärtigen Bereich ihres Hauses die schönsten Gärten pflegen....

Und über das Tierleben in meinem Garten mach ich mir keine Sorgen, von Schmetterlingen dich mich besuchen, über meine nächtlichen Igelfamilie, die schon über 6 Jahre bei mir heimisch ist, die Gartenmaus die sich ab und an neugierig in manchen Winkeln herumdrückt, das Hornissennest in einem Zwischenraum des Geräteschuppens und der Marder, der alle Nachbarn dazu animierte, Drahtgittergestelle für unters Auto zu bauen, und mich auch einige Euros an Kühlwasserschläuchen kostete

 

@Gast

 

Ich bin auch nicht der Sklave meines Eigentums....... ich habe, auch durch den geschotterten Vorgarten, meinen Aufwand für die Gartenpflege reduziert um auch für andere Hobbies Zeit zu haben.... ich arbeite auch jeden Tag bis 18.30 Uhr und habe für den Garten, ausser der bei dieser Witterung fälligen täglichen Bewässerung, nur Freitags Zeit um mich um dessen Pflege zu kümmern. Zweimal im Jahr nehme ich mir ausgiebig Zeit um Hecken (ca. 30 m länge) und Büsche zu stutzen.....

@Menzi

Nichts für ungut, ich schrieb ja, daß man sich mittels der Bilder schwer einen Eindruck machen kann, sah für mich jetzt halt nicht sehr "vielfältig aus".

Ich hab allerdings die Erfahrung gemacht, daß bei einem geschotterten Vorgarten oft auch der Rest nicht anders aussieht, das ist auch ne Einstellungssache.Trifft aber sicher nicht immer zu.

Glückwunsch zu den Tieren in Ihrem Garten, wobei es halt auch nen Unterschied macht, ob die nur mal so vorbeikommen oder sich dauerhaft ansiedeln, da sind eben Reisighaufen, Unkräuter (wie Brennesseln) oder Totholz nötig, ob nun in Nachbars Garten oder im Eigenen. Ist einfach wichtig, darauf hinzuweisen, finde ich.

 

Sprachlos

@ Bruno : Konversation = unmöglich ? gibt es bei euch überhautpt noch Sauerstoff ? oder bist du ein Beamter ?.

@ Morticia : Wen du Zeit hast, komm vorbei. Dann kannst den ganzen Tag im Garten arbeiten, Ich hab da nichts dagegen.

oder du kannst für mich arbeiten gehen. Dann mach ich die Gartenarbeit.

Ich kann dich Morticia aber auch berhuigen auf dem Grundstück stehen 4 Kleine Bäume, und eine kleine Hecke.

Trozdem heutzutage schottern ist eine Bequeme sache und viel Pflegeleichter auch wen,
das Morticia und Bruno Wallisch anscheinend nicht warhaben möchten !

Da ich viele weitere Hobbys habe kommt mir das recht.

Nunja

Nunja, sprachlos passt zu Ihrem Kommentar recht gut ;-)

Sie haben es auch noch nicht recht verstanden. Lesen sie sich doch zum Thema ein, dann verstehen sie vielleicht auch die Zusammenhänge und können sich dran freuen, was in Ihrem Stück Garten so kreucht und fleucht oder es mal getan hat.(bevor sie alles zugeschüttet haben).

Es geht nicht darum, daß jeder Gartenbesitzer ein Naturgärtner wird, das wird nicht zu erreichen sein, wer aber alles Natürliche mit dem Flammenwerfer bekämpft (und das noch stolz begründet), der sollte sich mal fragen, ob da nicht was falsch läuft.

Sorry, meine Meinung...

 

Eigentum, auch eigener Garten

§ 14 Abs. 2 GG.

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