Schloss Stutensee ist über 250 Jahre alt
Kreis Karlsruhe. Schloss Stutensee – dieser Name hat einen besonderen Klang: Unter Markgraf Karl Friedrich von Baden bei 1000-jährigen Eichen als Jagddomizil konzipiert, kann das heutige Wahrzeichen der nach dem Schlossareal benannten Stadt Stutensee auf eine über 250-jährige Geschichte zurückblicken. Dabei diente es von der Erholung des herrschaftlichen Hauses Baden über ein großes Gestüt und einer Ausflugsgastronomie bis hin zum Kriegslazarett den unterschiedlichsten Zwecken. Seit 90 Jahren ist der Name als Jugendeinrichtung ein Begriff und heute gehört die sich in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe befindliche Einrichtung zu den bundesweiten Beispielen innovativer Jugend- und Erziehungshilfe. „Ein reichhaltiger und spannender Stoff also, der förmlich darauf gewartet hat, aufgearbeitet zu werden“ sagte Landrat Dr. Christoph Schnaudigel bei der Vorstellung des Buches „Schloss Stutensee – Vom Jagdschloss zur Jugendeinrichtung“. Gleich mehrere Autoren haben sich dieser Aufgabe angenommen: Sie beleuchten im mittlerweile neunten Bandes der Reihe „Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe“ umfassend die Geschichte und Entwicklung des einstigen herrschaftlichen Schlosses, der Jugendeinrichtung sowie des Denkmal- und Naturschutzes. Der Landrat dankte den Autoren Prof. Dr. Konrad Dussel, Dr. Hermann Diruf, Reiner Dick, Werner Deusch und Bernd Breitkopf für ihre Beiträge sowie dem langjährigen Heimleiter Rolf-Günter Dalichow und dem ehemaligen Leiter der Heimschule Heinz Kohleisen, die als Zeitzeugen zur Verfügung standen. Ebenso dankte er Edgar Deißig, der aus seiner wertvollen Postkartensammlung Motive zur Verfügung gestellt hat. Vom Geschäftsführer des Verlags Regionalkultur aus Ubstadt-Weiher Reiner Schmidt nahm der Landrat danach die ersten Exemplare in Empfang.
Eines von vier Wandbildern im Eingangsbereich der neuen Schule bei der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee.
Der Buchpräsentation vorangegangen war die Vorstellung von Wandbildern, die als „Kunst am Bau“ künftig die neue Schloss-Schule schmücken, die in wenigen Monaten fertig gestellt sein wird. Geschaffen hat sie der renommierte Künstler Dietmar Israel in traditioneller Sgraffitto-Technik. Er habe sich, so Israel, vom Leitspruch des Bauhaus-Architekten Walter Gropius leiten lassen, wonach alle gewerbliche Arbeit zu veredeln sei und durch das gemeinsame Wirken von Architekt, Handwerker und Künstlern ein Gesamtkunstwerk entstehen müsse. Seine Wandbilder, die Motive des Schlosses unverrückbar und dauerhaft abbilden, habe er dabei als bewussten Kontrapunkt zu schnelllebigen Medienbildern setzen wollen. Gleichzeitig habe er damit ein Bekenntnis seiner Verbundenheit zur Jugendeinrichtung ablegen wollen, für die er gleichzeitig als Kunsttherapeut tätig ist.
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