Schlabbedengler! Daagdieb! Dreggschbadds! Giftschbridds! Schrabbnell! Granadesimbl!
Da ist mir doch ein vergnügliches Buch beim Öffnen eines Umschlages mit einem Berliner Absender entgegen geglitten: „Badisch g'schwätzt & g'lacht“ von Barbara Herrmann.
Barbara Herrmann ist, wie sie im Vorwort schreibt, nahe Bruchsal geboren, habe aber auch lange Jahre in Karlsruhe gelebt. Jetzt lebt die Mutter zweier Söhne in Berlin, besucht aber regelmäßig ihre alte Heimat. Die Autorin erzählt in ihren einleitenden Worten zum Buch, welche Freude es ihr gemacht habe, „in der alten badischen Mundart unterwegs zu sein und sich schräg zu lachen über längst vergessene knackige Aussprüche, die wunderbaren Humor zum Vorschein bringen und vieles an eigenem Erlebtem wachhalten, das man längst vergessen glaubte.“
Und Recht muss man der Autorin geben. Von aa (auch) über Endekebbfer (Zug – Nebenstrecke) oder Raddsefummel (Radiergummi) bis zu Zwuggl (kleiner Mensch) spannt sich der Bogen badischer Ausdrücke, wobei der Leserin oder dem Leser wohl der eine oder andere badische Ausdruck beim Schmökern in dem Büchlein wieder in Erinnerung kommen wird.
Barbara Herrmann schreibt, dass die badische Mundart an sich nur ein Oberbegriff für die verschiedenen Sprachvarianten sei; „bereits von einem Dorf zum anderen können wir völlig verschiedene Ausdrucksweisen und unterschiedliche Wortbedeutungen vorfinden.“ Das ist richtig, denken wir nur an die Unterschiede im Unneroisener und Owweroisener Dialekt. Dies spielt jedoch hier keine Rolle, mindert den Nutz- und Spaßwert des Buches in keinerlei Hinsicht.
Nahezu 3.000 badische Wörter mit „deutscher“ Übersetzung finden sich in dem Buch, dazu noch fast 300 Illustrationen von Rudolf Schuppler, in denen Alltagssituationen gezeigt werden, um den Lesern (speziell Nichtbadenern) zu verdeutlichen, wann bestimmte Wörter benutzt werden.
Das Buch „Badisch g'schwätzt & g'lacht“ von Barbara Herrmann bereitet richtig Vergnügen beim Lesen oder beim Durch- oder Reinblättern. Immer wieder findet man einen typisch badischen (Brusler) Ausdruck mit Aha!-Effekt, wie beispielsweise Dibbfelesscheißer für Pedant oder Neigschmeggder für einen Zugezogenen. Und wer kennt (noch) Kupferdechle für einen Rothaarigen oder eine Rothaarige? Oder wer weiß noch um das Geheimnis des badischen Begriffs Biggsemacher? Gemeint ist der Vater von Töchtern.
Ein kurzweiliges, amüsantes Buch zum Selberlesen aber auch als außergewöhnliches Mitbringsel für Exil-Badener oder sogar Nicht-Badener, wobei letztere wohl eher verständnislos den Kopf schütteln und sich schebbs lachen werden ob solch einer rätselhaften Sprache – aber da helfen die „Übersetzungen“ und die Illustrationen weiter.
Das Buch „Badisch g'schwätzt & g'lacht“ von Barbara Herrmann ist erschienen im hnb-verlag - www.hnb-verlag.de - Berlin, und kostet EUR 13,90. ISBN 978-3-9813600-3-5. Das Buch ist beim örtlichen Buchhandel, direkt beim Verlag oder im Online-Versand erhältlich.
Übrigens, zur Honorarfrage zu dieser Veröffentlichung bei bruchsal.org: „Ich hab blos en feichde Badsch griegd unn sunschd nix.“ (Redewendung aus: „Badisch g'schwätzt & g'lacht“)
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