Sanierungsprojekt "Andreasstaffel" abgeschlossen !?
Leserbrief an die Bruchsaler Rundschau; dort abgedruckt am 9. Februar 2010:
Die Sanierungssatzung ist aufgehoben und damit das Sanierungsprojekt "Andreasstaffel" fast abgeschlossen. Aber nicht ganz, muss man etwas einschränkend sagen. Doch noch fehlen drei, vier i-Tüpfelchen an der Treppenanlage.
Im oberen Bereich sind auf dem BNN-Foto zwei große Nischen zu erkennen.
Die ganz oben mit leerem Podest. Da stand einst eine Heiligenfigur, ein Antonius, mit dem Jesuskind auf dem Arm. Zu erkennen auf einem historischen Foto um 1920 (Habermann-Band 1) und etwas deutlicher gezeichnet 1908 von Kunstmaler J. Mariano Kitschker (Repro aus dem Stadtarchiv im Habermann- Band 2).
Ein leerer Sockel an exponierter Stelle ist seit Jahrzehnten kein Stadtbildschmuck.
Rechts unterhalb im Felsen war hinter dem unlängst von Statuendieben aufgehebelten Schutzgitter eine schlichte Madonnenfigur, die geraubt wurde. Der Platz ist verwaist. Das Gitter kaschiert etwas die Leere dahinter. Was kann da verbessert werden?
Ganz unten, wo die Treppe beginnt, ist anlässlich der Sanierung eine weitere Wandnische vorbereitet worden. Sogar mit Stromanschluss, wenn ich die Kabel recht deute. Auch dort nichts drin.
Die vormals markanten Ammoniten aus dem heimischen Muschelkalk sind entfernt und nicht mehr eingearbeitet worden. Auch nicht gut. Wo sind sie überhaupt?
Was am ehemaligen Brauausschank Denner-Stuben (Haus links am Zugang zur Staffel) ein historisches Schmuckstück hätte werden können , das Fliesen -Wandbild von 1959 mit Schmuckwappen und Hinweis auf die Brautradition der Familie Denner (gegründet 1863) ist leider nicht dort gelandet. Es wurde nach meiner Kenntnis, statt es zu sichern und für eine Wiederanbringung aufzuheben, was angeregt war, damals von OB Doll kurzerhand an einen Bier brauenden Privatmann vergeben. Der soll die Teile abgeräumt und noch in Besitz haben. Hier könnte etwas Diplomatie möglicherweise zu einer guten Lösung führen. Vielleicht sollte mit dem Besitzer darüber geredet werden.
Die Vergabe an den Privatmann erscheint etwas mysteriös. Die beiden Aktivisten in Sachen Erhaltung von öffentlichen Altertümern in Bruchsal (Feldhäuschen, Steighohlenkreuz, Inschriften Kriegerdenkmal), Fritz Holoch und Hubert Münkel, hatten die kostenlose Abnahme zur Sicherung der Kacheln dem OB frühzeitig angeboten.
Anlass der Entfernung und Nicht-Sicherung durch die Stadtverwaltung war bekanntlich der Abriss des Industriebaues für das jetzt (fast) abgeschlossene "Sanierungsprojekt Andreasstaffel". Das bunte Majolika-Fliesenbild war am Neubau der Brau-, Abfüll-, Lager- und Verladehalle angebracht. Sicherlich hat die Stadt wie schon beim Fliesenbild Theatermaske am ehemaligen Schlosstheater (heute C&A) die Ausgangssituation fotografisch dokumentiert.
Sein eigentlicher Platz wäre unmittelbar am früheren Platz die Seitenwand der alten Denner-Wirtschaft. Das mit Symbolen des Braugewerbes verzierte Wappen der letzten und größten örtlichen Brauerei könnte dort künftige Generationen auf die lange Bruchsaler Tradition des Bierbrauens hinzuweisen.
Stefan Schuhmacher
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Kommentare
Pieta an der Andreasstaffel
"Rechts unterhalb im Felsen war hinter dem unlängst von Statuendieben aufgehebelten Schutzgitter eine schlichte Madonnenfigur, die geraubt wurde. Der Platz ist verwaist. Das Gitter kaschiert etwas die Leere dahinter. Was kann da verbessert werden?"
Es handelte sich bei der geraubten Figur um eine Kopie einer Pieta, die im Museum stehen soll.
Laut Auskunft von Herrn Adam wird die fehlende Pieta restauriert/oder zumindest Ersatz beschafft.
Mein Angebot den Platz mit einer originalen Kopie zu bestücken, die in meinem Besitz ist, wurde abgelehnt!
So isses halt!
Finstere Ecke
Wer derzeit abends die Andreasstaffel benutzt, muss sich sehr vorsehen. Der oberste Treppenabschnitt liegt in absoluter Finsternis
und auch die Lampe vor der geklauten Pieta-Kopie ist kaputt. Die Defekte sind Folgen vandalistischer Handlungen. Die Frage ist, ob wir, die Steuerzahler, mit zugekniffenen Augen und hinterrücks maulend diese Zustände weiterhin dulden wollen. Am vergangenen Samstagabend war nach 23 Uhr übrigens von der finsteren Treppe bestens das Geschrei minderjähriger " Bürgerpark-Aktivisten" zu vernehmen.
einfach mehr Bruchsal.org lesen...
Hätte der Leserbriefschreiber einfach mehr bruchsal.org gelesen wüsste er, wo die Ammoniten geblieben sind. Oder einfach im Abschlußbericht (Schlußbericht Sanierung Andreasstaffel) die Seite 12 mal aufgeschlagen.
Die Ammoniten sind im städtischen Museum eingelagert. Zugegebenermaßen weiß ich leider nichts von den anderen Gegenständen.
Viele Grüße
Marco Ertel
zu "Finstere Ecke"
"... hinterrücks maulend dulden..."
Was sonst?
Nach der Polizei rufen (fragen Sie mal auf dem Revier, ob die wissen, wo die Andreasstaffel ist - da kann man ja nicht mit dem Auto hinfahren...)
Eine Bürgerwehr gründen?
Einen "kostenlosen" kommunalen Ordnungsdienst (= kommunale Polizei ohne Zähne) wie die Karlsruher?!
Ammoniten
Habe aber auch Ammoniten auf einem Steinhaufen im Steinbruch bei der Pfaffenlochhohle entdeckt. Nun alle verschwunden...