Die "Runde Gumpe"
Am Ortsausgang Heidelsheim Richtung Helmsheim findet man den in Heidelsheim als "Runde Gumpe" bezeichneten Saalbachabschnitt (Gumpe = nach Duden ein Wasserloch, tiefe Stelle in Wasserläufen und Seen, nach Wikipedia = beckenartiger Strudeltopf, der von Bächen in den Untergrund des Bachlaufs erodiert wird).
Auf Grund einer Schleifenbildung und des Mühlwerks hat der Saalbach dort einen nahezu kreisrunden Kessel mit fast senkrecht abfallenden Lößwänden gebildet, wonach die Erklärung von Wikipedia wohl zutreffend sein wird. Mehr als die Hälfte des Kessels ist heute verlandet, so daß die Gumpe ehemals ein richtiger Teich gewesen sein muß.
Die als "Dächsleswehr" bekannte Schleuse diente neben ihrer Staufunktion ebenfalls der Wiesenbewässerung. Hinter dem Wehr muß der aufgestaute Bach fast 3 Meter tief gewesen sein. Alte Heidelsheimer kennen den Ort noch. Er fungierte auch als Schwimmbad und viele Heidelsheimer lernten dort schwimmen. Die Frage bleibt: Haben die Heidelsheimer im tiefen Wasser vor der Staumauer gebadet oder in der (damals ebenfalls tiefen Gumpe) hinter der Staumauer (in Fließrichtung gesehen). Die Überreste des Mühlwehrs stellen eine heimatkundliche Besonderheit dar:
Der Bachlauf zwischen Heidelsheim und Helmsheim ist naturbelassen, ca. 1 Kilometer lang und mit Schwarzerlen und Weidengewächsen bestanden. Zwischendurch gibt es ein paar "Stromschnellen", aber ansonsten fließt der Bach ruhig dahin und die Bäume mit dem Novemberhimmel spiegeln sich darin.
Bis nach Helmsheim begegnen wir noch Überresten von zwei weiteren Stauwehren, was darauf hindeutet, daß die Wiesen zwischen den beiden Orten sehr überschwemmungsgefährdet waren.
Hinter den Wehren, also bachabwärts, bildeten sich durch die Strömungen und Verwirbelungen des Wasser tiefe Tümpel, also "Gumpen". In einer dieser Gumpen hinter dem im obigen Photo gezeigten Wehr baden noch heute Jugendliche, womit die anfangs gestellte Frage beantwortet sein dürfte: Die Heidelsheimer haben in der Gumpe gebadet.
Als ich vor zwei Jahren hier an einem Wochenende mit meinem Hund vorbeikam, hörte ich schon von Weitem lautes Badetreiben. Die Jugendlichen kletterten auf einen am Ufer stehenden, riesigen Baum und sprangen von diesem ca. 3 Meter hinunter. Außerdem hatten sie an einem das Wasser überragenden Ast ein Seil befestigt, schwangen sich wie Tarzan vom höher gelegenen Ufer ins Wasser hinein - ein Mordsspaß. Das Wasser ist an dieser Stelle über zwei Meter tief, und der Saalbach soll ja wieder sauber sein...(Quellen: Geoportal Bruchsal).
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