Rudolf Steiner, die Badische Zeitung und ein unzufriedener Gastautor
Ganz glücklich haben Andreas Lichte die Steiner-Lobpreisungen von Peter Sloterdijk anlässlich einer Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Rudolf Steiner Ausstellung im Vitra Design Museum im südbadischen Weil am Rhein nicht gemacht.
In seinem Essay „Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein“, veröffentlicht bei www.ruhrbarone.de, reibt sich Andreas Lichte vor allem daran, dass der Journalist der Badischen Zeitung, ein Thomas Loisl Mink, einfach weiß, „welcher Autorität er ungeprüft glauben kann. Und Peter Sloterdijk ist so eine Autorität.“ Im weiteren Verlauf seines Artikels verweist Lichte auf das rassistische Gedankengut von Rudolf Steiner, untermauert durch Zitate aus dessen Publikationen und Vorträgen.
Auch der diesen Beitrag Veröffentlichende hat seine Erfahrungen mit Anthroposophen, also den Anhängern der Anthroposophie, der von Rudolf Steiner begründeten spirituellen Weltanschauung, gemacht. Gerade das im nachstehenden Artikel angesprochene größte Kunstwerk von Rudolf Steiner, „Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman“ ist ihm noch in (kopf- und gesäßschmerzlicher) Erinnerung.
Anlässlich einer Bildungsfahrt mit einer größeren anthroposophischen Gruppe, die der dies Schildernde nicht ganz freiwillig miterleben musste, wurde auch das Goetheanum besucht. Das Goetheanum ist ein Betonbau in Dornach, ca. 10 Kilometer südlich von Basel, der nach Entwürfen von Rudolf Steiner gebaut wurde und sich architektonisch als etwas ungewöhnlich, aber doch recht interessant erweist. Nach Eigenbeschreibung der Anthroposophen handelt es sich beim Goetheanum um das "Zentrum eines weltweit tätigen Netzwerks spirituell engagierter Menschen".
Bei der Führung durch das Gebäude war Stille, allenfalls leises Flüstern wie in einer Kirche angesagt. Endstation der Führung war dann die Steiner'sche Skulptur „Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman“. Diese Figurengruppe dürfte in ihrer künstlerischen Bedeutung, dies war zumindest für mich aus den begeisterten Worten des die Führung Leitenden zu entnehmen, irgendwo zwischen Leonardo da Vinci und Picasso angesiedelt sein. Möge sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
Die Teilnehmer der Führung durch das Goetheanum wurden angesichts des Steiner'schen "Menschheitsrepräsentanten" angewiesen, sich auf den steinernen Treppenstufen vor der Steiner'schen Skulptur niederzulassen, um die Kraft und Energie dieses Kunstwerkes und des Steiner'schen Geistes (Genies) auf sich wirken zu lassen. Erst nach etwa 20 Minuten des Verweilens und Sinnierens durfte man sich wieder erheben.
Jetzt soll jedoch Andreas Lichte zu Worte kommen:
Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein.
von Andreas Lichte
Die Badische Zeitung feiert Rudolf Steiner und löscht Rudolf Steiner O-Ton: „Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse“ ist Werbung für die Religion Anthroposophie. Von unserem Gastautor Andreas Lichte.
„Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!“ ist Kinderkram. Ein guter Journalist wie Thomas Loisl Mink, Autor der Badischen Zeitung, weiss einfach, welcher Autorität er ungeprüft glauben kann. Und Peter Sloterdijk ist so eine Autorität.
In seinem Bericht über die Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Rudolf Steiner Ausstellung im Vitra Design Museum gibt Mink Fragmente von Sloterdijks Steiner-Lobpreisung wieder, ohne auch nur eine einzige Frage zu stellen. Worum es eigentlich geht, bleibt dem Leser unklar, sicher ist nur:
Rudolf Steiner ist ungeheuer bedeutend. Für die Kunst, und überhaupt …, Zitat Mink:
„Steiner sei jemand gewesen, dem es gelang, zeitgenössische Ideenspannungen wahrzunehmen, sagte Sloterdijk …“
„Steiner habe indessen Vertikalität neu definiert »und die menschliche Individualität nach oben anschlussfähig gemacht«, so der Philosoph. Er sei so etwas wie der von dem Dadaisten Hugo Ball beschriebene Antennenmensch gewesen, er sei immer auf Empfang gewesen …“
usw., usw., bis Mink das Grande Finale seines Berichts bringt:
„Steiner, so Peter Sloterdijk, sei ein idealer Transmitter der Botschaft, eine Lebensform zu entwickeln, die eine Koexistenz der Menschen auf dem Planeten ermögliche.“
Wenn das kein Superlativ ist: Steiner war also nicht nur in der Vergangenheit bedeutend, sondern ist es umso mehr für die Zukunft der Menschheit! Da lasse ich Rudolf Steiner einmal selber erklären, was er von den verschiedenen Menschen hält – mein Kommentar vom 17. Oktober:
„Zitat aus dem Artikel: »Steiner, so Peter Sloterdijk, sei ein idealer Transmitter der Botschaft, eine Lebensform zu entwickeln, die eine Koexistenz der Menschen auf dem Planeten ermögliche.«
Wie soll diese »Koexistenz der Menschen auf dem Planeten« aussehen, wenn Rudolf Steiner diese »Erkenntnisse« hat:
»(…) Wenden wir das auf den Menschen selber im Weltenraum an. Sehen wir uns zunächst die Schwarzen in Afrika an. Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltenraum aufsaugen. Sie nehmen das auf. Und dieses Licht und diese Wärme im Weltenraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. Es geht nicht durch den ganzen Körper durch, sondern hält sich an die Oberfläche der Haut, und da wird die Haut dann selber schwarz.
So daß also ein Schwarzer in Afrika ein Mensch ist, der möglichst viel Wärme und Licht vom Weltenraum aufsaugt und in sich verarbeitet. Dadurch, daß er das tut, wirken über den ganzen Menschen hin die Kräfte des Weltenalls so. (Es wird gezeichnet.) Überall nimmt er Licht und Wärme auf, überall. Das verarbeitet er in sich selber. Da muß etwas da sein, was ihm hilft bei diesem Verarbeiten. Nun, sehen Sie, das, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist daher das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das geht durch das Rückenmark. Und das kann alles das, was da im Menschen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. Daher ist beim Neger namentlich alles das, was mit dem Körper und mit dem Stoffwechsel zusammen hängt, lebhaft ausgebildet. Er hat, wie man sagt, ein starkes Triebleben, Instinktleben. Der Neger hat also ein starkes Triebleben. Und weil er eigentlich das Sonnige, Licht und Wärme, da an der Körperoberfläche in seiner Haut hat, geht sein ganzer Stoffwechsel so vor sich, wie wenn in seinem Innern von der Sonne selber gekocht würde. Daher kommt sein Triebleben. Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn. (…)
Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse. (…)«
Wem das noch nicht reicht, um nachzuvollziehen, dass Rudolf Steiner ein Rassist ist – und einer der grössten Scharlatane des Zwanzigsten Jahrhunderts war – kann gerne noch den kompletten Vortrag lesen.
Mein Kommentar wurde vom Moderator der Badischen Zeitung gelöscht, seine Begründung:
„Inhalte mit werblichem oder kommerziellem Charakter werden gelöscht.
Dies betrifft auch die Veröffentlichung von umfangreichen Textauszügen jeglicher religiöser oder weltanschaulicher Gruppen.“
Rudolf Steiners Auffassung der verschiedenen „Rassen“ – der „triebhafte Neger“, und dem entgegengestellt, „die am Geiste schaffende Weisse Rasse“ – ist also Werbung für die Religion Anthroposophie. Na, ist doch schön, wenn man’s mal so erklärt bekommt, dass man‘s auch versteht! Ist Sloterdijk vielleicht deshalb so begeistert von Steiner?
Aber Sloterdijk ist ja nicht der einzige: Im Jubiläumsjahr „150 Jahre Rudolf Steiner“ erschienen unzählige Jubel-Artikel auf Steiner. Da geben Journalisten dann monumentale Antworten auf Fragen, die sie wie Thomas Loisl Mink nie gestellt haben, zum Beispiel:
Diese Jubelarie der Zeit kommt von Iris Radisch. Leider vergisst Radisch zu erwähnen, dass sie ihre Kinder zur Waldorfschule schickt, aber das fördert sicher nur ihre kritische Grundhaltung und den seriösen, unabhängigen Journalismus …
–
Und wie war das nun mit Rudolf Steiner als „Künstler“? Anlass für den Artikel der Badischen Zeitung war ja die Ausstellung „Rudolf Steiner – Die Alchemie des Alltags“ im Vitra Design Museum. Schauen wir uns doch einfach beispielhaft Rudolf Steiners grösstes Kunstwerk an:
„Der Menschheitsrepräsentant zwischen Luzifer und Ahriman“
Beeindruckend, nicht wahr? Und der anthroposophische Text ist ein Kunstwerk für sich!
Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien, den ich zu Waldorfschule, Rudolf Steiner und Anthroposophie interviewte, kommt zu dieser Einschätzung, Zitat Hopmann:
„Und welche Freiheit, welche Kreativität sind gemeint in einer Schulphilosophie, deren Erfinder weder als Demokrat, noch als Ästhet hervorgetreten ist, sondern der eine autoritäre Geisteshaltung einnahm und eine naturalistische Schrumpfästhetik bevorzugte?“
Weiterführende Artikel auf den Ruhrbaronen:
Waldorfschule: Dr. Detlef Hardorp verkauft Rudolf Steiners Rassismus als Multikulti – Sloterdijks „Koexistenz der Menschen“ mit den Worten eines Funktionärs der Waldorfschulen
3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“ – die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) entschied, dass Bücher Rudolf Steiners rassistischen Inhalt haben
150 Jahre Rudolf Steiner – „Aber ich hab’ doch nichts davon gewusst!“ – was in den üblichen Steiner-Jubel-Arien verschwiegen wird, und die NZZ brachte
Waldorfschule: Vorsicht Steiner – Interview mit Andreas Lichte
Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“, Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien
Zum Artikel bei den ruhrbaronen: Badische Zeitung und Rudolf Steiner: Bejubeln ja, Zitieren nein
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Kommentare
Am Thema vorbei
Der Artikel von Andreas geht leider aus gleich mehreren Gründen am Gegenstand vorbei:
1. Das, was Sloterdijk über Steiner sagt, ist korrekt, da Sloterdijk bei total allgemeinen Aussagen und Steiner-Exegesen bleibt.
2. Es geht in der von Andreas offenbar abgelehnten Steiner-Ausstellung um sehr viel mehr als den "Menschheitsrepräsentanten"
3. Wenn Iris Radisch nicht über Waldorf schreiben soll, weil sie positive Erfahrungen damit gemacht hat, dürfte Andreas Lichte auch nicht darüber schreiben, weil er negative Erfahrungen damit gemacht hat. Diese Logik wäre absurd.
4. Sloterdijk und die Künstler aus Wolfsburg haben sich auf anderes bezogen als auf Steiners Rassentheorien. Es wäre also thematisch nicht notwendig, die zu zitieren.
5. Eine Ausnahme: Michael Ende, hat in "Jim Knopf und die Wilde 13", Steiners esoterische Rassenlehre aufgenommen. Da geht es u.a. um das theosophische Land "Schamballa", das wieder aus den Fluten auftauchen soll, und Jim Knopf, der Nachfahre des Schwarzen unter den "Heiligen Drei Königen" sein soll. Dieser "schwarze" König soll nach Steiner ein Repräsentant der untergegangenen "lemurischen Wurzelrasse" sein. Und nun. Michael Ende verbieten, verstecken, vergessen?
6. Fehlt jede Kritik am esoterischen Gedankengut Peter Sloterdijks selbst
7. Beschwert sich Andreas Lichte darüber, sein Kommentar bei der Badischen Zeitung gelöscht worden sei, mein eigener bei den Ruhrbaronen wurde aber ebenso "zensiert".
-----------------------
Mehr zu Peter Sloterdijk und Rudolf Steiner:
"Inhalte überwinden: Was Peter Sloterdijk zu Rudolf Steiner zu sagen hat.
Über Anthropotechnik, Kulturkapitalismus und fliegende Reptilien"
"....Sloterdijks Weltbild kann vor diesem Hintergrund nicht nur als esoterisch bezeichnet werden, es bietet, wie man sagen könnte, geradezu Esoterik „auf der Höhe der Zeit“: „postmetaphysisch“ und lifestyle-orientiert..."
http://waldorfblog.wordpress.com/2011/10/18/sloterdijk-zu-steiner/
Antwort auf Ansgar Martins, Betreiber von "Waldorfblog"
Sehr geehrter Herr Martins,
könnten Sie mich bitte siezen? Danke! Ich schätze es nicht, wenn mich Anthroposophen unaufgefordert duzen.
Zu Ihren Punkten:
"1. Das, was Sloterdijk über Steiner sagt, ist korrekt, da Sloterdijk bei total allgemeinen Aussagen und Steiner-Exegesen bleibt."
Sloterdijk hat – zumindest in der Wiedergabe seiner Aussagen in der "Badischen Zeitung" – inhaltlich nichts relevantes zu sagen.
"2. Es geht in der von Andreas offenbar abgelehnten Steiner-Ausstellung um sehr viel mehr als den "Menschheitsrepräsentanten"
Ich habe den "Menschheitsrepräsentanten" als Beispiel genannt. Ich könnte auch über anderen Steiner-Kitsch schreiben, da würde mir "einiges" einfallen (nur am Rande: ich habe ein Diplom der "Universität der Künste Berlin", Design und Kunst sind mir nicht völlig fremd)
"3. Wenn Iris Radisch nicht über Waldorf schreiben soll, weil sie positive Erfahrungen damit gemacht hat, dürfte Andreas Lichte auch nicht darüber schreiben, weil er negative Erfahrungen damit gemacht hat. Diese Logik wäre absurd."
Die Unterschiede zwischen Iris Radisch und Andreas Lichte:
– ich sage ganz offen, dass ich erfolgreich eine Ausbildung zum Waldorflehrer am "Seminar für Waldorfpädagogik Berlin" absolviert habe, siehe zum Beispiel: http://www.ruhrbarone.de/waldorfschule-vorsicht-steiner/
Irisch Radisch verschweigt ihren Waldorf-Hintergrund: das ist journalistisch unsauber
– ich gehe davon aus, dass Radisch für ihren Artikel bei der "Zeit" bezahlt wurde, ich werde nicht von den Ruhrbaronen bezahlt.
"4. Sloterdijk und die Künstler aus Wolfsburg haben sich auf anderes bezogen als auf Steiners Rassentheorien. Es wäre also thematisch nicht notwendig, die zu zitieren."
Den inhaltlichen Zusammenhang habe ich in meinem Artikel – und in meinem gelöschten Kommentar für die Badische Zeitung – deutlich dargestellt.
"5. Eine Ausnahme: Michael Ende, hat in "Jim Knopf und die Wilde 13", Steiners esoterische Rassenlehre aufgenommen. Da geht es u.a. um das theosophische Land "Schamballa", das wieder aus den Fluten auftauchen soll, und Jim Knopf, der Nachfahre des Schwarzen unter den "Heiligen Drei Königen" sein soll. Dieser "schwarze" König soll nach Steiner ein Repräsentant der untergegangenen "lemurischen Wurzelrasse" sein. Und nun. Michael Ende verbieten, verstecken, vergessen?"
Herr Martins, wenn Ihnen gar nichts mehr einfällt, kommt regelmässig der Kinderbuch-Bestseller-Autor ...
"6. Fehlt jede Kritik am esoterischen Gedankengut Peter Sloterdijks selbst"
Ist Sloterdijk wirklich so interessant? Siehe oben, meine Antwort bei "1."
"7. Beschwert sich Andreas Lichte darüber, sein Kommentar bei der Badischen Zeitung gelöscht worden sei, mein eigener bei den Ruhrbaronen wurde aber ebenso "zensiert"."
Ich habe mich an keiner Stelle beschwert: Ich finde den Vorgang ausgesprochen interessant, insbesondere die absurde Begründung des Moderators der Badischen Zeitung.
Und Sie können gerne jederzeit einen Artikel darüber schreiben, dass ein Kommentar von Ihnen beim blog "Ruhrbarone" nicht veröffentlicht wurde ...
Schlechter Mensch = schlechte Lehre?
Zur Person Steiners kann ich nichts beitragen. Es ist mir auch relativ wurscht. Können wir nicht auch über Luther aufgrund seiner hinlänglich bekannten Äußerungen behaupten, ein Juden- und Frauenfeind und ungehobelter Mensch zu sein?
Wer mich kennt, weiß, dass ich Ärzten keine Vorschusslorbeeren verteile.
Aber ich muss hier eine Lanze brechen für den Arzt, der meine Frau nach anthroposophischen Lehren Steiners seit nunmehr 26 Jahren behandelt.
Und zwar bislang erfolgreich. Und unter Berücksichtigung des ganzen Menschen und seiner Lebensumstände. Und mit ungespielter Zuwendung, was sich allein schon an schier endlosen Sitzungen manifestiert.
Oder nehmen wir die Liebenzeller Gemeinde bzw. das "Krankenhaus" in Unterlengenhardt bei Bad Liebenzell. Meine Frau war bereits dort und ich kann jedem nur wünschen, dass ihm eine solche Zuwendung zuteil wird, wenn er mal stationärer Behandlung bedarf.
Das hat auch nichts mit dem Klischee des am Krankenbett Harfe spielenden Betreuers oder "ausgependelter" Allergien zu tun..., das gibt es unter dem gefälschten Etikett der Anthroposophie freilich auch, ist dennoch nur Scharlatanerie und schadet, wie man sehen kann, noch immer dem Ruf der um den Menschen bemühten und studierten (!) Mediziner, die nicht immer gleich mit der chemischen Keule daherkommen und wegschneiden, was nicht passt.
Ich lege Wert darauf, festzustellen, dass Steiner menschlich fragwürdig gewesen sein mag, aber das hat ebensowenig mit seinen Lehren zu tun wie Luthers Macho-Sprüche mit dessen Lehren.
Wie der Führer so die Lehre und Gefolgschaft
Und gerade das Thema "anthroposophische Medizin" in Theorie und Praxis ist eines der geschmackvollsten:
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/04/gemeingefhrlich-statt-gemeinn...
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/08/kindesmisshandlung-und-terror...
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinde...
Insbesondere der letzte Artikel ist leider sehr lang, zeigt dafür aber auch besonders schön die vollendete Liebenswürdigkeit der Steiner-Jünger, die der vorausgegangene Kommentar so dermaßen schätzt.
Wie der Führer so die Lehre und Gefolgschaft
Und gerade das Thema "anthroposophische Medizin" in Theorie und Praxis ist eines der geschmackvollsten:
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/04/gemeingefhrlich-statt-gemeinn...
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/08/kindesmisshandlung-und-terror...
http://rudolf-steiner.blogspot.com/2010/02/seelenpflege-bedurftige-kinde...
Insbesondere der letzte Artikel ist leider sehr lang, zeigt dafür aber auch besonders schön die vollendete Liebenswürdigkeit der Steiner-Jünger, die der vorausgegangene Kommentar so dermaßen schätzt.
Man muss nicht alles glauben,
was Heiler erzählen. Und wenn Homöopathen mit ihren Potenzierungen (Verdünnungen) keinen Schaden anrichten oder gar Erfolge erzielen, es ist mir egal. Dass Placebos funktionieren können, bestreitet ja auch die Schulmedizin nicht. Dass Zuwendung der Heilung förderlich ist kann sicher jeder unterschreiben. Handauflegen, Reiki u.a., dagegen ist nichts zu sagen, wenn sie ärztliche Therapien unterstützen.
Die Anthroposophen hielt ich bislang auch für harmlos aber menschenfreundlich.
Aber was ich in den 3 Publikationen, auf die Heinz verweist, gelesen habe, ließ mir die letzten Haare zu Berge stehen. Um verkürzt zu fragen: Schuldig zu sein, weil man krank ist? Schuldig, weil man in einem früheren Leben Schuld auf sich geladen hat? Heißt das dann im Umkehrschluss, je länger oder schwerer man krank ist, ein um so schlechterer Mensch war man in früheren Leben?
Ist es nicht seltsam, dass sich Lehren von Hahnemann, Steiner, Usui so verbreiten können, obwohl sie auf keinerlei wissenschaftlichen Grundlagen basieren?
Ich weiß, was ich weiß
@Heinz
Ich habe nicht jede "anthroposophische" Einrichtung kennengelernt und kann dazu nichts sagen. Vorfälle dieser Art sind keinesfalls zu entschuldigen und solche Ideologien grotesk. Die verlinkten Geschichten mögen stimmen oder auch nicht, ich weiß jedenfalls, was ich weiß.
Unser Arzt (dessen Name ich gerne weitergebe, damit jeder von Ihnen sich selbst von dessen Seriosität überzeugen kann, falls er das Honorar zu zahlen bereit ist) hat 11 eigene Kinder und die sind allesamt weder verblödet oder misshandelt worden, noch rennen sie den ganzen Tag in naturbelassenen Baumwollhosen mit Müslinäpfen herum.
Und wenn Sie sich mal die Website der Paracelsus-Klinik in Unterlengenhardt ansehen, dann wird Ihnen auffallen, dass die in den Stellenausschreibungen keine "Seher" oder "Geistheiler", keine Harfespieler oder Handaufleger suchen, sondern Gastroenterologen, Internisten und Onkologen und der Klinikleiter hat keinen Knochen in den Haaren und stammt auch nicht aus dem Waka-Tuka-Land, sondern ist ein "richtiger" Arzt.
Aber wahrscheinlich suchen die solche Leute nur alibihalber, gell?...weil ja nicht wahr sein kann, was nicht wahr sein darf.
Es war schon immer so, dass die Leute gerne das verteufelt haben, was sie nicht verstehen und selbst nie ausprobiert haben, weil Ihnen das Interesse oder der Schneid fehlt. Aber eine Meinung dazu haben sie trotzdem.
Anthroposophische Medizin, kompatibel mit dem heutigen Lifestyle
@ Morgan le Fay
Da haben Sie ja eine wunderbare Formulierung gewählt:
"der Schneid fehlt" für die Anthroposophische Medizin!
Braucht man für die Anthroposophische Medizin besonders viel Mut?
–
“Anthroposophische Weisheiten
von Martin Ballaschk, 03. Oktober 2011
In der Heftbeilage der Frauenzeitschrift „Für Sie“ fand ich einige Schätze über die sanfteste aller Heilmethoden des Querdenkers, geheim- und geisteswissenschaftlichen Vorreiters Rudolf Steiner, der uns materialistischen Naturwissenschaftlern in so vielem voraus war. Es geht um Anthroposophische Medizin, besser gesagt, was davon kompatibel mit dem heutigen Lifestyle erscheint.
»Die Erkenntnisse der modernen Immunologie bestätigen all das, was der Philosoph Rudolf Steiner und die Frauenärztin Dr. Ita Wegmann schon vor fast 90 Jahren in eine neue individuell geprägte Medizin umsetzten. [FürSie-Beilage]«
Steiner war eben Hellseher, was soll ich sonst noch dazu sagen? Seine Vorraussagen sind ausnahmslos eingetroffen, wie etwa diese über die Renaissance der Quecksilbertherapie (Steiner war bekanntermaßen ein Verfechter der Heilung mit Schwermetallen, „Planetenmetallen“):
(…)”
weiter: http://www.scilogs.de/wblogs/blog/detritus/alternativmedizin/2011-10-03/...
Der kleine Sektenfreund
Das Interesse offenkundig nicht. Daher die links.
Der Schneid ganz sicher noch weniger. Den Glauben an einen Hellseher, die Mitgliedschaft in einer Sekte als „Schneid“ zu „begreifen“, spricht für sich.
Nicht trotzdem, sondern deswegen. Eine Meinung ist etwas anderes als der rational nicht offen vermittelbare Glaube an einen Vollidioten, der sich als Hellseher ausgab.
Waldorfschule "Sekte" ...
@ Heinz ("DER KLEINE SEKTENFREUND")
hier nennt ein Waldorfschüler seine ehemalige Waldorfschule Sekte:
–
“Freie Waldorfschule Kempten: Ein ehemaliger Schüler berichtet
(…) Diese Schule ist eine Sekte, die meiner Meinung nach komplett verboten werden sollte. Vor allem ist es unerhört, dass so etwas noch mit Steuergeldern unterstützt wird (…)”
http://blog.esowatch.com/?p=5092