Redemanuskript der Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick zur Eröffnung der Rathausgalerie

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Montag, 15. November 2010 - 11:16

Eröffnung Rathausgalerie

11. November 2010

Rede Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick

 

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Sehr geehrter Herr Büchelmeir und Herr Edelmann,

sehr geehrter Herr Weinig,

sehr geehrte Frau Walter (Real I.S.),

sehr geehrter Herr Frey (Papenburg, Generalunternehmer).

sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister a.D. Doll,

Stellvertretend für die Verwaltung Herrn Bürgermeister Hockenberger sowie die Amtsleiter, Herr Guth und Herr Raue.

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Es ist wirklich beeindruckend: gerade einmal etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass im September letzten Jahres die Grundsteinlegung für die so genannte Rathausgalerie erfolgt ist. Wo früher einmal lediglich Parkplätze und Brachfläche das Bild dominierten, stehen wir heute vor einem modernen Einkaufszentrum mit einem vielfältigen Angebot und einem neu entstandenen Parkhaus, das um einiges mehr Platz anbietet als die frühere Situation.

Ich freue mich daher besonders an dieser Stelle auch die Vertreterinnen und Vertreter der neuen Mieter in der Rathausgalerie begrüßen zu dürfen. Gemeinsam mit den Vertretern der hiesigen Werbegemeinschaft - stellvertretend Herr Wolff und Frau Mangei - werden Sie künftig die Aushängeschilder für die Einkaufsstadt Bruchsal sein.

Man kann sicher auch an einem solchen Tag festhalten, dass der Weg bis hierher keineswegs einfach war. Ein politischer und städtebaulicher Kraftakt liegt hinter Bruchsal. Und wir können mit Fug und Recht sagen, dass dies der Ausgangspunkt für ein neues Selbstbewusstsein der Einkaufsstadt Bruchsal ist.

Der Entscheidungsprozess - der noch vor meinem Amtsantritt vollzogen wurde - war ein steiniger Weg, der vielfach noch heute in der Rückschau bei einem Teil der Bürgerinnen und Bürger Unverständnis auslöst. Mein Vorgänger, Herr Oberbürgermeister Doll hat sich gemeinsam mit dem Gemeinderat knapp für die Lösung entschieden, die wir heute einweihen dürfen.

Im gestrigen Wochenblatt haben Sie dabei Ihre Grundmotivation - wie ich finde sehr treffend - zusammengefasst:

"Diese Investition hat bereits Nachfolgeinvestitionen anstoßen können; das ist enorm wichtig, weil Bruchsal urbanes Leben und vor allen Dingen Frequenz in der Stadt benötigt."

(Aber auch die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen haben sich zwischenzeitlich mit den besten Wünschen für die Zukunft geäußert. Holoch, Schäfer, Foos, Birkle, Rupalla).

Es ging im wesentlichen um drei Ziele:

Erstens: Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels auch als Korrektur der Fehlentwicklungen früherer Jahre, als massiv Einzelhandelsflächen am Stadtrand und auf der "grünen Wiese" bebaut wurden.

Zweitens: Schaffung von vermehrten Parkmöglichkeiten um den struktuellen Nachteil der bebauten Innenstadt, die ja wesentlich älter ist als die Erfindung des Autos, etwas zu mindern und das unschöne Blech in geeigneten Anlagen zu konzentrieren.

Und drittens sollten die städtebaulichen Wunden geschlossen werden, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammten.

Auch wenn die Ziele klar waren, so war der Weg, wie man sie verwirklichen kann, nicht unbedingt von Einmütigkeit gekennzeichnet. Wenn man sich in der Rückschau exemplarisch die Leserbriefspalten vor etwa anderthalb Jahren zur Rathausgalerie durchliest, stellt man zweierlei fest: zum einem wurde die Notwendigkeit, dass etwas passieren muss, von nahezu Allen anerkannt. Zum anderen aber war der konkrete Weg starken Auseinandersetzungen unterworfen.

Die damaligen Aussagen "SEPA ist gut für Bruchsal" und "XXL-Center passt nicht zu uns" aus der BNN vom 07. März 2009 zeigen die Bandbreite der Diskussion auf. Insbesondere die Werbegemeinschaft als Vertreterin des innerstädtischen Einzelhandels hat diesen Prozess umfassend unterstützt.

Es ist im Nachgang mehr als müßig, wie es gekommen wäre, wenn man sich damals anders entschieden hätte.

Es gilt, den Blick nach vorne zu richten und die Chancen zu nutzen, die sich für Bruchsal nun bieten. Die Vertreter von SEPA und Real I.S. haben sich im vergangenen Jahr bereits in der Woche nach meiner Wahl direkt bei mir gemeldet und die Kooperation gesucht. Dies habe ich gerne angenommen und wir können guten Gewissens sagen, dass wir eine belastbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit aufgebaut haben. Wofür ich mich insbesondere bei Ihnen, Herr Edelmann und Herr Weinig, bedanken möchte.

Ich möchte nun aber gezielt den Blick auf das Neue lenken, das wir nun vor uns haben. Wenn wir die Zahlen betrachten, bekommen wir ein Gefühl dafür, welche Bedeutung die heutige Eröffnung für den Standort Bruchsal hat.

In den Gebäuden wurden alleine 22 Millionen Euro privat investiert. 315 PKW-Stellplätze entstehen im neuen Parkhaus. Und insgesamt entstehen etwa 7.000 Quadratmeter Nutzfläche, wovon knappe 6.000 Quadratmeter auf die Handelsnutzung entfallen.

Nun locken nackte Zahlen alleine noch keine Kunden in die Innenstadt. Mit Blick auf die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Mieter darf ich sagen: Ihr Angebot, Ihre freundlichen Mitarbeiter und die Atmosphäre in Ihren Geschäften werden künftig in hohem Maße das Bild der Bruchsaler Innenstadt bis in die Region hinein mit prägen. Große wie kleine Geschäfte liefern einen großen Beitrag zur Sortimentsvielfalt.

Es gab und gibt sicher den ein oder anderen in der Stadt, der sich um die Zukunft der alteingesessenen Betriebe Sorgen gemacht hat. Ich glaube, dass diese Befürchtungen sich als grundlos erweisen werden. Je mehr Menschen insgesamt den Weg in die Innenstadt finden, desto größer wird auch der Kuchen, der unter den Geschäften verteilt wird.

Wir müssen aber auch nüchtern zur Kenntnis nehmen, wie sich das Marktumfeld entwickelt und welche Produkte tatsächlich gekauft werden. Letztlich sind es wir als Konsumenten gemeinsam, die das Sortiment bestimmen.

Wir dürfen dabei nicht aus den Augen verlieren, dass die Stadt ebenfalls ihren Beitrag leisten muss. Mit dem neuen Parkkonzept schaffen wir hoffentlich eine für Kunden, Besucher und Anwohner akzeptable Lösung bei der Bewirftschaftung eines knappen und deshalb wertvollen Gutes, des öffentlichen Raumes.

Aber auch die städtischen Marketingmaßnahmen müssen das neue Angebot breit streuen. Stellvertretend dafür darf ich Frau Csiky erwähnen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz den schwierigen Prozess der Bauphase ebenso begleitet hat und nun die kommenden Monate die werbliche Präsentation der Stadt vorantreiben wird.

Vor zwei Wochen habe ich bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen: mit der Eröffnung heute, der Eröffnung des Modehauses Jost im Frühjahr und unseren städtischen Maßnahmen zur Aufwertung des Straßenraums wollen wir in eine "Aufwärts-Spirale" für die Innenstadt kommen. Es muss auch für alteingesessene Betriebe klar sein, dass sich Investitionen in den Standort lohnen können.

Das attraktive Umfeld, in dem man sich gerne aufhält, wird die Stadt - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - schaffen. Diese Aufgabe habe ich - wenn Sie so wollen - mit meinem Amtsantritt geerbt und habe sie auch gerne aufgegriffen.

Die neu entstehenden Straßenräume und Plätze rund um die Rathausgalerie sind zum einen eine städtebauliche Aufwertung, die insbesondere die Aufenthaltsqualität steigern soll. Auch wenn sich natürlich die Gewerbetreibenden einen hohen Umsatz erhoffen, muss eine Stadt auch angenehme Seiten vorzuweisen haben, wo sich die Menschen begegnen können. Ganz ohne Konsum!

Ein bißchen unterstreicht sicher auch unser neuer Stadtmarketing-Slogan die neuen Schwerpunktsetzungen. "Start frei für eine lebendige Innenstadt" hieß es im zurückliegenden Jahr. Wir arbeiten jetzt auf einer neuen Stufe weiter und wollen uns künftig auch wohlfühlen im neuen "Wohnzimmer Innenstadt".

Wenn Sie einen Blick auf die Fahnen in der neuen Passage werfen, können Sie es auch schon sehen: "Wohnen - Einkaufen - Verweilen - Begegnen". Wichtige Innenstadtfunktionen, an denen wir konsequent weiterarbeiten werden.

Ein weiterer Aspekt ist mir wichtig, wenn wir über das Umfeld sprechen. Wir haben uns für die Gestaltung dieses neuen Gebiets viel Zeit genommen. Drei Veranstaltungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung haben klar gemacht, welche Anforderungen und Wünsche die Bürgerinnen und Bürger an "ihre" Innenstadt stellen. Mehrere Sitzungen des Gemeinderats haben sich mit den Details befasst. Wenn in den kommenden Wochen und Monaten die Möblierung des Straßenraums abgeschlossen wird, bietet die Innenstadt ab dem kommenden Frühjahr ein neues Gesicht.

Sicher kann man sich über manche Maßnahmen trefflich streiten und gerade Farbfragen haben in den vergangenen Wochen ja eine herausgehobene Stellung in der medialen Debatte gespielt. Lassen Sie es mich mit einem Augenzwinkern feststellen: ein bissle Sonnenschein tut der Innenstadt durchaus gut.

Insgesamt kann man wohl unumwunden feststellen, dass die Bürgerbeteiligung in den vergangenen Monaten im Nachgang einen Großteil der Akzeptanz für das gesamte Projekt geliefert hat und viele Wellen in der Stadt beruhigt hat.

Ich möchte an dieser Stelle auch noch ein großes Lob an die beteiligten Baufirmen aussprechen. Dies gilt sowohl für den Straßenraum, aber auch für die Gebäude: ein so ambitioniertes Projekt auf den Tag genau fertig zu stellen, ist aller Ehren wert und verdient in jedem Fall einen gesonderten Applaus.

Was die Stadtverwaltung angeht, so waren nahezu alle Ämter in das Projekt involviert. Gerade die Mitarbeiter des Bau- und Vermessungsamtes haben hier hervorragende Arbeit unter Hochdruck geleistet, für die ich mich ebenfalls herzlich bedanken möchte. Namentlich darf ich die Amtsleiter Guth und Raue erwähnen, ebenso wie stellvertretend Herrn Herrn Frahm für die Hochbauabteilung und Herrn Müller für den Tiefbau.

Aber auch andere Teile der Verwaltung waren vom Bau betroffen. Ich durfte es am eigenen Leib spüren, schließlich wurde auch ich in das Übergangs-Rathaus in die Dragonerkaserne "verlagert". Wenn man sich die umfangreiche Bautätigkeit in den letzten Monaten angesehen hat, kann man sich kaum vorstellen, dass ein geordneter Arbeitsalltag direkt über der Baustelle möglich gewesen wäre, wie es ursprünglich geplant war. Ab Ende Januar wird dann die Verwaltung an ihren angestammten Platz im Herzen der Stadt zurückkehren. Ein kleiner Wermutstropfen ist aus meiner Sicht, dass ich mir ursprünglich die Anmietung von Büros im Obergeschoss des neuen Gebäudes vorstellen konnte. Damit hätte die Verwaltung wieder vollständig an den alten Standort zurückkehren können. Ich denke aber, dass wir eine andere gute Lösung finden werden und wünsche statt dessen "easy-sports" einen erfolgreichen Start in hochattraktiver Lage über den Dächern Bruchsals.

Sie, liebe Anwohnerinnen und Anwohner, die Vertreter der Kirchengemeinde oder auch die anderen Einzelhändler in den betroffenen Straßen haben viel in Kauf nehmen müssen. Ich möchte mich daher besonders bei Ihnen bedanken und hoffe, dass Sie vom positiven Ergebnis der Arbeiten überzeugt werden und sich die Sache gelohnt hat.

Ebenso möchte ich mich bei den Marktbeschickern bedanken, dass sie die schwierige Zufahrts- und Verkaufssituation in den letzten Monaten erduldet haben.

Ich wünsche nun allen Gewerbetreibenden in der neuen Rathausgalerie einen erfolgreichen Start und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel Freude bei der Arbeit.

Und selbstverständlich wünsche ich mir, dass alle Bruchsalerinnen und Bruchsaler sowie die Einwohnerinnen und Einwohner aus den Umlandgemeinden die neuen Angebote nutzen und sich in der neuen Mitte Bruchsals wohlfühlen.

Wir müssen nun gemeinsam anpacken, dass die Eröffnung erst der Startschuss ist für die neue, lebendige Einkaufsstadt Bruchsal! Kleinräumig, fußläufig zu erschließen mit einer großen Auswahl und darunter immer wieder auch liebenswerte, inhabergeführte Geschäfte. Urban, modern und offen: das sollen unsere Leitsätze für die künftige Entwicklung sein. Ich hoffe, dass sich Jung und Alt gleichermaßen im Zentrum Bruchsals wohlfühlen und Angebote für sich entdecken können.

Ich wünsche mir, dass wir eine spannende Stadt sind. Spannendes Leben findet auf den Straßen und Plätzen statt, wo sich die kleinen Dramen des Alltags abspielen. Wir müssen uns immer wieder neu erfinden und inszenieren, wenn wir auf der Höhe der Zeit bleiben und uns konsequent weiterentwickeln wollen.

Bruchsal darf sich nicht fortwährend selbst schlecht reden, sondern muss ein positives Selbstbild mit dem dafür notwendigen Selbstbewußtsein nach außen tragen. Dann finden nicht nur unsere eigenen Mitbürgerinnen und Mitbürger den Weg hierher, sondern eben auch die Menschen aus dem Umland.

Bei aller Freude am heutigen Tag, liegen aber viele Dinge noch vor uns: Ob Gestaltungssatzung für die Innenstadt, die Ansiedlung attraktiver Gastronomie-Betriebe oder so manches neue Spielgerät sollen den Einkauf UND den Aufenthalt in unserer Innenstadt lohnenswert machen.

Dies will ich aber nun nicht weiter vertiefen:

Für heute aber darf ich Ihnen nun noch viel Vergnügen in den neuen Geschäften und mit den zahlreichen Attraktionen wünschen. "ALLES GUTE" für die Rathausgalerie"!

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Kommentare

Menschen im Dialog

Frau Oberbürgermeisterin:
"Es ist wirklich beeindruckend: gerade einmal etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass im September letzten Jahres die Grundsteinlegung für die so genannte Rathausgalerie erfolgt ist. Wo früher einmal lediglich Parkplätze und Brachfläche das Bild dominierten, stehen wir heute vor einem modernen Einkaufszentrum mit einem vielfältigen Angebot und einem neu entstandenen Parkhaus, das um einiges mehr Platz anbietet als die frühere Situation."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Vor einem Jahr hatten wir freien Zugang zur Stadtkirche, dem Rathaus, der Fußgängerzone. Heute stehen wir vor einem modernen Einkaufszentrum mit einem vielfältigen Angebot aber auf der verschlossenen Rückseite. Unser Zugang zum städtischen Leben ist uns genommen. Herr erbarme Dich"

Frau Oberbürgermeisterin:
"Und drittens sollten die städtebaulichen Wunden geschlossen werden, die noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammten."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Und das muss so geschehen, dass eine weitere Wunde
entsteht? Herr erbarme Dich"

Frau Oberbürgermeisterin:
"Zweitens: Schaffung von vermehrten Parkmöglichkeiten um den struktuellen Nachteil der bebauten Innenstadt, die ja wesentlich älter ist als die Erfindung des Autos, etwas zu mindern und das unschöne Blech in geeigneten Anlagen zu konzentrieren....In den Gebäuden wurden alleine 22 Millionen Euro privat investiert. 315 PKW-Stellplätze entstehen im neuen Parkhaus"

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"315 PKW-Stellplätze entstehen im neuen Parkhaus. Konzentriert
vor unseren Nasen, unseren Lungen, unseren Ohren. Selbst die Grünen wussten das und haben zugestimmt. Herr warum hast Du uns verlassen?"

Frau Oberbürgermeisterin:
"Je mehr Menschen insgesamt den Weg in die Innenstadt finden, desto größer wird auch der Kuchen, der unter den Geschäften verteilt wird."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Wir freuen uns über den Kuchen, der unter den Geschäften verteilt wird. Warum aber bleiben für uns nicht einmal Krümel? Herr, warum hast Du die Weisheit so ungerecht verteilt?"

Frau Oberbürgermeisterin:
"Ich wünsche mir, dass wir eine spannende Stadt sind. Spannendes Leben findet auf den Straßen und Plätzen statt, wo sich die kleinen Dramen des Alltags abspielen."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Spannendes Leben findet auf den Straßen und Plätzen statt, wo sich die kleinen Dramen des Alltags abspielen? Ach, ach, Frau Oberbürgermeisterin, wie recht Sie haben. Schauen Sie der Greisin aus dem Pflegeheim zu, die mit dem Rollator versucht,
das Neue Bruchsal vor ihren Augen zu erreichen. Der Herr sei mit uns."

Frau Oberbürgermeisterin:
"Bruchsal darf sich nicht fortwährend selbst schlecht reden, sondern muss ein positives Selbstbild mit dem dafür notwendigen Selbstbewußtsein nach außen tragen."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Unsere Wirklichkeit ist eine andere. Der Herr wirf Grips vom Himmel."

Frau Oberbürgermeisterin:
"Dann finden nicht nur unsere eigenen Mitbürgerinnen und Mitbürger den Weg hierher, sondern eben auch die Menschen aus dem Umland."

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Wie sollen wir den Weg finden, wenn ihn die Planer zugemauert haben? Herr, sie weiß nicht, was sie sagt"

Frau Oberbürgermeisterin:
"Wir müssen nun gemeinsam anpacken, dass die Eröffnung erst der Startschuss ist für die neue, lebendige Einkaufsstadt Bruchsal! Kleinräumig, fußläufig zu erschließen .... Urban, modern und offen: ... Ich hoffe, dass sich Jung und Alt gleichermaßen im Zentrum Bruchsals wohlfühlen und Angebote für sich entdecken können.

Chor (Die Anwohner von Blumenstraße und Zwerchstraße):
"Wie sollen wir den Weg finden, wenn ihn die Planer zugemauert haben? Herr, wir warten auf die Stadtbahn, dass wir uns fußläufig vor sie werfen können. Du bist zu allem im Stande. Außer mit Grips werfen zu können, der auch die richtigen trifft. Amen!"

Die Rückseite

Ich habe mir als Nichtbruchsaler am Sonntag in aller Ruhe die Rathausgalerie und das Drumherum angeschaut. Ich ging u.a. auf das oberste Parkdeck des neuen Parkhauses und habe mal nach hinten in Richtung Blumenstraße und Zwerchstraße geblickt. Da arbeiten die großen Turbinen der Entlüftungsschächte des Parkhauses (oder wie man das nennen mag, bin kein Techniker). Den Anwohnern in diesen Straßen wurde regelrecht eine Mauer davorgesetzt. Kein Durchkommen. Auch von unten der gleiche Eindruck. Da, wo man früher zur Stadtkirche rüberkonnte steht jetzt das Parkhaus, die "Blumen"straße endet, der Weg blockiert. Arme Anwohner, dachte ich mir, was müssen die denken? Was müssen die fühlen? Sind sie Bürger 2.Klasse? Abgeschnitten - das neue Bruchsaler Stadtleben findet erst einmal ohne sie statt.

Vielleicht könnte man nachträglich das Parkhaus auch zu dieser Seite öffnen, eine Tür, größere, durchsichtige Fensterfronten - das würde gleich viel freundlicher wirken. Es kam hier auf einer der bruchsal.org - Beiträge der Vorschlag zumindest diese Rückwand zu bemalen, so wäre - für den Anfang wenigstens - etwas Abhilfe geschaffen.

Ansonsten? Mein Rundgang? Vorne glänzt alles. Macht schon was her, obwohl die Retro 50er Straßenlampen auch bei Dunkelheit nicht meinen Geschmack finden. Sie sind wesentlich lichtschwächer und der Eingang zum Rathaus links bleibt im Dunkeln. Das entspricht dann nicht meinen Vorstellungen eines Lichtdesignes. Auch stellt sich die Frage, warum nicht alle Laternen ausgetauscht wurden? In der Masse könnten diese Retroleuchten vielleicht wirken. Eine ganzjährige "Weihnachtsbeleuchtung"....

Mir gefällt der Blick hindurch zwischen Rathaus und Neubau zum Parkhauseingang. Hier hätte man den Blick fortführen können - weiter zu den alten Häusern in der Zwerchstraße. Das Neue mit dem Alten verbindend, Neugierde weckend.  

So aber bleibt der Eindruck, dass da ein kleines Stadtquartier abgehängt wurde. Das entspricht dann nicht meinen Vorstellungen einer modernen Stadtplanung. Brüssel lässt grüßen.  

 

 

Blumenstraße

Ursprünglich sollte die Blumenstraße an die Innenstadt angebunden bleiben, es war ein mit Glas überdachter Fußgängersteg über die Straße vorgesehen. Still und heimlich wurde diese Option dann aber fallengelassen.

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