Rainwurf in eigener Sache
Da sich mittlerweile in der öffentlichen und in der nicht öffentlichen Diskussion viele zu Wort gemeldet haben, u.a. auch der BTMV-Aufsichtsratsvorsitzende Ulli Hockenberger, will ich mich als einer der „Bewerber" um das Restaurant Bergfried auch äußern dürfen.
Zunächst einmal: Wie passt das eigentlich zusammen? Seit fast zwei Jahrzehnten bin ich einer der hartnäckigsten und bissigsten Kritiker des Bürgerzentrums, vor allem der Gastronomie, und jetzt will ich das plötzlich selbst machen. Bin ich ein opportunistischer Wendehals?
Nein, und das kann ich begründen. Ich habe an der Gastronomie des Bürgerzentrums immer zweierlei kritisiert. Einmal die bauliche Konzeption, die - gelinde gesagt - absolut schief gegangen und kaum zu reparieren ist. Zum anderen: die Entscheidungen des Aufsichtsrates, der - egal ob mit Verpachtung oder Eigenbetrieb des Restaurants Bergfried - in einen Markt eingreift, in dem er nach meiner unmaßgeblichen Meinung nichts zu suchen hat, die Gastronomie. Und das noch mit Mitteln, die den Wettbewerb verzerren. Über 20 Jahre hinweg haben auch die Bruchsaler Gastwirte mit ihrer Steuer die gastronomischen Ambitionen der Oberen Bruchsals subventioniert und damit ihre direkte Konkurrenz. Dabei, so meine Kritik, spielen Gemeinde- und Aufsichtsräte Unternehmer ohne jedes unternehmerische Risiko, denn die Verluste, bedingt durch eine seit Jahren andauernde Serie gemeinde- und aufsichtsrätlicher Fehlentscheidungen, trug in jedem Fall der Steuerzahler, der noch nicht einmal offen über den Umfang der Verluste informiert wurde und wird.
Wenn, was ich immer kritisiert habe, die bauliche Fehlkonstruktion des Restaurants (nicht nur der überdimensionierten Küche) von keinem gastronomischen und betriebswirtschaftlichen Konzept außer Kraft gesetzt werden kann, dann muss es ein einfach ein Ende haben mit der andauernden Subventionierung eines reinen Gastronomie-Konzeptes. Subvention kann geschehen durch permanente Verlustübernahme (wie zu Zeiten, als die BTMV selbst das Restaurant führte) oder durch Mietverzicht oder aber durch wiederholtes Umbauen auf öffentliche Kosten.
Wenn das Restaurant keine dem privaten Immobilienmarkt vergleichbare Mieteinnahme erwirtschaften kann, dann kann das in einem Bürger- und Kulturhaus nur mit einer zusätzlichen kulturellen Rendite einigermaßen glaubhaft begründet werden. Alles andere ist dem Steuerzahler und dem gastronomischen Wettbewerb in der Stadt nicht zu vermitteln. Diese Position habe ich immer vertreten.
Deshalb hatte ich mit anderen zusammen schon zu Zeiten des Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Doll vorgeschlagen, das Restaurant in ein Kultur-Restaurant umzuwidmen, um dem Haus mit einer eigenen Programm-Farbe eine zusätzliche Attraktivität zu verleihen. Wenn es schon schwierig ist, das war unser Ansatz, hinreichend Besucher über die Barriere der Eingangstreppe in die Gaststätte zu locken, dann kann man dies nur mit einem entsprechendem Umbau und mit einem Kleinkunst- und Musikprogramm versuchen und damit wenigstens dem Kulturauftrag des Hauses gerecht werden. Gastronomie als städtisches Objekt von Subventionen: nein. Kultur als Objekt städtischer Subventionen: ja. Unser Vorschlag scheiterte damals am Aufsichtsrat, vorsätzlich an den Herren Modery und Tremmel, nicht unbedingt an Bernd Doll, das sollte hier ausdrücklich erwähnt werden. Der war damals sogar bereit, über seinen Schatten zu springen, indem er die Kooperation mit mir, seinem hartnäckigsten Kritiker suchte, und hatte dem Aufsichtsrat entsprechende Vorschläge unterbreitet.
Und genau an dieser Stelle habe ich mit meinen aktuellen Vorschlägen nach dem erneuten (wievielten???) Gastronomie-Crash angesetzt. Um es zu verdeutlichen: Ich habe mich nicht um das Restaurant Bergfried beworben mit dem Glauben, gastronomisch all das besser machen zu können, was anderen vorher nicht gelungen ist. Ich habe dem Aufsichtsrat ein Alternativ-Konzept unterbreitet, eine Kombination aus Bistro und Kleinkunst-Restaurant, der Arbeitstitel hieß „Backstage - das TheaterBistro im BÜZ." Geplant waren neben Kleinkunst, Jazz und (in der Lautstärke wohnumfeld-verträglicher) E- und U-Musik auch TV-Events wie regelmäßige Talkshows, politische Diskussionen oder andere Formate. Vorgesehen waren natürlich auch kulturelle Veranstaltungen im Außenbereich, die das Gesamtangebot des BÜZ um wesentliche Farben ergänzt hätte. Im gastronomischen Bereich hatte ich eine leichte Bistro-Küche vorgeschlagen mit Schwerpunkt auf Vegetarischem und Vollwertkost - ein Angebot, das es in Bruchsal noch nicht gibt und das eine zusätzliche Zielgruppe angesprochen hätte. Weitere Details können wir uns hier erst einmal schenken, sie tun nichts zur eigentlichen Sache.
Der Aufsichtsrat hat anders entschieden und sich - erneut - für ein reines Gastro-Konzept ausgesprochen, diesmal mit System anstatt, wie vorher, aufgrund persönlicher Beziehungen, immerhin. Damit wird aber, auch wenn der neue Pächter die gesamten Umbauten selbst finanziert und die BTMV jetzt nichts berappen muss, erneut in einen Markt eingegriffen, in dem eine Kommune nach meiner Auffassung nichts zu suchen hat. Denn die System-Gastronomen rechnen ganz sicher mit betriebswirtschaftlichen und damit auch wettbewerblichen Vorteilen, die sie auf dem freien Immobilienmarkt in Bruchsal nicht bekämen, schon gar, nachdem die BTMV ihre Verhandlungsposition durch öffentliche Verlautbarungen nicht gerade gestärkt hat. Alles andere als eine Vollzugsmeldung mit dem System-Gastronomen kommt jetzt doch einem Tsunami gleich.
Auf der anderen Seite überlässt man ein für die Stadt notwendiges kulturelles Angebot, dem man eine dauerhafte Heimstätte hätte sichern können, den Spielregeln des freien Immobilienmarktes. Und man versäumt es wieder einmal, das BÜZ auch für andere als für kulturelle Mainstream-Angebote zu öffnen und damit auch für andere Zielgruppen attraktiv zu machen, was andernorts durchaus als Aufgabe städtischer Kulturpolitik begriffen wird. Das Angebot der BLB spielt in dieser Diskussion keine Rolle, es geht einzig und allein um den Programm-Bereich, der in der Verantwortung der Stadt Bruchsal ist.
Da dies alles hinter den verschlossenen Türen eines GmbH-Aufsichtsrates geschieht, hat die Öffentlichkeit und damit der Steuerzahler keine Möglichkeit, die Konditionen dieses Deals kennen zu lernen. Die gastronomischen Wettbewerber schon gar nicht, die durchaus ein Interesse daran haben könnten, zu wissen, ob die BTMV weiter innerstädtische Konkurrenz subventioniert oder nicht und - wenn ja - wie. Schon bei der Pleite des ersten Pächters vor mehr als 20 Jahren hatte mir gegenüber der damalige SPD-Aufsichtsrat und BÜZ-Kritiker Modery geklagt, dass er als Aufsichtsrat zum Schweigen verdonnert wurde. Man habe ihm sogar mit Schadensersatz-Klagen gedroht, würde er das, was er eigentlich öffentlich machen müsste (!!), auch wirklich öffentlich sagen. „Sie können sich nicht vorstellen, was man mit mir gemacht hat!" (O-Ton Modery). Gilt dies heute noch immer? Abschotten statt Information und Transparenz? Geht es im und um das Bruchsaler Bürgerzentrum einfach so weiter wie bisher? Diesmal, wie gesagt, nur mit System? Ein neues Kapitel der never ending Story? Schaunmermal.
PS.: Die nächsten fünf Jahre meines Lebens, vermutlich die letzten meines beruflichen, werden jetzt sicher viel stressfreier verlaufen. So gesehen kann ich mit der Entscheidung durchaus ganz gut leben. Für sachlich falsch halte ich sie allemal. Der neue Aufbruch der Bruchsaler Innenstadt ist ein rein kommerzieller.
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Kommentare
Konzept
Nein, Rainer,
ich muß Dir leider widersprechen. Zu einer wirtschaftlichen Nutzung gibt es, zumal in der Haushaltslage der Stadt Bruchsal keine Alternative. Ein Leerstand kommt die Stadt ebenfalls teuer, was gleichfalls für einen - angedachten - Umbau zutrifft. Die bauliche Konzeption des Hauses war - da stimme ich Dir zu - fehlerhaft, weil, vorsichtig ausgedrückt, von nichtkommerziellen Erwägungen bestimmt. Nur kann keiner die Zeit zurückdrehen. Wir müssen mit dem Gebäude sinnvoll umgehen und das ist nach meiner Auffassung jetzt der Fall. Sorry.
Herr Kaufmann mahnt zur Transparenz
Herr Kaufmann beklagt richtigerweise bei diesem neuerlichen Deal: "Da dies alles hinter den verschlossenen Türen eines GmbH-Aufsichtsrates geschieht, hat die Öffentlichkeit und damit der Steuerzahler keine Möglichkeit, die Konditionen dieses Deals kennen zu lernen."
Lieber Herr Schmitt (es ehrt Sie, dass Sie auch bei bruchsal.org präsent sind und bei unbequemen Dingen nicht abtauchen) wie hoch ist denn die erwartete Ertragsverbesserung für die BTMV für 2011/2012 und den Folgejahren durch diese Vermietung? Und wie wird gerechnet? Handelt es sich um solch massive (!) finanzielle Verbesserungen, dass der Einwand Herrn Kaufmanns zu Alternativkonzepten nichtig erscheint? Rechnet man hier auch mit "volkswirtschaftlichen Standards", wie man sie bei der Stadtbahneinschleifung als Nutzeneffekt aus dem Hut zaubert? Warum legt man die Kalkulation nicht einfach offen auf den Tisch? Vertragsgeheimnis?
Ein transparentes Verfahren hätte derartige Fragen vermieden! Weshalb hat man seitens der Verwaltung solche Angst, den Bürgern vorab konzeptionelle Alternativen/Gedanken darzustellen? Oder wenigstens nach Beschluss offen darzulegen, weshalb im Wettbewerb der Ideen insgesamt so und nicht anders entschieden wurde? Stattdessen PMs und Infomercials (...der Bürger hofft auf eine baldigste Liveschalte während der Vertragsunterzeichnungen...)
Restaurant im BÜZ mietfrei?
Gerüchteweise hört man, der neue Mieter müsse für die Räumlichkeiten im Bruchsaler Bürgerzentrum keine Miete zahlen. Wer weiß mehr?
wirtschaftliche Nutzung?
Wenn es zu einer wirtschaftlichen Nutzung keine Alternative gibt, wo sind dann die Zahlen?
Warum gab es keine ganz normale öffentliche Ausschreibung wie es für jede Glühbirne in Kommunen Vorschrift ist? (ja ich weiß in diesem Spezialfall hat man extra zu diesem Zwecke eine GmbH davorgehängt um dies nicht zu müssen)
Egal wie man zu der bereits bestehenden Lokalität im gleichen Gebäude steht:
wie war das noch mit möglichst großer Bandbreite des Angebotes? Wieso hat man jetzt hier so kreativ noch einen Italiener reingenommen obwohl schon ein anderer Italiener da ist?
Oder funktioniert das bei der Vergabe des Bergfriedrestaurants genauso wie bei der Platzbenennung? Welcher Filz steckt dieses Mal dahinter?
Wo bleibt die ach so groß versprochene Transparenz?
Oder isst gar ein Herr Neidinger so gerne Pizza wie er keinen Oppenheimer-Platz vor der Haustüre haben möchte?
Aufstand der Wirte
Nun, wenn das tatsächlich so sein sollte, daß der Systemgastronom keine Miete bezahlen muß, dann wundert mich wirklich, daß nicht von Seiten der Bruchsaler Wirte ein Aufschrei der Empörung kommt - oder sind diese Leute in Bezug auf das Bruchsaler Verwaltungshandeln schon so abgestumpft, daß sie alles mit sich machen lassen?
Man müßte mal Nando fragen, wie hoch zur Zeit seine Raummiete / Pacht ist...
Abber interessiert's überhaupt jemanden?
Jetzt hat er's wieder gemacht...
... ham'Sie's bemerkt?
Was, meinen Sie? Nun, das hier.
Ich lese nämlich im Ausgangsbeitrag an keiner Stelle, dass etwa lautstark verlangt worden wäre, eine ausgewiesen und nachweislich unwirtschaftliche Nutzung der Gastronomieräume anzustreben. Es wird also hier mal wieder ein Gegensatz aufgebaut, der in der Diskussion nicht angelegt ist.
Und nebenbei - auch wenn dies hier schon in anderer Form gesagt worden ist: wenn "Wirtschaftlichkeit" dessen, wofür man sich entscheidet, Maßstab und Richtschnur für die getroffene Entscheidung ist, dann vertragen diese als so besonders wirtschaftlich bislang nur behaupteten Bedingungen auch den Blick der Öffentlichkeit - und ggf. die vergleichende Diskussion.
Alles andere wäre wohlbekannte Basta-Politik "alten" Stils, deren Wiederaufnahme nun namentlich Jürgen Schmitt ganz schlecht zu Gesicht steht.
Restaurant Bürgerzentrum
Wer genau wissen will, was kommt: Unter www.enchilada-franchise.de
kann man die verschiedenen Restaurant Franchise Konzepte der Enchilada -
Gruppe einsehen.
Aposto - italienisch
Enchilada - mexikanisch und so weiter.
Mexikanisch hätte in Bruchsal sehr wohl eine Ergänzung sein können, aber
hier dürfte das Preisniveau und die Zielgruppe nicht kompatibel mit dem Standort Bruchsal sein.
Wählt man als Destination Freudenstadt, kann man im mexikanischen Restaurant 36o Grad Wanderungen machen. Sehr schön.
Norbert Kritzer
Mieten BÜZ - Zahlen die frohlocken lassen!
Herr Peter Maier
Die Mieten für die BÜZ-Läden/Disco/Nando lagen zusammen bei ca. 22 000 Euro p.a.
Das Bergfried-Restaurant wurde bis zur Schliessung mit ca.35 000 Euro p.a. angesetzt (die Ironie hier: noch in 2010 korrigierte man den ursprünglichen Planansatz 5 000 p.a. nach oben...)
Wenn auch Kleinvieh Mist macht, so rate ich dennoch, sich die BTMV-Kalkulation insgesamt einmal näher anzusehen. Allerdings keine Lektüre für Schwermütige...
Die Plangrössen 2011 (Stand Okt. 2010):
"Der Gesamtzuschussbedarf gemäß Gesellschaftsvertrag beträgt für das Jahr 2011 aus dem Erfolgsplan € 750.000 aus dem Vermögensplan /Investitionsplan € 500.000
GESAMT € 1.250.000
Realistisch bleiben...
Vielleicht sollte man einfach mal fragen, wer von den anderen Anwärtern überhaupt finanziell in der Lage ist einen Großteil der Mittel für einen eigenen Umbau mitzubringen. Dieses Gebäude ist eine Versammlungsstätte und hat in Deutschland mit die höchsten baurechtlichen Anforderungen was Brandschutz und Sicherheitstechnik angeht.
Auch Herr Kaufmann würde für seine Visionen den Steuerzahler in Anspruch nehmen. Vielleicht sollte man auch mal den Schlachthof hinsichtlich der Versammlungsstättenverordnung unter die Lupe nehmen, nicht, dass die Staatsanwaltschaft später auch hier das Bauamt angeht.
Will man das Restaurant nämlich zu einem Anziehungspunkt für Kleinkunst und andere Veranstaltungen machen wird man sehr schnell feststellen, dass man bei diesen Räumlichkeiten,sofern sie dann unter die VstättVo fallen, sehr stark in seinen Möglichkeiten limitiert wird.
Zu der Frage wieviel Pacht ein Nando zahlt, sollte man zuerst mit offenen Augen durchs Leben gehen, dann wird man zu dem Schluss kommen ,dass es wahrscheinlich zu wenig ist um die Kosten für den Unterhalt,Wartung und vorgeschriebenen Prüfungen zu decken ( Lüftung, Brandmeldeanlage, Aufzug, Kühlung über Verbundanlage, Sicherheitsbeleuchtung, Notstromversorgung... usw...). Aber so sind nun mal die Vorschriften, was der Nando im Miniaturformat hat, dass hat das Restaurant oben im Grossen.
Bevor man nun auf alles schimpft was gemacht wird sollte man sich also erst einmal mit den Grundlagen vertraut machen. Ich verstehe die Künstler und Wutbürger in Bruchsal. Man sollte, aber auch die Grundlagen kennen.
Kultur und die damit verbundene Sicherheit bei Veranstaltungen kostet Geld. PUNKT. Siehe nur Loveparade wie gross der Aufschrei der Masse ist wenn etwas schiefgeht. Hier werden Argumentationen mit gefährlichem Halbwissen betrieben. Und deshalb halte ich es mit Dieter Nuhr : "Wer keine Ahnung hat einfach mal ........ halten. Vielleicht sollte sich die Stadt und insbesondere die BTMV mal Gedanken über die Transparenz mancher Vorgänge machen um nicht gänzlich den Rückhalt in der Bevölkerung zu verlieren.
Nicht immer gleich die Sau durchs Dorf treiben. :-)
Grüsse aus der Stadt
Da haben wir es nun schwarz auf weiß...
...im Gegensatz zum "Dorf" Bruchsal weiß man in der Stadt halt alles besser...
Wessen Fresse...
Geschätzter Waldemar Z.
Immerhin, der "Gast aus der Großstadt" fordert ja - wenn auch etwas verklausuliert - dass die, die im Besitz des Herrschaftswissens sind, halt einfach mal...aufmachen sollten.
Lieber Gast aus der Grossstadt
Als parteiloser und kulturinteressierter Beobachter der Bruchsaler Kulturszene muss ich Rainer Kaufmann bei seinen Ausführungen in vollem Umfang rechtgeben. Es gibt auch außerhalb des Mainnstreams (auch Dieter Nuhr lieber Gast aus der Grossstadt gehört hier leider mittlerweile mit dazu) eine Szene, für die es sich lohnen würde zu investieren. Den Schlachthof als einen, wenn nicht den einzigen Ort in Bruchsal, der soetwas anbietet so anzugehen und der Vergleich mit der Loveparade (ist auch schon seit geraumer Zeit Mainstream) ist unpassend und polemisch zugleich.
Um es mit den Worten von Heinz Becker (Vorsicht Mainstream!) zu sagen. "Geh' fort!"
Mainstream
Zum Thema Mainstream und Heinz Becker fällt mit auf:
Es ist ja schön und lobenswert, sich Kulturkonzepte für das Restaurant auszudenken, aber was dem gesamten Riesen-BÜZ in meinen Augen fehlt sind genau die hier etwas abfällig erwähnten Mainstream-Veranstaltungen, die den Laden mal ab und an füllen und den oben beschriebenen teuren Unterhalt decken helfen könnten. Möglichkeiten (siehe Dieter Nuhr) gäbe es doch genug. Wenn man sich das Programm anschaut, das eine BTMV mit hauptamtlichen Mitarbeitern zusammenstellt, kommt da, warum auch immer, sehr wenig rum.
Außer Heinz Becker nichts gewesen, wenn man mal die Beiträge kulturell engagierter Außenstehender wie Willi - Die Bühne weglässt.
Da wird sowohl kulturell als auch finanziell viel Potential für Bruchsal verschenkt, finde ich.
BÜZ usw. zum Nachlesen:
http://www.bruchsal.de/servlet/PB/show/1365375/2009_Beteiligungsbericht.pdf
BTMV macht Programm???
Zur Klarstellung möchte ich anfügen, dass auch ich schon bei Heinz Becker war und nichts gegen Mainstream habe und schon garnichts gegen den Heinz.
Nur eins ist so nicht richtig: Das Programm machen immer noch die örtlichen Veranstalter wie im Falle Heinz Becker der Kulturförderkreis Karlsruhe!
Diese tragen das Risiko (drauflegen zu müssen).
Warum finden im BÜZ wohl sowenige Veranstaltungen wir Nuhr, Becker etc. statt?
Weil die Saalmiete fast vergleichbar ist wie mit vergleichbaren Veranstaltungsorten wie der Badnerlandhalle oder dem Konzerthaus in Karlsruhe. Welcher vernünftige und witrschalftlich rechnende Veranstalter geht dieses Risiko bei uns in der "Provinz" ein?
Eine Lösung wäre natürlich wenn BTMV selber als Veranstalter mit eigener Konzeption auftreten würde. Die Manpower wäre ja anscheinend da.
So aber bleibt das BÜZ in seiner ganzen Konzeption für alle Events und Veranstalter zu risikobehaftet. Deswegen die geringe Auslastung mit Veranstaltungen. Mainstream hin oder her ändert hier nichts!
"Manpower"beim BÜZ??
Aber hallo... ich sehe da weder Man noch Power. Aber ich denke, da Frauen in Spitzenpositionen immer doppelt so gut sein müssen - mindestens! - wie Männer in vergleichbaren Stellen dürfen die armen Mädels - pardon -Frauen dort sich wegen des Man-dominierten Aufsichtrates einfach nicht so richtig entfalten.
Wann übernimmt endlich unsere OberbürgermeisterIN diesen Job? Ist doch langsam Chefinnensache!
Ja, Manpower!!!
Manpower war hier rein quantitaiv gemeint. Das sollte klar sein. Ob Mädels oder nicht, (kulturellen) Geschmack kann man sich nicht kaufen. Da hilft auch kein Geld der Welt. Dieser muss wachsen und gepflegt werden.
Die OB'in hat sicher anderes zu tut. Es müssen sich einfach für die "Kleinkunst" die Rahembedingungen ändern.
Nach dem Motto: Was ist teurer? Ein BÜZ das nicht gebucht oder belegt wird oder erschwingliche Konditionen um Veranstalter ins Boot zu holen, die für eine abwechslunsreiches Programm sorgen.
-> Loveparade
Das Beispiel der Loveparade ist keineswegs nur polemisch angeführt. Es zeigt einfach nur sehr deutlich auf, dass man nicht auf Biegen und Brechen Veranstaltungen durchführen kann nur weil sie von "Oben" gewünscht werden.
Sicherheit kostet Geld, im Kleinen wie im Grossen.
Und hinterher wird ein Schuldiger gesucht der dann öffentlich gekreuzigt wird, und dieses Forum wäre die Plattform dafür.
Gruss aus der Stadt
Großstadtgast, BÜZ und W. Z.
Lieber Herr Z., der scheint doch was von der Sache zu verstehen - oder? Auf jeden Fall ein auch auf den zweiten Blick fundierter Kommentar.
Da sollte man es ihm nicht übel nehmen, dass er aus der Großstadt kommt, wie er, ganz diskret, anmerkt.
Unsere "Jägerschnitzel-Fraktion" im Aufsichtsrat (wie sie ein uns allen nicht unbekannter Gemeinderat zu nennen pflegt) hat das BÜZ bisher jedenfalls konsequent an die Wand gefahren.
Es geht nicht darum...
daß der Gast aus der Großstadt eventuell "was von der Sache versteht", sondern darum, wie er den Bruchsalern unter die Nase reibt, daß sie quasi nichts verstehen ("...bevor man auf alles schimpft, sollte man sich....also erst einmal mit den Grundlagen vertraut machen...Wutbürger in Bruchsal, wer keine Ahnung hat (natürlich die Bruchsaler, d. Verf.) soll einfach mal....halten und ... nicht immer gleich die Sau durchs Dorf treiben..."). Ich erinnere mich, daß der Gast aus der Großstadt wegen Besserwisserei hier an dieser Stelle schon einmal gerügt wurde, wobei mit "Besserwisserei" nicht das Wissen an und für sich gemeint ist, sondern, siehe oben, die Art und Weise, wie dieses Wissen "rübergebracht" wird.