Pflegestützpunkt Bruchsal gibt es schon über ein Jahr

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Qualifizierte und kostenlose Information zur Pflege
Donnerstag, 8. Dezember 2011 - 10:23

Kreis Karlsruhe. Er war einer der ersten in Baden-Württemberg – der Pflegestützpunkt Bruchsal. Am 8. Oktober 2010 wurde er eröffnet, nach etwas mehr als einem Jahr ziehen die Verantwortlichen nun eine erste Bilanz. Mehr als 900 Personen haben sich seitdem bei Hanna Risch und Nina Laux, beide Diplom-Pädagogen und Gerontologen, beraten lassen; die Tendenz ist steigend. „Eine Situation, in der man plötzlich oder allmählich auf die Hilfe anderer angewiesen ist, kann jeden treffen. Ein Unfall, ein Schlaganfall, eine Krankheit – und schon ist nichts mehr selbstverständlich“, sagt Robert Roßkopf, der im Landratsamt Karlsruhe für die Pflegestützpunkte im Landkreis verantwortlich ist. Allerdings wissen die wenigsten Menschen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt und an wen man sich wenden kann. Pflegestützpunkte stehen als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung, die kostenlos und neutral weiterhilft.

Mit Abstand häufigstes Thema innerhalb der Beratung ist die Versorgung zu Hause: Wer hilft mir im Haushalt? Wer kann mich bei der Körperpflege unterstützen? sind die entsprechenden Fragen, gefolgt von Erkundigungen zur finanziellen Unterstützung wie z.B. die Kostenübernahme durch die Pflegeversicherung oder die Sozialhilfe. Viele Fragen betreffen Demenzerkrankungen, wie z.B. die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden kann, wie eine Betreuung zu Hause erfolgen kann und welche Entlastungsmöglichkeiten es für Angehörige gibt. Auch Bereiche wie Betreutes Wohnen oder barrierefreier Wohnungsumbau werden häufig nachgefragt. Viele Angehörigen suchen auch nur ein entlastendes Gespräch, um sich zu vergewissern, ob sie alles richtig machen. Aufgesucht wird der Pflegestützpunkt meist von Angehörigen; 30 bis 45 Minuten dauert durchschnittlich ein Gespräch. Bei Bedarf finden auch weitere Termine statt um die individuell passende Lösung zu finden.

Nach einem Jahr Beratungstätigkeit betonen die Mitarbeiterinnen zwei Aspekte besonders: Zum einen ist es schon im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit sinnvoll, bestimmte Vorbereitungen selbst zu treffen wie z.B. eine Vorsorgevollmacht erstellen oder sich zu informieren, welche erste Schritte im Falle einer Hilfsbedürftigkeit zu tun sind. Und zum anderen ermuntern sie Angehörige von pflegebedürftigen Menschen oder Menschen mit Demenz, sich frühzeitig zu informieren und sich helfen zu lassen.

Ein weiteres Aufgabengebiet der Pflegestützpunkte ist die Vernetzung aller Angebote vor Ort sowie die Verbesserung der Versorgungsstruktur durch Erkennen von Versorgungslücken. Dazu findet eine Zusammenarbeit mit Pflegeeinrichtungen, Ärzten, Krankenhäusern, Ehrenamtlichen und weiteren Institutionen statt, von der alle Beteiligten profitieren. Träger der Pflegestützpunkte im Landkreis ist das Landratsamt Karlsruhe; finanziert werden sie von den Gemeinden und den Kranken- und Pflegekassen.

Der Pflegestützpunkt Bruchsal ist im Rathaus am Otto-Oppenheimer-Platz 5 untergebracht und Montag bis Mittwoch von 10.00 bis 13.00 Uhr, Donnerstag von 11.00 bis 13.00 Uhr und von 14.30 bis 18.30 Uhr sowie Freitags von 10.00 bis 13.00 Uhr und 14.30 bis 17.00 Uhr sowie unter der Telefonnummer 07251-79199, (Mobil: 0151-12588834) zu erreichen. Er ist neben Bruchsal für die Gemeinden Forst, Hambrücken, Kraichtal, Karlsdorf-Neuthard und Ubstadt-Weiher zuständig, wo 14-tägig nachmittags Sprechstunden angeboten werden. Seit April 2010 gibt es in Ettlingen einen zweiten Pflegestützpunkt im Landkreis.

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