Open Air in Bruchsal

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Glückwunsch!
Mittwoch, 18. April 2012 - 17:19

Open-Air in Bruchsal! Zwar ist die Nachricht nicht brandneu, dennoch sollte auch einmal einigen öffentlichen Institutionen Lob erteilt werden! In diesem Fall dem klammen städtischen Marketing und der personell gebeutelten SSG.

Haben sie es doch tatsächlich geschafft, im Schlossraum zwei bemerkenswerte Open-Air-Events zu Stande zu bringen!

Glückwunsch!

Wir erinnern uns 25 Jahre zurück. Das BÜZ wurde eingeweiht und einige Bruchsaler Würdenträger dachten daran, es ab jetzt knallen zu lassen. Stars von internationalem Rang und hohem Kaliber sollten nun gefälligst wenigstens ein einziges Mal der Barockstadt ihre Aufwartung machen. Quasi auf Anordnung einiger Vertreter der Verwaltung!

Als man dann allerdings die aufgerufenen Gagen vernahm, ging man verdutzt in Deckung und zog die Köpfe ein.

„Indoor“ gab es nach dieser Erfahrung notgedrungen Schmalhans mit einigen wenigen Highlights zweiter Wahl. Gezwungenermaßen wurden kleine Brötchen gebacken!

„Outdoor“ versuchte man sich in diversen Nischen manchmal recht und auch des Öfteren bemerkenswert schlecht (BNN-Skandal…) mit Klassik, Barock und Provinz-SWR.

Für Highlights des Rock und Pop, ja selbst des Schlagers, war Bruchsal aber weitgehend ein weißer Fleck auf der Landkarte, was aber private Initiativen, wie die auf dem Segelflugplatz oder die Verdienste der (Rock)-Fabrik nicht schmälern soll.

In den Sommermonaten gelang es Städten wie Weinheim und Schwetzingen in den letzten Jahren, ihre Parks und Schlossgärten für überregional beachtete Open-Air-Events zu öffnen und damit kräftig Eigenwerbung zu betreiben. Selbst das beschauliche Ladenburg mit seiner schönen Neckarwiese wurde dadurch vielen Menschen ein Begriff. Calw und Mosbach (letzteres angeblich chronisch defizitär) boten ebenfalls beachtete Konzerte.

In Bruchsal, so hörte man immer wieder seitens Vertretern der Verwaltung, sei die Durchführung von Open-Air-Veranstaltungen aufgrund der spezifischen Gegebenheiten des Schlossgeländes sowie der unterschiedlichen Vorstellungen und Interessen von SSG und Stadtverwaltung eine schwierige Gemengelage. Gordische Knoten gelte es da zu durchschlagen.

Nun ist dies scheinbar doch tatsächlich gelungen! Mit Dieter Thomas Kuhn und Jethro Tull wird an zwei Abenden im August für ein heterogenes Publikum ein doch sehr passabler Anfang gemacht!

In guter Tradition verteilen sich dabei die beachtlichen Fixkosten auf mehrere, zeitlich komprimierte Events, was andererseits wiederum die Akzeptanz betroffener Anwohner erhöht. Selbst das Bestuhlungs-Stehplatz-Problem scheint man für einen dieser Events unter den gegebenen Restriktionen des Schlossgartens recht unkonventionell gelöst zu haben.

Beide Events werden mit Sicherheit gut besucht sein. Wenn dann vielleicht noch das Wetter mitspielt, kann Bruchsal endlich aus seinem Open-Air-Dornröschenschlaf erwachen!

Glückwunsch an die Veranstalter und die Besucher!

 

PS:

Vielleicht klappt es ja sogar in den nächsten Jahren, dass auch die BTMV diese Events komplett und zeitnah in ihren Online-Veranstaltungskalender aufnimmt (bisher gibt es dort nur Dieter Thomas Kuhn…).

Gerüchteweise will man nächstes Jahr für die inzwischen gealterte, BÜZ-verantwortliche Ex-Politikergarde die Amigos an Land ziehen…

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Kommentare

Warum erwacht hier Bruchsal aus dem Dörnröschenschlaf?!

Lieber HUHI,

auch ich will die "Leistungen" der Rockfabrik und des Segelsportvereins in keiner Weise schmälern, jedoch ist zu beachten, dass hier grösstenteils nur Coverbands und keine orginalen Künstler aufgetreten sind. Hier von rein privaten Initiativen zu sprechen, ist jedoch an der Sache vorbei. Die Veranstaltungen in der Rockfa und am Segelflugplatz haben einen rein kommerziellen Charakter.

Die Kultur jenseits des "Nachspielens" wurde die letzten Jahre nur durch den Schlachthof und den Jazzclub Bruchsal mehr oder minder erfolgreich belegt.

Warum sind nun Pop/Rock-Open Airs vor dem Schloss möglich? Es gab schon vor Jahren Anfragen von örtlichen Veranstaltern bezüglich solcher Veranstaltungen, die jedoch vom (alten) Schlossverwalter abgelehnt wurden. Nun haben wir einen neune schwäbischen Schlossverwalter und auch der Veranstalter der genannten Open Airs kommt aus dem Schwabenland. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Locomotive Breath - 1982

Montserrat Caballe?

Soweit ich mich erinnere, war 1997 Montserrat Caballe samt Tochter vor dem Schloss aufgetreten. Danach habe ich keine Livemusik-Darbietung unter freiem Himmel in Bruchsal mehr erlebt.

Ich freue mich auf Ian Anderson, der übrigens fantastisch davon lebt, in Schottland Lachse zu züchten.

Mal sehen, ob er es noch schafft, auf einem Bein zu stehen.

Der "neune" Schlossverwalter

Er kommt aus dem Schwabenland.
Soso.
Höchst verdächtig.
Und der Veranstalter, der jetzt plötzlich darf, was Badener früher nicht durften, auch.
Sososo.
Da machen wir mal gleich eine kleine Verdächtigungsgeschichte dr'aus.
War da nicht noch was... mit dem "Neunen"??
Es ist fürchterlich, dieses Geschreibsel.
Warum "der alte Schlossverwalter" das damals - angeblich - abgelehnt hat, wird (natürlich) verschwiegen.

Werter Gast,

Werter Gast,

verraten Sie uns doch mal bitte warum solche Rock/Pop Open Airs in der Vergangenheit nie zustande kamen. Anfragen von lokalen Veranstaltern hat es gegeben. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort. Dass so auf mein fürterliches Geschreibsel reagiert wird, zeigt mir, dass wir auf eine interessanten Wege sind!

Falscher Ansprechpartner

Werter Derek Trucks,
nicht mich müssen Sie nach der Begründung fragen, mit welcher "der alte Schlossverwalter" seinerzeit den örtlichen Veranstaltern die Genehmigung für jene Veranstaltungen verweigerte, sondern die, die Ihnen diese Geschichte erzählt haben.
Entweder Sie kennen diese Gründe oder Sie haben auch nur etwas leichtfertig geglaubt oder nachgeredet, das möglicherweise so nicht oder überhaupt nicht stimmt.
Und mir stinkt - Entschuldigung!! - es jetzt endgültig, hier ständig zu lesen, DIESER oder JENER habe DEM oder DEM etwas erzählt und der habe nichts unternommen oder etwas "einfach so" abgelehnt und was der Geschichten noch so sind.
Und wenn man dann hier nachfragt, WEM das gesagt worden sei oder WER was gemacht oder nicht gemacht habe - Schweigen im Netz.

Werter Gast, wieso reden Sie

Werter Gast,

wieso reden Sie von Geschichten, wenn es sich tatsächlich zugetragen hat. Sie können uns doch nicht allen ernstes erzählen, dass es nie Anfragen gegeben hat! Begründung der Ablehnung war unter anderem Lärmschutz der Anwohner, fehlende Parkmöglichkeiten und "Angst", dass die gesamte Schlossanlage vom Publikum in Mitleidenschaft gezogen wird. Diese damaligen Ablehungsgründe sind auf einmal nicht mehr relevant. Und kommen Sie mit bitte nicht damit, dass es jetzt ausreichende Parkmöglichkeiten für 5000 Besucher gibt. Sie scheinen die Gründe der bisherigen Verweigerungshaltung der Verwaltung genau zu kennen. Wieso geht es jetzt auf einmal mit dem angesprochenen Veranstalter? Klären Sie uns auf !

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